Einzelbild herunterladen
 

WM« » Stets. DMi-äSOPfg. «Ä-Eh-Uch

» «et! 86 PtS- M teewäctige r»«m«»ten

^ t«K fwtteffen. W ^sMufWl««. Wet*^^»* «n 10 PI».

Hanauer Anzeivr.

Jugteich Amtliches ^rgan für Staöt- und Lanökveis Kcmcru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Sttferttenfe

Pr-iS:

Die Ifpatttge Tarmondzeile ek.

deren Raum

10 Pig.

Lie 2»a!t. Zeil»

20 Psg.

$ie3»altige8«iU

30 Psg

Nr. 176. Mittwoch

BekanntMachungen König!. LandrathsamLs.

Das 2. Bataillon Füsilier-Regiments von Gersdorff beabsichtigt am Donnerstag den 1. Angust von Morgens 7 Uhr ab auf den Groß- Auheimer Wiesen, südwestlich des Weges von Groß-Auheim nach Neu- Wirthshaus, ein Gefechtsschießen mit scharfer Munition abzuhalten.

Den ausgestellten Sicherheitsposten ist unbedingt Folge zu leisten.

Hanau am 29. Juli 1889.

Der Königliche Landrath.

V. 4901 I. V,: Baabe.

DieKst-Nachrichten aus dem Kreise.

Vom Wasenmeister am 30. d. Mts. eingefangen: Ein gelber Pinscher m. Geschl.

Hanau am 31. Juli 1889.

Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.

12654 B. N. 307/89. Das am 19. April 1889 gegen den Taglöhner Adam Philipp Seitz aus Neudorf erlassene Ausschreiben ist erledigt.

12557 B. J. 3548/88. Das Ausschreiben vom 16. Okt. v. J. gegen die Dienstmagd Auguste Neudörfer von Westernbach wird erneuert.

12641 B. N. 742/89. Ueber den Aufenthalt des Backsteinar­beiters Gregor Helfrich, geb. am 8. Januar 1867 zu Edelzell (Kr. Fulda), wird Auskunft begehrt.

12624 B. N. 709/89. Ueber den Aufenthalt des Tag­löhners Christian Nuhn, geboren am 7. Oktober 1860 zu Schlitz, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 27. Juli 1889.

11210 B. J. 1388/89. Das am 4. Mai 1889 erlassene Aus­schreiben gegen den Friseur August Gieger aus Hanau ist erledigt.

B. 12687. N. 415/89. Ueber den Aufenthalt des Metzgers Johann Ulrich Gubler, geboren den 12. August 1867 zu Matzingen in der Schweiz, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 29. Juli 1889.

6520 C. L. 5/89. Der Steckbrief vom 3. Mai d. J. gegen den Tapezierer Franz Niemann von Merseburg ist erledigt.

Frankfurt a. M. den 30. Juli 1889.

12610 B. J. 2197/86. Gegen die Dienstmagd Karoline Schopbach, geb. 30. Januar 1866 zu Alsfeld, welche flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu 'geben.

Frankfurt a. M. den 27. Juli 1889.

Königliche Staatsanwaltschaft.

D. 8848. J. 2837/89. Gegen die Dienstmagd Elise Schleu- uing, geboren den 23. Dezember 1853 zu Ulrichstein, welche flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls und Betrugs verhängt.

Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.

Frankfurt a. M. den 27. Juli 1889.

Königliche Staatsanwaltschaft.

+ Kaiser Wilhelm il und der Friede.

Die Jahresberichte verschiedener Handelskammern heben die erfreuliche Wirkung hervor, welche die Thronbesteigung Kaiser Wilhelm II. auf die friedliche Gestaltung der europäischen Verhältnisse und damit auf die Be­lebung von Handel und Verkehr gehabt hat. Es seien aus den vorliegen­den Berichten hier nur einige citirt. So schreibt die Handelskammer zu Göttingen:

Hatte zunächst zu Anfang des Jahres die bedrohliche Haltung Ruß­lands, welche Veranlassung zur Veröffentlichung des deutsch-österreichischen Bündnißvertrages gab, ein Gefühl der Unsicherheit in weiten Kreisen her­vorgerufen, so mußte die tiefe Erschütterung, welche durch die ganze Nation Lmg, als am 9. März 1888 die gesegnete Negierung Kaiser Wilhelms I.,

den 31. Juli 1889.

des Begründers des deutschen Reiches, des gewaltigen Schirmherrn des Friedens, durch den Tod ihr Ende erreichte, und als sein Nachfolger, unser unvergeßlicher Kaiser Friedrich L'I. binnen kurzer Zeit seine Dulderlaufbahn beschloß, auch auf Handel und Wandel eine lähmende Wirkung ausüben. Seit aber nach der Thronbesteigung Kaiser Wilhelms des Zweiten die politische Lage sich in erfreulicher Weife friedlich gestaltete, ist Vertrauen und Unternehmungslust wiedergekehrt."

In dem Bericht der Handelskammer für die Niederlausitz (Cottbus) heißt es:

Waren auch die Aussichten über die zukünftige Gestaltung der politischen Beziehungen Deutschlands zu den Nachbarreichen hn Anfang des Jahres 1888 ziemlich trübe und demzufolge die geschäftlichen Uuter- nehmungen geringeren Umfanges, so vermochte doch der Gedanke an eine friedliche Zukunft und gedeihliche Fortentwickelung unseres Wirthschafts­lebens Stand zu halten und einer Verschlechterung der Erwerbsverhältnisse hemmend in den Weg zu treten. Als dann Seine Majestät, Kaiser Wil­helm II., den Thron bestiegen, die Leitung der Staats- und Reichsregierung in seine Hand genommen hatte, die strengste Friedensherrschaft bekundet war, und die guten Beziehungen zu den benachbarten Staaten Stärkung und Kräftigung erfahren hatten, machte sich auf fast allen Gebieten des Handels und der Gewerbe eine erfreuliche Belebung bemerkbar, die über den Jahres­schluß hinaus anhielt und, wie wir hoffen, auch fernerhin zum Wohle des Vaterlandes anhalten wird."

Die Handelskammer zu Breslau konstatirt, daß das verflossene Jahr unter ungünstigen Aussichten für Handel und Gewerbe begonnen hatte und führt dann aus, daß das zweite Kanalgesetz vom 6. Juni v. I. für Schlesienein Lichtblick in trüber Zeit" gewesen sei. Weiter heißt es:

Denn wahrlich, man brauchte nicht kleinmüthig und pessimistisch gesinnt zu sein, um die Befürchtung zu.hegen, daß der in rascher Folge eintretende Thronwechsel den äußeren Feinden des Deutschen Reiches Anlaß bieten möchte den Frieden zu stören. Indessen alle derartigen Besorgnisse haben sich glücklicher Weise als unbegründet erwiesen. Die ersten Reden und Proklamationen Kaiser Wilhelms 11., seine Reisen an die auswärtigen Höfe und der Empfang, den Se. Majestät daselbst fand, machten einen vortrefflichen Eindruck und gaben der Geschäftswelt das seit längerer Zeit vermißte Vertrauen wieder. Diese Verbesserte Stimmung ist sodann bi§ zum Schluß des Jahres erhalten geblieben und hat einem erfreulichen Aufschwung der Produktion und des Handels, welcher auf den meisten Gebieten zu konstatiren ist, die Wege geebnet."

Die Aeltesten der Kaufmannschaft zu Berlin sagen in ihrem Jahresbericht:

Des Kaisers Thronrede bei Eröffnung des Reichstages am 22. November 1888 drückt am bezeichnendsten aus, was er bis dahin in wenigen Monaten zur Beruhigung der Gemüther in Deutschland gethan. . . . . Diese wachsenden Bürgschaften gesicherten Weltfriedens gaben die Grundlagen her für einen namhaften Aufschwung der wirthschaftsichen Thätigkeit im Laufe des Jahres 1888. Dieser Aufschwung machte sich bemerklich schon in den ersten Monaten des Jahres, konsolidirte sich mehr und mehr und gewann im zweiten Semester sowohl an Umfang als an Lehaftigkeit."

Der Magdeburger Jahresbericht sagt nach einem Hinweise auf die traurigen Ereignisse des Vorjahres:

Begreiflicherweise mußten diese Trauerereignisse auch Besorgnisse in Hinsicht der gedeihlichen friedlichen Weiterentwickelung des Reiches erwecken. Gleichwohl hat die von Anfang an feste Zuversicht zu dem jugendlich­frischen unb doch ernst und sorgsam vorgehenden Nachfolger jener hervor­ragenden Herrscher sich glänzend bewährt. Unter Sr. Majestät Kaiser Wilhelms I!. Scepter ist die erprobte, auf möglichste Sicherung des Welt­friedens gerichtete Politik des Reiches, jene Politik, welche am meisten das wirthschaftliche Gedeihen des Staates, das Blühen von Handel und Gewerbe verbürgt, zielbewußt fortgesetzt worden. So ist das abgelaufene Jahr günstig, ja thcilweise sehr günstig in geschäftlicher Hinsicht verlaufen und selbst jene wiederholten Beunruhigungen des Geschäftsverkehrs durch Kriegsbesorgniß, die das Ergebniß des sonst auch nicht ungünstigen Ge­schäftsjahres 1887 beeinflußt hatten, haben sich abgeschwächt und sind fast geschwunden."

Der Jahresbericht von Frankfurt a. O. bespricht in gleicher Weise die im vorigen Frühjahr vorhanden gewesene Beunruhigung: