Einzelbild herunterladen
 

Schlepper Konrad zu IVa Jahren Zuchthaus. Ferner wurden unter Be­willigung mildernder Umstände 17 Schlepper zu 1 bis 4 Jahren Gefäng­niß, 5 wegen einfachen Landfriedensbruchs zu 1 bis 3 Jahren Gefängniß verurtheilt, einer wurde freigesprochen. (K. Z.)

Schweidnitz, 25. Juli. Von 15 weiteren wegen Exzessen im Waldenburger Streikgebiete des Landfriedensbruches Angeklagten wurde 1 zu vierjährigem Zuchthaus und dreizehn zu halbjährigem bis zweijährigem Gefängniß verurtheilt; einer wurde freigesprochen. (Fr. N.)

Gelsenkirchen, 25. Juli. Heute Früh sind auf Zeche Dahl­busch 580 Mann angefahren.

Köln, 25. Juli. Nach einer Meldung aus Rigikaltbad ist der Geh. Reg.-Rath Dagobert Oppenheim, langjähriger Vorsitzender der Direk­tion der Köln-Mindener Eisenbahn, heute früh daselbst verstorben. (Rh. K.)

Braunschweig, 25. Juli. (K. Z.) Der bekannte Schriftsteller, Professor der Literaturgeschichte, Otto Sievers ist im Alter von 40 Jahren plötzlich, wahrscheinlich infolge Gennsses verdorbenen Fleisches, gestorben; auch das Dienstmädchen der Familie starb bereits.

Die Blättermeldungen, daß ein Dampfer des Reichskommissars Wißmann auf dem Pangani-Fluß gescheitert sei, hat bisher erfreulicherweise keinerlei Bestätigung erhalten. Es scheint sich, falls jener Nachricht über­haupt etwas Thatsächliches zu Grunde lag, nur um unerhebliche Be­schädigungen des betreffenden Dampfers gehandelt zu haben.

Hamburg, 25. Juli. Der von der deutsch-australischen Gesellschaft abgesandte erste DampferElberfeld" ist gestern Abend, nach denFr. N.", via Antwerpen nach Adelaide, Melbourne und Sydney expedirt worden.

München, 25. Juli. Die oberbayerische Handelskammer nahm, nach denFr. N.", eine Resolution an, wodurch der Reichskanzler ersucht werden soll, durch internationale Verhandlungen das Verbot des Kaffee- termingeschäfts, sowie angesichts des jüngsten Zuckerkrachs eventuell das Verbot des Termingeschäfts in allen nothwendigen Lebensmitteln zu veran­lassen.

München, 25. Juli. Dem gestrigen Preiswettturnen, an welchem gegen 3000 Turnknaben theilnahmen, wohnten der Prinz und die Prin­zessin Leopold bei.

Karlsruhe, 25. Juli. Der gestrige Tag verlief beim Erbgroß­herzog mit Nachmittags mäßig ansteigendem Fieber, ohne andere störende Erscheinungen als Hustenanfälle. Die letzteren gestatteten auch in der zweiten Hälfte der Nacht keinen anhaltenden Schlaf. Heute ist das Fieber mäßig, Ne örtlichen Erscheinungen auf der linken ^eite sind zurückgegangen, das Allgemeinbefinden ist befriedigend. (Rh. K.)

Karlsruhe, 24. Juli. Zu der in den Tagen vom 4.-8. August d. J. dahier stattfindenden Hauptversammlung des Vereins deutscher Ju- Wohnungsausschuß des hiesigen Bezirksvereins deutscher Jngen^vure trägt Sorge für geeignetes Unterkommen der werthen Gäste.

Bruchsal, 24. Juli. Durch die hiesige Gensdarmerie wurde vor­gestern in Kronau eine Zigeunerbande verhaftet. Ein Mitglied derselben hatte sich in einem dortigen Kaustaden ein Stück Stoff angeeignet, war aber dabei von Kindern beobachtet worden, welche die Sache zur Anzeige brachten. Bei der alsdann vorgenommenen Durchsuchung des Reisewagens fanden sich nicht weniger als 15 noch ganz neue Shawls vor, deren recht­mäßigen Erwerb die braune Gesellschaft selbstverständlich nicht nachzu­weisen vermochte.

Wien, 24. Juli. DasFremdenblatt" erklärt die Behauptung des Grashdanin", daß die österreichische Politik bemüht sei, zwischen Serbien und Bulgarien einen Konflikt hervorzurufen, insbesondere, daß auf Grund von Anstiftung von Wien die bulgarische Regierung Truppen an die ser­bische Grenze geschickt habe, als vollständig erfunden, um gegen Oesterreich zu hetzen. Gerade die Leitung der österreichischen Politik sei bemüht, die Regierungen in Belgrad und Sofia über ihre gegenseitigen Interessen auf­zuklären, um eventuelle Mißverstände zu beseitigen. Die serbische und die bulgarische Regierung könnten am besten von dieser Thätigkeit Zeugniß ab­legen.

Rom, 24. Juli. Ministerpräsident Crispi gedenkt, wie der Pungolo" meldet, Anfangs September abermals nach Friedrichsruh zu gehen.

Rom, 25. Juli. Zufolge demMessagero" wurden in Prata, Provinz Avellino, bei dem Feuerwerk anläßlich einer religiösen Feier 3 Menschen getödtet und 46 verwundet, darunter 28 schwer.

Poduo, 24. Juli. Infolge eines heftigen Sturmes sind gestern in einigen Gemeinden mehrere Häuser eingestürzt und verschiedene Personen getödtet und verwundet worden.

Kopenhagen, 23 Juli. Der König empfing bei seinem jüngsten Aufenthalt in Penzing auch die Fürstin von Montenegro, welche ihm den höchsten montenegrinischen Orden überreichte. An demselben Tage wurden Fürst von Montenegro und Graf Kalnoky zu Rittern des Elephantenordens ernannt. (Fr. N.)

Paris, 24. Juli. Buret veröffentlicht imMatin" ein Schreiben an Boulanger, in welchem der ehemalige Vertraute des Generals die durch die Anklageschrift bekannten Anschuldigungen aufrecht hält und hinzufügt, daß Boulauger auch dem Prinzen Jöwme ähnliche Briefe wie dem Herzog

von Aumale geschrieben habe. Möglicherweise steht hiermit in Zusammen­hang, daß Depeschen aus Lausanne, wo augenblicklich Prinz Järome weilt, gerüchtweise melden, dem Staatsgerichte sei ein Briefwechsel zwischen Boulanger und Jsrome in die Hände gefallen. Gleichzeitig mit diesem Schreiben an Boulanger übergab Buret demMatin" sechs an ihn ge­richtete Schreiben Boulangers, die durchweg den Eindruck machen, daß Boulanger und Buret auf sehr vertrautem Fuße standen. Der Inhalt ist ohne politisches Interesse, beweist aber für Burets Einfluß auf Boulanger, der auf Burets Empfehlung sogar Ernennungen vornahm. Die boulangisti- schen Blätter, die heute noch Buret Schuft und Dieb nennen, sind unan­genehm überrascht durch die große Herzlichkeit, mit der Boulanger seinem lieben Freunde" schrieb. Alle Blätter besprechen heute die Rede, in der General Bronsart v. Schellendorff in Königsberg die kriegerischen Befürch­tungen als unbegründet bezeichnete. (K. Z.)

London, 24. Juli. Auf Anordnung des Kriegsministeriums wird die ganze Kavallericbrigade an der in Aldershot am 7. August zu Ehren des deutschen Kaisers abzuhaltenden großen Truppenrevue theilnehmen. Die in London garnisonirenden zwei Bataillone der Fußgarde sind ebenfalls zu der Revue kommandirt. Es ist auch beschloffen worden, daß zwei oder drei Brigaden Freiwillige beim Kaiser vorbeideftliren sollen.

London, 25. Juli. DieTimes" veröffentlicht eine Erklärung Salisbury's, wonach derselbe in Abrede stellt, in seiner jüngsten Rede gesagt zu haben, daß Kreta schließlich von der Türkei getrennt werde.

Petersburg, 25. Juli. Die Herzogin Wera von Württemberg ist gestern Abend zuin Besuche ihres Vaters, des Großfürsten Konstantin Nikolajewitsch, in Pawlowsk eingetroffen. Die Besserung im Befinden des Großfürsten macht Fortschritte.

Belgrad, 25. Juli. In Regierungskreisen wird das Gerücht, daß Ristics von einem Schlaganfall betroffen worden sei, als unrichtig bezeich­net: derselbe sei lediglich von einem rheumatischen Leiden heimgesucht; fein Zustand habe sich, noch ehe er ins Bad abgereist, bedeutend gebessert.

Aus Ottawa meldet ein Kabeltelegramm, daß die Gerüchte über einen Mißwachs im britisch-nordwestlichen Amerika gänzlich falsch sind, und daß sie in Umlauf gesetzt worden zu sein scheinen, um den Zwecken von Spekulanten im Weizen zu dienen.

Zanzibar, 24. Juli. (K. Z.) Telegramme des Reuterschen Bureaus besagen: Ein Angestellter der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft,_ welcher von dem Innern an der Küste angekommen ist, meldet, daß er mit einem Gefährten in Mpuapua von Buschin angegriffen worden sei. Er sei ent­kommen, sein Gefährte aber getödtet worden.

Bremen, 23. Juli. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd Ohio" ist vorgestern in Bahia eingetroffen.

-- 'V >»»«<-..., rax. ^âsetvc -pusiâmpsn ^öwunrtU""der Dum- burg-Amcrikanischen Packetfahrt-Aktiengesellschaft ist, von Hamburg kommend, gestern in St. Thomas eingetroffen.

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Deutsches Turnfest. Wir hatten gestern Abend Gelegenheit die Musterriege der Turngemeinde bei ihrer letzten Probe zu sehen und haben die Ueberzeugung gewonnen, daß Hanau beim Musterriegenturnen würdig vertreten sein wird. Ob beim Einzelwettturnen einer der Betheiligten als Sieger hervorgehen wird, läßt sich selbstverständlich bei den gestellten riesi­gen Anforderungen nicht voraussehen; die Durchbildung an den Geräthen ist je nach den Körperanlagen vorzüglich, ebenso bei Stabhochsprung und im Wettlauf, zum Steinstoßen fehlt aber leider bei den meisten der 5 Be­theiligten die erforderliche Körperkraft. 800 Turner sind nach der neuesten Nummer der Festzeitung zum Wettturnen angemeldet, eine bis jetzt noch bei keinem deutschen Turnfest erreichte Zahl. Der vom Mittelrheinkreis, nicht von der Frankfurter Turnerschaft veranstaltete Extrazug geht 8 Uhr 50 Min. von Frankfurt ab und wird 9 Uhr 11 Min. (W e st- bahnhof) hier eintreffen. Von der Turngemeinde betheiligen sich an dem Feste 20, der Turngesellschaft 5 und dem Turnverein 2 Mitglieder. Wün­schen wir dem Feste gutes Gelingen, den betheiligten Wettturnern und der Musterriege besten Erfolg.

Unfall. Heute Vormittag 11 Uhr fiel in der Römerstraße infolge Bruchs eines Hinterrades ein mit Heu hoch beladener Wagen um und es bleibt nichts anderes übrig als nach Ausbesserung des Schadens die schwere Last umzuladen.

Vieh- und Grnndftückswncher in Hessen. Die bemerkens- werthe Thatsache, daß unter den Oberlandesgerichtsbezirken des deutschen Reiches hinsichtlich der relativen Häufigkeit der vermögensrechtlichen Strei­tigkeiten (Mahnsachen, ordentliche Prozesse, Wechsel- und andere Urkunden­prozesse) der Casseler Bezirk die erste, der Frankfurter die zweite und der Darmstädter die dritte Stelle einnimmt, dürfte in dem Vieh- und Grund­stückswucher, durch welchen die Landbevölkerung Hessen-Nassaus und des Großherzogthums Hessen sondergleichen ausgebeutet wird, ihre genügende Erklärung finden. Während im Jahre 1887 im Reichsdurchschnitt auf 10 000 Einwohner 685 vermögensrechtliche Streitigkeiten anhängig wur­den, kommen auf 10 000 Einwohner im Oberlandesgerichtsbezirk Cassel deren 1240 (darunter 738 Prozent Mahnsachen), im Bezirk Frankfurt