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Hanauer Anzeiger.
Iugteich Amittches Kvgan f&r ^taöt= und Lanökrreis ^anau.
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Nr. 169.
Dienstag den 23. Juli
1889.
Bekanntmachungen König!. Landrathsamts.
Am Donnerstag den 25. und Freitag den 26. d. Mts., von 6 Uhr Morgens ab, findet im Köbeler Wald an den alten Hessischen Scheibenständen von Seiten des 2. Bataillons Füsilier-Regiments von Gersdorff ein Gefechtsschießen mit scharfen Patronen statt. Das ensprechende Gelände wird durch Militärpoften abgesperrt, deren Weisung das Publikum bei Meldung einer Strafe bis 9 Mark subs. 3 Tage Haft Folge zu leisten hat.
Hanau den 23. Juli 1889. M. 3304
Der Königl. Landrath.
v. Oertzen.
Am 24. und 25. d. Mts. wird der VIII. deutsche evangelische Kirchengesangvereinstag in Marburg abgehalten werden.
Die Königliche Regierung hat verfügt, daß denjenigen Lehrern, welche an der Versammlung theilzunehmen wünschen, der dazu erforderliche Urlaub ohne dringende Gründe nicht versagt werden soll.
Die Herren Lokalschnlinspektoren .mache ich wegen der Kürze der Zeit auf diesem Wege ergebenst hierauf aufmerksam.
Hanau am 23. Juli 1889.
Der Königliche Landrath
V. 4761 v. Oertzen.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Vom Wasenmeister ein gefangen: Ein kleiner schwarzer Hund w. Geschl. Ein gelber Pinscher m. Geschl.
Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.
Gefunden: Ein Sonnenschirm. Ein Mützenfutteral. Ein Hundezeichen Nr. 383. Ein Hundehalsband. Eine Damenjacke mit Perlenbesatz.
Hanau am 23. Juli 1889.
Ausschreibeir Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
12010 B. — 'N. 186/88. Das am 8. Juli 1889 gegen die Ehefrau Anna Maria Geist, geb. Geißler, aus Seligenstadt erlassene Ausschreiben ist erledigt.
Frankfurt a. M. den 18. Juli 1889.
12056 B. .— J. 2287/89. Das Ausschreiben vom 26. v. Mts. gegen den Scheerenschleiser Georg Mu fang von Ilbenstadt ist erledigt.
Frankfurt a. M. den 19. Juli 1889.
C. 6225. — L. 117/89. Ueber den Aufenthalt der Dienstmagd Margarethe Pfeffermann, geb. lO./H. 4866 zu Homburg in Bayern, wird Auskunft begehrt.
13099 B. — N. 127/89. Das am 5. Dezember 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Hausburschen Johann Georg Karl Scharlott aus Eisenach ist erledigt.
Frankfurt a. M. den 20. Juli 1889.
10705 A. — L. 94/89. Gegen den Bilderhändler Georg Roß, geboren am 11. Januar 1866 zu Bickenbach, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung und schwerer Urkundenfälschung verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung nnverzüglich hierher Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 19. Juli 1889.
__Königliche Staatsanwaltschaft.
13109 B. — J. 1938/89. Gegen die geschäftslose Therese Rapp, geb. 26. Febr. 1855 zu Kappelwindeck, welche flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Uebertretung der Kontrolvorschriften ?c. verhängt.
Es wird ersucht, dieselbe zu verhafte» und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 20. Juli 1889.
__Königliche Staatsanwaltschaft.______________________
13163. B. — J. 2611/89. Gegen den Maler Jakob Kitz, geb. 31. Mai 1868 zu Bommersheim, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 21. Juli 1889.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Tagesschau.
g kBeelin, 22. Juli. Ce. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den bisherigen Dragoman bei dem General-Konsulat in Konstantinopel, Dr. Mordtmann, zum Konsul in Salonik zu ernennen geruht. MW
Berlin, 22. Juli. Der „R. u. St. A." veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, welche die Einfuhr lebender Schweine aus Rußlaud, Oesterreich-Ungarn und den Hinterländern Oesterreich-Ungarns verbietet, sowie den Reichskanzler ermächtigt, Ausnahme von diesem Verbot zu gestatten. _____________________________
Berlin, 22. Juli. In der Ersten Beilage des „R. u. St.-Ä." Nr. 171 sind enthalten eine „Zusammenstellung der Znckermcngen, welche in der Zeit vom 1. bis 15. Juli 1889 innerhalb des deutschen Zollgebiets mit dem Anspruch auf Steuervergütung abgesertigt und aus Niederlagen gegen Erstattung der Vergütung in den freien Verkehr zurückgebracht worden sind", sowie die „Bekanntmachung, betreffend die Führung des Genossenschaftsregisters und die Anmeldungen zu demselben, vom 11. Juli 1889."
Berlin, 21. Juli. Graf Herbert Bismarck ist heute nach Varzin zum Reichskanzler gereist, wird aber schon in wenigen Tagen zurückerwartet. — Die Berufung des Professors Dr. Schweninger nach Varzin wird mit einer neuerlichen Erkrankung der Frau Fürstin Bismarck in Verbindung gebracht.
Berlin, 20. Juli. Der Direktor der brasilianischen Telegraphen- Werkstätten, Enzmann, hält sich gegenwärtig mit Empfehlungen seiner Regierung versehen in Deutschland auf, um unsere Telegraphen- und Fernsprecheinrichtungen kennen zu lernen. Er ist, wie schon sein Name andeutet, ein Deutscher.
Berlin, 22. Juli. Der Inspektor der Feld - Artillerie, General- Lieutenant Jacobi, und der General-Lieutenant Freiherr v. Troschke, Re- monte-Jnspekteur, sind ans Dienstreisen, der General-Lieutenant Golz, mit Wahrnehmung der Geschäfte der General-Inspektion des Ingenieur- und Pionier-Corps und der Festungen beauftragt.
Berlin, 22. Juli. Der Dampfer „Preußen" mit dem Ablösungskommando für S. M. Kreuzer-Korvette „Carola" ist am 20. Juli d. J. in Aden eingetroffen.
Die Nachricht der „Krenzzeitnng", wonach unser Kaiser dem Zaren als Zeichen seiner freundschaftlichen Gesinnung sein lebensgroßes Bildniß gesandt habe, welches am Dienstag nach St. Petersburg abgegangen sei, ist in der Fassung wie im Inhalt nicht richtig. Es handelt sich nicht um ein Bilduiß des Kaisers, sondern um ein in großen Dimensionen ausgeführtes Bild, welches die vorjährige Einfahrt des deutschen Geschwaders, an dessen Spitze die Jacht „Hohenzollern" sich befand, in den Kronstädter Hafen darstellt. Nach dem für die Anfertigung eines so großen Bildes erforderlichen Zeitraum zu schließen, muß die Absicht zu diesem Geschenk bald nach der Rückkehr des Kaisers Wilhelm von der vorjährigen Reise nach St. Petersburg entstanden sein.
Die deutsche Heeresverwaltung widmet bekanntlich der Entwicklung des Brieftaubenwesens und dessen Benutzung für militärische Zwecke eine besondere Aufmerksamkeit und es werden viele Tausende von Brieftauben für die Hauptlinien für militärische Zwecke dressirt. Bei den bevorstehenden Kaiser-Manövern im 7. und 10. Armeekorps will der Kaiser, wie die „K. Z." schreibt, sich persönlich von dem Stande des Brieftaubenwesens und seiner Verwendbarkeit überzeugen. Auf dem Jagdschloß Springe in Hannover, wo der Kaiser vom 18. bis 21. September sein Hauptquartier haben wird, soll ein ausgedehnter Brieftaubendienst mit den Städten Hannover, Hildesheim, Braunschweig, Osnabrück, Hamm und Gütersloh eingerichtet werden. Nach Uebereinkunst des Präsidenten der deutschen Brief- taubenzucht-Vereine, Baron v. Alten-Linden, mit dem Chef des Generalstabes Graf Waldersee stellen die Vereine in den genannten sechs Städten dem Kaiser je 20—25 Tauben zur Verfügung.
Rostock, 22. Juli. Der frühere Reichstagsabgeordnete ^Professor Michael Baumgarten ist gestern gestorben.
Bremen, 20. Juli. Die Rettungsstation Ziegenort telegraphirt: Am 20. Juli von dem Kahn 101, Kapitän Börner, gestandet im Haff, sechs Personen gerettet durch das Rettungsboot der Station Ziegeuort.
Lübeck. Ein Raubmordversuch auf offener See wurde gegen den Kapitän Maack des von Husum ausgegangenen Kauffahrteischiffes „Maria"