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Nr. 164. Mittwoch
den 17. 3litt 1889.
Warnung.
In Läden und Geschäften, welche als Lotterie Komtor, Lotterie- Einnahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Kollekteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klaffen-Lotterie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter , Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterie- ' plan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinnabzüge für sich ausbedingen.
Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung auf Looseerneuerung und auf Gewinnzahlung.
Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von Loosantheilschein-Ver- käufern haben herausgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, indem sie die Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine ausgeben, als der Umfang ihres Loosebesitzes erlaubt, oder indem endlich sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.
Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den ächten Loosen machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren Umschrift „Koen. Pr. Gen. Lotterie Direktion" tragen.
Zur Unterscheidung zwischen den sich als „Lotterie- Einnehmer" benennenden und ihr Geschäft als „Lotterie- Einnahmen" oder „Lotterie-Komtor" bezeichnenden Privatverkäufern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen nie darauf aufmerksam, daß die letzteren allein als „Königliche Lotterie-Einnahmen" oder „Königliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.
Berlin am 8. Juli 1882.
Königliche General-Lotterie Direktion.
D a m m a s. L i l i e n t a l.
Ansschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
11299 B. — J. 1215/89. Ueber den Aufenthalt des Metzgers Heinrich Altstadt von Kl.-Ostheim wird Auskunft begehrt.
6. 5951. — M. 400/89. Der am 6. Juli 1889 erlassene Steckbrief gegen den Kellner Georg Minderlein von Ingolstadt wird zurückgenommen.
Frankfurt a. M. den 11. Juli 1889.
C. 5958. — M. 64/79. Der am 25. Juni 1881 erlassene Steckbrief gegen die Haushälterin Elise Brunner von Wolfskehlen wird erneuert.
Frankfurt a. M. den 12. Juli 1889.
8299 D. — M. 199/89. Ueber den Aufenthalt der geschäftslosen Marie Lehrnickel aus Neu-Isenburg wird Auskunft begehrt.
11709 B. — J. 5200/88. Das am 11. Januar 1889 gegen den Clemens Dangel aus Horas erlassene Ausschreiben wird erneuert.
Frankfurt a. M. den 13. Juli 1889.
Tagesschau.
Berlin, 16. Juli. Der „N. u. St.-A." berichtet aus Drontheim ^- Just, Nachmittags 2 Uhr 30 Minuten: Se. Majestät der Kaiser und König ist gestern früh gegen 6 Uhr in bestem Wohlsein und bei pracht- pEem Vetter vor Drontheini angelangt. Um 9^2 Uhr Vormittags hielt r Musterung der Schiffsmannschaft und um 10 Uhr Aller- den Gottesdienst ab. Um 7 Uhr Abends begab Sich Se. Majestät an Land, von der Bevölkerung sympathisch begrüßt. Se. Majestät besichtigte den Dom eingehend und nahm sodann den Thee beim Konsul Jenssen. Heute Nachmittag erfolgte die Weiterfahrt nach Bodo gegen 1 U^i nach Erledigung der Kouriersendung. Von Bodo geht die Fahrt nach Hammerfest und Nordkap. 0 ’
. . Berlin, 16. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht, daß, um jeden Einwand gegen die Vollständigkeit und Unparteilichkeit der Kommission zur Unterfrichung der von den Bergleuten des rheinisch-westphälischen
Kohlenreviers erhobenen Beschwerden von vornherein zu beseitigen, die Obe^ Präsidenten von Rheinland und Westphalen und das Oberbergamt zu Dortmund durch den Minister des Innern ermächtigt seien, die Unter3 suchungskommission anzuweisen, daß außer den durch die Konnnission bestimmten Bergleuten, welche vernommen werden sollen, auch noch jeder Bergarbeiter, welcher bisher schriftlich oder mündlich eine Beschwerde anbrachte, sowie überhaupt Jeder, welcher vernommen zu werden wünsche, protokollarisch gehört werden soll.
Berlin, 16. Juli. Staatsminister Graf Herbert von Bismarck ist von seinem Urlaub zurückgekehrt und hat die Geschäfte des Auswärtigen wieder übernommen. (Fr. N.)
Berlin, 16. Juli. Die „Nationalzeitung" bezeichnete es als schreiende Ungerechtigkeit, daß bei dem Konkurs der russischen Maschinenbau- Gesellschaft der Anmeldetermin in deutschen Blättern nicht bekannt gemacht und eine jüngst nach Ablauf des Anmeldetermins erfolgte deutsche Anmeldung zurückgewiesen wurde. Die „Berliner Politische Nachrichten", erblicken darin den Beweis, daß nun auch die Nationalzeitung zur Erkenntniß der geringen Sicherheit russischer Werthanlagen gekommen sei.
Der „Schlef. Ztg." wird über die Reisepläne des Fürsten Bismarck aus Berlin gemeldet: Fürst Bismarck wird bis zum 10. August aus seiner Besitzung in Varzin verbleiben und von dort voraussichtlich nach Berlin zurückkehren, um der Begegnung zwischen dem Kaiser von Oesterreich und Kaiser Wilhelm beizuwohnen. Alsdann wird der Reichskanzler sich wahrscheinlich zum Kurgebrauch nach Kissingen begeben und später den üblichen Herbstaufenthalt in Friedrichsruh nehmen.
. In Berlin sind neue Postwagen für den Stadtdienst eingeführt, die einsehr gefälliges Aeußeres haben; ähnlich wie beim Omnibus, befinden sich an den Seitenwänden große Fensterscheiben, während bei eintretender Dunkelheit das Innere desselben durch einen in der Mitte angebrachten großen Brenner erleuchtet wird. Auch für gute Lüftung ist Sorge getragen. An der Rückseite befindet sich ein Briefkasten. Bisher sind drei dieser Wagen, welche in der Wagenfabrik von Kühlstein erbaut worden sind, in Dienst gestellt, doch sollen weitere folgen.
Atts dem Reichslande, 15. Juli. Als erfreulich ist die wiederum bei der diesjährigen Musterung hervorgetretene Thatsache zu melden, daß die Zahl der widerspenstigen Heerespflichtigen fortwährend in der Abnahme begriffen ist. Einesthcils wirkt dabei mit die sich immer mehr befestigende Erkenntniß, daß der Dienst in der deutschen Armee ganz angenehm und keineswegs so schrecklich ist, als es Jahre lang allgemein geglaubt wllrde; das einzige, worüber man die Soldaten aus Elsaß-Lothringen sich noch beschweren hört, ist das Kommißbrod, an welches sie sich gar nicht gewöhnen können, da hier lediglich Weizenbrod gegessen wird. Anderntheils iibt, wie man der „Magd. Ztg." schreibt, der Umstand eine günstige Wirkung aus, daß der Zuzug nach Frankreich in den letzten Jahren erheblich ins Stocken gerathen ist. Namentlich der Eintritt in die französische Fremdenlegion hat nachgelassen, seitdem der größte Theil derselben in Tonkin steht und unausgesetzt von dort Klagen hierher gelangen über das jammer- volle Dasein daselbst. Auch die zahlreich einlaufenden Todtenschcine haben den Leuten die Augen geöffnet. Was den einjährig-freiwilligen Dienst anlangt, so steht die Zahl bei als Einjährige dienenden Elsaß-Lothringer noch bedeutend hinter dem Durchschitte in Altdeutschland zurück. Nur das Unterelsaß hat bereits einen annähernd normalen Stand erreicht. Im Oberelsaß und Lothringen wandern die jungen Leute der wohlhabenden Klassen immer noch vor vollendetem 17. Lebensjahre zahlreich nach Frankreich aus. In manchen Fällen geht übrigens auch die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste deshalb verloren, weil die Betheiligten aus Unkenntniß der einschlägigen Bestimmungen sich rechtzeitig zu melden versäumen. “ (Rh. K.)
Kiel, 15. Juli. Zu der Konferenz der preußischen Landes-Direktoren, welche am Montag hier stattfindet, haben ihr Erscheinen zugesagt: voir Levetzow, Landes-Direktor (Brandenburg), Graf von Wintzingerode (Sachsen), von Klitzing (Schlesien), von Stockhausen (Ostpreußen), Jäckel (Westpreußen), Dr. Freiherr v. d. Goltz (Pommern), Freiherr von Ham- merstein (Hannover), von Hundelshausen (Hessen), Sartorius (Wiesbaden), Geheimer Regierungsrath Klein (Rheinprovinz), Graf von Posadowsky (Posen). Ein Anzahl der Herren sind von Landesräthen begleitet.
Köln, 15. Juli. Der Rheinisch-Westfälische Roheisenverband stellte in seiner heute hier abgehaltenen Hauptversammlung fest, daß alle Werke