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Hanauer Anzeiger.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Dienstag den 9. Juli
Nr. 157.
Amtliches.
Auf Grund des §. 51 Abs. 2 des Reichsgesetzes vom 5. Mai 1886, betreffend die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirth- schaftlichen Betrieben beschäftigten Personen, sind:
L Für die einzelnen im Regierungsbezirk Cassel errichteten Schiedsgerichte der Hessen-Nassauischen landwirthschaftlichen Berufsgenossenschast zu Cassel zu Vorsitzenden unb deren Stellvertreter:
Fulda, Gelnhausen, Gers feld, Hanau, Land, Hanau, Stadt, und Schlüchtern: Vorsitzender: Herr Regierungsrath, Spezial- Kommissar Wes euer in Hanau; Stellvertreter: Herr Regierungs-Assessor von Harlem in Cassel;
II. Für das in Cassel errichtete Schiedsgericht für die dem Herrn Minister für Landwirthschaft, Domainen und Forsten unterstellten Betriebe, welche für Rechnung des Preußischen Staates verwaltet werden, insoweit diese Betriebe den Berufsgenossenschaften nicht angeschlossen sind, zum Vorsitzenden der Regierungs-Assessor von Harlem und zum stellvertretenden Vorsitzenden der Regierungsrath Meyer, beide zu Cassel,
ernannt worden.
Cassel am 17. Juni 1889.
Der Regierungs-Präsident. Rothe. _______________
Zur Erleichterung des Besuches der Unfall-Verhütungs-Ausstellung zu Berlin werden auf den diesseitigen wichtigeren Stationen und Knotenpunkten am 29. Juni, 6. und 20. Juli, 3., 17. und 31. August, sowie am 14. und 28. September d. Js. besondere Rückfahrtkarten 1*. und IU. Wagenklasse nach Berlin zu ermäßigten Preisen ausgegeben werden.
Diese Sonder-Rückfahrkarten berechtigen zur Benutzung aller fahrplanmäßigen, die betreffende Wagenklasse führenden Züge und sind 2 Tage länger als die gewöhnlichen Rückfahrkarten nach Berlin gültig. Kinder genießen keine Fahrpreisermäßigung. Alles Weitere ist bei den Billet- Expeditionen zu erfahren.
Hannover am 24. Juni 1889.
Königliche Eisenbahn-Direktion.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Entflogen: Eine Ringel-Taube.
Entlaufen: Ein schwarzer Dachshund mit weißer Brust.
Verloren: Ein Trauring, darin eingravirt W. P. 26.6. 88. Ein
Portemonnaie mit ca. 5 Mark. Eine geflochtene Tasche mit Handtuch.
Gefunden: Ein Portemonnaie mit Geld, auswendig mit 2 gelben Sternen versehen. Ein Messer. Ein blauer Wasserschöpfer. Ein Herrnhut.
Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund m. Geschl.
Hanau am 9. Juli 1889.____________________________________
Für den am 23. September 1872 geborenen Metzger Bernhard Horn von hier ist um Entlassung aus dem Staatsverband behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
Hanau den 8. Juli 1889.
Der Oberbürgermeister
Westerburg.
Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
B. 11233. — N. 1305/86. Das am 23. September 1887 erlassene Ausschreiben gegen den Schaubudenbesitzer Johann Geister von Geldern wird erneuert.
11227 B. — J. 4537/87. Das am 31. Januar 1888 gegen den Hausburschen Konrad Metzler von Gelnhausen erlassenes msschreiben wird erneuert.
11222 B. — N. 1047/87. Das am 29. September 1887 erlassene Ausschreiben gegen die Dienstmagd Margaretha Wenzel aus Groß- Amstadt wird erneuert.
B. 11152. — J. 2316/89. Ueber den Aufenthalt des Kellners Georg Stellwag aus Wilhermsdorf, geb. 16./10. 1864, wird Auskunft begehrt.
B. 11231. — N. 1079 87. Das am 20./10. 1888 gegen die Dienstmagd Henriette Klei aus Ruhla erlassene Ausschreiben wird erneuert. Frankfurt a. M. den 5. Juli 1889.
B. 11267. — J. 1406/89. Ueber den Aufenthalt des Kellners
1889.
Johann Nau, geboren am 21. März 1869 zu Jlbenhausen in Hessen, wird Auskunft begehrt.
A. 10055. — J. 1625/89. Das am 8./5. 1888 gegen Auguste Sonnebor n aus Breidenbach erlassene Ausschreiben ist erledigt.
Frankfurt a. M. den 6. Juli 1889.
B. 11293. — J. 2490/89. Gegen den Bierbrauer Karl Friedrich Lorenz Seifert, geb. 31./8. 1863 zu Stadt-Lengsfeld, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 6. Juli 1889.
_______________________Königliche Staatsanwaltschaft. ____________
8071 D. — J. 2367/89. Gegen den Metzgergesellen Aaron Ackermann von Geroldshausen, geb. 18. Sept. 1870, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung ungesäumt Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 6. Juli 1889.
______________________Königliche Staatsanwaltschaft.
Bekanntmachung.
Erweiterung des Postanweisungsverkehrs mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
Der Meistbetrag der Postanweisungen aus Deutschland nach den Vereinigten Staaten von Amerika wird von jetzt ab von 50 aus 100 Dollars erhöht.
Die Taxe beträgt, wie bisher, 20 Pf. für je 20 M., mindestens jedoch 10 Pf.
Berlin W., 30. Juni 1889.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts, von Stephan.
t Zehn Jahre Sozialpolitik. I.
Den Ausgangspunkt unserer Sozialpolitik bildet das Jahr 1878. Die sozialistische Bewegung hatte damals so weit um sich gegriffen, hatte einen so hohen Grad erreicht, daß die preußische Regierung sich zu gesetzgeberischen Maßnahmen gegen den gemeingefährlichen Charakter dieser Bestrebungen genöthigt sah. Bei den hierauf gerichteten Erwägungen brach sich zugleich die Erkenntniß Bahn, daß die Repression allein keine genügende Abhülfe darstellen könne, sondern daß die letztere vorzugsweise auf dem Gebiete positiven Schaffens zu suchen sei. Die Mordversuche gegen den hochseligen Kaiser Wilhelm bezeichneten den Höhepunkt jener Bewegung. Sie öffneten der Nation die Augen und ließen sie in den Agrund blicken, an dessen Rand man gelangt war. Ward daher einerseits das Verlangen allgemein, die bedrohte Gesellschaftsordnung mit hinreichendem Schutz gegen die ihr nahenden Gefahren umgeben zu sehen, so gewann andererseits die Ueberzeugung mehr und mehr Boden, daß eine Aussöhnung der entstandenen Gegensätze angestrebt werden und auf eine Ausfüllung der Kluft Bedacht genommen werden müsse, die zwischen Besitzenden und Besitzlosen, zwischen Arbeitern und Arbeitgebern sich geöffnet hatte. Dies konnte nur dadurch bewirkt werden, daß eine Hauptquelle der Armuth und Verarmung, die Erwerbslosigkeit, verstopft wurde. In dem Maße, in welchem den arbeitenden Klassen Sicherheit gegen Erwerbslosigkeit geboten werden konnte, wurde der auf Erregung und Ausbeutung von Unzufriedenheit gerichteten Agitation der Boden entzogen, aus welchem die letztere bisher ihre kräftigsten Wurzeln getrieben hatte.
Einen Anlauf in dieser Richtung hatte die Gesetzgebung bereits ge- nommen durch das Haftpflichtgesetz, welches die Arbeiter vor den Folgen der Betriebsunfälle sichern oder doch die Schwere dieser Folgen für sie mildern sollte. Man hatte sich indeß von dem Haftpflichtgesetz ungleich mehr versprochen, als es zu halten vermochte. Der Rechtsweg, auf welchen es verwies, war nicht selten eine Quelle endlos sich hinziehender, verbitternder Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern geworden und hatte in gar manchen Fällen eher zu einer Verschärfung und Verbitterung der Gegensätze als zu ihrer Versöhnung gedient, dennoch bezeichnete das Gesetz immerhin, namentlich durch die weiteste Ausdehnung, welche das Reichs-