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Timstaq den 18. Juni

1859.

AusschPeiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.

6852 D. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners ' Michael Ruß- to u r m von Ziegelanger wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 12. Juni 1889.

B. 9783. — J. 5019/88. Das am 25./2. 1889 gegen den Taglöhner Christian Nuhn aus Schlitz erlassene Ausschreiben ist erledigt. 9707 B. — N. 515/89. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Heinrich Michel aus Fischborn wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 13. Juni 1889.

A. 8828. — J. 4345/87. Das am 9. März 1888 erlassene Aus­schreiben gegen den Ausläufer August Konrad Jungheim von Norden­beck wird erneuert.

9799 B. — N. 948/88. Das am 15. März 1889 erlassene Ausschreiben gegen den Kellner Josef Krenn aus Bochnia wird erneuert.

B. 9788. — J. 2252/87. Das am 17. September 1887 erlassene Ausschreiben gegen das Dienstmädchen Martha Tiede von Stavenhagen wird erneuert.

Frankfurt a. M. den 14. Juni 1889.

8881 A. — J. 4557/87. Das am 10. Februar 1888 gegen den Schlosser Franz Joseph Gunkel aus Klein-Auheim erlassene Ausschreiben wird erneuert.

8910 \. — J. 3394/88. Der am 14. September 1888 gegen die geschäftslose Helene Richardt von Neukirchen erlassene Steckbrief ist erledigt.

Frankfurt a. M. den 15. Juni 1889.

t Der wirthschaftliche Aufschwung des Jahres 1888.

Soweit jetzt Handelskammerberichte über die Ergebnisse des Jahres 1888 vorliegen, wird übereinstimmend konstatirt, daß sich in diesem Jahre auf fast allen Gebieten des Erwerbslebens in Deutschland eine Steigerung und Ausdehnung in der Thätigkeit der wirthschaftlichen Kräfte in einer Weise bemerkbar gemacht hat, wie sie nachhaltiger und wirksamer seit längerer Zeit nicht beobachtet worden ist. Es zeigte sich dies einmal in einer sehr wesentlichen Besserung der Preise und sodann in einer stärkeren Absatzfähigkeit vieler Industriezweige. Die neulich veröffentlichten Mitthei- lungen des Kaiserlichen Statistischen Amts über den Waarenhandel mit dem Auslande widersprechen diesem Urtheil nicht nur nicht, sondern bestätigen dasselbe nur. Denn wenn auch die Einfuhr im Jahre 1888 die Ausfuhr um etwa 84,8 Millionen Mark überstieg, so ist dies wesentlich darauf zurückzuführen, daß die deutsche Industrie erheblich mehr an Rohstoffen zur Verarbeitung bedurfte, und daß die innere Konsumtionsfähigkeit zugenommen hat: sie hat zwar mehr als im Vorjahr von ihren Fabrikaten nach dem Auslande exportirt; wenn aber der Werth der Einfuhr im Jahre 1888 denjenigen der Ausfuhr bedeutend überstieg, so ist das relative Zurückbleiben der Ausfuhr gegenüber der gesteigerten Einfuhr vornehmlich auf Konto der gesteigerten inneren Konsumtionsfähigkeit zu setzen. Gleichwohl war auch im Jahre 1888 abermals ein erhöhter Bedarf des Auslandes nach deutschen Fabrikaten zu beobachten und auch in diesem Jahre hat die Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie im Auslande eine größere Aner­kennung und Würdigung gefunden und sich auf Märkten Eingang verschafft, deren ausschließliche Beherrschung durch das Ausland früher eine unbestrittene war. Dies wird unter anderem durch das gewiß unverfängliche Zeugniß bestätigt, welches der britische Generalkonsul in Hamburg in seinem amt­lichen Bericht niedergelegt hat: in dem Jahresbericht der Handelskammer von Mainz heißt es, daß nach dem Urtheil dieses Mannes die Konkurrenz­fähigkeit des deutschen Handels und der deutschen Industrie insbesondere gegenüber derjenigen Englands in immer mehr zunehmenden Maße zu Tage trete und daß cs derselben gelungen sei, durch die unermüdliche, energische Thätigkeit ihrer Vertreter ihre englischen Konkurrenten in verschiedenen Ab­satzgebieten zu schlagen.

Suchen wir nach den Ursachen der so erfreulichen Erscheinung des Wirthschaftslebens in Deutschland während des verflossenen Jahres, so geben wir gewiß gern und mit Genugthuung zu, daß auf die „unermüd- liche energische Thätigkeit der Vertreter des deutschen Handels und der deutschen Industrie" ein sehr bedeutender Antheil fällt. Aber wir glauben auch, daß diese Thätigkeit in den Vorjahren, wo die Ergebnisse minder günstige waren, ebenso energisch war. Wenn sie aber erst im Jahre 1888

so große Erfolge hatte, so müssen hierfür noch ganz besondere Uniftänbe maßgebend gewesen sein. Diese liegen in den politischen Erscheinungen des Jahres 1888. Freilich haben dieselben dem Herzen des deutschen Volkes die schwersten Wunden geschlagen: der große Kaiser sank dahin, und wenige Monate später, mußte die Hoffnung, welche Deutschland so lange aus seinen edlen Sohn gesetzt hatte, gleichfalls zu Grabe getragen werden. Waren aber diese Ereignisse geeignet, uns mit Besorgnissen vor der Zukunft zu ei füllen, so erfüllte die Sicherheit, mit welcher die Hand des jugendlichen Kaisers die Zügel der Regierung ergriff, Handel und Verkehr alsbald wieder mit Vertrauen, und dieses machte sich um so stärker geltend, als nur allzu lange die Unsicherheit der Zukunft auf den Unternehmungsgeist lähmend gedrückt hatte. Der wirthsckaftliche Aufschwung des Jahres 1.888 ist ein sprechender Beweis von der auf die ersten unzweideutigen Regiernngs- Handlungen des Kaisers Wilhelm gegründeten Zuversicht, daß sein weises Regiment nicht nur den Frieden nach außen schützen, sondern auch den wirthschaftlichen und sozialen Verhältnissen im Innern eine sorgsame Pflege widmen werde.

Neben dem Vertrauen auf das jugendliche monarchische Regiment, welches den wesentlichen Faktor des wirthschaftlichen Aufschwungs bildet, haben wir diesen zugleich den weisen zoll-, Handels- und wirthschafts- politischen Maßnahmen zu danken, welche vor etwa zehn Jahren an gebahnt worden sind. Sie haben der deutschen Industrie eine innere Kraft und Macht gegeben, welche freilich in politisch unsicheren Zeiten nicht recht zur Entfaltung kommen und daher vielfach unterschätzt werden konnte, die sich aber nunmehr unter der Sonne ruhiger und friedlicher Verhältnisse zu den schönsten Früchten haben entwickeln können. Der wirthschaftliche Aufschwung weist uns in beredter Sprache wie auf das segensvolle, zukunftsreiche und den Frieden verbürgende monarchische Regiment, so auch auf den Werth der Politik hin, welche den Schutz der nationalen Arbeit auf ihre Fahne geschrieben.

Tagesschau.

Berlin, 17. Juni. Se. Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht: den bisherigen Polizei-Präsidenten in Frankfurt a. M., Ernst Ma­thias v. Köller, zum Unter - Staatssekretär im Ministerium für Elsaß- Lothringen und Vorstand der Abtheilung des Innern zu ernennen.

Berlin, 17. Juni. S. M. Kreuzer-Korvette „Ariadne", Komman­dant Kapitän zur See Claussen von Finck, ist am 15. Juni er. in Aren- dal eingetroffen und beabsichtigt am 24. desselben Monats wieder in See zu gehen.

Berlin, 17. Juni. Der frühere Kriegsminister General der In­fanterie Bronsart v. Schellendorff ist jetzt als Nachfolger des im Mai in den Ruhestand getretenen Generals v. Kleist zum kommandirenden General des 1. Armeekorps ernannt worden.

Berlin, 17. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Am 13. Juni machten der deutsche und der russische Vertreter dem Vorstaude des schweizerischen auswärtigen Departements eine Eröffnung, worin sie ihre Beschwerden über den Mißbrauch des der Schweiz zugestandenen Rechts aus Neutralität und über Nichterfüllung der damit verbundenen Pflichten seitens der Schweizer Behörden ausdrückten.

Berlin, 17. Juni. Zur Linderung der Wassersnoth in Johnstown trat heute ein Komitö zusammen, welches einen Aufruf einstimmig annahm. Zu Ehrenpräsidenten wurden die Präsidenten der gesetzgebenden «Körper­schaften v. Levetzow, Herzog v. Ratibor und v. Köhler, zum Vorsitzenden Bürgermeister Dunker, zum Stellvertreter Kommerzienrath Frentzel, zum Schatzmeister Siemens, zu Beisitzern Barth, Mendelssohn, Chefredakteur Kayßler, Landau, Oberregin ungsrath Leyen, Legationsrath Kayser und Spinola erwählt. Der Aufruf erscheint morgen in den Zeitungen. Die deutsche Bank nimmt Beiträge entgegen. Mit dem Ausland soll Fühlung gewonnen werden und der deutsche Generalkonsul in Newyork die Gelder übermitteln. (Fr. N.)

Die „K. Z." schreibt: Die richtige Aufklärung des eigentlichen Zweckes der Reise des russischen Kriegsministers Wannowèki nach Frank­reich macht den Russen große Schwierigkeit. Vor einigen Tagen wurde von russischer Seite aus versichert, der General reise zur Kur nach Ems; er selbst erzählte befreundeten Herren, daß er nach Vichy ins Bad reise, nun wird ja versichert, der Kriegsminister reise nach Paris zur Ausstellung. Sollte es nicht zweckmäßiger sein, eine einheitliche Lesart auszugeben, die