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Nr. 137

Samstag den 15. Juni

1889.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Bei der Postagentur in Marköbel wird am 12. eine Telegraphen- anstalt mit Fernsprechbetrieb eröffnet.

Casfel, 11. Juni 1889.

Der Kaiserliche k. Ober-Postdirektor

__________________________Ji-Hlse.__________________________

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

In Gemäßheit des §. 5 des Geschäfts-Regulativs für die Kreis- Ausschüsse mache ich hiermit bekannt:

Der Kreisausschuß hält Ferien während der Zeit vom 21. Juli bis zum 1. September. Während der Ferien werden Termine zur mündlichen Verhandlung der Regel nach nur in schleunigen Sachen abgehalten.

Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.

Hanau am 13. Juni 1889.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses

A. 1054 v. Oertzen.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Vom Wasenmeister am 14. d. Mts. ein gefangen: ein schwarzer Hund mit weißen Abzeichen.

Zugelaufen: Ein schwarzer Jagdhund.

Gefunden: Ein kleiner schwarzscidener Sonnenschirm. Ein schwarzer Regenschirm. Ein Paar braunscidene Damenhandschuhe. Ein ledernes und ein gestreiftes Täschchen.

Verloren: Eine Brieftasche. Ein Notizbuch. Ein silbernes Arm- band mit Schloß. Ein dunkelblauer seidener Regenschirm mit weißem Griff. Eine Halsbinde mit Vorstecknadel, welche mit weißen, rothen und blauen Steinen besetzt war.

Entlaufen: Ein dänischer Doggenhund mit weißer Brust und weißen Pfoten, m. Geschl.

Hanau am 15. Juni 1889.

Attsschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a.

A. 8417. J. 2772 87. Das am 21. August 1887 erlassene Ausschreiben gegen den Hausburschen Andreas Hanika wird erneuert.

9454 B. N. 379/88. Das Ausschreiben vom 26. Mai v. I. gegen den Metzger Karl Bührmann von Iserlohn wird erneuert.

B. 9440. J. 1387/88. Das am 28./4. 1888 gegen den Maurer Heinrich Ernst Blechschmidt aus Schalkau erlassene Ausschreiben wird erneuert.

^ Frankfurt a. M. den 8. Juni 1889.

i> . 6619. J. 2119/89. Ueber den Aufenthalt der geschäfts­losen Barbara Renkel von Erding wird Auskunft begehrt.

B. 9413. N. 386/89. Ueber den Aufenthalt des Arbeiters Friedrich Töpfer von Frankfurt a/M. wird Auskunft begehrt.

8401 A. J. 3365/88. Der am 30. August 1888 gegen den Metzgerburschen Isaak Reis aus Langendiebach erlassene Steckbrief wird erneuert.

A. 8400. J. 4605/88. Das am 3./12. 1888 gegen den Kol­porteur Salomon Dencker aus Hamburg erlassene Ausschreiben wird erneuert. »

8402 A. J. 2951/87. Das Ausschreiben vom 24. Sept. 1887 gegen den Messerschmied Robert Dold von Tuttlingen wird erneuert.

Frankfurt a. M. den 9. Juni 1889.

8639 A. L. 113/89. Das am 21. Mai 1889 gegen den Taglöhner Eduard Stock aus Rückers erlassene Ausschreiben ist erledigt.

8363 A. J. 1702/89. Der Steckbrief vom 10. v. M. gegen den Schuhmacher Philipp Wittmann von Würzburg ist erledigt.

Frankfurt a. M. den 11. Juni 1889.

C. 4839. L. 61/89. Das am 31./5. 1889 gegen den Dach­decker Wilhelm Braun erlassene Ausschreiben ist erledigt.

A. 8755. J. 1896 89. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Andreas Leonhard Kaiser, geb. 7./3. 1870 zu Aura a. d. Saale, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 12. Juni 1889.

Tagesschau.

Berlin, 14. Juni. Bei Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin waren auf Schloß Friedrichskron zur gestrigen Mittagstafel der Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst, der deutsche Gesandte in Peking von Brandt und drei Offiziere des Kürassier - Regiments Königin geladen. Am Nachmittag verblieben Se. Majestät im Arbeitszimmer. Heute Vormittag arbeiteten Se. Majestät zunächst allein und von 11 Uhr ab mit dem Kriegs-Minister, von 12 Uhr ab mit dem Chef des Militär- kabinets, von 12^/4 Uhr ab mit dem Ober-Hof- und Hausmarschall v. Libenau.

Berlin, 14. Juni. DieK. Z." schreibt: Die Anwesenheit des Fürsten Hohenlohe in Berlin wird mit der Frage der Ernennung eines neuen Unterstaatssekretärs des Innern als Nachfolger des jetzigen Ober­präsidenten Studt in Zusammenhang gebracht; so weit man hört, hat der Fürst bereits gestern dem Kaiser einen entsprechenden Vorschlag gemacht; seine Wahl soll auf einen preußischen höhern Verwaltungsbeamten gefallen sein, der bis vor kurzem auch Reichstagsabgeordneter gewesen war; die Ernennung dürfte wohl binnen kurzem zu erwarten sein.

Berlin, 14. Juni. Italien und Oesterreich haben in Bern die Haltung Deutschlands in der unerquicklichen Wohlgemuth-Angelegenheit als völlig gerechtfertigt bezeichnet.

Berlin, 14. Juni. Gutem Vernehmen nach schließt die Samoa- Konferenz heute ihre Arbeiten ab und unterzeichnet das Protokoll. Staats­sekretär Graf Bismarck reist heute Abend mit dreimonatlichem Urlaub nach Bad Königstein. (Rh. K.)

Zur Würdigung der sächsischen Jubelfeier schreibt dieNordd. Allg. Ztg.": Das ganze deutsche Volk nimmt innigsten Antheil an der Feier, welche in Sachsen die Herzen in freudigste Erregung versetzt. Das erlauchte Haus der Wettiner begeht die 800jâhrige Wiederkehr des Tages, mit welchem seine Herrschaft über die sächsischen Lande begonnen hat. Der Kaiser erscheint als vornehmster Vertreter des Reiches glückwünschend beim Feste; die deutschen verbündeten Regierungen entsenden eine Deputation des Bundesraths ; und auch der Reichstag ist in offizieller Weise durch sein Präsidium bei der erhebenden Kundgebung vertreten. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, an dieser Stelle die Aeußerlichkeiten des Festes zu würdigen; uns bewegt vornehmlich der geistige und sittliche Inhalt desselben: die herrliche Bewährung der monarchischen Idee, die Einheit von Herrscherhaus und Volk infolge der beide Theile umschließenden Liebe und unentwegten deutschen Treue. Das sächsische Volk wird in dem freudigen Bewußtsein der Antheilnahme aller Deutschen die festlichen Tage begehen, welche heute durch die feierliche Eröffnung des außerordentlichen Landtags des Königs­reichs eingeleitet werden. Das deutsche Volk, welches ein so lebhaftes, durch Jahrtausende bewährtes Empfinden für die Zusammengehörigkeit von Fürst und Volk hat, wird in der Wettinfeier eine neue Gewähr seines nur äußerlich auf den Paragraphen der Verfassung, innerlich auf der Tugend der Treue begründeten einheitlichen politischen Lebens erkennen und in diesem Gefühle dem erlauchten Hause der Wettiner und seinem erhabenen derzeitigen Oberhaupte, dem Könige Albert, und dem ganzen sächsischen Lande die innigsten Glückwünsche zurufen.

Von ßtofjet Wichtigkeit für die Interessen des deutschen Handels und der deutschen Industrie erscheinen die voraussichtlichen, nach und nach in den Gesichtskreis der wahrnehmungsbedürftigcu Erwägungen ebnücfenben Veränderungen, welche das sogenanntehandelspolitische Kome- tenjahr", das Jahr 1892, bringen dürfte, in welchem die meisten Zoll- und Handelsverträge ablausen. Es wird nachgerade Zeit, die Aufmerksamkeit auf den Termin des 1. Februar 1892 zu richten, an dem Frankreich, frei von allen Handelsverträgen, einen ihm beliebig hohen Generaltarif aufftellen und dadurch die Klausel der Meistbegünstigung, die es dem deutschen Reich im Frankfurter Frieden zugestehen mußte, ziemlich wcrthlos machen kann. Die Handelsverträge Spaniens, Italiens, der Schweiz, Belgiens und Oester­reich-Ungarns haben ebenfalls den oben erwähnten Endtermin annehmeu müssen, und so bereiten sich Probleme und Veränderungen in der Handels- polüischcn Welt vor, auf welche die Blicke stets gerichtet bleiben, für welche die wirthschaftlichen Kräfte der einzelnen Staaten sich rüsten müssen.

Kiel, 14. Juni. (K. Z.) Der Landgraf von Hessen ist zum Sommeraufenthalt in Panker eingetroffen.

Breslau, 14. Juni, ©er Kultusminister kommt morgen Nach-