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Itter 89 Pf.; Obst: Kirschen, Vs kg 6070 Pfg.; Aepfel, das Stück 14 Pfg.; Citronen, das Stück 79 Pfg.; Apfelsinen, das Stück 5 bis 8 Pf.; Verschiedenes : Butter, das Pfund 1,151,20 Mk.; Käse, das Stück 35 Pf.; Eier, das Stück 57 Pf.; Zwiebel, das Doppel­liter 3032 Pf.; Welschkorn, das Doppelliter 1822 Pf.; Radieschen, das Bündel 35 Pf.; Waizenmehl, 1. Sorte 2122 Pf., 2. Sorte 1820 Pf., 3. Sorte 1516 Pf., 4. Sorte 14 15 Pf. - Vs kg; Stroh 3,103,20 und Heu 3,203,30 = 50 kg; Buchenholz, das Meter 89,50 Mark.

Kauauer Spaziergänge.

XXIL

Hana u, 1. Juni 1889.

Der Spaziergänger drückt über viele Mißstände, die ihm auf seinen Wegen auffallen, die Augen zu, wenn er aber dann Dinge zu sehen be­kommt, die in moralischer wie sanitärer Beziehung schädlich sind, so hält er es im Interesse seiner Mitbürger für unumgänglich nothwendig, zu sprechen. Eins unsrer schönsten Denkmäler aus Hanaus Vorzeit ist un­streitig das Frankfurter Thor, nebenbei ein sehr besuchter Durchgaug für Jung und Alt, sei es für weitere Spaziergänge, sei es blos für eine Promenade um die Stadt. Um so empörender ist die Verunreingung unter den Bogen. Es wird jaZvohl gegebenfalls polizeilicherseits eingeschritten, aber nicht immer ist ein L>chutzmann zur Hand, der dem Unfug zu steuern vermag; wäre es nicht angebracht, die Ecken im Innern durch Eisen ab­zusperren, wie das an der äußeren nördlichen Ecke geschehen ist. Anderer­seits wird das öffentliche Anstandsgefühl erheblich verletzt und schon aus diesem Grunde wäre es Zeit einem so bedenklichen Mißstand zu steuern.

Weiter bedarf, wenn auch keiner so scharsen Rüge das Klavierspielen bei offenem Fenster. Es ist gewiß etwas recht schönes um die Ausübung der Musik, aber wenn sie einem so sehr verleidet wird, wie neulich dem Spaziergänger, da aus mehreren Fenstern verschiedene Melodien klangen. Wie paßt der Chopin'sche Trauermarsch zum Hochzeitsmarsch aus dein Lohengrill". Da klingt:Der Mai ist gekommen" undWenn die Schwalben heimwärts zieh'n" durcheinander und das gibt ein so nervenerregendes Tonconglomerat, daß dem größten Musikfreunde die Lust vergehen kann.

Die Anwohner sind in diesem Falle recht zu bedauern, die sich die erfrischende Kühle des Abends hereinlassen wollen und mit derselben einen so ungebetenen Gast hereinschlüpfen lassen müssen. So viel wir wissen, besteht eine Polizei-Verordnung, nach welcher die Fenster beim Klavierspielen geschlossen gehalten werden sollen, zumal zu so später Stunde.

Es war, wir glauben am vergangenen Montag zwischen sechs und sieben Uhr, da sahen wir eine gewaltige Menschenmenge auf dem Altstädter Markt versammelt. Und gleich dachten wir, daß das arme Rathhaus wieder brennen würde, richtig so war es. Als wir hinkamen, brannte der linke Flügel lichterloh und die braven Leute hingen auf dem Dach und spritzten, was aus dem Schlauch heraus wollte. Einer davon, ein Haupt­steiger, war so naß wie eine Ratte, jedenfalls hatte er den Hauptbrenn­

punkt zu markiren. Bei dieser Probe konnte man wieder einmal die Dis­ziplin und die Tüchtigkeit unserer Feuerwehr bewundern, da kann man wirk­lich getrost einem solchen Unglück entgegensetzen, wenn die Hülfe so schnell und so wirksam zur Stelle ist.

Das heilige Himmelfahrtssest verlief unter prächtigstem Wetter. In aller Frühe schon waren die Straßen die nach den Wäldern führen, ziem­lich belebt mit Groß und Klein. Der Spaziergänger ging in der Scheuer spazieren und hat dort int Rindenhäuschen einen heimlichen Hanauer Dichter entdeckt. Seinen Namen will er nicht nennen. Mit einem N. sängt er an, aber nicht K. N. sondern H. N. Dieser Dichter hat ein Stück Rinde losgebrachen und darauf viele Verse verbrochen, die wir aber aus Rücksicht auf unser Publikum nicht wiedergeben wollen. Wir freuen uns aber über den Fortschritt der Hanauer Kunst und wünschen, daß bald noch mehr heimliche Genies auftauchen werden.

Die Garten-Concerte werden jetzt wieder allgemein, im Geibel'schen Garten haben dieselben begonnen und gestern Abend hat der Bürgerverein die Gelegenheit der Anwesenheit der Kapelle unseres Regiments benutzt und ein herrliches Concert veranstaltet. Vivat sequens! Picolo.

Briefkaken.

P. hier. Wir halten den Einfluß der Jndianergeschichten nicht für so ver­derblich, im Gegentheil, die Willenskraft der Knaben wird gestählt und ihre Kraft durch die Beispiele geweckt; wir reden natürlich nur von guten Jndianergeschichten aus der Feder tüchtiger Autoren, wie Cooper.

Frau D., hier. Sie sehen, Ihrem Wunsche ist weitgehend entsprochen.

K. L., hier. Ungeeignet für uns, senden Sie anDas deutsche Dichterheim" oderDeutsche Dichtung"

I. S, hier. Sie werden auf manche Schwierigkeiten stoßen bei Ausführung Ihres Projektes, lassen Sie sich aber deshalb nicht abschrecken, der Erfolg wird den Eifer belohnen.

Ausflügler. Bereits vor zwei Jahren haben wir den Sonntagsausflug Michelstadt-Erbach beschrieben; cs ist deshalb eine Wiederholung nicht gut thunlich; übrigens sei bemerkt, daß Sie, falls die Witterung nicht zu heiß, mehr Genuß bei dem Spaziergang über die Sophienhöhe haben als wenn Sie die Fahrstraße nach Erbach benützen; die betr. Anhöhe unweit Erbach heißt Schallenberg.

(Anfragen beliebe man zu richten an die Redaction des Hanauer Anzeiger- briefkasten.)

Schiffsbericht.

(Mitgetheilt durch den Agenten A. Treusch in Hanau.)

Der PostdampferAllemania" der Hamburg-Amerikanischen Packel­fahrt - Aktiengesellschaft ist, von Hamburg kommend, am 29. Mai in Havana eingetroffen.

T h e r m o m e t e r st a n d.

31. Mai. Mittags 2 Uhr + 21°, Abends 7 Uhr + 19Vs"; 1. Juni. Morgens 7 Uhr + 14V20, Vormittags 10 Uhr + 21° R

Maiirwafferwärme 17Vs Grad.

Die neu creirte Stelle des Rendanten der städ-! tischen Sparkasse, welcher in vorkommenden Fällen den Stadtkämmerer zu vertreten hat, soll schleu­nigst besetzt werden. Anfangsgehalt 3000 M. pr. a. Kaution 5000 M. Qualisizirte Bewerber wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse um­gehend bei dem Unterzeichneten melden.

Hanau, 31. Mai 1889.

Der Oberbürgermeister 5648 ; I. V. : Heraeus. ;

X âamchâeiwttkauf.

Aus der Fürstlichen Braunkohlengrube Weckes­heim werden trockene Form- und Preßklötze sowie holzige Braunkohlen, soweit der trockene Vorrath reicht, abgegeben. Die Preise sind bei Baarzah­lung folgende:

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Klötze v. Reihen u. Haufen pr. Ctr. = 14 St. 40 Pf. aus Schuppen "" Preßklötze ' " 24 Holzige Kohle pr. Ctr. (gemessen) " w

Bei Kredit-Bezug stellt sich der Centner 2 Pfg. höher. Etwaige spätere Preisänderungen am Verkaufsschalter bekannt gegeben.

Mit dem 1. April hat eine neue Kreditperiode begonnen. Gegen Einlage vorschriftsmäßiger

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Fritz Faatz sagt die tiefbetrübte Mutter ihren herzlichen Dank. 5664______________________Frau Faatz.

Danksagung.

Für die vielen Beweise der Theilnahme wäh­rend der Krankheit uud bei der Beerdigung un­seres geliebten unvergeßlichen Herrn

Jean Schädel

sagen hiermit herzlichsten Dank Hanau den 1. Juni 1889 5680

Die trauernden Hinterbliebenen.

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