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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 127

Samstag den 1. Juni

1889.

Tagesschau.

Berlin, 31. Mai. DerR. u. St.-A." Nr. 128 veröffentlicht: 1) Gesetz, betreffend das Disziplinarverfahren bei dem Ober-Verwaltungs- gericht, vom 8. Mai 1889. 2) Gesetz über die allgemeine Landesver­waltung und die Zuständigkeit der Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts- behörden in der Provinz Posen, vom 19. Mai 1889.

Berlin, 31. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König begaben Sich heute früh zur Besichtigung der Berliner Garde-Kavallerie-Regimenter von Schloß Friedrichskron nach dem Tempelhofer Felde.

Berlin, 31. Mai. Wie diePost" erfährt, wird die Kaiserin mit dem Kronprinzen und den Prinzen Eitel Friedrich, Adalbert, August Wilhelm und Oskar am 28. Juni die bereits erwähnte Reise nach Kissin- gen antreten. Der Aufenthalt daselbst soll 5 Wochen dauern.

Berlin, 30. Mai. Der nach dem Rücktritt des Herrn v. Hage­meister zum Oberpräsidenten der Provinz Westfalen ernannte Nachfolger, bisheriger Unterstaatssekretär in Elsaß-Lothringen Studt, war bis vor etwa 10 Jahren Landrath eines Kreises in der Provinz Posen, kam dann als Hülfsarbeiter und vortragender Rath in das Ministerium des Innern und von da auf seinen bisherigen Posten in Straßburg.

Der Verein ® erlittet Papier- und Schreibwaaren-Händler hat in feiner letzten Sitzung beschlossen, die Geschäfte an den Sonntagen der Monate Juni, Juli, August von Nachmittags 2 Uhr ab zu schließen. Er ersucht alle Kollegen, in Berücksichtigung, daß Seitens aller Berufskreise die Sonntagsruhe immer dringender gefordert wird, diesem Beschluß möglichst nachzukommen. (Verdient Nackabmuna. D ^^ ) . _ ,

Aus Veranlassung des Rückgangs der Strikebewegung M Rhem- land-Westfalen schreibt dieNat.-Lib. Corresp.": Wenn man anerkennen muß, daß die Bewegung im Allgemeinen auf gesetzlichem Wege sich gehal­ten hat, so ist das zum großen Theil bem Umstand zuzuschreiben, daß die sozialistische Agitation dabei verhältnißmäßig wenig hervorgetrcten ist. Die eigentliche Leitung der Bewegung in die Hand zu bekommen, ist ihr nicht gelungen; dies ist offenbar der Thatsache beizumessen, daß durch den ver­ständigen und gesunden Sinn, der namentlich unter den Bergarbeitern vor­waltet, eine aufhetzendk, zu Umsturz und Gewaltthätigkeiten verführende Agitation hintertrieben wird. Wenn die sozialistische Agitation frei hätte wâlten können, wenn die Staatsgewalt der Mittel zur Abwehr beraubt ge­wesen wäre, so wären aus der mächtigen Strikebewegung in den letzten Wochen sicher Unruhen, Ausschreitung und Kämpfe der gefährlichsten und bedenklichsten Art entstanden, und man könnte nur mit schweren Besorg­nissen einer Zeit entgegenschen, wo zu der herrschenden Gährung in der Arbeiterwelt auch noch offen betriebene vergiftende sozialistisch-revolutionäre Aufreizungen hinzukämen. Ob die erforderlichen Abwehrmaßregeln. gerade diejenigen des bestehenden Sozialistengesetzes sein müssen, wollen wir heute nicht untersuchen, aber entbehren kann der Staat und die Gesellschaft ener­gische Waffen zur Abwehr und Vertheidigung noch nicht.

Münster, 31. Mai. Minister Herrfurth führte heute den Ober- präsidenten Studt in sein Amt ein und begab sich sodann mit diesem nach Dortmund zu einer Konferenz über die Lage des Streikes, welcher die Regierungspräsidenten v. Berlepsch und v. Rosen, sowie Vertreter des Kreises Dortmund beiwohnten. (Fr. N.)

Berge-Vorbeck, 31. Mai. Im ganzen Kohlenrevier sind heute die Belegschaften fast ausnahmslos vollzählig eingefahren. Der Streik ist beendet.

St. Johann a. d. S., 31. Mai. (K. Z.) Das Gesuch der Bergleute Warten und Genossen um Audienz beim Kaiser ist abschlägig be- schieden. Trotzdem sind Marken und Genossen nach Berlin abgereist, an­geblich um die Vermittlung von Abgeordneten anzurufen. Am Mittwoch war in Guichenbach eine Versammlung der Ausständischen, hauptsächlich der Belegschaft der Grube von der Heydt. Der gefaßte Beschluß geht dahin, heute nur bei voller Bewilligung aller Forderungen anzufahren. Gestern ist man aber andern Sinnes geworden und es ist heute die ganze Beleg­schaft augefahren. Damit ist de^Ausstaud im Westfeld beendet. Auch im Ostfelde ist eine wesentliche Besserung eingetreten. Wie bisher ist der Be­trieb voll in Camphausen, Dudweiler, Kleuzgräben, König, Kohlwald, auch die Belegschaft von Heinitz und Dechen ist ganz angefahren. Auf allen übrigen Gruben nimmt die Zahl der Anfahrenden zu.

Aachen, 31. Mai. In der heutigen Versammlung der Ausständi­

schen zu Mariadorf wurde, demEcho" zufolge, beschlossen, die Arbeit morgen wieder aufzunehmen und Verhandlungen mit der Vereinigungsge- scllschaft auf gesetzlichem Wege während der Folgezeit fortzuführen.

Rheine, 30. Mai. (K. Z.) Großes Unglück wurde in der hiesigen Rolingschen Apotheke durch eine Benzin-Entzündung herbeigeführt. Ein Gehülfe hielt eine mit diesem Stoffe gefüllte Flasche in ziemlicher Ent­fernung von den im Zimmer brennenden Flammen in Händen, als das Gefäß plötzlich ohne erkennbare Ursache zersprang. Die in der Nähe stehende Magd des Apothekers wurde so schwer verletzt, daß sie gleich darauf starb, der Gehülfe liegt lebensgefährlich darnieder. Auch die Frau und die Mutter des Apothekers trugen schwere Brandwunden davon.

Stuttgarts 31. Mai. In den nächsten Tagen wird hier die Ge­neralversammlung des Deutschen Schulvereins abgehalten; heute Abend findet der Empfang der auswärtigen Gäste statt.

Bern, 31. Mai. (K. Z.) Der Bundesrath genehmigte 3 350 503 Fres. Credit für Kriegsmaterial-Anschaffungen für 1890.

Rom, 30. Mai, Abends. Die in diesen Tagen verbreiteten Ge­rüchte über den erschütterten Gesundheitszustand des Papstes sind unrichtig. In Gegenwart des Papstes wurden heute die Dekrete promulgirt, wonach die Vorarbeiten zur Seligsprechung des Bischofs Ancina von Saluzzo und der französischen Missionare Perboyre und Chanel, die im fernen Orient den Märtyrertod gefunden, gestattet werden. Am Morgen celcbrirte der Papst eine Messe, wobei er vorwiegend Fremden die Kommunion spendete.

Die Anwesenheit des Königs Uni» £**.»» «*-?<- ^r 'W*«w^ ^ov^ «..:... ^tiegvaygenatm tn Berlin außerordentlich anwachsen lassen. Wie wir erfahren, sind während der sechs Tage vom 21. bis 26. Mai 3703 Telegramme mit 118 467 Worten zwischen Berlin und Italien gewechselt worden.

Christiania, 30. Mai. Der Grönland - Reisende Dr. Nansen ist mit seiner Begleitung heute hier eingetroffen und von der Bevölkerung mit enthiisiastischeu Kundgebungen begrüßt worden. Die Dr. Nansen entgegen- gefahrene Dampfschiffs - Flottille begegnete der Expedition im Christiana- Fjord und geleitete sie nach Christiania. Die Schiffe im Hafen, sowie die Häuser der Stadt sind reich mit Flaggen geschmückt. .

Bezüglich der von der Schweiz vorgeschlagenen Arbeiterschutz- konferenz hat die englische Regierung über die Betheiligung Englands im Unterhause eine Erklärung abgegeben, wonach sie beabsichtigt, die Einladung der schweizerischen Regierung mit dem Vorbehalt anzunehmen, daß der englische Vertreter über einen Vorschlag zur Beschränkung der Arbeit er­wachsener Männer oder zur Einschränkung von Produktion nicht diskutiren dürfte.

Paris, 31. Mai. In der zweiten Hälfte des Juni wird in Vin­cennes ein großes internationales Turnfest stattfinden, an dem auch Präsi­dent Carnot und die Minister theilnehmen werden. Zu dem Feste wer­den 450 französische, 52 belgische, 40 schweizerische, mehrere italienische, einige dänische, holländische, schwedische, norwegische und die czechischen Ge­sellschaften Obec Sokolska und Sokol erwartet. Für Juli ist eine große Festzusammenkunft der Offiziere der Reserve und der Territorialarmee ge­plant. Man erwartet, daß etwa 5000 Reserve - Offiziere sich an dem kameradschaftlichen Feste betheiligen.

Paris, 31. Mai. Nach hier vorliegenden Mittheilungen ist bei der gestrigen silbernen Hochzeit des Grafen und der Gräfin von Paris die Verlobung des Herzogs von Orleans, ältesten Sohnes des Grafen von Paris, mit der Prinzessin Margarethe, Tochter des Herzogs von Chartres, bekannt gegeben worden.

Paris, 31. Mai. Gestern wurde in Cherbourg ein Erdbeben mit drei starken Erschütterungen verspürt. Das Gesims und Portal der Kirche St. Trinito stürzte herab. Die Erdstöße wurden bis Granville, Guernsey, Havre und Rouen verspürt. Die Bevölkerung ist in großer Bestürzung. Personen wurden nicht verletzt.

London, 31. Mai. Das Oberhaus nahm in dritter Lesung die Flottenvermehrungs-Bill an. . (Fr. N.)

Petersburg, 31. Mai. DerRegierungsbote" meldet: Bei dem gestrigen Dejeuner in Peterhof brachte der Kaiser folgenden Toast aus: Ich trinke auf das Wohl des Fürsten von Montenegro, des einzigen auf­richtigen und treuen Freundes Rußlands:

Toronto, 30. Mai. In der Dicnstagnacht trat in ganz Ontario