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Hanauer Anzeiger.

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Erscheint täglich mit ÄuSnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Dienstag den 21. Mai

Nr. 118.

Bekanntmachungen König!. Landrathsamis.

Jmpsordnnng

in den Ortschaften des Amtsgerichtsbezirk Bergen und den beiden D o r f e l d e n :

1. Bergen: Impfung den 31. Mai, Nachmittags 4 Uhr; Revision den

7. Juni, Nachmittags 4 Uhr.

Wiederimpfung den 31. Mai, Nachmittags 5 Uhr; Revi­sion den 7. Juni, Nachmittags 5 Uhr.

2. Enkh eim: Impfung den 1. Juni, Nachmittags 4 Uhr; Revision den 8. Juni, Nachmittags 4 Uhr.

Wiederimpfung den 1. Juni, Nachmittags 4'/, Uhr; Revision den 8. Juni, Nachmittags 4^2 Uhr.

3. Fechenheim: Impfung den 6. Juni, Nachmittags 3 Uhr; Revision den 13. Juni, Nachmittags 3 Uhr.

Wiederimpfung den 6. Juni, Nachmittags 4 Uhr; Revision den 13. Juni, Nachmittags 4 Uhr.

i 4. Bischofsheim: Impfung den 14. Juni, Vormittags 10 Uhr; Revision 21. 10 Wiederimpfung den 14. Juni, Vormittags lOVs Uhr; Revision 21. 10V»

5. Gronau: Impfung den 15. Juni, Nachmittags 2 Uhr; Revision 22. 2 Wiederimpfung den 15. Juni, Nachmittags 2 Uhr; Revision 22. 2

6. Nieder-Dorfelden: Impfung den 15. Juni, Nachmittags 3 Uhr; Revision 22. 3

Wiederimpfung den 15. Juni, Nachmittags 31 's Uhr; Revision den 22. Juni, Nachmittags 31 /t Uhr.

7. Ober-Dorfelden: Impfung den 15.Juni, Nachmittags4VsUhr; Revision 22. 4^2

Wiederimpfung den 15. Juni, Nachmittags 4V2 Uhr; Revision den 22. Juni, Nachmittags 4^2 Uhr.

Die Herren Ortsvorstände der vorstehend genannten Orte mache ich auf die für die Ausführung des Jmpfgeschäfts vom Bundesrath getroffenen Vorschriften (Amtsblatt 1886 Seite 105) aufmerksam und erwarte insbe­sondere genaue Befolgung der Vorschriften für die Ortspolizeibehörden (Anlage III) daselbst.

Hanau am 18. Mai 1889.

Der Königliche Landrath v. Oertzen.

Die auf einigen Gehöften der Gemeinde Kesselstadt ausgebrochen gewesene Maul- und Klauenseuche ist erloschen.

Hanau am 15. Mai 1889.

Der Königliche Landrath

V. 3235 v. Oertzen.

Am 9. ds. Mts. wurde in der Weidenpflanzung am Main bei Dörnigheim die Leiche eines neugeborenen Kindes, männlichen Geschlechts, gefunden, welche dort ca. 2 Monate gelegen haben kann.

Um geeignete Recherchen und Nachricht, falls über die Mutter des Kindes etwas bekannt sein sollte, wird ersucht.

Hanau ant 16. Mai 1889.

Der Königliche Landrath

P. 2993______________________v. Oertze n._________________________

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Rechenheft. Am 18. ds. Mts. auf der Straße nächst der Pulverfabrik: eine Schachtel mit Damenhut, Kopftuch und anderen Sachen.

Verloren: Ein Dreimarkstück.

Hanau am 21. Mai 1889.

Tagesschau.

Berlin, 20. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König wohn ten gestern, wie demR. n. St.-A." aus Braunschweig berichtet wird'

1889.

dem Festgottesdienst im Dome bei, wo der Schrader'sche a capella-d^or mehrere geistliche Kompositionen vortrug. Nach bent Gottesdienst besichtigte der Kaiser den Dom, die Burg Dankwarderode und mehrere andere Sehens­würdigkeiten. Nachmittags 4 Uhr fand im Schlosse große Galatafel statt, zu welcher etwa 90 Einladungen ergangen waren. Abends 7 Uhr ist Se. Majestät der Kaiser mittels Extrazuges nach Berlin zurückgereist. Auf dem Wege zum Bahnhof wurden Sr. Majestät von der überaus zahl­reichen Menschenmenge unausgesetzt enthusiastische Kundgebungen darge­bracht.

Berlin, 20. Mai. DerR.- u. St.-A." veröffentlicht den Wort­laut des Toastes, womit der Kaiser bei der gestrigen Galatafel in Braun- schweig das Hoch des Prinzregenten auf den Kaiser erwiderte. Darin heißt es: Ich hoffe, daß mir von Gott vergönnt sein möge, das geeinte deutsche Vaterland in Frieden und Ruhe den Weg zu führen, den mein Herr Groß­vater uns vorgezeichnet hat und auf welchem das braunschweigische Land so freudig den anderen vorangegangen ist.

Berlin, 20. Mai. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin empfingen, nach denFr. N.", Mittags die vom Sultan von Mandara hierher entsandten, vom Afrikareisenden Ehlers geführten Tschaggakriegcr, welche Geschenke des Sultans überbrachten und mehrere Tänze und Gesänge ausführten.

Berlin, 20. Mai. An dem heutigen Frühstück beim Reichskanzler nahmen Theil: mehrere Bundesbevollmächtigte und die preußischen Minister mit ihren Damen, sowie viele Reichstagsabgeordnete, darunter v. Kleist- Retzow, Hahn, Freiherr v. Manteuffel, v. Friesen, v. UnruheBomst, Leuschner, Baumbach (Altenburg), Gamp, v. Kardorff, v. Bennigsen, v. Marquardsen, Oechelhäuser, Götz, Kruse, Dr. Miquel, Tröndlin, Windt- Horst, Freiherr v. Huene, Wendt, Graf Moltke. Bei Tische hatte der Reichskanzler den Präsidenten v. Levetzow zur Rechten, den Abgeordneten Windthorst zur Linken, gegenüber Dr. Hammacher. (Fr. R.)

Berlin, 20. Mai. Die'Norddeutsche Allg. Ztg." glaubt nicht, daß sich die Ankündigungen verschiedener Zeitungen über die voraussichtlich morgen stattfindende Schlußsitzung der Samoa-Konferenz bestätigen werde, weil sie, wie alle dazu gehörenden Ausschmückungen, nur aus Kombinationen entsprungen sind, welche mit den thatsächlichen Vorgängen in gar keinem Zusammenhänge stehen.

Zu der Ansprache Sr. Majestät an die Arbeiterdepntation bemerkt der PariserGanlois": Wir müssen zugesteheu, daß die Ansprache des Kaisers an die Bergarbeiter die Sprache eines Mannes ist, welcher sich seiner Macht bewußt ist, der aber auch von Gerechtigkeitsgefühl beseelt ist. Wenn bei uns unter den Ausständigen Vertrauen genug gewaltet hätte, daß sie sich an den höchsten Machthaber wandten, und wenn er Festigkeit und gefunben Verstand in dem Maße gehabt hätte, daß er ebenso ver­nünftige und bei allem Ernste ebenso väterliche Worte sprechen konnte, so wäre der Strike wahrscheinlich, ja sicher, beendigt worden, ohne so viel zerbröckelte Ruinen hinter sich zu lassen.

In demHannoverschen Courier" heißt es: Die Ansprache des Kaisers an die Vertreter der Grubenverwaltungen ist nicht minder nachdrucksvoll gewesen, wie die an die Arbeitervertretung..... Die Arbeitgeber mögen die Kaiserlichen Worte beherzigen und sich vor allen Dingen vor Augen halten,daß sie dem Staat und den beteiligten Ge­meinden gegenüber die Pflicht haben für das Wohl der Arbeiter nach besten Kräften zu sorgen und vor allen Dingen dem vorzubeugen, daß die Be­völkerung einer ganzen Provinz wiederum in solche Schwierigkeiten verwickelt werde." Der Kaiser betrachtet es als seine Königliche Pflicht, Arbeitgebern wie Arbeitern seine Unterstützung bei Meinungsverschiedenheiten in dem Maße zuzuwenden, in welchem sie ihrerseits bemüht sind, die In­teressen der gejammten Mitbürger durch die Pflege der Einigkeit unter einander zu fördern und vor @rf Fütterungen zu bewahren. Das sind goldene Worte, die noch bei den spätesten Geschlechtern Widerhall finden werden. So spricht der König als erster Diener des Staats, so das Oberhaupt, welches über den Parteien steht; so repräsentirt sich das soziale Königthum gegenüber dem unbeschränkten Königthum der Selbstherrlichkeit, das für die Armen und Elenden kein Ohr hatte. Die Ansprachen des Kaisers an die Vertreter der streikenden Parteien werden allgemein als entscheidend für den bevorstehenden Ausgleich betrachtet. Die Vereinbarung des Hrn. Dr. Hammacher mit den Wortführern der ausständigen Berg­leute gilt als Ausgangspunkt für die endliche gütliche Beilegung der Slreit-