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Nr 100. Dienstag den 30. April 1889.
Bekanntmachungen König!. Landrathsumts.
Die Maul- und Klauenseuche auf dem Gehöft des Philipp Huth zu Großauheim ist erloschen.
Hanau am 26. April 1889.
Der Königliche Landrath
V. 2730 v. Ocrtzen.
An die Herren Bürgermeister der Gemeinden im Bücherthal.
Sie wollen nach vorherigem Benehmen mit den Herren Geistlichen binnen 6 Tagen diejenigen bedürftigen und würdigen Personen hier namhaft machen, welchen eine Unterstützung aus der Sch liugloff' scheu Stiftung zugewendet werden kann.
Es wird hierbei darauf aufmerksam gemacht, daß zur Unterstützung nur wirklich Hülfsbedürftige im Sinne der Armengesetzgebung und nach der Stiftungsurkunde aus jedem Haushalt nur ein Armer in Vorschlag kommen dürfen.
Hanau am 27. April 1889.
Der Königliche Landrath
V. 2803__________________v. Oertzen.____________
Dienst-Nachrichten auv dem Kreise.
Vom Wasenmeister am 29. d. Mts. eingefangen: Ein schwarzer Hund mit weißer Brust, m. Geschl.
Entflogen: Ein Kanarienvogel.
Verloren: Ein zweireihiges Granatarmband. Ein silbernes schwarz emaillirtes Armband.
Hanau am 30. April 1889.
Die Militärpflichtigen hiesiger Stadt werden hierdurch aufgefordert, ihre Loosungsscheine binnen 8 Tagen auf dem hiesigen Melde-Amte abzuholen.
Hanau am 29. April 1889.
Der Oberbürgermeister
Westerbur g.
Attsschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
6144 A. — J. 2900 88. Das am 19. Oktober 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Kaufmann Alexander Cohen von hier ist erledigt.
Frankfurt a. M. den 26. April 1889.
7307 B. — N. 303/89. Ueber den Aufenthalt der Dienstmagd Margarethe Spruck aus Cassel wird Auskunft begehrt.
7258 B. — N. 815/87. Ueber den Aufenthalt des Schlossers Paul Karl Hübner von Ober-Glogau wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 27. April 1889.
B. 7321. — J. 1745/87. Das am 20./10. 1887 gegen das Dienstmädchen Marie Bauer aus Offenbach a/M. erlassene Ausschreiben wirb erneuert.
Frankfurt a. M. den 28. April 1889.
A. 6246. — J. 1725/89. Gegen den Handelsmann und Makler 4^1 Roth, geboren am 29. November 1863 zu Zeilsheim, welcher ist, ist die Untersuchungshaft wegen Betrugs verhängt.
M Es wird ersucht, deuselbeu zu verhaften und von der Verhaftung Mzüglich Nachricht zu geben.
$ Frankfurt a. M. den 27. April 1889.
__Königliche Staatsanwaltschaft.________
A. 6185. —J. 1395/89. Gegen den Taglöhner Georg Scherer geb. 25./10. 1870 zu Busenberg, welcher flüchtig 'ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls i. w. R. verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhastcu und von der Verhaftung Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 28. April 1889.
_____Königliche Staatsanwaltschaft.___________
Tagesschau.
P. Aus dem Herrenhaitse. Berlin, 29. April. Das Herrenhaus nahm heute seine Arbeiten wieder auf. Nachdem das Andenken der inzwischen verstorbenen Mitglieder in der üblichen Weise geehrt worden, gelangte zunächst der Gesetzentwurf, betreffend den Erlaß der Reliktenbeiträge der Elementarlehrer, sowie die Novelle zur Stempelsteuergesetzgebung in der vom Abgeordnetenhause beschlossenen Fassung debattelos zur
Annahme. Ebenso wurden die allgemeine Rechnung über den Staatshaushalt pro 1884/85 und 1885 86, sowie die Uebersicht von den Staatseinnahmen und -Ausgaben des Jahres 1887/88 nach den Anträgen der Kommission debattelos erledigt. Dagegen knüpfte sich an den folgenden Gegenstand der Tagesordnung, den vom Abgeordnetenhause in veränderter Fassung zurückgelangten Gesetzentwurf, betr. die allgemeine Landesverwaltung und Zuständigkeit der allgemeinen Verwaltungs- rc. Behörden in der Provinz P oseu, einige Debatte, in welcher Herr v. KoscielSki Namens seiner polnischen Landsleute des Näheren die Gründe auseinandersetzte, die sie veranlaßten, nunmehr in Uebereinstimmung mit der polnischen Fraktion des Abgeordnetenhauses gegen die Vorlage zu stimmen, obwohl sic früher für dieselbe voiirt hatten. — Der Gesetzentwurf wurde darauf gegen die Stimmen der Polen in der vom Abgeordnetenhause beschlossenen Fassung angenommen. — Schließlich wurde noch ein Antrag des Grafen v. Pfeil um einheitliche gesetzliche Regelung der Beitragspflicht zu den sächlichen und persönlichen Unterhaltuugslasten der Volksschulen in der Provinz Schlesien der Staatsregierung zur Berücksichtigung überwiesen. — Morgen 1 Uhr: Gesetzentwürfe, betreffend die Fürsorge für die Wittwen und Waisen evangelischer Geistlichen, und betreffend die Uebertragung polizeilicher Befugnisse in der Umgegend Berlins auf den Berliner Polizeipräsidenten.
Berlin, 29. April. Se. Majestät der Kaiser und König wohnten gestern Vormittag mit Ihren Königlichen Hoheiten dem Großherzog und Erbgroßherzog von Sachsen-Weimar dem Gottesdienst in der Kapelle der Wartburg bei. Zur Tafel, welche Abends 7 Uhr stattfand, waren die Spitzen der Militär- und Civilbehörden von Eisenach geladen.
Berlin, 28. April. Kaiser Wilhelm erlegte heute Morgen drei Auerhähne und traf nach der „K. Z." um 7*/z Uhr wieder glücklich auf der Wartburg ein.
Kaiser Wilhelm traf, vom Großherzog begleitet, nach der „K. Z.", gestern Mittag 123/4 Uhr von Eisenach in Weimar ein, wurde von der Frau Großherzogin mit den Hofstaaten am Bahnhof empfangen und setzte nach einviertelstündigem Aufenthalte die Reise nach Berlin fort. Am Bahnhöfe hatte sich eine große Volksmenge angesammelt, welche Se. Majestät stürmisch begrüßte.
Berlin, 29. April. Kaiser Wilhelm ist, nach den „Fr. N.", um 5 Ui Uhr Nachmittags hierher zurückgekehrt.
Berlin, 29. April. Unter dem Vorsitz des Fürsten Bismarck fand Nachmittags 2 Uhr eine Sitzung des Staatsministeriums statt. — Eine „Von der Wartburg", 27. April, datirte kaiserliche Kabinetsordre bestimmt, daß die Staatssekretäre des Auswärtigen, des Reichsamts des Innern, des Reichsjustizamts, des Reichsschatzamts, Reichspostamts unb Reichsmarine- amts für ihre Amtsdauer das Prädikat „Exzellenz" führen. — Die Samoakonferenz trat heute Nachmittag 29, Uhr im Kongreßsaale des Reichskanzlerpalais zur ersten Sitzung zusammen, welche bis 3^ Uhr dauerte. Betreffs der Verhandlungen ist aus Antrag Deutschlands die strengste Geheimhaltung beschlossen worden. (Fr. N.)
Berlin, 29. April. Die „Kreuzztg." hört, daß dem General- Lieutenant v. Mischke, dem Inspekteur der Kriegsschulen, der erbetene Abschied bewilligt und der General-Major und General-Adjutant des Kaisers v. Brauchitsch zum Inspekteur der Kriegsschulen ernannt sei.
Berlin, 29. April. S. M. Fahrzeug „Loreley", unter Kommando be§ ersten Offiziers Lieutenants zur See v. Bassewitz, ist telegraphischer Nachricht zufolge heute im Piräus eingetroffen und beabsichtigt am 1. Mai die Reise fortzufetzeu.
Die Nordd. Allg. Ztg. und ganz ähnlich das „Berl. Tagebl." berichten über den Antrittsbesuch, den die amerikanischen Bevollmächtigten zur Samoakonferenz dem Staatsminister Grafen von Bismarck abgeftattet haben, und über eine Erklärung, die Herr Bates bei dieser Gelegenheit abgegeben hat. Wir lassen den Bericht der „Nordd. Allg. Ztg." hier folgen: „Die amerikanischen Bevollmächtigten zur Samoakonferenz, die Herren Casson, Phelps und Bates sind Freitag Abend in Berlin angekommen und machten Sonnabend auf dem Auswärtigen Amt dem Staatssekretär Grafen v. Bismarck ihren Antrittsbesuch. Bei dieser Gelegenheit erklä te Herr Bates, er bedauere, daß ein seine Unterschrift tragender Artikel im letzten .peste einer amerikanischen Monatsschrift veröffentlicht und in der deutschen ■presse vielfach bemerkt würden sei, er benutze gern diesen Anlaß, um her- vorzuhebeu, daß jene literarische Kundgebung, die vielleicht in Folge unvollkommener Uebersetzungen zu Mißdeutungen Veranlassung gegeben habe, von