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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 99 Montag den

Dienst-Nachrichten auS dem Kreise.

Gefunden: Ein schwarzer Glacehandschuh (rechter). Ein farbiges Taschentuch. Ein Schuhmacher-Maß. Ein Portemonnaie mit 1 goldenen Ring. Eine Schnupftabaksdose. Ein Kinderschuh. Ein gelbes Armband. Eine Brille.

Hanau am 29. April 1889.______ _______

" Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.

B. 6920. — J. 1702/89. Ueber den Aufenthalt des Schuh- machergesellcn Philipp Wittmann, geboren am 19. Dezember 1870 zu Würzburg, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 23. April 1889.

D. 4705. — J. 797/89. Ueber den Aufenthalt des Kellners Emmerich Valentin Schmidt aus Belgrad wird Auskunft begehrt.

5959 A. — J. 4173/88. Der Steckbrief vom 20. Okt. v. I. gegen den angeblichen Schreiner Karl Hartmann, zuletzt hier wohnhaft, wird erneuert.

6031 A. — J. 1720/89. Ueber den Aufenthalt des Knechts Christian Mosner aus Obernhain wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 24. April 1889.

B. 6975. — J. 118/89. Ueber den Aufenthalt des Tapezierers Josef Brenner aus Feuerthal, geb. 9./2. 1857, wird Auskunft begehrt.

7063 B. — J. 1208/89. Ueber den Aufenthalt des Lithographen Otto Schnorr von Heidelberg und des Bäckers Karl Weimer von Steinbach wird Auskunft begehrt.

6049 A. — M. 97/89. Das Ausschreiben vom 16. d. Mts. gegen den Bierbrauer Karl Friedrich Schilling von Adelsheim ist erledigt.

5957 A. — J. 1404 89. Ueber den Aufenthalt des Barbiers Albert Barnbeck, geb. am 14. August 1868 zu Ottleben, wird Aus­kunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 25. April 1889.

D. 4855. — M. 142/88. Der am 30. Oktober 1888 erlassene Steckbrief gegen den Postillon Friedrich Martin von Warzendorf wird erneuert.

A. 6082. — J. 898/89. Ueber den Aufenthalt des Schreiners Adam Veith, geb. 28./2. 1869 zu Berkach, wird Auskunft begehrt.

6995 B. — N. 415/89. Ueber den Aufenthalt des Metzgers Johann Ulrich Gubler aus Matzingen wird Auskunft begehrt.

4823 D. — M. 16/89. Ueber den Aufenthalt des Kommis Paul Vieler von Iserlohn wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 26. April 1889.

B. 7248. — N. 400/89. Das am 7. Juli 1888 erlassene Aus­schreiben gegen den Kellner August Rohowsky von Skarlin wird zurück- genommen.

_____Frankfurt a. M. den 27. April 1889.__

6073 A. — J. 1708/89. Gegen den Kommis Felix Greis von hier, geb. 20. April 1869, mittelgroß, blondes Haar, gut gekleidet, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.

Frankfurt a. M. den 25. April 1889.

_______________________Königliche Staatsanwaltschaft.

6159 A. — J. 2788/88. Gegen den Bäcker Friedrich Müller aus Heidesheim, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Kör­perverletzung verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben.

Frankfurt a. M. den 26. April 1889.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Tagesschau.

Berlin, 28. April. Se. Majestät der Kaiser und König wird, nach der „Post", am Montag gegen Abend aus Weimar zurückerwartet.

Berlin, 27. April. Aus Eisenach 27. April, meldet der „R. u. St.-A." folgendes: Se. Majestät der Kaiser erlegte heute früh einen Auerhahn. — Um 8V2 Uhr erfolgte die Ankunft Sr. Majestät in der glänzend geschmückten Stadt. Se. Majestät wurde am Bahnhof von Ih­ren Königlichen Hoheiten dem Großherzog und dem Erbgroßherzog sowie von der Stadtvertretung feierlichst empfangen und von den Kriegervereinen,

29. April 1889. den Schulen und der überaus zahlreich herbeigeströmtcn Bevölkerung be­geistert begrüßt. Se. Majestät reichte dem Oberbürgermeister dankend die Hand, schritt die ausgestellte Ehrenkompagnie ab und fuhr mit dem Groß- Herzog und dem Erbgroßherzog auf die Wartburg, wo das Frühstück ein­genommen wird.

Berlin, 27. April. Der zweite Sekretär der türkischen Botschaft, Mehenied Bey, ist gestorben. Der dritte Sekretär, Nazmi Bey, überführt die Leiche heute nach Konstantinopel. (Fr. N.)

Berlin, 28. April. Die englischen Delegirten zur Samoa-Konfe- renz sind im Laufe des gestrigen Nachmittags cingetroffen und haben im Kaiserhof Wohnung genommen. (Post.)

Berlin, 27. April. S. M. Fahrzeug „Loreley", unter Kommando des ersten Offiziers Lieutenants zrir See v. Bassewitz, ist telegraphischer Nachricht zufolge von Pera am heutigen Tage in See gegangen.

Dem Bundesrath ist ein Antrag Preußens auf Abänderung des § 4 des Str. G. B. zugegangen, welcher ganz fälschlich mit dem früheren noch schwebenden Anträge über die Erweiterung des Strafrechts zum Behufe des Ersatzes des Sozialistengesetzes in Verbindung gebracht wurde. Der § 4 bezieht sich auf Verbrechen, welche von Inländern im Auslande und welche von Ausländern im deutschen Reiche begangen werden. Der Umstand, daß seit dem Beginne unserer überseeischen Unternehmungen Deutsche immer zahlreicher in Ländern ohne entwickelte Kultur thätig sind, macht es noth­wendig, daß Strafthaten, welche in den Kolonieen gegen Deutsche und von Deutschen begangen werden, nach Müßgabe des Strafgesetzbuchs zur Strafe gezogen werden können.

Hamburg, 27. April. Das Entmündigungs-Verfahren gegen Gcffcken wurde, wie dem „F. I." berichtet wird, eingestellt. Die Aerzte erklärten seinen Geisteszustand für durchaus normal.

Meiningen. Dem erst vor wenigen Tagen in ehrenvollster Weise in den Ruhestand versetzten Wirklichen Geheimen Rath und Vorstand der Ministerial -Abtheilungen der Justiz und für Kirchen- und Schulsachen, Kammerherrn Dr. jur. Friedrich von Uttenhoven, Excellenz, ist es nicht vergönnt gewesen, sich der wohlverdienten Ruhe zu erfreuen. Schon am 2. Ostcrfeiertage ist er unerwartet schnell dahingcschieden. Mit ihm ver­liert das Herzogthum einen ausgezeichneten Staatsmann, dessen langjähri­ger, segensreicher Thätigkeit eine dauernde dankbare Erinnerung gesichert bleibt.

München, 27. April. Der Kräfteverfall der Königin-Mutter ist fortgeschritten. Den „Neuesten Nachrichten" zufolge unterbleibt die beab­sichtigte Punktirung vorerst.

Wien, 27. April. Der Kaiser empfing heute Vormittag den Erz­herzog Franz Ferdinand. Nach dem Empfang begab sich der Kaiser ohne Begleitung in die Kapuzinerkirche und stieg, begleitet vom Pater Guardian, in die Gruft zum Sarge des verewigten Sohnes hinab.

Wien, '27. April. Sämmtliche Straßenbahnkutscher bis auf 12 haben die Arbeit wieder ausgenommen. Der Verwaltnngsrath der Tramway- Gesellschaft hat seine Entlassung eingereicht. Der Polizei-Erlaß wegen früh­zeitiger Schließung der Hausthore und Wüthschaftsräume ist in Rücksicht auf die wicderhergestellte Ruhe zurückgenommen worden.

Wien, 27. April. Das Amtsblatt meldet, daß dem Berliner Tageblatt der Postdebit für Oesterreich entzogen worden ist; diese Maß­regel dürfte wegen eines Artikels des Tageblatts über die Kaiserin erfolgt sein, mit welchem sich die „Abendpoft" in ihrer vorgestrigen Nummer be­schäftigte. (B.-C.)

Hoog, 27. April. Die Aerzte riefen dem König den Gebrauch einer Brunnen- und Badekur in einem ausländischen Bade' an. Es heißt, der König trete schon am 3. Mai die Reise an.

Stockholm, 27. April. Die zweite Kammer verweigerte die Be­rathung des Antrages Bexells, betreffs Kündigung des Handels- und Schifffahrts-Vertrages mit Deutschland, weil der Antrag zu spät eiuge- bracht sei.

Brüssel, 27. April. Ein Telegramm aus Sanct Thomas meldet den Tod der belgischen Asrikareisenden Unterlieutenant Negri in Banana und Lochlmans in Lakuga. An den Stanleyfüllen ist alles wohl; Kapitän Becker ist dort cingetroffen. (Rh. K.)

Rom, 27. April. Die gestern Abend zu Ehren des Kölner Männer- gesang-Vereins im Conccrtsanle des Theaters Costanzi veranstaltete Festlich­keit hatte einen glänzenden Verlauf. Anwesend waren der deutsche Bot- schaster Graf Solms, der preußische Gesandte Dr. v. Schlözer, alle her- I vertagenden Persönlichkeiten der deutschen Kolonie sowie der hiesigen