ÖwmwwbM* dâ:
WchrNch » »«I teilt.«®. 50$fe. ««teljihrlich
t Wert 85 P!,. $6r e*»»4rHgt aionarnten
Mit le» betreffen- 1« Psimusschlo». LI« ungelnt Lum- teer 10 $fg-
„mim Aiijtigtr.
Zugleich Amtliches Z)vgcm für Sicröt- und Lcrnökveis Kcrucru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Vellage.
Stiersten«- »reibt
Xie Ifftaltige ®armonb$eile el. leren Raum 10 $fg.
Xie 2f»aIL geile
20 $fg.
XteSfyaittgegerle
30 Pfg
Nr. 93
Samstag den 20. April
1889,
Amtliches.
Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.
Das von dem Königlichen Polizei-Präsidenten zu Berlin unter dem 17. bezw. 19. März 1889 erlassene Verbot
der Nummer 65 des laufenden Jahrgangs und des ferneren Erscheinens der periodischen Druckschrift: „Volks-Zeitung" ist durch Entscheidung der Reichs-Kommission vom heutigen Tage aufgehoben worden.
Berlin den 9. April 1889.
Die Reichs-Kommission. Herrfurth.
Das von der Herzoglich braunschweigischen Kreis-Direktion zu Gandersheim unter dem 7. Februar d. I. erlassene Verbot des Flugblatts mit der Ueberschrift: „An alle Maurer Deutschlands" und unterzeichnet „Heinrich Fiedler, Berlin N., Schwedterstraße 241 IV", ist durch Entscheidung der Reichs-Kommission vom heutigen Tage aufgehoben worden.
Berlin den 9 April 1889.
Die Reichs-Kommission. Herrfurth.
Bekanntmachungen König!. Landrathsamts.
Gemäß §. 123, 7 der deutschen Wehr-Ordnung wird bekannt gemacht, daß bei dem diesjährigen Klassisikationstermin die Wehrleute Johann Wilhelm Grobe und Ferdinand Zeh aus Hanau hinter die letzte Jahresklasse der Landwehr II. Aufgebots zurückgestellt worden sind.
Hanan am 18. April 1889.
Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Kommission des Aushebungs-Bezirks Hanau
M. 1101____v. Oertzen.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Spezial-Karte von Kreis Hanau und Umgegend. Ein Portemonnaie mit Geld und anderem Inhalt. Ein schwarz-seidener Regenschirm. Ein Portemonnaie mit einigen Pfennigen. Ein goldener Kinderohrring.
Vom Wasenmeister am 19. d. Mts. ein gefangen: Ein gelber Pinscher w. Geschl.
Hanau am 20. April 1889.
Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
4425 D. — M. 96/88. Der Steckbrief vom 4. Aug. v. I. gegen den Handelsmann Bartolo Fedato von Treviso wird erneuert.
L. 6153. — J. 45/89. Ueber den Aufenthalt des Schreiners Johann Dull, geb. 2k./3. 1860 zu München, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 16. April 1889.
5716 A. J. 1505/89. Ueber den Aufenthalt des Formers Fritz Reinig aus Bernburg wird Auskunft begehrt.
4510 M. 105 89. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Karl Schlumberger von Nördlingen oder Latlingen, zuletzt in Ober- Eschbach, wird Auskunft begehrt.
6686 B. — N. 666/87. Das Ausschreiben vom 10. Aug. 1887 gegen den Knecht Georg Bachmann von Würzburg wird erneuert.
0905. — N. 2/89 Das am 17./1. 1889 gegen den Kaufmann Wilhelm Kirpal aus Wiesbaden erlassene Ausschreiben wird erneuert.
6741 K — N. 237 86. Das Ausschreiben vom 24. Aug. 1886 gegen den Steinmetzen Wilh. Bechtold von Remlingen wird erneuert
Frankfurt a. M. den 17. April 1889.
B. 6769. — N 641/87. Das am 4. Juli 1887 erlassene Aus- schrerben gegen den Buchdrucker Konrad Mehler von Hausen wird zuruckgenommen.
~ — J. 1918/87. Der am 21. Juni 1887 gegen den Taglohner Gustav ^ost aus Tiefenbronn erlassene Steckbrief ist erledigt
Frankfurt a. M. den 18. April 1889.
~ A. 5703. — J. 1487/89. Gegen die Künstlerin Elise. Margarethe Krause, geb. 24./9. 1865 zu Landsberg a/d. W., welche flüchtig ist, die Untersuchungshaft wegen Diebstahls rc. verhängt.
Es wird ersucht, dieselbe 311 verhaften und von der Verhaftung Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 17. April 1889.
Königliche Staatsanwaltschaft.
A. 5702. — J. 1553/89. Gegen den Buchbinder Johann Brendgen, geboren am 16. August 1853 zu Cöln a/RH., welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Betrugs verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 17. April 1889.
Königliche Staatsanwaltschaft.
GrudstückÄerpaMuna.
Der dem verstorbenen Kastellan Deichmann als Dienstgarten überlassen gewesene umzäunte Garten
Karte Lit. Z. Nr. 34, 35 rc. = 12 a 95 qm,
zu Wilhelmsbad, soll vom 1. Juni bis 31. Dezember d. I. und sodann vom 1. Januar 1890 ab auf sechs Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden.
Termin hierzu ist auf
Mittwoch, den 24. dieses Monats,
Nachmittags 4 Uhr, an Ort und Stelle anberaumt.
Pachtreflektanten werden mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessene Gebote der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins ertheilt werden wird.
Hanau am 17. April 1889.
Der Königliche Domainen-Rentmeifter 4048 Bell.
Ostern 1889.
Wiederum zieht ein Osterfest über das deutsche Land. Als unser Volk vor Jahresfrist seine Ostern feierte, waren die Herzen in tiefste Trauer versenkt, ernst war die Gegenwart, noch ernster der Ausblick in die Zukunft. Ueberreich an Prüfungen ist dann das Dreikaiserjahr über uns dahingegangen. Erst mit den Bürgschaften, welche die Einmüthigkeit der deutschen Fürsten, die Reisen Kaiser Wilhelms II. an die europäischen Höfe für die unerschütterliche Festigkeit des Reichsverbandes, für die Sicherung des Friedens darboten, zog wieder Hoffnung und Zuversicht in die Gemüther. In- und Ausland haben seitdem die Gewißheit gewonnen, daß Deutschland und Preußen in dem neuen Zeitabschnitt ihrer Geschichte keinen Schritt zurück-, wohl aber mannen Schritt vorwärts gethan haben und daß das Steuer unseres Staatsschiffs in fester Hand ruht. Um so heller klingen diesmal die Osterglocken von dem wogeuumrauschten Seegestade bis zu den Alpen und den Vogesen, mit dem Andenken an eine große Zeit vereint sich das Vertrauen in eine friedliche und erfreuliche Zukunft. Weite Theile des Vaterlandes waren zur Zeit des vorjährigen Osterfestes von zerstörenden Fluthen heimgesucht, auch diesmal sind einzelne Gegenden schwer betroffen worden, aber die Verwüstung hat doch bei Weitem nicht den Umfang der vorjährigen erreicht. Eine noch ernstere Trauerbotschaft war kurz zuvor aus Samoa herübergekommen : Sturmesgewalt hat zwei Schiffe unserer Flotte mit ihren Besatzungen in die Tiefe des Meeres versenkt. In tiefer Bewegung hat der Kaiser in einem Tagesbefehl an die Marine dem Gefühl der Trauer Ausdruck gegeben, welches die ganze Nation erfaßt hat, sein persönliches Erscheinen inmitten der Marine zu Wilhelmshaven, wo er das nach Samoa zur Ablösung aussegelnde Schifl in die See hinaus geleitete, das nach 6'/-monatlicher Abwesenheit ans dem Mittelmeer heimkehrende Geschwader empfing, hat die Herzen nicht nur unserer braven Seeleute, sondern der gejammten Küstenbevölkerung hoch erhoben, welcher die Mehrzahl der von den Wellen des Oceans HinweggeraffÜn angehört hatte.
Es ist nicht Aufgabe einer Osterbetrachtung, die gejammte politische Entwickelung des Jahres rückschauend zu durchblättern. Aber was dasselbe an Gutem und Schlimmen für die Gesammtheit gebracht hat, wirkt wie auf das Geschick, so auch auf das Gemüth des Einzelnen. Ob er es mehr oder minder deutlich empfinde, er ist und bleibt doch immer des Ganzen ein Theil. Und wenn wir heute vom Vaterlande rühmen dürfen, daß es vorwärts geschritten ist in innerer Arbeit und in äußerem Ansehen, in unermüdlichem Streben nach Vervollkommnung auf allen Gebieten seines öffentlichen Lebens, so mag der Einzelne um so freudiger sein Osterfest begehen. Jene innere Arbeit hat eine ganze Reihe wichtiger und wirkungsvoller Gesetze gezeitigt, die theils bereits zum Abschluß gelangt sind, theils vor demselben stehen. Zu den letzteren gehört in erster Linie die Alters-