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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristtscher Beilage.
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Nr. 88
Samstaq den 13. April
1889
Amtliches. ,
Bei der heute in Gegenwart eines Notars öffentlich bewirkten 7. Verloosung von 3Urprozentigen, unterm 2. Mai 1842 ausgefertigten Staatsschuldscheinen sind die in der Anlage verzeichneten Nummern gezogen worden. Dieselben werden den Besitzern mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgeloosten Nummern verschriebenen Kapitalbeträge vom 1. Juli 1889 ab gegen Quittung und Rückgabe der Staatsschuldscheine und der nach dem 1. Juli d. Js. fällig werdenden Zinsscheine Reihe XX Nr. 6 bis 8 nebst Zinsschein-Anweisungen bei der Staatsschulden-Tilgungskasse, Taubenstraße Nr. 29 hierselbst, zu erheben.
Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jeden Monats.
Die Einlösung geschieht auch bei den Regierungs-Hauptkassen und in Frankfurt a/M. bei der Kreiskasse.
Zu diesem Zwecke können die Effekten einer dieser Kassen schon vom 1. Juni d. Js. ab eingereicht werden, welche sie der Staatsschulden- Tilgungskasse zur Prüfung porjutegen hat und nach erfolgter Feststellung die Auszahlung vom 1. Juli 1889 ab bewirkt.
Der Betrag der etwa fehlenden Zinsscheine wird vom Kapitale zurückbehalten.
Mit dem 1. Juli 1889 hört die Verzinsung der verloosten Staatsschuldscheine auf.
Zugleich werden die bereits früher ausgeloosten, auf der Anlage verzeichneten, noch rückständigen Staatsschuldschcine wiederholt und mit dem Bemerken aufgerufen, daß die Verzinsung derselben mit den einzelnen Kündigungsterminen aufgehört hat.
Die Staatsschulden-Tilgungskasse kann sich in einen Schriftwechsel mit den Inhabern der Staatsschuldscheine über die Zahlungsleistung nicht einlassen.
Formulare zu den Quittungen werden von sämmtlichen oben gedachten Kassen unentgeltlich verabfolgt.
Berlin den 1. März 1889.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Hanau am 6. April 1889.
Wird hierdurch veröffentlicht mit dem Hinzufügen, daß die vorer- ivâhnte Nummerliste dahier cingesehen werden kann, auch in den Geschäftslokalen der Königlichen Steuerkassen offen gelegt ist.
V. 2223
Der Königliche Landrath v. Oertzen.
Die im Jahre 1889 zu Berlin abzuhaltende Prüfung für Vorsteher an Taubftnmmen-Anstalten wird am 18. September beginnen.
Meldungen zu derselben sind bis zum 1. August d. Js. bei demjenigen Königlichen Provinzial-Schulkollegium, in dessen Aufsichtskreise der Bewerber angestellt oder beschäftigt ist, unter Einreichung der in §. 5 der Prüfungs-Ordnung vom 11. Juni 1881 bezeichneten Schriftstücke anzubringen. Bewerber, welche nicht an einer Anstalt in Preußen thätig sind, können ihre Meldung bei Führung des Nachweises, daß solche mit Zustimmung ihrer Vorgesetzten bezw. ihrer Landesbehörde erfolge, bis zum 15. August d. Js. unmittelbar an mich richten.
Berlin am 9. März 1889.
Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.
__Im Auftrage: de la Croix.______
Des Königs Majestät haben mittelst Allerhöchster Ordre vom 6ten d. Mts. dem Vorstande des Vaterländischen Frauen-Hülfsvereins vom rothen Kreuz zu Hamburg die Erlaubniß zu ertheilen geruht, zu der mit Genehmigung des dortigen Senates zum Besten der Erbauung eines Schwesterhauses zu veranstaltenden Ausspielung von Silbersachen auch im diesseitigen Staatsgebiete, und zwar im ganzen Bereiche desselben, Loose zu vertreiben.
Die Zahl der Loose beträgt 100 000 zu je 3 Mark; die Ziehung findet zu Hamburg am 2. September 1889 statt. Zur Verloosung kommen im Ganzen 7642 Gewinne von Silbersachen im Werthe von 145 000 Mark.
Die unterstellten Polizei-Behörden werden hiervon mit der Aufforderung in Kenntniß gesetzt, den Vertrieb der Loose im hiesigen Regierungsbezirke Nicht zu beanstanden.
Cassel am 22. März 1889.
Der Regierungs-Präsident. Koch endörffer, k. A.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsomts.
Unter dem Vichstand des Johannes Fucker II. in Langendiebach ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Hanau am 11. April 1889.
V. 2466
Der Königliche Landrath
p. Oertzen.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Kinderschuh. Ein grünes Umschlagtuch (in einem Laden liegen geblieben).
Hanau am 13. April 1889.
Attsschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. Nr.
D. 4215. — J. 1015/89. Ueber den Aufenthalt des Mechanikers Georg Rau, geb. 30./1. 1866 zu Dillingeu, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 10. April 1889.
5433 V — J. 1175 89. Der am 28. März 1889 gegen die geschäftslose Marie Stein aus Bierstadt erlassene Steckbrief ist erledigt.
B. 6390. — J. 1630/89. Das am 8. Oktober 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Hausirer Heinrich Hager, geboren am 18. Oktober 1866 zu Jugersheim, wird erneuert.
I >. 4199. — M. 393/88. Ueber den Aufenthalt des Backsteinmeisters Martin Bock, geb. 12./10. 1866 zu Michelau, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 11. April 1889.
Tagesschau.
Berlin, 12. April. Kaiser Wilhelm nahm heute in Potsdam Truppenbesichtigungen vor, ließ dann die Garnison alarmiren und hielt mit derselben Gefechtsübungen auf dem Bornstedter Felde ab.
Berlin, 12. April. Heute Nachmittag um 2 Uhr fand das militärische Leichenbegängniß des Generalstabsarztes der Armee Dr. von Lauer^ unter großer Betheiligung seitens der Generalität, des Offizierskorps, der Sanitätsoffiziere, der Behörden und der Universität statt. Der Feier im Sterbehause wohnte Prinz Alexander bei. Im Auftrage des Kaisers folgte ein Generaladjutant, sowie Galawagen des Kaiserpaares, der Kaiserinnen Augusta und Friedrich und eine endlose Wagenreihe. (Fr. N.)
Berlin, 12. April. Die große Mehrzahl der Reichstagsabgeordneten beabsichtigt heute Abend von hier abzureisen.
Berlit», 12. April. In der Dritten Beilage zur heutigen Nummer des „R.- u. St.-A." wird, nachdem der italienische Zolltarif durch die Handelsverträge Italiens mit Deutschland, Oesterreich- Ungarn, Spanien und der Schweiz zahlreiche Aenderungen erfahren hat, eine Zusammenstellung sämmtlicher, auch auf deutsche Waaren Anwendung findenden vertragsmäßigen Zollsätze mitgetheilt.
Berlin, 12. April. Den „Berliner Polit. Nachrichten" zufolge ist die völlige Lösung des Vertragsverhültnisses zwischen Dr. Peters und der Ostafrikanischen Gesellschaft erfolgt. Dies war die Hauptbedingung der Uebertragung der Führung der Emin-Expedition an denselben.
Danzig, 12. April. (K. Z.) Der Aviso Grille ist bei Karweu- bruch auf dem Strand festgefahren. Ein Bugsirdampfer ist an der Arbeit, das Boot wieder flott zu machen.
Hamburg, 12. April. Der Wißmann'sche Dampfer „Martha" ist, uach den „Fr. N.", heute früh in Portsaid eingetroffen. An Bord ist Alles wohl.
Oldenbnrg, 11. April. Das am Sonntag den 14. April, früh 8 Uhr, zu erwartende Eintreffen Sr. Majestät des Kaisers setzt schon jetzt die ganze Stadt in freudigste Erregung, und die Bürger werden wetteifern, der allgemeinen Freude über den Allerhöchsten Besuch durch Ausschmückung der Hauser und durch Illumination derselben am Abend Ausdruck zu geben. Seitens des Magistrats werden umfassende Vorkehrungen getroffen, den Straßen, welche Se. Majestät passiren wird, das festlichste Ansehen zu verschaffen. ,R.- u. St.Ä.)
„ Lttxemburg, 12. April. Der deutsche Kaiser hat dem Herzog von Je aß au folgendes Telegramm übersandt: Infolge der zu meinem Bedauern eingetretenen Behinderung des Großherzogs, Sr. Majestät des Königs der Nlederlanden, sind Ew. Hoheit als nächster Agnat zu der einstweiligen Ausübung der Regierungsrechte im Großherzogthum Luxemburg berufen worben. , Indem ich zu Gott hoffe, daß die betrübende schwere Krankheit des Königs-Großherzogs bald eine günstige Wendung nehmen und ihm die