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Nr. 75.
Freitag den 22. März
1889.
Bekanntmachung.
Postverbindung mit Nen-Guinea.
Die im Anschluß an die Britisch-Jndia-Linie bestehende Dampfschiffverbindung der Neu-Guinea-Kompagnie zwischen Cooktown und Finschhafen wird demnächst aufgehoben. An deren Stelle tritt eine solche zwischen Finschhafen und Soerabaya (Java). Die Fahrten auf der neuen Linie finden in Zeitabständen von 6 zu 6 Wochen im Anschluß an die Postdampfer der Gesellschaft „Neederland" statt.
Aus diesem Anlaß werden die nach Deutsch-Neu-Guinea gerichteten Postsendungen von jetzt ab über Genua und Soerabaya befördert.
Berlin W., 26. März 1889.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.
von Step Han. __
Bekanntmachungen Königs Landrathsamts.
Auf Grund eines Erlasses des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten vom 22. November 1888, welcher daraus hinweist, daß das Kindbettfieber, dem eine große Anzahl von Frauen noch jährlich zum Opfer fallen, mit großer Sicherheit und verhältnismäßig geringen Mitteln verhütet werden kann, wenn die Hebammen in Ausübung ihres Berufs die größte Reinlichkeit beobachten und auf das gewissenhafteste die vorhandenen Vorbeugungsmittel zur Anwendung bringen, ist in dem Regierungs-Amtsblatt Nr. 10 vom 27. Februar er. eine Anweisung für die Hebammen zur Verhütung des Kindbettfiebers nebst einer Belehrung zum Gebrauche dieser Anweisung veröffentlicht worden, worauf hiermit hingewiesen wird.
Hanan am 26. März 1889.
Der Königliche Landrath
V- 2043 ________ v. Oertzen.
Ausschreiven Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
5414 B. — N. 847/88. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Eduard Wehner von Geisa wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 26. März 1889.
B. 5510. — 0. 60/89. Das am 22. März 1889 erlassene Ausschreiben gegen den Kellner Heinrich Groß von Frankfurt a. M. wird zurückgenonrmen.
Frankfurt a. M. den 27. März 1889.
Tagesschau.
k Aus dem Landtage. Berlin, 28. März. In der heutigen Sitzung des Herrenhauses wurde vor der Tagesordnung vom Grasen Udo zu Stolberg-Wernigerode an den Herrn Präsidenten die Frage gerichtet, wann wohl der Etat auf die Tagesordnung gesetzt werden würde. Der Präsident Herzog von Ratibor konstatirte, daß, nachdem der Etat erst am Dienstag vom anderen Hause an das Herrenhaus gekommen, es trotz der angestrengten Arbeiten der Kommission nicht möglich sein werde, den Etat v o r Montag auf die Tagesordnung zu setzen, und er bestätigte dies später im Laufe der Sitzung, nachdem er noch einmal mit der Kommission wegen dieser Angelegenheit sich in Beziehung gesetzt. Der .Präsident betonte bei dieser Gelegenheit zugleich, daß, so sehr die Förderung der Etatsberathung wünschenswerth sei, er es doch mit der Würde des Hauses nicht vereinbaren könne, die Budgetberathung über das Knie zu brechen. — Auf der Tagesordnung stand zunächst die Denkschrift über die Ausführung des Ansiedelungsgesetzes, die nach längerer Debatte, unter voller Anerkennung der Thätigkeit der Ansiedelungskommissiou, durch die Vorlegung für erledigt erklärt wurde; darauf wurde ein Antrag des Grafen von Franckenberg die Bestimmungen des Ansiedelungsgesetzes über die Bildung von Renten- gutern auf die ganze Monarchie auszudehnen, angenommen. Schließlich wurden noch zwei Berichte der Eifenbahnkommission ohne Debatte nach den Anträgen der Kommission erledigt. — Nächste Sitzung morgen 12 Uhr (Petitionen; Berichte der Eisenbahnkommission; Eisenbahiworlage).
Das Abgeordnetenhaus erledigte in dritter Berathung den Ge;etzentmurs, betreffend die Beseitigung der Reliktenbeiträge für Elementarlehrer, sowie den Rechenschaftsbericht über die Ausführung des Konsoli- dationsgesetzes und den Bericht über die Verwaltung der Staatsschulden pro^ 1887/88 und berieth dann in zweiter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Beseitigung der durch die Hochwasser im Somnier des Jahres
1888 herbeigeführten Verheerungen, dessen einziger Paragraph — Aus' dehnung, des vorjährigen Gesetzes auch auf die im Sommer vorigen Jahres stattgehabten Verheerungen — mit folgendem Zusatz angenommen wird: „jedoch mit der Maßgabe, daß die Bewilligung nach §. 1 Nr. 1 c des genannten Gesetzes auch zu Flußregulirungen erfolgen kann, welche in Verbindung mit den daselbst angeführten Maßregeln als nothwendig sich ergeben." Der Gesetzentwurf, betreffend den Erlaß oder die Ermäßigung der Grundsteuer in Folge von Ueberschwemmungen, sowie die Jonelle zum Nothstandsgesetz für einzelne Theile im Regierungsbezirk Oppeln, wurden in zweiter Lesung unverändert genehmigt. — Nächste Sitzung morgen 1 Uhr (Stempelsteuergesetz; Wahlprüfungen; Petitionen).
Berlin, 28. März. Kaiser Wilhelm, der während des Winters nicht zu Pferde gestiegen war, hat seit einigen Tagen wieder seine regelmäßigen Ritte ausgenommen, die er zum Theil weit ausdehnt; so war er gestern Nachmittag im Grunewald und heute Morgen längere Zeit auf dem Tempelhofer Felde; später empfing er den heute Morgen hier eingetroffenen Erbgroßherzog von Baden, der hierher gekommen ist, um seinen Dank für die Ernennung zum Obersten und Regimentskommandeur abzustatten. Heute Abend werden die beiden Majestäten bei dem britischen Botschafterpaar speisen; in den prächtigen Räumen der hiesigen britischen Botschaft sind dazu die glänzendsten Vorbereitungen getroffen. (K. Z.)
Berlin, 28. März. Die „K. Z." schreibt: Ein reges militärisches Leben entwickelt sich gegenwärtig auf dem Uebungsplatz der Luftschisfer-Ab- theilung bei Tempelhof. Mehrere Seilerbahnen, auf denen Bindfaden, Leinen und Taue angefertigt werden, fallen zunächst ins Auge; in einer Baracke daneben sind die Schneider der Abtheilung mit dem Zuschneiden und Nähen neuer Ballons beschäftigt, welche in einer andern Baracke mit verschiedenen Dichtungsmassen getränkt und dann getrocknet werden. Ein Theil des geräumigen Platzes wird ferner von einer Anzahl der Mannschaften benutzt, um bei günstigem Wetter Netze zu knüpfen und das Leinenzeug den Ballons und Gondeln anzupassen und einzurichten. Endlich sind Offiziere und Unteroffiziere vielfach damit beschäftigt, physikalische Instrumente zu Prokuren, besonders auf den Artillerie-Schießplätzen soll die Luftschiffer-Abtheilung in diesem Sommer Verwendung finden.
Berlin, 28. März. Heute Nachmittags 2 Uhr hielt das Staats- ministerium eine Sitzung unter dem Vorsitze Bismarck's ab. — Die Geschäftsordnungs-Kommission des Reichstages empfiehlt, die Einleitung des Strafverfahrens gegen den Abgeordneten Grillenberger wegen Beleidigung durch die Presse zu genehmigen. (Fr. N.)
_ Berlin, 27. März. Zu den: Zwecke der Reise der japanischen Gesandtschaft, die kürzlich eingetroffen ist, gehört hauptsächlich das nähere Studium der Einrichtungen der inneren Verwaltung in den europäischen Kulturländern, namentlich des Deutschen Reichs. Nicht nur die allgemeine Verwaltung und der Wirkungskreis der oberen Regierungsbehörden, sondern auch die Verwaltung der Kreise und innerhalb dieser der Gemeinden und Gntsbezirke werden den Gegenstand der Kenntnißnahme des japanischen Ministers bilden. Wie dem „Hamb. Korr." aus Berlin gemelbet wird, hat der Minister hier das vollste Entgegenkommen gefunden und es geschieht Alles, um ihm das Studium an den verschiedenen Stellen zu erleichtern.
Berlin, 28. März. Auf der Tagesordnung der am Freitag, den 29. b. Mts., Vormittags 11 Uhr, stattfindenden 47. Plenarsitzung des Reichstages stehen folgende Gegenstände: Zweite Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Alters- und Jnvaliditätsversicherung. — Wahl von 4 Mitgliedern zum Preisgericht für die auf Grund des Preisausschreibens vom 30. Januar b. I. eingehenden Entwürfe, das National- deukmal für,den Hochseligen Kaiser Wilhelm betreffend.
Berlin, 28. März. Der General der Infanterie v. Grolman, kommandirender General des 11. Armeekorps, hat Berlin wieder verlassen.
Das Schnkgeschwader, bestehend aus S. M. Schiffen „Stosch" Gvta99WfD, „Charlotte", „Gneisenau" und „Moltke", Geschwaderchef Kontre-Admiral HÄlmann, ist am 26. März in Palermo eingetroffen und beabsichtigt am 29. ds. Mts. wieder in See zu gehen.
Posen, 28. März. Die Überschwemmung innerhalb der Stadt gewinnt an Ausdehnung. Das Wasser, welches gestern Abend 3,64 Meter hoch war, steht gegenwärtig bereits 4,34 Meter. Pogorzclice meldet gestern Nachmittag 5,30 Meter. In Folge eines Danimbruches bei Gonzorowo siel