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Nr. 73.
Mittwoch von 27. März
1889.
Akonnements-Kintadung.
Mit dem 1. April 1889 beginnt ein neues Abonnement auf den „Hanauer Anzeiger", Mgltich amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.
Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanan, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dein Laufenden, bietet Conrs- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ausschusses, Fremdenliste, ferner Geschäfts- und Privat- Anzeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.
Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder' Art eignet sich der „Hananer Anzeiger"seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Pf.
Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.
Nicht gekündigte Abonnements gelten als stillschweigend erneuert.
Neu zertretende Abonnenten erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung ab bis Anfang des Quartals unentgeltlich.
______________________Die Expedition des Hanauer Anzeigers.
Bekanntmachungen König!. Landrathsamts.
Unter dem Viehstand des Johannes Röhl, Johannes Zeh und Karl Reichert zu Kesselstadt, des Moritz Kronenberger in Großkrotzenburg und der Wittwe des Peter Roth 6r zu Langenselbold ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Hanau am 26. März 1889.
Der Königliche Landrath
V. 2074 v. Oertz en.
Dienst-Nachrichten auS dem Kreise.
Gefunden: Ein Buch mit dem Titel „Georg Neumark und die Gamba". Eine Knabenmütze. Ein Spazierstock. Eine Axt; Empfangnahme bei Milchführer Wilhelm Schneider zu Bruderdiebacher Hof. Ein Regenschirm (auf dem hiesigen Amtsgericht stehen geblieben).
Verloren: Ein silbernes Armband (Panzerkette).
Vom Wasenmeister am 26. ds. Mts. ein gefangen: ein graugelber Pinscher m. Geschl.
Hanau am 27. März 1889.
Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
B. 5302. — J. 4340/87. Das am 12./1. 1888 gegen den Schuhmacher Otto Kasper aus Döbel erlassene Ausschreiben wird erneuert.
5289 B. — J. 4418/88. Das am 5. November 1888 erlassene Ausschreiben gegen die Dienstmagd Magdalena Röser von Hammelburg ist erledigt.
_ Frankfurt a. M. den 24. März 1889.
Kekanntmachnng.
Die Staats-Klassensteuerrolle hiesiger Stadt für das Steuerjahr 1889/90 wird vom 28. März bis einschließlich 5. April d. Js. in dem Dienstlokale der Steuerkommission (Rathhaus, 1 Treppe hoch rechts) während der üblichen Dienststunden zur Einsicht der Steuerpflichtigen offen, liegen.
Reklamationen gegen die Veranlagung sind innerhalb einer zweimonatlichen Frist, beginnend mit dem 6. April d.'Js., bei dem Unterzeichneten schriftlich anzubringen. Die Reklamütionsgesuche müssen außer genauer Angabe der Wohnung auch die betreffende Nummer der Steuerrolle Nachweisen.
Gleichzeitig theile ich zur Kenntnißnahme mit, daß die Jahres
Klassensteuer
beträgt
von eil
rem jährlichen
muthmaßlichen Gesammt-Ein-
kommen von 420
M. bis
einschl.
660 M. in
Stufe 1 = 3 M.
660
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II
900 „ „
„ • 2 = 6 „
900
II II
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1050 „ „
„ 3 - 9 „
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„ 4 = 12 „
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„ 5 = 18 „
1350
1500 „ „
„ 6 = 24 „
1500
1650 „ „
„ 7 - 30 „
1650
1800 „ „
„ 8 = 36 „
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II
2100 „ "
„ 9 = 42 „
2100
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2400 „ „
„ 10 = 48 „
2400
2700 „ „
„ 11 - 60 „
2700
3000 „ „
„ 12 - 72 „
Die Steuer der Stufen
1 und 2 wird als Staatssteuer nicht erhoben,
wohl aber ist dieselbe für die Veranlagung der Kommunalsteuer (Gemeinde- Umlage) maßgebend.
Hanau am 25. März 1889.
Der Oberbürgermeister
III. 1979.Westerburg.vdt. Bödicker.
t Die Unterdrückung der Berliner „Volkszeitung".
Die Nummer der Berliner „Volkszeitung" vom 17. März und gleichzeitig das fernere Erscheinen der Berliner „Volkszeitung" ist bekanntlich seitens des Polizei-Präsidenten von Berlin auf Grund des Sozialistengesetzes verboten worden. Der Direktor der Volkszeitnngs- Aktiengesellschaft ist von diesem Verbot durch ein Schreiben des Polizei-Präsidenten in Kenntniß gesetzt worden, welches die Gründe des Verbots eingehend darlegt. Die Nummer vom 17. März (für den 18. März bestimmt) brachte unter der Ueberschrift „ein Gedenktag" einen Artikel, welcher die Revolution des Jahres 1848 in agitatorischer Weise verherrlichte, sie als glorreiche That pries und „den arbeitenden Schichten der Nation" den Hauptantheil daran zuschrieb; „dem Arbeiter", so wird in dem Artikel gesagt, „dem ehrlichen und treuen Volte gehöre der 18. März und ihm allein!" In ähnlicher Weise wird ferner in aufhetzender Redeweise ausgeführt, daß das reiche Erbe, welches der 18. März der Nation hinterlassen, durch Llig und Trug und durch die großmüthige Vertrauensseligkeit des Volkes „verlottert und verloren" sei, es wird in nicht mißzuverftehender Weise zu neuen Kämpfen aufgefordert und die Kämpfer des Jahres 1848 werden namentlich den „arbeitenden Schichten" als nacheiferungswürdige Beispiele vorgeführt. Liegt schon-hierin die Aufreizung zum Umsturz der bestcheudcu Staatsordnung unverkennbar ausgesprochen, — denn sonst hätten dergleichen Artikel doch gar keinen Sinn und Zweck —, so wird diese Thatsache noch weiter unterstützt durch eine Reihe früherer Artikel der „Volkszeitung", welche sowohl in den gehässigsten, verläumderischen Angriffen gegen die Monarchie als in der Aufhetzung der arbeitenden Klassen mit den sozialdemokratischen Hetzblättern völlig übereinstimmten. Die „Kölnische Zeitung" schreibt in dieser Beziehung:
„Daß die „Volkszeitung" mit Eifer und Erfolg bestrebt war, mit giftigem Hohn und cynischem Spott die monarchischen Grundlagen unseres Staatswesens zu zersetzen, das monarchische System und die Persönlichkeit des Monarchen in der allgemeinen Achtung herabzusetzen, die Arbeiter gegen das verkommene und hartherzige Gesindel — so wurden die gebildeten unb besitzenden Klassen kurzweg bezeichnet — aufzuhetzen, kann ehrlicherweise niemand leugnen, der die Haltung derselben anfmerk- sam verfolgt hat. Wir erinnern nur an die niederträchtigen Artikel über den Kronprinzen Rudolf, der mit ben gemeinsten Schmähungen und Ver- leumdungen überhäuft, zugleich aber noch vergleichsweise als einer der Besten in seinen Kreisen hingestellt wurde. Immer wieder wurde aus- einandergesetzt, daß eine unüberbrückbare Kluft ben Arbeiter von den Gebildeten und Besitzenden trenne, eine Kluft, über welche kaum noch der Laut der menschlichen Stimme hinwegdringe; drüben werde das Wimmern der Besitzlosen und Unterdrückten nur in verworrenen Lauten vernommen, hüben höre man kaum das cynische Hohnlachen der Besitzenden, welches als Antwort herüberschalle. Diese Sprache führte das Blatt in einer Zeit, da die sozialen Reformgesetze sich förmlich drängen."
Ganz besonders ist die Umsturzteudenz der „Volkszeitung" hervorge-