Einzelbild herunterladen
 

«omtem«»

Preis:

Äibrli» 9 Mari Halbj. 4M. sSPsg.

Vierteljährlich Mark 25 Pfg.

$är auswärtige Abonnenten mit dem betreffen- >eu Poflaufjchlag. Die einzelne itiuni»

mer io Pfg.

Zugwich Arntttches Hvgan für Skcröt- unö LcrnöKveis Kccncru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

AnserilsnS- PreiS:

Die ispaltige Tarmondzeile ob. deren Raum 1« Psg.

Die Ssxalt. geile 20 Pfg.

LieSfPaltigegee.- 30 Pfg

Nr. 4^.

Dienstag den 26. Februar

1889.

Bkanntmachungen Königs Landrathsamts.

Das Königl. Regierungs-Präsidium hat, wie in Nr. 38 des Kreis­blattes de 1867 bereits veröffentlicht ist, auf Grund der Vorschrift im §. 3 der Polizeiverordnung vom 30. November 1877 (Amtsbl. S. 374) angeordnet, daß die Aerzte des Regierungsbezirks jeden in ihrer Praxis vorkommenden Erkrankungsfall an epidemischer Genickstarre (Meningitis cerehro spinalis epidemica) nach Maßgabe der Bestimmung im §. 1 der angeführten Polizeiverordnung der betr. Ortspolizeibehörde anzuzeigen haben.

Die Herren Ortsvorstände haben im gegebenen Fall alsbald Anzeige anher zu erstatten. Sollten in einem Orte innerhalb einer Woche mehrere Erkrankungen an Genickstarre vorkommen, so haben die Ortspolizeibehörden über Ab- u. Zugang der Erkrankten ein Journal zu führen imb Auszüge daraus in Zwischenräumen von 14 Tagen hierher einzureichen.

Diese Vorschrift wird wiederholt in Erinnerung gebracht.

Hanau am 25. Februar 1889.

Der Königliche Landrath.

P. 1239 In Vertr.: Baabe.

Der Bürgermeister Baumert in Fechenheim ist als Oberbrandmeister für den dritten Bezirk, bestehend aus den Gemeinden Bergen-Enkheim, Bischofsheim, Fechenheim und Hochstadt, bestellt worden.

Hanau am 26. Februar 1889.

Der Königliche Landrath.

V. 1038______________I. V.: L. v. Deines._______________________

Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.

B. 3403. N. 982/88. Der am 6./11. 1888 gegen den Schlosser Friedrich Wilhelm Heimel aus Cassel erlassene Steckbrief ist erledigt.

Frankfurt a. M. den 23. Februar 1889.

Tagesschau.

Berlin, 25. Febr. DerR. u. St.-A." veröffentlicht: Gesetz, be­treffend die Kontrole des Reichshaushalts und des Landeshaushalts von 1 Elsaß-Lothringen für das Etatsjahr 1888/89, vom 18. Februar 1889.

Berlin, 25 Febr.- Kaiser Wilhelm, der heute bei dem Fürsten

I Bismarck gespeist hat, wird, nach derK. Z.", am Mittwoch bei dem kommandirenden General des Gardekorps General v. Meerscheidt-Hüllessem und am 2. März bei dem Kriegsminister General Brousart v. Schellen- dorff speisen. Gestern Abend hatte Se. Majestät sich zum General-Feld- marschall Moltke begeben, um daselbst den Thee einzunehmen und eine Partie Whist zu spielen. Der Kaiser beabsichtigte, am 28. ds. der hier stattfindenden Konferenz der Vertreter sämmtlicher Samaritervereine Dcutsch- lands beizuwohnen, ist indessen durch anderweite Inanspruchnahme verhin­dert, dieser Absicht zu entsprechen.

Berlin, 26. Febr. Am heutigen Diner beim Reichskanzler nahmen der Kaiser, sämmtliche Minister, der Handelsminister, der Chef des Civil- kabincts v. Lucanus und Generallieutenant v. Hahnke Theil.

Berlin, 24. Febr. Während es sich bestätigt, daß Prinz Oskar . Karl von Schweden an den Uebungen der deutschen Kavallerie, namentlich am Rhein, im Frühjahr theilnehmen wird, war bis in die letzte Zeit von dem in den Zeitungen erwähnten Plan seiner Verlobung mit der Prinzessin Victoria, Schwester des Kaisers Wilhelm, nichts bekannt, und die Nachricht wurde an Stellen, wo man davon Kenntniß haben mußte, zum mindesten starken Zweifeln unterzogen.

^eEn, 25. Febr. Auf der Tagesordnung der am Dienstag, den r BoEittags ^ Uhr, stattfindenden 21. Plenarsitzung des .^""u Abgeordneten stehen folgende Gegenstände: Fortsetzung der zwei­ten Berathung des Entwurfs des Staatshaushalts-Etats für' 1889/90, un zwar. Bauverwaltung. Erste Berathung des Gesetzentwurfs, be- reffen btt Abänderung des Gesetzes über die Bewilligung von Staats- nu u n zur Hebung der wirthchaftlichen Lage in den nothleidenden Theilen des Regierungsbezirks Oppeln, vom 23. Februar 1881. Zweite Be- Schleswig^ ^^W"twurfs, betreffend die Theilung des Regierungsbezirks

. Berlin, 25. Febr. Der von Professor Gneist in der Streitsache er Pforte mit Baron Hirsch (Betriebs-Gesellschaft der Ottomanischen Bah­nen) gefällte Schiedsspruch wurde, wie dieFr. N." melden, heute Nach- |

mittag zwei Vertretern beider Theile in der türkischen Botschaft mitgetheilt. Gutem Vernehmen nach sind von den Gneist zur Entscheidung unterbreite­ten sechs Punkten drei zu Gunsten der Pforte und drei zu Gunsten des Baron Hirsch entschieden. Letzterer wird etwa 25 Millionen Francs an die Pforte herauszuzahlen haben, die Pforte hatte 50 Millionen gefordert, Hirsch 20 Millionen angeboten.

Berlin, 25. Febr. DieNordd. Allg. Zeitung" bezeichnet auf Grund kompetenter Mittheilungen aus Konstantinopel die Meldung der Frankf. Zeitung" und derKreuzztg." von angeblichen Aufstandsverfuchen der Sofias in Konstantinopel für unbegründet, es sei absolut nichts vor­gekommen, was den fragtiif)eni Gerüchten eine Grundlage geben könnte.

Leipzig, 25. Febr. (K. A.) Der König von Sachsen trifft am Donnerstag hier ein, nicht in Berlin, wie irrthümlich gemeldet wurde.

München, 24. Febr. DieAllg. Ztg." meldet: Bei einer gestern mit Genèralstabs-Arzt Dr. Schröder unternommenen Fahrt von Nymphen­burg nach München hatte Prinz Alphons, welcher den zweispännigen Wa­gen selbst lenkte, das Unglück, mit einem Brückenwagen zusammen zu ge­rathen. Die Perde gingen durch, der Prinz und Dr. Schröder wurden auf die Straße geschleudert. Zum Glück sind die Verletzungen, welche Prinz Alphons davontrug, nur leichte; Dr. Schröder ist erheblicher verletzt worden.

München, 23. Febr. Prinz Rupprecht von Bayern, der älteste Sohn des bayerischen Thronfolgers, soll nach demFränk. Kur." von einem nervösen Leiden befallen sein.

Pest, 25. Febr. Aus mehreren Provinzialstädten treffen Meldungen über gestern stattgehabte Protest-Umzüge ein. Zwischenfälle sind jedoch nirgends vorgekommen.

^aag, 25. Febr. Das Befinden des Königs ist, nach denFr. N.", weniger zufriedenstellend. Die Besserung schreitet kaum merklich fort; der Kräftezustand hat sich noch nicht gehoben.

Kopenhagen, 25. Febr. Das im Drogden stationirte Leuchtschiff hat seinen Standort wegen Treibeises verlassen; indessen ist die Durchfahrt durch den Drogden noch unbehindert.

Brüssel, 24. Febr. Die von dem Progressisten-Kongreß mit 287 gegen 2 Stimmen genehmigte Tagesordnung spricht sich gegen die Kon- scription und gegen die Stellvertretung beim Militärdienste aus und ver­langt, daß die Militärlasten auf alle gleichmäßig vertheilt werden, daß die Einübung der Miliztruppen durch vorbereitende Uebungen erleichtert und daß die Zeitdauer für den Dienst bei der Waffe abgekürzt werde.

Paris, 24. Febr. (K. Z.) Obschon die ArbeiterversammluNg gestern Abend beschlossen hat, sich jeder Kundgebung zu enthalten, befürchtet man Ruhestörungen, da die Erdarbeiter und Tischler einen Umzug nach dem Stadthause geplant haben und in vergangener Nacht die Arbeiter durch Maueranschläge in der Vorstadt Saint-Antoine aufgefordert worden sind, sich an dieser Kundgebung zu betheiligen. Schon feit heute Morgen früh entfaltet die Polizei eine rege Thätigkeit, um jede etwaige Ruhestörung zu unterdrücken. Um 11 Uhr Vormittags hatte sich die Abordnung, die sich dem Minister des Innern vorstelleu wollte, zu einer Berathung versammelt. Die Abordnung beschloß, zum Stadthause zu gehen, um jene Arbeiter, welchen die Absage der Kundgebung nicht zugegangen war, zur Ruhe zu ermannen ; dieselbe langte um 1 Uhr in kleinen Gruppen an, der Platz, war jedoch leer, nur Journalisten und einige Hundert Neugierige harrten der Dinge, die da kommen sollten. Etwas später wurden einige Gruppen, welche sich gebildet hatten, zerstreut und wegen Widersetzlichkeit einige Ver­haftungen vorgenommen. In Marseille, Lille, Bordeaux, Lyon, Nantes, Roubaix wurden die Arbeiterabordnungen von den Präfekten freundlich empfangen.

Paris, 25. Febr. Wie die Regierungsblätter mittheilen, hat der Minister des Auswärtigen Spuller dem Brauche gemäß den Mächten den Regierungsantritt des neuen Ministeriums angezeigt. Bereits heute Mor­gen hat der Minister von dem französischen Botschafter in Berlin den Be­richt über dessen Unterredung mit dem Grafen Herbert Bismarck erhalten; die übrigen entsprechenden Mittheilungen werden heute erwartet.

Paris. Mehrere Deputirte, darunter Lacroix und Pichon, gedenken in der Kammer zu beantragen, es solle künftighin untersagt sei», an mehr als zwei Orten zugleich für einen Sitz in der Deputirtenkammer zu tarn didireu. Diese Bestimmung richtet sich als Ergänzung zu dem neuen Wahl- gesetz gegen die Boulangisten und die übrigen Anhänger des Plebiscits.