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Nr. 4S. Freitag den

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Amtliches.

Bekanntmachung.

Jeder Landbriefträger führt ein Annahmebuch, in welches er die an­genommenen Seudungen mit Werthangabe, die Einschreibsendungen, die Postanweisungen und gewöhnlichen Packete, sowie die Nachnahmesendungen und die für Zeitungen vorausbezahlten Beträge einzutragen hat. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so ist diesen: das Annahmebuch vorzulegen. Auch kann der Absender die Vorlegung des Buchs verlangen, um von der seine Sendung betreffenden Eintragung des Landbriefträgers Kenntniß zu nehmen.

Cassel, 13. Februar 1889.

Der Kaiserliche k. Ober-Postdirektor.

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Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Der zum Stellvertreter des Vieh- und Fleischbeschauers der Stadt Windecken in Verhinderungsfällen bestellte Heinrich Wilhelm Emmerich dortselbst ist vereidigt worden. V. 1234.

Georg Wörner II. in Niederissigheim ist als Schweinehirt und Wasenmeister daselbst bestätigt worden.

Hanau am 15. Februar 1889.

Ausschreiberr Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.

2645 A. J. 742/89. Ueber den Aufeilthalt des Fuhrknechts Kilian Wieland von Klostertrohn wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 19. Februar 1889.

3174 B. N. 99 89. Ueber den Aufenthalt des Tagelöhners Georg Adam Roßbach von Friedelshausen wird Auskunft begehrt.

A. 2675. J. 520 89. Ueber den Aufenthalt des Schneiders Peter Mittenberger, geb. Ull. 1869 zu Mainz, wird Auskunft begehrt. ,

3115 B. N. 31/89. Das am 5. Februar 1889 gegen den Haustrer Karl Wöllner aus Mannheim erlassene Ausschreiben ist erledigt.

A. 2720. J. 535/89. Ueber den Aufenthalt des Dienstmädchens Maria Mellinger von Castel, Kreis Wiesbaden, wird Auskunft begehrt. Frankfurt a. M. den 20. Februar 1889._________________________

2711 A. J. 716/89. Gegen den Mechaniker Karl Hüt- köber, geboren am 15. September 1862 zu Perleberg, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben.

Frankfurt a. M. den 20. Februar 1889.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Tagesschau.

Berlin, 21. Febr. Se. Majestät der Kaiser und König empfin­gen gestern nach einer Ausfahrt den Obersten und Flügel-Adjutanten Gra­fen D. Wedel. Von II 'u bis 12*/« Uhr arbeiteten Sc. Majestät mit dem Chef des Civilkabinets und hörten im Anschluß daran den Vortrag des Staattzministers v. Boetticher.

Berlin, 21^ Febr. S. M. Kreuzer-FregattenMoltke", Komman- dant Kapitän zur See Schulze, undGneisenau", Kommandant Kapitän zur See Schwarzlose, sind am 20. Februar er. in Genua eingetroffen. S. M. SchisseStosch" undCharlotte", Geschwader-Chef Contre-Admiral Hollmann, sind am 20. Februar er. in Spezia (Italien) eingetrossen und beabsichtigen am 25. dess. Mts. wieder in See zu gehen.

Berlin, 20. Febr. Auf Einladung, des Ministers V. Mapbach findet in diesen Tagen eine Berathung mit Kommissaren der verschiedenen deutschen Regierungen im hiesige» Etsenbahnministerium über die Frage statt, in wieweit Aenderungen und Erleichterungen der Personentarife auf den deutschen Eisenbahnen sich durchsühren lassen.

Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses hat den Antrag D. Huene aus Gleichstellung der Gehaltszusicherung für katholische Geistliche mit den evangelische», derart, daß der Gehalt von 5 zu 5 Jahren um 300 Mark bis 2700 Mark steigt (für evangelische bis 3600 Mark) abgelehnt.

22. Februar 1889.

Dagegen wurde ein Antrag Enneccerus angenommen, daß der Gehalt der katholischen Geistlischen von 5 zu 5 Jahren um 150 Mark steigen und, wie der Etat vorschlägt, mit dem Maximum von 2400 Mark abschließen soll.

Düsseldorf, 20. Febr. Der älteste Düsseldorfer Maler, Still­lebenmaler Johann Wilhelm Preyer, ist heute an Altersschwäche gestorben. [ Preyer war im Jahre 1803 in Rheydt geboren. Seine Stillleben weichen allerdings von den: jetzt auf diesem Gebiete herrschenden Geschumck wesent­lich ab, weil sie keine Nachahmungen von Renaissancegeräthschaften, Rüstungen, und dergleichen bieten, sondern im Sinne unserer Eltern und Großeltern modern gehaltene Anordnungen, die des großen Stiles und auch der prunk- haften malerischen Phantasie entbehren, aber in der Meisterschaft der Natur­nachahmung die höchste Stufe technischer Virtuosität erreichten und daher auch ihrem Schöpfer einen Weltruf verschafften. Auch noch heute sind Preyer" bei den Kunstliebhabern hoch in Ehren. Der herzensgute, lebens­lustige Maler war in ganz Deutschland als derkleine Preyer" bekannt, seinen zwerghaften Gestalt wegen, die ihm selber so gut wie den Kunst- genossen Anlaß zu Spässen gab. Mit demkleinen" Preyer ist ein bedeut­sames' Stück altdüsseldorfischen Ruhmes, eine in der Kunstgeschichte fort­lebende Gestalt zu Grabe gegangen.) (K.Z.)

Leipzig, 20. Febr. Wie der Afrikareisende Dr. Hans Meyer den hiesigen Blättern mittheilt, hat er einen Brief des englischen Generalkon­suls in Zanzibar erhalten, aus den: erhellt, daß das s. Z. von Dr. Meyer bei demselben hinterlegte Lösegeld von 12,000 Rupien auf Wunsch des Sultans von Zanzibar und des englischen Generalkonsuls größentheils dem Reisenden wieder ausgehändigt wird, da der Bandenführer Buschin von dem britisch-indischen Vermittler in Pangani nur 700 Rupien erhalten hat, während der letztere die übrigen 11,300 Rupien in seine Tasche zu stecken gedachte. Dr. Meyer hat die zurückerhaltene Summe der vorjährigen Stiftung seines Vaters für nationale Afrikasorschung überwiesen. (K. Z.)

München, 20. Febr. Das Staats-Ministerium des Innern hat die Errichtung einer Innungs-Krankenkasse der Münchener Schuhmacher- Jnnung, womit dieselbe sowohl vom Stadtmagistrat als von der Kreis­regierung abgewiesen worden war, genehmigt.

München, 21. Febr. Die klerikale Mehrheit des Magistrats hatte, nach derK. Z.", in geheimer Sitzung abgelehnt, an Herrn v. Döllinger Namens der Stadt zu dessen demnächstigen 90. Geburtstag eine Glück­wunschadresse zu richten. Dagegen beschloß heute das Stadtverordueten- Kolleg mit allen gegen eine Stimme, den Magistrat zur Absendung einer solchen Adresse aufzufordern; sollte diese Forderung abgelehitt werden, so wird das Stadtverordneten-Kolleg für sich Namens der Stadt eine Adresse überreichen.

Wien, 21. Febr. DieWiener Zeitung" führt in ihrem nicht­amtlichen Theil die aus Anlaß des Todes des Kronprinzen Rudolph in den: Ministerium des Auswärtigen hier eingegangeuen Beileidsbezeugungen aus: Außer von sämmtliche:: europäische!: Regierungen erfolgten solche Bei­leidskundgebungen auch von Brasilien, China, Japan, Liberia, Siam und beii Vereinigte:: Staaten von Nordamerika, sowie ferner vom Deutschen Reichstage, dem preußischen Herrenhause und preußischen Abgeordneienhause, dem italienischen Senat, der italienischen Deputirtenkammer, der portugiesi­schen Pairskammer, der griechischen Nationalversammlung, der serbischen Skupschtina sowie den: rumänischen Senat und der rumänischen Deputirten- fammer.

Bern, 21. Febr. (K. Z.) Die Berner Regierung verweigert den: Fastenbricf des Bischofs von Basel wegen einer auf die öffentlichen Schulen bezüglichen Stelle das Placet.

Paris, 21. Febr. Es ist Mëline infolge der Schwierigkeiten, die sich aus der Vertheilung der einzelnen Portefeuilles ergaben, nicht gesungen, das neue Kabinet zu bilden. Ribot erklärte, er könne nur das Portefeuille des Innern: annehmen; infolge dessen gab M> sine es neuerdings aus, das Kabinet zu bilden.

Paris, 21. Februar. Im Laufe des Vormittags fand im Ministerium des Innern ein Kabinctsrath von den demissionirten Ministern statt, welche sich mit der für .Sonntag zu veranstaltenden Kundgebung vor: Arbeiter-Abordnungen beschäftigte. Floquet theilte den Präfekten in einem Zirkular die Antwort mit, welche den Delegirten ertheilt werden wird. Freycinet konferirte gegen Mittag mit dem Präsidenten Carnot. Auf