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Nr. 36.
Dienstag den 12. Februar
1889.
Amtliches.
Nach Beschluß des Bundesraths findet, wie in den letzten Jahren, in der 2ten Hälfte des Monats Februar 1889 eine Ermittelung des Ernteertrages für 1888 statt, welche den Zweck verfolgt, durch direkte Umfragen möglichst zuverlässige Angaben über die im Jahre 1888 wirklich geerntete Menge an Bodenprodukten zu gewinnen. Die bei den gleichen Aufnahmen in den jüngst verflossenen Jahren ausgesprochene Hoffnung, daß sachkundige Männer, namentlich Mitglieder der landwirthschaftlichen Vereine, sich bereit finden würden, durch ihre Erfahrungen und Ortskenntnisse die angeordneten Ermittelungen nach Kräften zu fördern und auf einen möglichst hohen Grad der Zuverlässigkeit zu erheben, ist erfreulicherweise nicht getäuscht worden. Dies berechtigt zu der Erwartung, daß auch bei den Ermittelungen der diesjährigen Ernte-Ergebnisse sowohl Mitglieder der gedachten Vereine, als auch sonstige sachkundige und erfahrene Männer ihre thatkräftige Mitwirkung in den Schätzungs-Kommissionen nicht versagen werden.
Cassel am 15. Dezember 1888.
Der Regierungs-Präsident. Rothe.
Nach Beschluß des Bundesraths vom 24. April 1882 findet auch für das Jahr 1888 eine Ermittelung des Ernteertrages statt. Dieselbe ist auf die im Erhebungsformulare B. bezeichneten wichtigeren, seldmäßig gebauten, Fruchtarten beschränkt und in der zweiten Hälfte des Monats Februar d. I. vorzunehmen.
Den Herren Ortsvorständen des Kreises habe ich daher je 2 Exemplare des genannten, zur Ermittelung des Ernteertrages bienenben Formulars B., welche die im Königlich statistischen Büreau handschriftlich eingetragenen Ernteertragsziffern pro 1887, sarm» "- *« ^- Ernteermit- '"Jahre1883' für die betreffenden Fruchtarten ermittelten Anbauflachen enthalten, zugesandt, um in denselben unter genauer Beachtung der dem Formular vorgedruckten Anleitung den Ernteertrag tm ^ahre 1888 cinzu-
Hierbei mache ich besonders dabei aufmerksam, daß die einzusetzenden Ertraqsangaben, wie in dem Vordrucke im Kopse des Formulars angegeben ist Kilogramm auf 1 Hektar bedeuten und durchaus zu unterlassen ist, sich auf andere Gewichts- oder Flächeneinheiten zu beziehen. Ebenso ist nicht zu übersehen, daß für alle in dem Erhebungsformular angegebenen Früchte, für welche in dem Formulare A. zur Ermittelung der landwirthschaftlichen Bodenbenutzung im Laufe des Herbstes 1883 Areal angegeben worden ist, auch Ernteerträge pro Hektar angegeben werden müssen.
Da wo Hagelschlag vorgekommen ist, sind für jeden einzelnen Fall die in dem Anhänge auf Seite 3 des Erhebungsformulars K verlangten näheren Angaben zu machen und zwar unter Benutzung der tm Februar D. bereits zugestellten Notizblätter.
Bis spätestens zum 1. März d. I. ist mir das eine Exemplar des richtig und deutlich auszufüllenden und sauber zri haltenden Formulars B. mit Datum und Unterschrift versehen, wieder einzureichen, während das andere ebenfalls auszusüllende Exemplar in der Gemeinde-Reposttur aufzubewahren ist. .
Zur vorläufigen Notirung der im Jahre. 1889 etwa eintretenden Hagelwetter habe ich den Ortsvorständen gleichzeitig je ein Exemplar beo betreffenden Notizblattes übersandt. Dieses Notizblatt ist aufzubewahren und die in dasselbe etwa im Laufe des Jahres zu verzeichnenden Angaben sind demnächst bei Ermittelung des Ernteertrages pro 1889 zu benutzen.
Hanau am 9. Februar 1889.
Der Königliche Landrath.
J. V.: & v. Dein es.
V. 391
Dienst-Nachrichten auS dem Kreise.
Gefunden: Eine gedruckte Schürze. Ein Portemonnaie mit etwas
Inhalt. Ein Schlangen-Pelzkragcn für Damen.
Verloren: Ein beinahe fertig gestrickter Strumpf.
Entlaufen: Ein Bernhardiner-Hund, weiß mit gelben Placken, 3®. Geschl.
Hanau am 12. Februar 1889.
Attsschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
1967 A. — J. 5209 88. Ueber den Aufenthalt des Hausburschen Kilian Hohmann von Steinwand wird Auskunft begehrt.
1290 B. — J. 1261/88. Ueber den Aufenthalt der Dienstmagd Anna Barbara Herrmann aus Eibelstadt wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 8. Februar 1889.
B. 2590. — J. 2122/87. Der am 2./8. 1887 gegen den Buchdrucker Adam Sutor von hier erlassene Steckbrief wird erneuert.
Frankfurt a. M. den 10. Februar 1889.
2122 A. — J. 528/89. Gegen den Kellner Leonhard Fleischmann, geboren am 12. April 1860 zu Annelsbach, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M., den 9. Februar 1889.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Tagesschart.
Berlin, 11. Febr. Se. Majestät der Kaiser haben nach Maßgabe des Gesetzes vom 17. März 1878 (Reichs-Gesetzblatt S. 7) mit der Stell- vertretnng des Reichskanzlers im Bereich der Marine-Verwaltung den Vize- Admiral Freiherrn von der Goltz zu beauftragen geruht.
Berlin, 11. Febr. Auf der Tagcsordnulig der am Dienstag, den 12. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, stattfindenden 14. Plenarsitzung des Haufes der Abgeordneten stehen folgenbe Gegenstände: Dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Erhöhung der Krondotation. — Fortsetzung der zweiten Berathung des Entwinss k-I <^o™^.m. .7^,^ nro-i^ -
Die „Nordd. Allg. Ztg." titelbet: Lant telegraphischen Nachrichten aus Japan soll heute die feierliche Pro lamation der neuen Verfassung durch den Kaiser stattfinden. Dieselbe fuhrt dre konstitutionelle Regierungsform ein und wird nicht verfehlen, aus rie weitere Entwickelung des Reiches von weitgehender Bedeutung zu sem.
Die ReaierUttgett von 14 Nationen haben die Einladung ange- nommen, all der internationalen Seekonferenz theilzunehmen, welche tm Herbst b % in Washington abgehalten werden soll. Es befinden sich darunter Dänemark, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Spanien, Schweden und Norwegen.
Münster r. W., 9. Febr. (K. Z.) In Ahaus schlug gestern Abend 6 Uhr der Blitz in die Spitze des Pfarrkirchthurins ein und zündete. Nach fünfstündiger Arbeit gelang es indessen, bett Thurm zu retten. Auf b Meter Länge ist er abgebrannt. Die Feuersbrunst rief eine furchtbare Pallik hervor, da alsbald die schreckliche Erinnerung an das fahr Platz griff. Damals ist in ähnlicher Weise fast bie ganze Stadt emge- äschert worden. . . . . . „ .
Der Magistrat der Stadt Osnabrnck richtete vor einiger Zeit eine Anfrage an das Hofmarschallamt zil Berliii, ob in diesem Herbste bte Kassermanöver in der Umgegend von Osnabrück stattfinden werden und sonach der Besuch des Kaisers in dieser Stadt zu erwarten sei. Nunmehr , ist wie der „Wests. Merkur" erführt, die Nachricht eingetrosten, daß bte Stadt, obgleich endgiltige Entscheidungen in der bezüglichen Angcregenhelt an höchster Stelle noch nicht getroffen seien, zum Herbste auf den Besuch des Kaisers rechnen könne.
München, 10. Febr. Zur Feier des hundertsten GebnUsurges Gabelsbergers faiib gestern Abend hier eine sehr zahlreich besuchte Fcstver- sammlung statt, an welcher neben den Mitgliedern des Cent» al-^teno- araphen-Vereins eine Tochter Gabelsbergers, viele Ehrengäste und Abordnungen von Vereinen theilnahmen. Von auswärts ging eine große .luzahl von Begrüßungstelegrammen ein. Heute Vormittag _ vereinigten Jim me Verehrer Gabelsbergers an seinem Grabe zu einer feierlichen Kunvgeoung, bei welcher Oberlandesgerichtsrath Allfeld bie Festrede hielt ui der er die Verdienste des Gefeierten hervorhob. Ain Grabe wurden zahlreiche Kranze nleverg^^ ^ Februar. Die „Presse" meldet: Der Minister für die Landesvertheidigung benachrichtigte die politischen Behörden, oaß i