Einzelbild herunterladen
 

toettit erneute-

Preis:

Jährlich 9 Mark. Halbj. 4M. b0Pfg.

Pierieijâhrlich

1 Marl 25 Psg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen- len Postausichlag. Lie einzelne Num­mer io Psg.

Hanauer Air.cuicr.

Iugteich Arnttichss Gvgcrn für Skcröt- und FcrnöKveis Kcrncru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Inserttsns»

Preis:

Die ispaltige Warmondzeile ob. deren Raum 10 Psg.

Die ülhalt. Zeile 20 Psg.

DieSspaltigeZeile 30 Psg

Samstag den 2. Februar

Nr. 28.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamis.

Der Bijouteriefabrikant Johann Heinrich August Ferdinand Becker von hier hat um einen Reise-Paß nach Rußland nachgesucht.

Hanau am 30. Januar 1889.

Der Königliche Landrath.

P. 619 J. V.: Baabe.

Der Comptoirdiener Johann Georg Bitsch aus Langenselbold, jetzt in Gandersheim (Braunschweig), hat für sich und seine Familie um Ent­lassung aus dem Preußischen Staatsverbande nachgesucht.

Hanau am 1. Februar 1889.

Der Königliche Landrath.

V. 673__________________I. V.: Baabe._______________________

Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.

B. 1864. J. 2136/87. Das am 22. März 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Taglöhner Johann Karl Gottschalk von Alten­hain wird erneuert.

Frankfurt a. M. den 30. Januar 1889.

1877 B. N. 847/88. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Eduard Wehner von Geisa wird Auskunft begehrt.

B. 1870. J. 276/89. Ueber den Aufenthalt des Metzgers Fritz Wagner, 18 Jahre alt, aus Niederhofen wird Auskunft begehrt. Frankfnrt a. M., den 31. Januar 1889.

B. 1912. N. 1207/88. Gegen den Taglöhner Michael Geis von Bischofsheim, geb. 28./7. 1849, welcher flüchtig ist, ist die Unter­suchungshaft wegen Unterschlagung verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung Nachricht zu geben.

Frankfurt a. M. den 30. Januar 1889.

Königliche Staatsanwaltschaft.______________________

Tagesschau.

P. Aus den Parlamenten. Berlin, 31. Januar. Die heutige Sitzung des Reichstags wurde vom Präsidenten, indem sich die Mitglieder des Hauses von ihren Plätzen erheben, mit folgender Ansprache eröffnet: Meine Herren! Die erschütternde Kunde, welche gestern noch nicht voll verbürgt gegen Ende unserer Sitzung in diesem Saale sich verbreitete, hat leider ihre Bestätigung gefunden. Durch den plötzlichen Tod Sr. kaiser­lichen und königlichen Hoheit des Kronprinzen Rudolph von Oesterreich- Ungarn, eines zu den höchsten Aufgaben berufenen Prinzen aus deutschem Geschlechte, des Jugendfreundes unseres Kaisers, des einzigen Sohnes und Erben Sr. Majestät des Kaisers und Königs von Oesterreich-Ungarn, welcher der treueste Bundesgenosse unseres Kaisers und unseres Volkes ist, hat auch das österreichische Volk seine schönsten Hoffnungen verloren, das österreichische Volk, welches uns so nahe steht durch Interessengemeinschaft, durch Nachbarschaft und zum Theil auch durch Stammesgemeinschaft. Indem Sie, meine Herren, von Ihren Plätzen sich erhoben haben, wollen L-ie die lebhafte Theilnahme und die herzliche Betrübniß aussprechen, mit welcher dieser traurige Vorfall ^as deutsche Volk und den Reichstag erfüllt. Ich habe geglaubt, in Ihrem Sinne zu handeln, indem ich als Präsident des Deutschen Reichstags eben dem österreichisch-ungarischen Botschafter meine Theilnahme ausgedrückt habe. (Allseitige lebhafte Zustimmung.) Aus der Tagesordnung stand der Antrag Lieber-Hitze, betreffend schärfere Bestimmungen über die Sonntagsarbeit. Der Antrag wurde von dem Abg. Lieber (Zentrum) begründet, worauf der Bundesbevollmächtigte, Geheime Ober-Regierungsrath Lohmann, die Gründe darlegte, welche den Bundesrath hätten bestimmen müssen, dem im vorigen Jahre vom Reichstage beschlossenen Gesetzentwurf nicht zuzustimmen. Eine Zunahme der Sonntagsarbeit finde thatsächlich nicht statt. Ausschreitungen entgegenzutreten seien übrigens die Landesregierungen in der Lage. Aus dem Hause sprachen dann für den Antrag Redner aller Parteien, die Abg. Kalle (nat.-lib.), Schrader (deutschfr.), v. Kleist-Retzow (deutschkons.), Harm (Soz.-Dem.), Robbe (Reichsp.), Schmidt-Elberfeld (deutschfr.), Dr. Windthorst (Zent.) und schließlich als Mitantragsteller Abg. Stötzel (Zent.). Die weitere Erledigung des An­trages wird ohne kommissarische Berathung im Plenum stattfinden. So­

1889.

dann wurde in die erste Berathung des sozialdemokratischen Antrages, be­treffend die Aufhebung der Getreidezölle, eingetreten. Es kam heute indeß außer dem Antragsteller Abg. Bebel (Soz.-Dem.), der ausführlich die Nothwendigkeit des Antrages nachzuweisen suchte, nur noch der Abg. v. Kardorff (Reichsp.) zum Wort, welcher bei Schilderung der gesammten Lage der Landwirtbschaft zu dem Ergebniß gelangte, daß zur Zeit die Ge­treidezölle nicht zu entbehren seien. Darauf wurde die Berathung abge­brochen. Morgen: Kleinere Vorlagen, Etat.

Im Abgeordnetenhause wurde die Sitzung vom Präsidenten, während sich die Mitglieder des Hauses von ihren Sitzen erheben, mit folgender Ansprache eröffnet: Meine Herren, das erschütternde Ereigniß in Wien erfüllt uns Alle mit höchster Theilnahme, das eng befreundete Kaiser- und Königreich Oesterreich-Ungarn hat seinen Thronfolger, unser Kaiser und König einen treuen Freund, unser Vaterland einen warmen Anhänger ver­loren. Ich ersuche Sie, das Präsidium zu ermächtigen, der kaiserlich königlichen österreichisch-ungarischen Botschaft die Theilnahme des Hauses auszudrücken. Das Haus ging nach Verweisung zweier Eisenbahnbe­richte an die Budgetkommission dann zur Berathung des Etats der Gestüts- verwaltung über, der nach kurzer Debatte genehmigt wurde. Bei dem Etat der Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung, der eine eingehende Erörterung über die Lage der Montanindustrie, über die Entwerthung des Silbers und deren Ursachen u. s. w., sowie über die Frage der Doppelwährung veran­laßte, erklärte der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten, v. Maybach, auf eine bezügliche Anfrage, daß die Verhandlungen in Bezug auf die ent- sprecheuden Erleichterungen der Bergwerkssteuer inzwischen so weit gediehen, daß voraussichtlich noch tm Laufe dieser Session eine Vorlage an das Haus gelangen werde. Ebenso sei es ihm gelungen, die Hindernisse, welche dem Bau des Dortmund-Emser Kanals bisher noch entgegenstandcn, zu beseitigen, so daß es möglich sein werde, mit dem Bau des Kanals demnächst be­ginnen zu können. Die zur Berathung stehenden Etats wurden im Uebrigen unverändert genehmigt. Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr. Etatsberathung.

Berlin, 1. Febr. Der Königliche Hof legt heute für Sc. Kaiser­liche und Königliche Hoheit den Erzherzog Rudolph, Kronprinzen von Oesterreich-Ungarn, die Trauer auf drei Wochen an.

Berlin, 1. Febr. Se. Majestät der Kaiser und König begaben Sich gestern früh gegen 8 Uhr vom Militär-Bahnhof aus nach dem Schieß­platz bei Kummersdorf und kehrten von dort gegen 4 Uhr Nachmittags zu­rück. Bei der Rückfahrt vom Bahnhöfe statteten Se. Majestät Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta sowie den Großherzoglich badischen Herr­schaften einen längeren Besuch ab und suchten hieraus den Reichskanzler Fürsten Bismarck in seiner Wohnung auf. Nach der Rückkehr in das Schloß empfingen Se. Majestät den Ober-Ceremouienmeistcr Grafen Eulen­burg und den Ober-Hof- und Hausmarschall v. Liebenau. Abends von 7 bis 8 Uhr nahmen Se. Majestät den Vortrag des Staats-Ministers Grafen Bismarck entgegen. Zum Thee, um 8 Uhr, waren der Staats- Minister Graf Bismarck und der Regierungs-Präsident Graf Bismarck ge­laden.

Berlin, 31. Jan. Der Bundesrath hielt heute Nachmittag um 2 Uhr eine Plenarsitzung ab. Vom Reichstage wurden überwiesen die Be­schlüsse zu dem Gesetzentwurf über die Kontrole des Reichshaushalts und des Landesbuni-huUs von Elsaß-Lothringen für 1888/89 und zu dem Ge­setzentwurf über Bekämpfung des Sklavenhandels und Schutz der deutschen Interessen in Ostafrika. Beiden Entwürfen stimmte der Bundesrath zu. Von der Uebersicht über die den einzelnen Bundesstaaten bis Ende Dezember 1888 überwiesenen Beträge an Reichs-Silber-, Nickel- und Kupfermünzen, sowie betreffend weitere Aktenstücke über den Aufstand in Ostafrika wurde Kenntniß genommen. Der Antrag Hamburgs betreffend die Inkraftsetzung des Gesetzes über die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen für das Hamburgische Gebiet wurde den betreffenden Ausschüssen überwiesen. Es folgte dann noch die Wahl von drei Bundesrathsmitgliedern zum Preisgericht für das Nationaldenkmal des hochseligen Kaisers Wilhelm und mündliche Ausschuß­berichte und Geschäftliches.

Berlin, 1. Februar. In der heutigen Sitzung des Bundesraths drückte Staatsminister v. Bötticher vor der Tagesordnung die tiefe Trauer