«bannemevtr- ®tdS:
Jährlich 9 Marl HaIbj.4M.S0Pfg. Bierieljâhrlich
• Mar! SS Pfg. Für aiiSioartige Abonnenten mit dem betreff eitlen Postausschlag. Lie einzelne Nummer io Pfg.
anauer Anzeiger.
S«ferti»tt8«
Preis:
Die Ifpalttge Garmondzeile od. deren Raum
10 Pfg.
Nr. 26.
Zugteich AmMches Kvgan für Kkcröt- unö Lcrnökvsis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Sie SfpalL Peil;
20 $f.j.
Lie3spaItigeZeu.-
30 Psg
Donnerstag den 3 i. Januar
1889? i
Bekanntmachungen König!. Landrathsamis.
Auszug
aus dem geschäftlichen Theile des Protokolls über die am 22. d. Mts. hier stattgehabte Sitzung des Kreistages des Landkreises Hanau.
1. Der Kreistag prüft die im verflossenen Jahre stattgehabten Ersatz- und Ergänzungswahlen und erklärt dieselben für gültig.
2. Ein vorliegender Antrag auf Verstaatlichung des Landweges von Vilbel über Gronau nach Niederdorfelden wird befürwortet.
3. Zum Schiedsmannsstellvertreter im fünften zusammengelegten Schiedsmannsbezirke wird der Bürgermeister Klein in Ravolzhausen wiedergewählt.
4. Zum Schiedsmann im sechsten zusammengelegten Schiedsmannsbezirke wird der Bürgermeister S t e u l in Niederdorfelden wiedergewählt.
5. In die Einkommensteuer-Einschätzungskommission pro 1889/90 werden gewählt:
als Mitglieder:
die Bürgermeister Lehr, Ebert, Zeh, Stroh, der Gutspächter Koch zu Bruderdiebacherhof und der Bauunternehmer Johannes Berngcs 4r zu Langendiebach;
als Stellvertreter:
der Müller Thylmann in Kilianstädten, Casimir Kalbhenn jun. in Bergen und Oberamtmann Schuppius auf Rüdiq- heimerhof.
6. In die Klassensteuer-Reklamationskommission pro 1889/90 werden gewählt: die Bürgermeister Lehr, Geibel, Kopp, Ebert und D^strwd e r - Bruchköbel.
7. An Stelle des v erstorb en kW "nrrnmMrth s Alors Seetmann ,^ Butterstädterhof wird der Pächter Karl Hofmann in Niederdorfelden zum Stellvertreter der Kommission zur Vormustermng der Mobilmachungspferde für den Musterungsort Wilhelmsbad gewählt.
8. Der Kreistag bewilligt 250 Mk. zur Beschaffung Zion Hebammenzeitungen und beschließt die Einstellung dieser Stimme in den nächstjährigen Etat.
Hanau am 26. Januar 1889.
Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
A. 228 L. v. Deines, Kreisdeputirter. ________________
Dierrft-Nächrichten aus dem Kreise.
Verloren: Ein Schlüssel, verbunden mit Schlinge; dem Wiederbringer 1 M. Belohnung.
Gefunden: Ein Köcher. Ein seidenes Knöpftüchelchen.
Hanau am 31. Jannar 1889.
Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
1764 B. — J. 4532/88. lieber den Aufenthalt des Schneiders Johann Kerber aus Offstein wird Auskunft begehrt.
B. 1751. — K 682/88. Ueber den Aufenthalt des Hausburschen August M eyer, geboren am 17. September 1870 zu Weilburg, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 28. Januar 1889.
A. 1519. — J. 345/88. Das am 27./3. 1888 gegen Maria Faulstich von Götzendorf erlassene Ausschreiben wird erneuert.
Frankfurt a. M., den 29. Januar 1889.
Tagesschau.
P. Aus den Parlamenten. Berlin, 30. Januar. . Der Reichstag erledigte heute in dritter Lesung definitiv den Gesetzentwurf, betreffend Bekämpfung dcb Sklavenhandels und Schutz der deutschen Interessen in Ostafrika. Die Generaldebatte, an welcher sich die Abg. Magdzinski (Pole), Stöcker (dkons.), Sabor (Soz.-Dcm.), Windthorst (Centn) und Richter (dfr.), betheiligten, war ihrer Natur nach im Wesentlichen-nur eine Nachlese der früheren Berathungen. Die einzelnen Paragraphen veranlaßten keine Debatte; schließlich wurde das Gesetz im Ganzen mit sehr großer Majorität angenommen. — Nachdem diese Vorlage erledigt, wurde
die Berathung des Etats der Zölle und Verbrauchssteuern beim Tit. 5 (Branntweinsteuer), wo sie vorgestern abgebrochen war. fortgesetzt. Es knüpfte sich an denselben eine sehr eingehende Debatte, bei welcher namentlich Wünsche im Interesse der kleineren Brennereien zu Ausdruck gebracht wurden. Der Schatzsekretär Freiherr v. Maltzahn betonte dem gegenüber, daß jetzt schon an eine Revision des Branntweinsteuergesetzes nicht gedacht werden könne, zumal dasselbe unter ganz normalen Verhältnissen eigentlich noch gar nicht geprüft sei. Die Positionen a) Maischbottich- und Branntweinmaterialsteuer 24,700,000 Mark, b) Verbrauchsabgabe und Zuschlag zu denselben 110,632,000 Mark wurden hierauf unverändert bewilligt. Die Position Brausteuer veranlaßte nur einige Anfragen, und die Aversen pas- sirten ohne Debatte. (Gegen Schluß der Sitzung zeigte sich im Hause eine große Bewegung, als die erschütternde Nachricht von dem plötzlichen Ableben des Kronprinzen, Erzherzogs Rudolf von Oesterreich, bekannt wurde). Morgen: Initiativanträge (Sonntagsarbeit und betreffend Aufhebung der Getreidezölle).
Das Abgeordnetenhaus erledigte heute zunächst den Etat der Forstverwaltung, bei welchem hauptsächlich die Nothwendigkeit einer Gehaltsaufbesserung der Oberförster von verschiedenen Seiten betont und auch von deni Herrn Landwirthschaftsminister die Berücksichtigung dieses Wunsches, sobald die finanzielle Lage dies irgendwie gestatte, in Aussicht gestellt wurde. Der Etat selbst wurde nicht beanstandet. Bei dem Etat des Staatsministeriums wurde auf den Antrag der Budgetkommission die für den Unter- staatssekretär beantragte Mehrforderung von 5000 Mk. abgelehnt und das Gehalt desselben auf 15 000 Mk. festgesetzt, trotzdem der Finanzminister wiederholt unb dringend diese Mehrforderung im Interesse einer angemessenen Besetzung dieser hochwichtigen Stellen befürwortet hatte. Entsprechend
Es knüpfte sich an diesen Etat eine längere Debatte über verschiedene Punkte, namentlich über die Nothwendigkeit weiterer Meliorationen, Fluß- regulirung re. Der Etat selbst wurde unverändert genehmigt. Morgen: Fortsetzung der Etatsberathung.
Berlin, 30, Januar. Die auf heute Abend bei dem Kaiserpaar angesetzte musikalische Unterhaltung wurde wegen Ablebens des Kronprinzen von Oesterreich-Ungarn abgesagt. (Fr. N.)
Kaiser Wilhelm Bl. hat aus Anlaß der ihm zum Jahreswechsel zugleich mit den Mitgliederverzeichnissen übermittelten Glückivunschadressen den Berliner Großlogen ein Dankschreiben zugehen lassen. In diesen! Dankschreiben versicherte der Kaiser der „Nat.-Z." zufolge, die Freimaurer- logen zugleich seines ferneren Schutzes und seiner Sympathie.
Berlin, 29. Jan. Die „K. Z." schreibt: Im amtlichen Theile wird die Verleihung von Ordensanszeichnungen an zwei Aerzte erwähnt, welche um so größere Beachtung finden wird, als sie zwei Aerzte betrifft, die dem Kaiser Friedrich während seiner letzten Krankheit zur Seite gestanden haben, Dr. Landgraf, der ihn nach England begleitet hatte, und Dr. Schrader, der während des Aufenthalts im Süden, insbesondere in San Remo, in seiner Umgebung war.
Berlin, 29. Januar. Diejenigen Personen, welche Hauptmann Wißmann nach Ostafrika begleiten werden, haben, wie die „Post" erfährt, die Weisung erhalten, sich vorzubereiten, daß sie ihre Abreise nach Afrika mit Ende der nächsten Woche antreten können. Es ist Allen genaue Weisung zugegangen, mit welchen Gegenständen, Kleidung rc. sie sich zu ihrer Ausrüstung zu versehen haben.
Berlin, 30. Jan. Die „Nationalzeitung" sagt: In den hiesigen leitenden Kreisen schreibt man der Wahl Boulangers keine besondere Tragweite zu und hält auch die politische Lage dadurch in keiner Weise für geändert. Namentlich hält man die Lebenskraft der französischen Republik durch die Wahl in Paris keineswegs in Frage gestellt. Man lehnt durchaus eine tragische Betrachtung der dortigen Vorgänge ab. Die Aussichten des europäischen Friedens werden fortwährend als in hohem Grade befriedigend betrachtet. Wh. K.)
Das Schulgtschwader, bestehend aus den Schiffen „Stosch" (Flaggschiff), „Charlotte", „Gneisenan" und „Moltke", Geschwaderchef. Köntre-Admiral Hollniann, ist am 28. d. M. in Malta eingetvoffen.,
Bremen, 29. Jan. Die außerordentliche marokkanische Gesandt-