«SonnemnitS-
PreiS:
Jährlich 9 Marl- Halbj. 4M. SVPfg. Vierteljährlich
* Marl 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffende!! Poffanfichlag. Dieelujelnèâium-
;uer 10 PiA-
Augksich AmILiches ^rgctn für SLcröL- unö Lcrnökveis Kanan.
Inserttonr-
PreiS:
Die ispaltige Garmondzeile ob. deren Raum 10 Psg.
Die 2fpolt Zeile 20 Psg.
Lie SspaltigeZel-e
30 Pfg
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 20.
Donnerstag den 24. Januar
^ 1889.
Amtliches.
Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.
Auf Grund des §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Flugblatt mit der Ueber- schrift: „An das arbeitende Volk von Magdeburg und Umgegend", Druck und Verlag: Höttingen, Zürich, — nach §. 11 des gedachten Gesetzes durch den Unterzeichneten von Landespolizeiwegen verboten worden ist.
Magdeburg den 5. Januar 1889.
Der Königliche Regiernngs-Präsident.
Gras Baud iss in.
Die vom Gr. Bezirksamt Kehl unterm 6ten d. M. vorläufig erlassene Beschlagnahme der Flugschrift: „An die Wähler des 7. bad. Reichstagswahlkreises", beginnend mit den Worten: „Wie vor der letzten Reichstagswahl" und endigend mit den Worten: „Das Arbeiterwahlcomitö", wird hiermit bestätigt, und es wird demgemäß dieses Flugblatt auf Grund der §§. 11 und 12 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 verboten.
Freiburg den 8. Januar 1889.
Der Großherzogliche Landeskommissär für die Kreise Lörrach, Freiburg und Offenburg: Sieg el.
Auf Grund §. 12 des Reichsgesetzes vom Listen Oktober 1878 wider die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Nr. 1 des zweiten Jahrganges der periodischen Druckschrift:
„D er Grundstein",
Wochenblatt für die deutschen Maurer und diesen verwandte Berufsgenossen, Publikationsorgan der Agitationskommission der Maurer Deutschlands, Herausgeber und verantwortlicher Redacteur Johann Staningk in Hamburg, Verlag von I. Staningk, Druck von I. H. W. Dietz, Hamburg, — nach §. 11 des genannten Gesetzes von der unterzeichneten Landes- Polizeibehörde verboten worden ist.
Hamburg den 8. Januar 1889.
Die Polizeibehörde. Senator Hachmann, Dr. ___________
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Entlaufen: Ein kleines glatthaariges schwarzes Hündchen mit brauner Brust, m. Geschl.
Gefunden: Ein schwarzes Kinderrädchen. Zwei Briefe. Ein Portemonnaie mit einigen Pfennigen.
Zugelaufen: Ein rehbrauner Dachshund (Bastard) w. Geschl.
Hanau am 24. Januar 1889.
Ausschreibeir Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
B. 1360. — N. 1309/88. Ueber den Aufenthalt der Dienftmagd Susanna Creter, geboren am 16. März 1866 zu Bessungen, wird Auskunft begehrt.
D. 869. — M. 17/89. Ueber den Aufenthalt der Monatsfrau Maria Heß, geb. Klein, von Offenbach a/M., wird Auskunft begehrt.
A. 1176. — L. 336/87. Der am 21./II. 1888 gegen den Schuhmacher August Sauerteig von Weiskirchen erlassene Steckbrief ist erledigt.
1110 A. — J. 4501'88. Ueber den Aufenthalt des Schneidergesellen Georg Karl aus Hammelburg wird Auskunft begehrt.
1302 B. — N. 723/87. Das Ausschreiben vom 3. d. MtS. gegen Paul Löhmer von Unterleichtersbach ist erledigt.
Frankfurt a. M. den 21. Januar 1889.
Steckbrief.
543 C. — M. 15/88. Der Händler August Blanke, geb. 18. Aug. 1856 zu Altena, ist durch Urtheil der Strafkammer des hiesigen Königlichen Landgerichts vom 11. Juni 1888 wegen Betrugs zu einer
Gefängnißstrafe von 1 Woche rechtskräftig verurtheilt worden und hat sich dem Vollzüge dieser Strafe durch die Flucht entzogen.
Es wird ersucht, auf denselben zu fahnden, ihn im Betretungsfalle zu verhaften und Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 21. Januar 1889.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Tagesschau.
P. Arts den Parlamenten. Berlin, 23. Januar. Der Reichstag beschäftigte sich mit den Arbeiterschutzanträgen in Bezug auf die Kinder- und Frauenarbeit. Es lag eine Resolution des Abgeordneten Dr. Baumbach-Berlin (dfr.) vor, worin die verbündeten Regierungen ersucht werden, einen Gesetzentwurf in dieser Richtung noch in dieser Session (bezw. baldthunlichst) vorzulegen. Außerdem ist der in voriger Session vom Reichstage beschlossene Gesetzentwurf von den Abgg. Hitze und Lieber (Centrum) wiederum eingebracht. Nachdem zunächst der Abg. Dr. Baumbach seine Resolution eingehend begründet hatte, erklärte der Staatssekretär des Innern von Boctticher, daß die verbündeten Regierungen dem vom Reichstage beschlossenen Gesetzentwurf nicht hätten zustimmen können, da sie erstens ein Bedürfniß zur gesetzlichen Regelung dieser Frage nach den Berichten der Fabrikinspektoren nicht anerkennen könnten, zweitens weil die wohlgemeinten Ziele des Reichstags auf dem vorgeschlagenen Wege nicht zu erreichen sein würden, und drittens, weil die Regierungen sich nicht entschließen könnten, die Gelegenheit zur Arbeitverwerthung den Arbeitern in höherem Grade zu beschränken, als es die öffentliche Wohlfahrt erfordere. Sollte der Gesetzentwurf wiederum angenommen werden, so würden die verbündeten Regierungen demselben auch dann nicht zustimmen können, da die Tragweite desselben nicht zu übersehen sei und die Annahme desselben die Arbeiter und die Industrie schädigen könnte. In der weiteren Debatte trat Abg. Hitze (Centr.) für seinen Antrag ein, der von dem Wg. Mirbach (Reichsp. f als zu weit gehend bekämpft wurde. Dägegen erklärte er sich Namens seiner Parteifreunde für die Resolution Baumbach, als das allein Erreichbare auf dieseni Gebiete. Der Abg. Kalle (nat.-lib.) sprach für einen Theil seiner Freunde für Aufrechterhaltung der früheren Beschlüsse, da die Möglichkeit nicht ausgeschlossen sei, daß die verbündeten Regierungen schließlich derselben dennoch zustimmen könnten. Desgleichen traten die Abg. v. Kleist- Retzow (dkons.) und Meister (Soz.-Dem.) für den Antrag Hitze-Lieber ein. In einem Schlußwort befürwortete dann noch Abg. Schmidt-Elberfeld (dfr.) die Resolution Baumbach, während Abg. Hinterer (Els.) den Antrag Hitze zur Annahme empfahl, obwohl er im klebrigen den humanen Sinn der elsaß-lothringischen Fabrikanten vollauf anerkannte. Damit war die erste Berathung geschlossen. Die zweite wird ohne kommissarische Berathung im Plenum stattfinden. Die Abstimmung über die Resolution Baumbach wurde vertagt. — Das Präsidium wurde sodann ermächtigt, Sr. Majestät dem Kaiser zum bevorstehenden Geburtstage die Glückwünsche des Hauses zu übermitteln. Morgen 1 Uhr Etatberathung.
Das Abgeordnetenhaus beendete die erste Berathung des Etats. An der Debatte betheiligten sich heute noch die Abgg. Graf zu Limburg- Stirum (kons.), Rickert (deutschfr.), v. Benda (nat.-lib.), Frhr. v. Zedlitz- Neukirch (freikons.) und Dr. Sattler (nat.-lib.), die, abgesehen omt dem deutschfreisinnigen Redner, die vorsichtige Aufstellung des Etats anerkannten und nur bezüglich verschiedener Punkte einige Wünsche zum Ausdruck brachten. Dabei würbe von verschiedenen Seiten mit großer Befriedigung kon- statirt, daß die günstigen finanziellen Verhältnisse lediglich der neuen Finanz- und Wirthschaftspolitik zu verdanken seien, zu der der Herr Reichskanzler die Initiative ergriffen habe. Eine große Anzahl von Etatstiteln wurde darauf der Budgetkommission überwiesen. Einige mit dem Etat in Verbindung stehende Nachweisungen wurden gleichfalls der Budgetkommission, mehrere Rechnungssachen der Rechnungskommission überwiesen. Die No- volle zum Volks schullastengesetz wurde einer besonderen Kommission vou 14 Mitgliedern überwiesen. Morgen: Gesetzentwurf, betreffend die Polizeiverwaltung in den Städten, und mehrere andere Vorlagen.
Berlin, 23. Jan. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen gestern Morgen von LODa ab den Contre-Admiral Paschen und den Chef des Militärkabinets, General-Adjutanten v. Hahnke, zum Vortrage, sowie um 12'/t Uhr den Kaiserlich österreichischen Militär-Bevollmächtigten Flügel-Adjutanten Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich, Obersten v.