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Nr. 17.
Montag den 21. Januar
1889.
Amtliches.
Bei der heute in Gegenwart eines Notars öffentlich bewirkten 16. Verloosung von Schuldverschreibungen der äprozentigen Staatsanleihe von 1868 A sind die in der Anlage verzeichneten Nummern gezogen worden.
Dieselben werden den Besitzern mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgeloosten Nummern verschriebenen Kapitalbeträge vom 1. Juli 1889 ab gegen Quittung und Rückgabe der Schuldverschreibungen und der nach dem 11 Juli k. Js. fällig werdenden Zinsscheine Reihe VI Nr. 4 bis 8 nebst Anweisungen zur Reihe VII bei der Staatsschulden-Tilgungskasse hierselbst, Taubenstraße Nr. 29, zu erheben.
Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftstage jeden Monats.
Die Einlösung geschieht auch bei den Regierungs-Hauptkassen und in Frankfurt a/M. bei der Kreiskasse.
Zu diesem Zwecke können die Schuldverschreibungen nebst Zinsscheinen und Zinsscheinanweisungen einer dieser Kassen schon vom 1. Juni k. Js. ab eingereicht werden, welche sie der Staatsschulden-Tilgungskasse zur Prüfung vorzulegen hat und nach erfolgter Feststellung die Auszahlung vom 1. Juli 1889 ab bewirkt.
Der Betrag der etwa fehlenden Zinsscheine wird vom Kapitale zurückbehalten.
Mit dem 1. Juli 18 89 hört die Verzinsung der ver- loosten Schuldverschreibungen auf.
Zugleich werden die bereits früher ausgeloosten, aus der Anlage verzeichneten, noch rückständigen Schuldverschreibungen wiederholt und mit dem Bemerken aufgerufen, daß die Verzinsung derselben mit dem Tage ihrer Kündigung aufgehört hat.
Die Staatsschulden-Tilgungskasse kann sich in einen Schriftwechsel mit den Inhabern der Schuldverschreibungen über die Zahlungsleistung nicht einlassen.
Formulare zu den Quittungen werden von den obengedachten Kassen unentgeltlich verabfolgt.
Berlin am 1. Dezember 1888.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Die oben erwähnte Nummernliste liegt im Geschäftslokal des Landrathsamtes und der Steuerkassen offen.
Hanau am 29. Dezember 1888.
Der Königliche Landrath
V. 7863_________________Gf. Bismarck.___
Bekanntmachungen König!. Landrathsamts.
Veranlaßt durch eine höhere Verfügung werden die Herren Ortsvorstände darauf aufmerksam gemacht, daß nach §. 56 zu c. der Gewerbeordnung vom 1. Juli 1883 Wandergewerbescheine zum Feilbieten von Waaren im Umherziehen in der Art, daß dieselben versteigert oder im Wege des Glücksspiels oder der Ausspielung abgesetzt werden, nicht ausgestellt ; werden dürfen. Wenn Ausnahmen von dem in dem genannten §. ausgesprochenen Verbote zugelassen werden sollen, so kann die erforderliche, für den Regierungsbezirk gültige, besondere Erlaubniß nur von dem H e r r n Regierungs-Präsidenten ertheilt werden.
Umherziehenden Gewerbetreibenden, welche nicht im Besitze einer derartigen Erlaubniß sind, darf eine solche von der Ortspolizeibehörde nicht ertheilt werden.
Hanau am 10. Januar 1889.
Der Königliche Landrath
8t. 33___________________Gf. Bismarck.________________
Dieust-Nachrichten aus dem Kreise.
Der Philipp Kasimir Wenzel von Gronau ist zum Vieh- und Fleischbeschauer dieser Gemeinde bestellt und verpflichtet worden. V. 183.
Vom Wasenmeister am 19. d. Mts. ein gefangen: Ein grauer Spitz w. Geschl. Ein rother Pinscher m. Geschl.
Gefunden: Eine schwarze Schürze. Ein rothes Taschentuch.
Verloren: Ein goldener Ring mit Granatstein.
Hanau am 21. Januar 1889.
Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
B. 1086. — J. 1631/88. Das am 27./6. 1888 gegen den Schlosser Jakob Kitz von Bockenheim erlassene Ausschreiben wird erneuert.
Frankfurt a. M. den 17. Januar 1889.
812 B. — J. 4464/88. Ueber den Aufenthalt des Ausläufers Friedrich Töpfer aus Muggensturm wird Auskunft begehrt.
B. 1096. — N. 1208'88. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Philipp Diehl, geboren am 4. Januar 1864 zu Großlinden, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 18. Januar 1889.
Tagesschau.
P. Aus dem Reichstage. Berlin, 19. Januar. Der Reichstag berieth heute den Etat des Reichsamts des Innern, soweit derselbe der Budgetkommission überwiesen war. Eine lange, sehr verschiedene Punkte betreffende Diskussion knüpfte sich an den Titel „Gehalt des Staatssekretärs", für welchen 14,000 Mark Repräsentationskösten neu in den Etat eingestellt worden. Abg. Bebel (Sozialdem.) erklärt, daß seine Freunde dieser Mehrforderung nicht zustimmen würden. Demnächst begründete er einen Antrag, der dahin geht, die Berichte der Fabrikinspektoren in wörtlichem Abdruck dem Reichstage mitzutheilen. Er verbreitet sich dabei über die Thätigkeit der Fabrikinspektoren und empfiehlt neben einer Verwehrung der Zahl der Fabrikinspektoren, die staatliche Kontrolle auch auf das Kleingewerbe und die Hausindustrie auszudehnen. — Der Staatssekretär des Reichsschatzamts Frhr. von Maltzahn, sowie die Abg. v. Bennigsen (nat.- lib.) und Windthorst (Centr.) betonen die Nothmendigkeet der Bewilligung von Repräsentationskösten für den Staatssekretär des Innern, während in der weiteren Diskussion von nationalliberaler und deutschkonservativer Seite der Antrag Bebel bekämpft, von deutschfreisinniger Seite, sowie von Rednern des Centrums unterstützt wurde. Dabei wurden noch verschiedene Fragen, u. A. auch die Uebelstände in der Spiegelbelegungs-Jndustrie, berührt. Bezüglich der letzteren erklärte der Staatssekretär des Innern von Boetticher, daß dieselben auch von der Regierung anerkannt würden, und daß die medizinische Wissenschaft damit beschäftigt sei, die mit dieser Industrie verbundenen Gefahren, wenn nicht ganz zu beseitigen, so doch auf ein Minimum herabzumindern. Nachdem der Herr Staatssekretär die große Nützlichkeit des Instituts der Fabrikinspektoren betont und hervorgchoben hatte, daß sich dasselbe mehr und mehr zum vermittelnden Organ zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern entwickele, wurde das Gehalt des Staatssekretärs mit Einschluß der Repräsentationskosten bewilligt, der Antrag Bebel aber abgelehnt. Der Rest des Etats des Reichsamts des Junern, soweit er noch zur Verhandlung stand, wurde fast ohne Debatte ebenfalls erledigt. Montag: Fortsetzung der Etatsberatbung.
Berlin, 19. Jan. Die Budgetkommission erledigte das Extra- ordinarium des Marineetats. Die erste Rate für beit Bau eines Panzerschiffes wird einstimmig, die ersten Bauraten für weitere drei Panzerschiffe werden gegen die Stimmen des Zentrums und der Freisinnigen, die ersten Bauraten für zwei Panzerfahrzeuge werden gegen die Stimmen der Freisinnigen bewilligt. Die für den Bau einer Kaserne in Cuxhaven geforderten 220 000 Mark werden gestrichen; der für Verstärkung der Kriegs- vorräthe der Bekleidungsämter geforderte Betrag von 678 000 Mark wird auf 300 000 Mark herabgesetzt; alles Uebrige wird nach den „Fr. N." unverändert genehmigt.
Berlin, 19? Januar. Dem Hause der Abgeordneten sind zugegangen: Der Entwurf eines Gesetzes betreffend Abänderung mehrerer Bestimmungen der Gesetzgebung über die Stempelsteuer, und der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Kosten Königlicher Polizeiverwaltungen in Stadtgemeinden.
Berlin, 19. Januar. Aus bester Quelle hört die „K. Z.", daß Dr Karl Peters schon in nächster Zeit seine Stellung als Mitglied der Direktion der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft mit der Leitung der Emin Pascha Expedition vertauschen wird.
Berlin, 19. Jan. Der kommandirende Admiral, Vizeadmiral Graf Monts, ist heute Abend 8*/* Uhr gestorben.
Die wiederholt auf den internationalen Conferenzen der Gesellschaften vom Rochen Kreuz angeregte Frage, in welcher Weise deni viel-