IlbonnemevtS-
PreiS:
Jährlich 9 Marl. Halbj. «M. S0Pfg.
Bierteljährlich
2 Marl 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaujjchlag. Die einzelne ütnm- mer 10 Psg.
Hanmicr Adriger.
Iugteich AmittcHes 0rgcm für Sicröt- und Lanökr:eis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
5nfertt»n8« Preis:
Die ispaltige Garmondzeile ad. deren Raum 10 Psg.
Die Sspalt. Zeile 20 Pfg.
LieäspaltigeZeite 30 Pfg
Nr. 8.
Donnerstag den 10. Januar
1889.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Zugelaufen: Ein grauer Seidenpinscher. Ein grauer Pinscher m. Geschl. mit geschnittenen Ohren.
Gefunden: Eine Wagenhemme. Ein goldener Damenring. Eine Wagenlaterne. Ein keilförmiges Stück Eisenblech.
Hanau am 10. Januar 1889.
Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
B. 393. — J. 3830/87. Das am 4./1. 1888 gegen den Oberkellner Emil Oskar Breilling aus Steina in Sachsen erlassene Ausschreiben wird erneuert.
354 A. — J. 1179/88. Der am 4. April 1888 gegen den Reisenden Johannes Horstmann aus Bremen erlassene Steckbrief wird erneuert.
A. 348. — J. 2606/88. Der am 5 /7. 1888 gegen den Kommis Emil Steeg von Heidelberg erlassene Steckbrief wird erneuert.
Frankfurt a. M. den 8. Januar 1889.__
100 C. — M. 15/88. Gegen den Kaufmann und Agenten Friedrich Salzer aus Heilbronn, geb. am 20. Januar 1840, welcher flüchtig geworden ist, ist wegen Betrugs und Untreue Haftbefehl erlassen nnd wird gebeten denselben im Betretungsfalle festzunehmen und Nachricht hierher gelangen zu lasten.
Frankfurt a. M. den 8. Januar 1889.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Personalbeschreibung: Größe ca. 1,75 Meter, schlanke Figur, etwas gebeugte Haltung, braunes Haar und braunen Schnurrbart, röthliche Gesichtsfarbe; Sprache: süddeutscher Dialekt.
Tagesschau.
P. Aus dem Reichstage. Berlin, 9. Januar. Der Reichstag nahm heute seine Verhandlungen wieder auf. Den größten Theil der Sitzung füllte die Berathung der Kapitel der einmaligen Ausgaben der Verwaltung des Reichsheeres im ordentlichen und außerordentlichen Etat aus. Diese Etatstheile waren der Budgetkommission zur Vor- berathung überwiesen und obwohl dieselbe im Großen und Ganzen die Ansätze der Vorlage gebilligt hat, sind doch im Einzelnen verschiedene Streichungen beziehungsweise Herabminderungen der geforderten Summen beantragt. Das Haus trat den Beschlüssen der Kommission überall bei, nur mit der Abweichung, daß die Position „Zum Neubau einer Kaserne für drei Eskadrons Kavallerie in Darmstadt" mit Zustimmung des Kriegsministers im Interesse der gegenwärtigen Garnison Babenhausen zur nochmaligen Erörterung an die Budgetkommission zurückverwiesen wurde. Demnächst wurde der Etat des Reichs-Eisenbahnamts erledigt. Wie schon häufig, veranlaßte derselbe auch heute wieder eine Debatte betreffs der Nothwendigkeit einer wirksameren Thätigkeit des Reichs-Eisenbahnamtes; indeß wurde zugleich anerkannt, daß der gegenwärtige Augenblick nicht geeignet erscheine, an eine Aenderung der Organisation dieser Reichsbehörde zu denken. Die Spezial-Etats des Rechnungshofes und des Reichs-Jnvaliden- fonds wurden debattelos genehmigt. Morgen: Wahlprüfungen.
Berlin, 9. Jan. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht dem L-taats-Minister v. Puttkamer zu Karzin den Schwarzen Adler- Orden zu verleihen.
Berlin, 9. Jan. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den bisherigen Konsul in Christiania, Martens, zum Konsul des Reichs in Paris zu ernennen geruht.
Berlin, 9. Jan. Dem zum türkischen Konsul in Frankfurt a. M. ernannten Kaufmann Maximilian Siefried Rheinberg ist das Exequatur Namens des Reichs ertheilt worden.
Berlin, 9. Jan. Se. Majestät der Kaiser und König hielten am 7. und 8. d. Mts. in Liebenberg, auf der Besitzung des Grafen zu Eulenburg, Jagden ab und kehrten von denselben gestern Abend 7 Uhr 55 Minuten hierher zurück.
Berlin, 9. Jan. Der „Post" znfolge wäre die Verlobung der Prinzessin Alix von Hessen mit dem Großfürsten Thronfolger bevorstehend.
Die Verlobung werde an Ostern, wo der Großherzog mit seiner Tochter sich nach Petersburg begebe, proklamirt werden.
Berlin, 9. Jan. (K. Z.) Das „Deutsche Wochenblatt" veröffentlicht einen Brief des Afrikareisenden Dr. Junker, welcher aus Wien vom 5. Januar datirt ist und darlegt, daß alle bisherigen Nachrichten über Stanley und Emin Pascha noch nicht als zuverlässig angesehen werden können, und daß er seinerseits nur zwei bestimmte Behauptungen aufstelle, nämlich: daß Stanleys Karawane nicht vernichtet sein könne, und daß nicht wohl anzunehmen sei, daß Emin Pascha in die Gefangenschaft des Mahdi gerathen sei. Sollten Mahdisten Weiße zu Gefangenen geinacht haben, so könnten dies der Grieche Marko oder der Malteser Jude Vita Hassan sein. Emin Pascha würde sich, wenn er Waddelei aufgab, mit seinem Dampfer südwärts nach dein Albert-See gewandt haben. Betreffs Tippu Tips halte er jetzt noch wie früher an der Annahme von dessen freundschaftlicher Gesinnung, welche ihm seine Klugheit und die Nothwendigkeit vorschreibe, fest.
Die Namen der auf Apia gefallenen Marinemannschaften sind nach der „K. Z.": Obermatrosen Tütrow, Pätsch, Tietz, Peters, Robert Schultz; Matrosen Bottin, Witt, Rithammel, Redweik, Hildebrandt, Herzfeld, Franz Herfurth; Zimmermannsmaat Goos; sämmtlich von Sr. Maj. Schiff „/Olga"; und Matrose Hitzke vom Kanonenboot „Eber".
Zu der Erzählung der „Kreuzztg.", daß Herr v. Puttkamer seinerzeit entlassen worden sei, um Herrn von Bennigsen als Minister des Innern Platz zu machen, bemerkt die „Poft", daß nach ihren zuverlässigen Nachrichten diese Geschichte unbegründet ist. Wir können, bemerkt die „Nationalliberale Korrespondinz", diese Meldung der „Post" nur bestätigen; Bennigsen ist nicht deshalb Oberpräsident geworden, um für das entgangene Ministerportefeuille schadlos gehalten zu werden.
In einem in der „Hallischen Zeitung" abgetansten Briefe des Freiherrn v.. Roggenbach über die Veröffentlichung des Tagebuchs des Kaisers Friedrich heißt es: „Auch das darf ich sagen, daß ich letztere (die Veröffentlichung des Tagebuchs) von allen Gesichtspunkten aus verurtheile. Dieselbe ist moralisch, juristisch und politisch gleichmäßig zu verdammen."
Wien, 9. Jan. Tisza sagte im liberalen Parteiklub, weun man bei bem Wehrgesetz gegen die Regierung stimmen wolle, so möge man zahlreich stimmen, um eine Kahinetskrisks herbeizuführeu, nicht bloß eine Schwächung der Regierung; die Regierung sei nicht gesonnen, mit schwachen Karten zu spielen; von der Kenntniß der Heeressprache hänge im Kriege Leben und Tod Tausender ab. (K. Z.)
Bern, 8. Jan. Das vorläufige Resultat der schweizerischen Volkszählung vom 1. Dezember 1888 beziffert die Bevölkerung aus 2 926 000 gegenüber 2 831 787 im Jahre 1880.
Madr id, 9. Jan. (Fr. N.) Aus einer Hintertreppe des Königspalastes fand eine Petarden-Explosion statt, wobei einige Fensterscheiben zersprangen; weiterer Schaden ist nicht ungerichtet. Der Urheber der Explosion ist bisher noch nicht entdeckt.
Paris, 8. Jan. Genouille, der frühere Gouverneur des Senegal, der seinerzeit vergaß, den vier auf der Insel Alcatras zur Bewachung der französischen Flagge zurückgelassenen Negern Nahrungsmittel zu senden, wurde wegen sahrlässiger Tödtung zu 600 Francs Geldbuße verurtheilt.
Paris, 9. Jan. Die Sensationsente der „Lanterne" über die Trennung Oesterreichs vom Dreibunde hat die hiesigen Preßtelegraphen, die allerdings meist nicht über die Redaktionsstube des betreffenden Blattes hinausreichen, in lebhafte Bewegung gesetzt. „Libertü" läßt sich in einer, wie sie behauptet, in Wien auf gegebenen Depesche melden, Oesterreich sei bis zum Jahre 1891 vertragsmäßig an Deutschland gefesselt und könne sich bis dahin seinen Verpflichtungen nicht entziehen, Thatsache aber sei, „daß die Beziehungen zwischen den Höfen von Wien und Petersburg in der letzten Zeit einen sympathischen Charakter angenommen hätten." „Gau- lois", „Matin" und mehrere andere Blätter bringen ähnliche Mittheilungen. sWir haben bereits angedeutet, daß eine Verständigung Oesterreichs mit Rußland in den Orientfragen, die bis jetzt allerdings nur durch Nachrichten sehr zweifelhafter Gewähr vertreten wird, eines der erstrebens- werthesten Ziele ist, welche die deutsche Politik sich gesteckt hat. | (K. Z.)
Paris, 9. Jan. In der Nacht vom 6. zum 7. d. M. ist der Damm des Kanals der Ourque durchbrochen und dadurch die Schifffahrt auf den Kanälen von Saint Denis, Saint Martin und La Billette, die jener mit Wasser versah, unterbrochen. Die Schiffe können nun nicht mehr