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Nr. 5.

Montag den 7. Januar

1889.

Amtliches.

Nach einem Erlasse des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 4. Dezember d. J. III. 21648 soll zur Beseitigung der erheblichen Uebelstände, welche sich für die Staatsbauverwaltung aus der großen Ver­schiedenheit in den Abmessungen der glatten Dachsteine ( sogen. Biber­schwänze) ergeben haben, fortab ein Normalformat und zwar:

die Länge von 365 mm

Breite 155 mm

Stärke 12 mm eingeführt werden.

Die zulässige Abweichung von der Länge und Breite darf höchstens 5 mm und von der Stärke höchstens 3 mm betragen.

Unter Zugrundelegung dieses Normal-Formates ergibt sich der Be­darf an glatten Dachsteinen

a) für das einfache Dach bei einer Lattung in Abständen von 200 mm zu 35 Stück auf 1 qm Fläche,

b) für das Doppeldach bei einer Lattung in Abständen von 140 mm zu 50 Stück auf 1 qm Fläche,

c) für das Kronendach bei einer Lattung in Abständen von 250 mm zu 55 Stück auf 1 qm Fläche.

Dieses Normalformat soll vom 1. Juli 1891 ab bei allen Staats­bauten den Entwürfen, Kostenanschlägen und Ausführungen zu Grunde gelegt werden.

In den Lieferungsbedingungen wird ferner die genaue Innehaltung dieser für das gebrannte Material zu verstehenden Maße ausdrücklich vor­geschrieben und zugleich die Forderung gestellt worden, daß die Dachsteine fest und wetterbeständig sein, mithin aus scharfgebrannter, womöglich ge­sinterter Thonmasse bestehen müssen.

Cassel den 19. Dezember 1888.

Der Regierungs-Präsident

A. III. 3716. Rothe.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Behufs Vornahme der Vertheilung der Gewerbesteuer für die Gast-, Speise- und Schankwirthe, Klasse C., für die nächsten drei Etatsjahre im Landkreis Hanau ist die Wahl von sieben Abgeordneten und ebensoviel Stellvertretern erforderlich.

Hierzu ist Termin auf

Dienstag den 15. Januar er,, Vormittags 11 Uhr, in das Büreau des Landrathsamts hier bestimmt.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dies den in ihren Gemein­den wohnenden Wirthen bekannt zu machen und daß dies geschehen, inner­halb 8 Tagen anher anzuzeigen.

Hanau am 5. Januar 1889.

Der Königliche Landrath

8t. 2318 Gf. Bismarck.

Die zu Gemeinderathsmitgliedern der Gemeinde Eichen gewählten 1) Heinich Baumann, 2) Johannes Lochmann, 3) Johannes Laubach, 4) Jakob Adam, 5) Wilhelm Daniel Wörner und 6) Jakob Wilhelm Laubach sind von mir bestätigt und in Psticht genommen worden.

Hanau am 31. Dezember 1888.

Der Königliche Landrath

A. 1808 Gf. Bismarck.

Die Bezirkshebamme Anna Katharina Fuchs zu Langenselbold ist am 29. Dezember 1888 beeidigt worden.

Hanau am 2. Januar 1889.

Der Königliche Landrath

V. 7838_________________Gf. Bismarck.______________________

Jeder Militärpflichtige, welchem über seine Dienstpsticht eine endgültige Entscheidung der Ersatzbehörden noch nicht ertheilt ist, hat sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar v. I. bei dem hiesigen Melde-Amte zur Netrutirungsstammrolle zu melden, bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.

Für solche Militärpflichtige, welche, ohne an einem anderen Orte im

deutschen Reiche einen bauernben Aufenthalt zu haben, abwesend sind, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherren die Anmeldung zu besorgen, ebenfalls bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.

Hanau am 2. Januar 1889.

Der Oberbürgermeister

_______________Westerburg.________________________________

Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.

20 D. J. 5058/88. Ueber den Aufenthalt des Kaufmanns Joh. Julius Wiegand, geb. 4./7. 1857 zu Marburg, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 2. Januar 1889.

B. 88. N. 723/87. Ueber den Aufenthalt der nachstehenden Personen: 1) des Arbeiters Joseph Gustav Bertsch, geboren am 6. No­vember 1857 zu Wimpfen am Berg, 2) des Knechts Paul Löhmer, geboren am 27. Juni 1865 zu Unterleichtersbach, 3) des Taglöhners Franz Joseph Helmer, geboren am 18. Januar 1851 zu Kleinlüder, wird Auskunft begehrt.

B. 44. J. 5087/88. Ueber den Aufenthalt des Dachdeckers Adam Philipp Seitz von Neudorf, geb. 3./4. 1855, wird Auskunft begehrt.

13820 D. J. 1096/88. Ueber den Aufenthalt des Agenten Ernst Albert Otto Vogel aus Schöneberg, geboren am 12. November 1862, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 3. Januar 1889.

116 B. N. 1305/86. Das am 23. September 1887 erlassene Ausschreiben gegen den Schaubudenbesitzer Johann Geister von Geldern wird erneuert.

98 A. J. 4569/87. Das Ausschreiben vom 1./2. 1888 gegen Friedr. Joh. Gr all von Greisman und Gottlieb Farrenkopf von Hettigenbeuren wird erneuert.

A. 130. J. 2512-88. Das am 13./7. 1888 gegen den Kellner Johann Michael Schneider aus Untererthal erlassene Ausschrei­ben ist erledigt.

117 B. N. 1079/88. Das am 2. Oktober 1888 erlassene Ausschreiben gegen die Dienftmagd Henriette Kley von Ruhla wird erneuert.

B. 153. J. 4537/87. Das am 31. Januar 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Hausburschen Konrad Metzler aus Gelnhausen wird erneuert.

A. 126. J. 4827/88. Ueber den Aufenthalt des Schlosserge­sellen Georg Michael Breit, geb. 29J9. 1871 zu Fürth, wird Auskunft begehrt.

148 A. J. 3531/88. Der Steckbrief vom 7. v. Mts. gegen August Heß von Hersfeld ist erledigt.

Frankfurt a. M. den 4. Januar 1889.

Tagesschau.

Berlin, 5. Jan. Den nachfolgenden 6rlaß Sr. Maj. des Kaisers an ben Reichskanzler Fürsten v. Bismarck veröffentlicht der heutigeR. u. St.-A." an der Spitze des Blattes:

Lieber Fürst: Das Jahr, welches uns so schwere Heimsuchungen und unersetzliche Verluste gebracht hat, geht zu Ende. Mit Freude und Trost zugleich erfüllt Mich der Gedanke, daß Sie Mir treu zur Seite stehen und mit frischer Kraft in das neue Jahr eintreten. Von ganzem Herzen erflehe Ich für Sie Glück, Segen und vor Allem andauernde Ge­sundheit und hoffe zu Gott, daß es Mir noch recht lange vergönnt sein möge, mit Ihnen zusammen für die Wohlfahrt unb Größe unseres Vater­landes zu wirken. Berlin, den 31. Dezember 1888. Wilhelm. I. R."

Berlin, 5. Jan. Der deutsche Botschafter in London, Graf Hatz­feld, welcher gestern mit seinen Töchtern von den kaiserlichen Majestäten zur Tafel geladen war, hat sich heute Abend gum Besuche des Reichskanz­lers nach Friedrichsruh begeben. Der Erbgroßherzog und die Erbgroß­herzogin von Baden werden übermorgen zu kurzem Besuch am kaiserlichen Hofe erwartet.

Berlin, 5. Jan. Es wird allgemein angenommen, daß Haupt­mann Wißmann als Reichskommissar nach Ostafrika gehen wird. Ueber