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Nr. 4.

Samstag den 5. Januar

1889.

Amtliches.

Warnung.

In Läden und Geschäften, welche als Lotterie-Komtor, Lotterie- Einnahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Kollekteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klaffen-Lotterie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterie­plan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinnabzüge für sich ausbedingen.

Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung auf Looseerneuerung und auf Ge­winnzahlung.

Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von Loosantheilschein-Ver käufern haben herausgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch ver­fahren, indem sie die Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine aus­geben, als der Umfang ihres Loosebesitzes erlaubt, oder indem endlich sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden. ,

Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den ächten Loosen machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren UmschriftKoen. Pr. Gen. Lotterie-Direktion" tragen.

Zur Unterscheidung zwischen den sich alsLotterie- Einnehmer" benennenden und ihr Geschäft alsLotterie- Einnahmen" oderLotterie-Komtor" bezeichnenden Pri­vatverkäufern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren allein alsKönigliche Lotterie-Einnahmen" oder Königliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.

Berlin am 8. Juli 1882.

Königliche General-Lotterie- Direktion.

__________________ Dam mas.__L iliental. ______ ____

Bekanntmachungen Königl. LänMthsämts.^

Durch Verfügung der Königl. Regierung vom 24. d. Mts., B. Nr. 14738, ist dem Pfarrer Wittekindt zu Oberissigheim die Lokalschulin­spektion daselbst übertragen worden.

Hanau am 29. Dezember 1888.

Der Königliche Landrath

V. 7887_________________Gf. Bismarck. ______

Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.

B. 22385. J. 4942/88. Ueber den Aufenthalt des Maurers Georg Heinrich Fink aus Langen wird Auskunft begehrt.

13821 D. M. 393/88. Das am 19. Dezember 1888 gegen den Backsteinmeister Wendelin Bock aus Michelau erlassene Ausschreiben ist erledigt.

22477 B. J. 4722/88. Ueber den Aufenthalt des Gold­arbeiters Wilh. Kropp von Fulda wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a. M. den 31. Dezember 1888.

10 C. M. 269/88. Der am 8. Dezember 1888 erlassene Steckbrief gegen die Ehefrau Bertha Landauer, geb. Wiesenarund, von München ist erledigt.

Frankfurt a. M. den 2. Januar 1889.

A. 49. J. 2367/88. Der am 1./7. 1888 gegen den Bäcker­lehrling Ferdinand Knauf von Lützelhausen erlassene Steckbrief wird erneuert.

Frankfurt a. M. den 3. Januar 1889.

Tagesschau.

Berlin, 4. Jan. Se. Majestät der Kaiser und König begaben Sich gestern Morgen um 9/s Uhr mittels Sonderzuges nach der Wild- parkstation und von dort nach Friedrichskron, um daselbst den Vortrag des Ober-Hof- und Hausmarschalls v. Liebenail über die erforderlichen bau­lichen Veränderungen im Schlosse entgegenzunehmen. Um 6 Uhr fand so­

dann bei Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin in der Bilder­galerie des hiesigen Königlichen Schlosses ein größeres Diner statt, zu welchem Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Baden, sowie die Ge- neral-Feldmarschälle, die zur Zeit hier weilenden kommandirenden Generale, der Kriegs-Minister und der Ches des Generalstabes der Armee mit Ein­ladungen beehrt worden waren. Die Tafelmusik wurde von der Kapelle des Garde-Füsilier-Regiments ausgeführt.

S3 erlitt, 4. Jan. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Augusta empfing gestern den General-Feldmarschall Grafen Moltke.

8erlitt, 4. Jan. DasCentralblatt für das Deutsche Reich" veröffentlicht in der Nummer 1 des XVII. Jahrgangs 1889, vom 2. Ja­nuar, die neue Dentsche Wehrordnung, vom 22. November 1888. Alle entgegeustehenden Bestimmungen, namentlich die Deutsche Wehrordnung vom 28. September 1875 und die vorläufigen Ausführungsbestimmungen zu dein Gesetz, betreffend Aenderungen der Wehrpflicht, vom 11. Februar 1888, sind gleichzeitig aufgehoben.

DieK. Z." schreibt: Unsere Mittheilung, daß von der Einbring­ung einer Nachtragsforderung für militärische Zwecke Abstand genommen sei, beruhte auf einer unvollständigen Nachricht. Ueber die Nothwendigkeit einer Ergänzung unserer Artillerie herrschen in den maßgebenden Kreisen durchaus keine Zweifel mehr ; ungewiß scheint nur, in welcher Weise und Form dem erkannten Bedürfniß abzuhelfen sein wird.

München, 3. Jan. In einer heute Abend im hiesigen Rathhause stattgehabten Versaminlung bildete sich ein Komitö zur Veranstaltung eines Festmahles, mit welchem der Geburtstag des Kaisers Wilhelm imBai­rischen Hofe" begangen werden soll.

München, 4. Jan. (K. Z.) Die klerikale Mehrheit des Stadt­magistrats hat den von den Altkatholiken erbetenen Kirchenbauzuschuß ab­gelehnt. Die Liberalen und die Konservativen werden daher im Stadtver- ordnetenkollegium die Bewilligung der Zuschüsse für katholische, protestan­tische und israelitische Gotteshäuser von der Gewährung eines Zuschusses auch für die Altkatholiken abhängig machen.

Wien, 4. Jan. Die mehrerwähnte einstündige Thronrede des Kö­nigs Milan stellt einen Rückblick auf seine Politik dar. Im Laufe des gestrigen Nachmittags beglückwünschten sämmtliche Vertreter der Mächte, auch der russische, den König.

Pest, 4. Jan. Das Amtsblatt veröffentlicht eine Verordnung des Unterrichtsministers betreffend den eingehendern Unterricht in der deutschen Sprache auf den Gymnasien und der Realschule.

Madrid, 4. Jan. Bei einer in dem Bergwerke Esperanza bei Oviedo in Asturien stattgehabten Minen-Exploston sind 27 Arbeiter getödtet und viele verwundet worden. (Rh. K.)

London, 3. Jan. Die Lords des Schatzamts haben an die ver­schiedenen Abtheilungs-Chefs im Civildienst ein Rundschreiben gerichtet, wo­rin es Staatsbeamten untersagt wird, Kandidaturen für die bevorstehenden Wahlen zu den Grafschaftsräthen anzunehmen, da die Ausübung eines solchen Amts sich mit ihren Obliegenheiten nicht vertragen würde.

Petersburg, 3. Jan. Nach telegraphischen Meldungen aus Palta trifft Königin Natalie demnächst in Petersburg ein, um Weihnachten am Zarenhofe zu feiern. Der hiesige Slavenverein bereitet festlichen Empfang vor. (M. Z.)

Petersburg, 4. Jan. DerRussische Invalide" veröffentlicht das Reglement, betreffend den Etat und die Kadres der Trainbataillone, deren Einführung für das russische Neujahr angekündigt wird.

Kairo, 4. Jan. DasReuter'sche Bureau" meldet: Ein ägyp­tischer Soldat, welcher in Wadi-Halfa aus Omdurman angekommen ist, wo er sich während der letzten 9 Monate aufgehalten hat, berichtet, der Mahdi habe 6000 Mann auf Dampfschiffen nach dem Bar-el-Gazel gesandt; von diesen sei ein Mann am 1. Oktober zurückgekehrt und habe von einer gänz­lichen Niederlage der Derwische durch Emin Pascha gemeldet. Der Soldat fügt hinzu, Emin sei der weiße Pascha. Am 23. Oktober habe der Soldat Omdurman verlassen und bis dahin sei keine weitere Nachricht aus dem Süden daselbst bekannt geworden. (RH. K.)

London, 3. Januar. Der Union-DampferDurban" ist auf der Ausreise vorgestern in Capetown eingetroffen.

Triest, 4. Januar. Der LloyddampferEttore" ist gestern Abend aus Konstantinopel hier eingetroffen.