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gihrlich 9 Marl. tz«lbj.â50Pf», PierteljLhrlich
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Hanmier Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Stcröi- unö Lcrnökveis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 303.
Freitag den 28. Dezember
1X88
Abonnements«Einladung.
Mit dem 1. Januar 1889 beginnt ein neues Abonnement auf den
„Hanauer Anzeiger", zugleich amtliches Organ für Stabt- und Landkreis Hanau.
Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt-, und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dem Laufenden, bietet Cours- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Laudtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ansschusses, Fremdeuliste, ferner Geschäfts- und Privat-An- zeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.
Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der „Hanauer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Pf.
Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.
Nicht gekündigte Abonnements gelten als stillschweigend erneuert.
Neu zutretende Abonnenten erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung ab bis Anfang des Quartals unentgeltlich.
_________Die Expedition des Hanauer Anzeigers.
BekauntMschÜNgen KLmègl. LsWTathsarnts.
Durch Polizei-Veordnung vom 20, Oktober 1884 ist angeordnet, daß, wer im Bezirk Frankfurt a. M. einen Hund zum Anspannen und Ziehe» verwenden will, durch ein nur für das laufende Jahr der Ausstellung gültiges Attest des Kreisthierarztes des landräthlichen Bezirks seines Wohnortes oder des Frankfurter Kreiè-Thierarzies nachzuweisen hat, welche nach dem Gewicht zu bestimmende Last der in dem Attest genau zu bezeichnende Hund zu ziehen geeignet ist.
Die in Folge dessen statifindende Besichtigung der Hundefuhrwerke des Bezirkes Frankfurt a. M. wird für das Jahr 1889 in den Tagen vom 3. bis 5. und den 8. und 9. künft. Monats, jedesmal Vormittags von 10 bis 1 Uhr, abgehalten und werden die betreffenden Kreiseingesessenen, welche mit Hundefuhrwerken nach jenem Bezirk kommen, auf den Inhalt obiger Verordnung aufmerksam gemacht mit dem Bemerken, daß in der angegebenen Zeit der Kreis-Thierarzt zu Frankfurt auch zur Besichtigung der Hundefuhrwerke dieser Interessenten sich bereit halten wird.
Die Besichtigung findet in der landwirthschaftlichen Halle zu Frankfurt statt und sind die betr. Ziehhunde mit eigenem hergerichteten Geschirr angeschirrt und an dem zugehörigen Fuhrwerk (Wagen oder Stoßkarren) angespannt vorzuführen.
Hanau am 27. Dezember 1888.
Der Königliche Landrath
P. 8890___Gf. Bismarck.____
DienMschrichten aus dem Kreise.
Verloren: Am 27. d. Mts. ein dünnes Büchelchen medizinischen Inhaltes.
Gefunden: Ein Weidenkörbchen (in einem Laden stehen geblieben). Ein Beil.
Hanau am 28. Dezember 1888.__
ÄkssÄreiKen Kömgl. Staatsanwa(f[fittff zu Frankfurt a. K
A. 21803. — J. 4695/88. Das am 12. Dezember 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Steindrucker Adam Reinhardt von Heddernheim wird zurückgenommen.
Frankfurt a/M. den 24. Dezember 1888.
21882 A. — M. 45/88. Das am 19. Juni 1888 gegen den Knecht Peter Stein aus Völkersleier erlassene Ausschreiben ist erledigt.
— Frankfurt a/M. den 27. Dezember 1888.___
Tagesschau.
Berlin, 27. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser und König arbeiteten am zweiten Weihnachtsfeiertage Morgens zunächst allein und von 11 "hr ab mit dem Ober - Ceremonienmeister Grafen Eulenburg sowie mit
dem Chef des Militärkabinets, General-Adjutanten v. Hahnke. Um 6 Uhr Nachmittags sand Familientafel bei Ihren Majestäten statt. • - ?
Berlin, 27. Dez. Gegenüber der „Neuen Freien Presse", welche behauptet hatte, daß die russisch-vatikanischen Verhandlungen erst seit dem Besuche des deutschen Kaisers in Rom ein rascheres Tempo angenommen hätten, bemerkt die „Nordd. Allg. Ztg.": Das mag richtig sein; aber die Deutung dieser Thatsache ist irrthümlich. Für die deutsche Politik ist die Verständigung des Papstes mit Rußland nichts Unerwünschtes. Das Interesse, welches die preußische Politik an den russisch-vatikanischen Verhandlungen nimmt, liegt rücksichtlich der Haltung der Polen im Parla« ment und ihrer Unterstützung Seitens deutscher „Reichsfeinde" mehr in der Richtung des Gelingens der Verständigung zwischen dem Papst und dem russischen Kaiser, als in der des Scheiterns. Deshalb kann es wohl richtig sein, daß der Beginn des günstigen Fortganges dieser Verhandlungen mit der Anwesenheit des Kaisers in Rom koinzidirt. Wer in Deutschland ein richtiges Verständniß der politischen Situation hat, kann nur wünschen, daß die Kurie sich mit Rußland über die zwischen beiden Mächten streitigen polnischen Gebiete dauernd verständige.
Die Fraktionslifte des Abgeordnetenhauses weist in der neuen Zusammensetzung 126 Konservative, 97 Mitglieder des Centrums, 2 weifische Hospitanten, 87 Nationalliberale, 60 Freikonservative, 29 Freisinnige, 15 Polen und 11 keiner Fraktion Angehörige auf, nämlich die Minister von Boetticher, Herrfurth, von Lucius, die Konservativen Cremer, von Eckardstein und von Meyer-Arnswalde und die Liberalen Berger, Kieschke und Lotichius, endlich Johannsen und Lassen (Dänen).
Altona, 27. Dezbr. (K. Z.) Am Weihnachtstage wurde in unserer Stadt der 25jährige Gedenktag des Einzugs der Bundesexekutionstruppen durch Flaggenschmuck und patriotische Zusammenkünfte gefeiert.
Leipzig, 27. Dezbr. Gestern ist der Professor der Theologie Viktor Lechler gestorben.
Weimar, 26. Dezbr. Die Erbgroßherzogin, welche vor einigen Tagen anscheinend unerheblich erkrankte, leidet, wie seit Montag Abend verlautet, an einem gastrisch-nervösen Fieber von ernstem Charakter. Die hochgradigen Fiebererscheinungen find sehr hartnäckig und bewirken, daß die hohe Patientin sich Tag und Nacht in einem Zustand großer Unruhe befindet, doch ist, wie das Bulletin von heute Morgen besagt, der Kräftestand vorläufig nicht besorgnißerregend.
Karlsruhe, 24. Dez. In der hiesigen Augenklinik hat ein 53 Jahre alter Mann, welcher sich daselbst in Pflege befand, wahrscheinlich aus Gewissenèbedrängniß geoffenbart, daß er seine Schwester ermordet und darauf das Haus in Brand gesteckt habe.
Rom, 27. Dezbr. (K. Z.) Nach Meldungen aus Messina wurde dort sowie in Jagonegro ein heftiger Erdstoß verspürt. In Castroreale wurden vier Erdstöße, von denen zwei besonders heftig auftraten, wahrgenommen. Schaden ist dadurch, soweit bis jetzt bekannt, nicht verursacht worden.
Neapel, 26. Dezbr. Der Deputirte Mancini, im letzten Ministerium Depretis Leiter der Auswärtigen Angelegenheiten, ist heute auf der Villa Capodimonte gestorben.
Paris, 26. Dez. Der Wechselagent Bex, dessen Verschwinden mit einem Defizit von 8 Millionen Franken letzte Woche in den hiesigen Börsenkreisen berechtigtes Aufsehen erregte, hat sich, wie die Polizei gestern Abend durch eine an seinen Schwager gerichtete Depesche erfuhr, in War« tigny im Kanton Wallis entleibt. Eben sollte Goron, der Chef der hie« sigen Sicherheitsbehörde, nach der Schweiz abgehen, um di« durch eine frühere Depesche verrathene Spur über Genf zu verfolgen, als, nach dem „Rh. K.", die Meldung des Gastwirths in Martigny, in dessen Hause der Selbstmord erfolgte, die Reise überflüssig machte.
Paris, 26. Dezbr. In einer gestern stattgehabten Versammlung von Senatoren und Deputirten verschiedener republikanischer Richtungen wurde in Aussicht genommen, die Kandidatur Pierre Baudin's an Stelle des verstorbenen Hude gegenüber der Kandidatur Boulanger's zu unter« stützen.
. ,Paris, 2J- Dezbr. In einer Versammlung im Winter-Zirkus,
der etwa 5000 Panamisten, Aktionäre und Anlehensgläubiger, beiwohnten, erklärte der Vorsitzende Graf Dilham, die Arbeiten für den Kanal wurden noch 400 Millionen kosten und in drei Jahren werde der Kanal Versammlung beschloß, bis zur Eröffnung des Kanals auf die Zinszahlung zu verzichten und neue Schuldverschreibungen zu