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Mit de» Betreffen» tat Pdstausschlag. tie einzelne 8tum»
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Zugleich Amtliches Higern für SLcröL- und LcrnöKveis Kcrncru.
AnftrtlonS- Preis:
Die ispaltige Garmoudzeile ob. deren Raum
10 Psg.
Die Lspalt. Seile 20 Psg.
Die SspaltigcZeil« 30 Psg
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Vellage.
Nr. 286.
Donnerstag den 6. Dezember
1888
Amtliches.
Aienst-Uachrichten aus dem frdse.
Gefunden: Ein gestreiftes Handtuch. Ein Pelzhandschuh. Eine dunkele Knabenhose. Eine goldene Halskette. Eine Scheere. Eine Hornbrosche. Ein Taschenmesser mit mehreren Klingen.
Vom Wasenmeister am 5. d. M. ein gefangen: Ein gelber Hund w. Geschl. Ein grau und weißer Spitz, sowie ein schwarzer Dachshund mit gelben Abzeichen, beide letztere w. Geschl.
Zugelaufen: Eine junge schwarze Katze. Ein brauner Jagdhund. Ein gelber Pinscher.
Verloren: Ein goldenes Armband; dem Wiederbringer 5 Mark Belohnung. Ein Granat-Armband. Ein Stock, s. g. Ziegenhainer mit Hirschhorngriff und Stahlspitze; dem Wiederbringee 3 M. Belohnung.
Entflogen: Eine schwarz und weiße Taube.
Ein Floßboden, bestehend aus 7 Stämmen mit 4 Feldern, ist am 29./30. 11. am Bootshaus an der Mainspitze abgetrieben.
Hanau am 6. Dezember 1888.
ÄLssâeikm Kömgt. Shafsannmttftfiaff M Frankfurt a. A
B. 20775. — J. 3134/88. Der am 14. August 1888 erlassene Steckbrief gegen den Schlosser Georg Selle von Augsburg ist erledigt.
Frankfurt a/M. den 3. Dezember 1888.
20580 A. — J. 4509/88. Ueber den Aufenthalt der ledigen Anna Steinberger von Degenbach wird Auskunft begehrt.
A. 20460. — J. 4598/88. Ueber den Aufenthalt des Hausburschen Josef Valentin Kröckel, geb. 4./2. 1872 zu Poppenroth, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 4. Dezember 1888._________________________
A. 20475. — M. 82/88. Gegen den Schmied Franz Anton Abele, geb. 21./6. 1863 zu Steinbach bei Hall, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Körperverletzung verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M. den 3, Dezember 1888.
______________________Königliche Staatsanwaltschaft.__
Bekanntmachung.
Als die Blätter, in welchen im Jahre 1889 die auf Grund der Einträge im Handels- und im Genossenschaftsregister zu erlassenden Bekanntmachungen zu veröffentlichen sind, werden
der Deutsche Reichs- und Königlich Preußische Staatsanzeiger, die Hanauer Zeitung,
der Hanauer Anzeiger bestimmt.
Hanau den 1. Dezember 1888.
' __________ Königliches Amtsgericht I. ______________
Tagesschau
P. Aus dem Reichstage. Berlin, 5. Dezember. Der Reichstag setzte heute die Berathung des Etats der Militärverwalung fort und genehmigte zunächst mehrere Kapitel ohne jede Diskussion. Eine etwas eingehende Debatte veranlaßte zuerst das Kapitel 18 (Militär-Justizverwaltung), bei welchem vom Abg. Rickert (deutschfr.) die Nothwendigkeit der Revision der Militär-Strafprozeßordnung betont und event, für die dritte Lesung ein bezüglicher Antrag in Aussicht gestellt wurde. — Der Herr Kriegs minister entgegnete, daß der Entwurf eines neuen Militär- Strafprozesses noch nicht vorliege. Es sei auch nicht zweckmäßig, auf diesem Gebiete vorzugehen, so lange die über die Abänderung des Civil- Strafprozesses schwebenden Fragen nicht zum Abschluß gebracht seien. Persönlich sei er der Ansicht, daß sich die Entlassung der mit Pension verabschiedeten Offiziere aus der Militärgerichtsbarkeit empfehle, während die zur Disposition gestellten Offiziere dieser unterstellt bleiben müßten. Verschiedene Redner betonten indeß darauf, daß die großen Mängel der Strafprozeßordnung ohne Rücksicht auf die Reform des Civilstrafprozesses dringend der Abstellung bedürften. Eine sehr eingehende Debatte veranlaßte das Kapitel 25 (Naturalverpflegung); dieselbe drehte sich hauptsächlich um das Lieferungswesen und den direkten Ankauf der Naturalien
von den Produzenten. Der Kriegsminister wies auf die erfreuliche Thatsache hin, daß sich der direkte Bezug seit Jahren in fortdauernder Steigerung befinde. Das Kapitel selbst war übrigens nicht bemängelt und wurde unverkürzt bewilligt. Eine große Reihe anderer Kapital passirte ohne jede Debatte. Beim Kapitel „Militärerziehungs- und Bildungswesen" sprach Abg. Dr. Götze (nat.-lib.) den Wunsch aus, daß die körperliche Ausbildung der Jugend noch mehr als bisher von oben gefördert werden möge, und empfahl insbesondere Unterstützung der turnerischen Bestrebungen. — Der Kriegsminister entgegnete, daß die turnerischen Uebungen in der Armee ernstlich gefördert würden. Auch wäre es der Armee gewiß erwünscht, wenn die jungen Leute gymnastisch vorgebildet in dieselbe einträten; aber in der vom Vorredner gewünschten Richtung einzuwirken, sei die Militärverwaltung gar nicht in der Lage. Der Rest des Ordinariums wurde darauf ebenfalls unverkürzt bewilligt und dann um 4^2 Uhr die Verhandlungen vertagt. Morgen: Erste Lesung des Gesetzentwurfs, betreffend die Alters- und Jnvaliditätsversicherung.
Berlin, 5. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser und König unternahmen nach der gestrigen Mittagstafel, begleitet von dem Flügel-Adjutanten vom Dienst, eine etwa emstündige Spazierfahrt und empfingen nach der Rückkehr den Staats-Minister Grafen Bismarck zu längerem Vortrage.
Berlin, 5. Dezember. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht das Dankschreiben des Reichskanzlers an den Dekan der theologischen Fakultät in Gießen für die Ernennung zum Doctor theologiae. Dasselbe schließt: Eingedenk des Geistes, in welchem die "Universität Gießen von dem Landgrafen Ludwig gegründet, ist sie stets die Vertreterin der Geduldsamkeit auf theologischen Gebiete gewesen. Meinem Eintreten für ein duldsames und praktisches Christenthum verdanke ich die Auszeichnung, die mirs zu Theil geworden ist. Wer sich der eigenen Unzulänglichkeit bewußt ist, wird in dem Maaße, in welchemAlter und Erfahrung seine Kenntniß der Menschen und Dinge erweitern, duldsam für die Meinung Anderer.
Berlin, 5. Dez. (K. Z.) Die Budgetkommission fährt heute in der Berathung des Heeresbudgets fort. Die meisten Posten werden ohne erhebliche Erörterung bewilligt. Ueber die Kasernen für ein Regiment Infanterie in Stettin entsteht eine längere Verhandlung, doch findet auch hier die Bewilligung statt nachdem von der Regierung die Nothwendigkeit des Baues aus gesundheitlichen Gründen nachgewiesen ist; dasselbe gilt für die Bataillonskaserne in Stettin. Auch die Kaserne für zwei Bataillone Infanterie in Spandau wird erst genehmigt nach dringlicher Befürwortung von Seiten des Regieruugèkommissars. Bei Berathung der in Köln und Kalk geplanten Kasernenbauten — also eine Kaserne für eine Abtheilung Feldartillerie, einen Ersatzbau der Kaserne VI in Köln, zwei Kasernen für je ein Regiment Infanterie — kommt die Frage, ob es nöthig ist, im Dispositiv des Etats den Ort einer Kaserne genau zu bezeichnen, oder ob es genügt, den Garnisonort zu nennen, auch wenn eine Kaserne für einen Truppentheil der Garnison in einem nicht zu der Garnisongemeinde gehörenden Ort liegt, wie z. B. in Kalk. Die Kommission bezeichnet die Nennung des Garnisonortes für genügend. Abgelehnt werden die Forderungen für den Neubau eines Trainedepots und einer Kaserne in Altona 210,000 M, und für ein Dienstwohngebäude für einen Divisionskommandeur in Darmstadt 53,000 M.
Berlin, 4. Dez. Nach einer früher den Oberpräsidenten zugegangenen Mittheilung des Ministers des Innern bedürfen auf Grund der bestehenden Gesetzesvorschriften vorläufig in die Heimath beurlaubte Rekruten zur Verhèirathung der Genehmigung des betreffenden Landwehr- Bezirkskommandos. Gleichwohl sind bisher nicht selten Rekruten ohne Beibringung dieser Genehmigung zur Eheschließung zugelassen worden. Es soll deshalb seitens der Standesbeamten für alle Fälle, in welchen die Nichtanwendbarkeit der bezüglichen Gesetzesvorschriften sich nicht ohne weiteres ergibt, die thunlichst sorgsäÜige Feststellung der Verhältnisse erfolgen.
Berlin, 4. Dezbr. (K. Z ) Bezüglich der auf kolonialpolitischem Gebiete geplanten Arbeiten scheint der Bunderrath vorläufig nicht heran- gezogen zu werden; inzwischen bereiten sich im Reichstage auf diesem Gebiet Anträge vor, welche auf ein möglichst Weitgreifendes Eintreten der