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Nr. 282.
Samstag den 1. Dezember
1888
KâKNtMKchuNgen KöNigL» Larrdrathsamts.
Mit Rücksicht darauf, daß nunmehr alle Civilbeamten aus Anlaß der Thronwechsel den Diensteid nach der Formel der Verordnung vom 6, Mai 1867 (G. S. S. 715) geleistet haben oder leisten werden, hat das Königliche Staatsministerium in seiner Sitzung vom 8. Oktober d. I. beschlossen, daß die durch Allerhöchste Ordre vom 10. Februar 1835 ungeordnete Verweisung auf den geleisteten Diensteid bei Einführung in ein anderes Amt allgemein in Wegfall zu kommen habe.
Hiernach ist für die Folge in allen Fällen zu verfahren.
Berlin den 2. November 1888.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.
gez. von Goßler.
An die Nachgeordneten Behörden des diesseitigen
Ressorts. G. III. Nr. 2044.
Der vorstehende Erlaß wird den Herrn Ober- und Lokalschulinspektoren hiermit bekannt gegeben.
Hanau am 28. November 1888.
Der Königliche Landrath
V. 7157 Gf. Bismarck.___
Die Herren Bürgermeister werden ersaht, nachstehende Bekanntmachung des Vorstandes des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden veröffentlichen zu lassen.
Hanau am 30. November 1888.
Der Königliche Landrath
V. 7288 Gf. Bismarck.
Landwirthschastticher Lreis-Verein Hana«.
Nächste Versammlung Samstag den 8. Dezember, Nachmittags
2 Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
1) Geschäftliche Mittheilungen.
2) Maßnahmen gegen die wucherische Ausbeutung der kleinen Landwirthe; Referent: W. Schönmeyer.
3) Bericht über die Viehausstellung in Gelnhausen; Referent: Bürgermeister Z e h.
4) Stand der Pferde-Versicherungen des Stadt- und Landkreises Hanau; Referent: A. Schwind, Vorfitzender der beiden Ber- sicherungsvereine.
5) Bericht über die diesjährigen Ernteergebnisse; Referenten: W. Schuppius, Bürgermeister Kopp, C. Kalbhenn, Bürgermeister Z e H.
6) Die Landwirthschaftschule zu Weilburg a/Lahn; Referent: Fr. Collmann.
__Der Vorstand.
Vienft-Uachrichte« aus dem Steift.
Gefunden: Ein Portemonnaie mit einigen Pfennigen nebst einem Loos.
Zugeflogen: Ein Hahn.
Hanau am 1. Dezember 1888.____________________________
Änsfiftreifien Kömgl. KiaaisLnwalislkasi zu Frankfuri 6. K. 20054 A. — J. 4521/88. Ueber den Aufenthalt des Fuhrmanns August Jopp, zuletzt hier in Dienst bei Wwe. Sipf, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 28. November 1888.____
B. 20564. — J. 4483/88" Gegen den Maurer Johann Fend aus Fischbach, geboren 18./6. 1858, welcher flüchtig ist, iß die Untersuchungshaft wegen Diebstahls rc. verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M. den 28. November 1888.
- _____________Königliche Staatsanwaltschaft.______
B. 20554. — N. 944/88. Gegen den Roßwärter Georg Roth, geb. den 29. November 1863 zu Zailsheim, Kreis Höchst, welcher flüchtig ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M. den 29. November 1888.
Königliche Staatsanwaltschaft.___________________
Tagesschau
Berlin, 30. Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen gestern Vormittag um 103/< Uhr den Kriegs - Minister, General der Infanterie Bronsart v. Schellendorff, und um 1 Uhr den Chef des Civilkabinets, General-Lieutenant v. Hahnke, zum Vortrage. Um l1/* Uhr hatten der Direktor der Aktiengesellschaft „Vulcan" zu Stettin, I. Meyer, und der Kommerzienrath Schlutow, Vorsitzender des Aufsichts- raths, die Ehre des Empfanges. Sodann ertheilten Se. Majestät dem Botschafter Heinrich VII. Prinzen Reuß vor seiner Abreise nach Wien eine Audienz.
Berlin, 30. Nov. Im Reichstage fand heute die zweite Berathung des Etats statt. Die Etats des Reichstages, des Reichskanzlers und der Reichskanzlei werden bewilligt. Bei dem Etat des Reichsamtes des Innern wird der Posten für die Hochseefischerei an die Budget-Kom- missisn überwiesen. Alle übrigen Posten des Etats, soweit sie nicht von vornherein der Budget Kommission vorbehalten sind, werden nach dem „Rh. K." genehmigt, ebenso der Etat der Reichs-Justizverwaltung, wobei Staatssekretär v. Schelling eine Vorlage über die Ermäßigung gewisser Gerichtskosten in Aussicht stellte, und der Etat des Reichsschatzamtes.
Berlin, 30. November. Die Bevollmächtigten zum Bundesrath, Königlich sächsischer Zoll- und Steuerdirektor Golz, Königlich württem- bergischer Wirklicher Geheimer Kriegsrath von Horion und Königlich württembergischer Ober-Finanz-Rath Fischer sind hier eingetroffen.
Berlin, 30 November. Es werden verlegt: das Kommando des Landwehr-Bataillons-Bezirks Wesel am 1. Januar 1889 nach Mülheim an der Ruhr, die Kommandos der Landwehr-Bataillons - Bezirke Kirn und Weilburg am 1. April 1889 nach Kreuznach bezw. Limburg. Von den gleichen Zeitpunkten ab nehmen genannte Bezirke die entsprechend veränderte Bezeichnung an.
Berlin, 29. Nov. Der Landeseisenbahnrath tritt am 7. Dezember hier zu einer Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung steht u. a. eine Vorlage über Frachtermäßigung für Basalt von Stationen der Wester- Waldbahn nach den Stationen Engers, Ehrenbreitstein und Coblenz.
Der von den Admiralen des deutschen und des englischen Geschwaders im Namen des Sultans von Zanzibar verhängten Blockade über die ganze Küste werden Portugal und Italien sich voraussichlich in den nächsten Tagen anschließen.
S. M. Kreuzer Nautilus ist am 30. November von Plymouth nach Kiel in See gegangen.
In einem „Die Eis-nbahngesetzgebung in Preußen" überschriebenen Artikel der Londoner „Railway News" heißt es; Beinahe uneingeschränktes Lob gebührt der Art und Weise, in welcher die preußische Eisenbahnverwaltung in den letzten 25 Jahren, besonders seit 1871 geleitet ist. Diese bewunderungswürdige Leistung ist, so eigenthümlich, ja sonderbar es manchem unserer Leser erscheinen mag, das Ergebniß der bureaukratischen, in dem ganzen Lande vorwiegenden Einrichtungen. Die Verwaltung hat dabei überdies militärische und unter Umständen selbst politische Fragen und Interessen mit den oft gebieterischen Anforderungen der Volksvertretung gleichzeitig zu berücksichtigen. Die meisten der seit 1871 gebauten Hauptbahnen dienen in erster Linie militärischen Zwecken, aber Alles ist so geschickt eingerichtet, daß mit Hülfe einer großen Anzahl von Zweigbahnen auch die Interessen des Verkehrs und des reisenden Publikums in einem geradezu wunterbaren Grade gefördert sind. Es gibt kein Land, welches so zahlreiche Bequemlichkeiten und Erleichterungen im Eisenbahnverkehr genießt, als Deutschland. Gegenden, welche nicht bevölkert und reich genug sind für Bahnen erster Klaffe, haben wenigstens Nebenbahnen, „Klingelbahnen" so genannt nach dem häufigen Gebrauch der Glocken zur Warnung des Publikums bei Weggeübergängen, und wo solche Bahnen noch nicht sind, da werden sie gebaut.
Die „Köln. Ztg." schreibt: Das Wchlkcmitö der deutichfrei- sinnigen Partei im Wahlkreise Melle hat einen Ausruf gegen die Wahl des Herrn Dr. Sattler er lass n. Las S&iiüf id ichu.ßr mit len Worten „Parteigenossen! Warum handelt es sich jetzt für uns im Wahlkampfe?