Einzelbild herunterladen
 

' Iteimtemeet«« drei»:

HibrNch S Mart. Holbj.â SVPK- Vierteljährlich

» Marl 25 Ps^ ALr --»wirti,« «bninenten ett dem betreffe», teil P-st-usjchI-«. titeln« «um«

»er 10 Psg.

Hanmer Anzeiger.

Kugkeich Arnitiches ^rgcm für SicrSt- unö Lanökrreis Kcrncrrr.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Vellage.

-»serttin»- PrrU:

Die Ijpaltige «armandzeile od. deren Raum

10 PK-

Die -jp-lt. Stile

-»Pf».

Di«»sPaltig-Z-tle 30 Pfg.

Nr. 279.

Mittwoch den 28. November

1888

Amtliches.

Bekanntmachung.

Post-Packetverkehr mit Süd-Australien.

Von jetzt ab können Postpackete ohne Werthangabe im Gewicht bis 3 kg nach der Britischen Kolonie Süd-Australien ver­sandt werden.

Ueber die Taxen und Versendungsbedingungen ertheilen die Post­anstalten auf Verlangen Auskunft.

Berlin W., 21. November 1888.

Der Staatssekretair des Reichs-Postamts, von Stephan.

Dienst-Nachrichten ans dem Kreise.

Konrad Lottig 3r, Johannes Schneider und Philipp Vieh­mann in Niederissigheim sind als Gemeinderäthe bestätigt worden.

Gefunden: Ein Portemonnaie mit Koupon. Ein Rosenkranz.

Zugelaufen: Ein weiß und gelber Jagdhund m. Geschl.

Verloren: Ein vierreihiges Korallen-Armband mit Goldverschluß; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Hanau am 28. November 1888.

Berichtigung. In Nr. 273 desHanauer Anzeiger" vom 21. November d. I. wurden amtlicherseits die Durchschnittspreise zu Johanni und Martini veröffentlicht. Bei Roggenstroh ist der Martini­preis irrthümlicherweise mit 2 M. 9 Pf. für 50 Kilogramm angegeben, während es 2 M. 90 Pf. heißen muß.

Bekanntmachung.

Die Eintragungen in das Handels- und Genossenschasts-Register des unterzeichneten Amtsgerichts während des Jahres 1889 werden

im Deutschen Reichsanzeiger und im Hanauer Anzeiger veröffentlicht werden, was hiermit bekannt gemacht wird.

Windecken den 23. November 1888.

Königliches Amtsgericht.

___________________gez. Dr. Hartmann.____________________

Änsfdiwißen Kömgl. StaafsdnwasfsdiQft zu, Frankfurt a. K.

A. 20072. J. 3861/88. Ueber den Aufenthalt des Kaufmanns Emil Fenske von Offenbach a/M. wird Auskunft begehrt.

A. 19991. L. 1/88. Ueber den Aufenthalt des Schlossers Franz Mai, 20 Jahre alt, aus Hausen, wird Auskunft begehrt.

B. 20331. N. 896/88. Ueber den Aufenthalt des Fuhr- knechts Heinrich Heine aus Obermeißer, geb. 6./4. 1863, wird Aus­kunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 26. November 1888.__

t Die Finanzlage.

Wie schon die Thronrede verkündet hat, gibt der Voranschlag zum Reichshauèhaltsetat für 1889/50 Zeugniß von der befriedigenden Lage der Reichs fir anzen. Dies ergibt sich vor Allem aus dem Verhältniß der Malrikulorbeiträge zu denUeberweisungen an die Bundesstaaten." Der laufende Etat wies an Einnahmen ans Motrikularbeiträgen 219 375 459 Mark, anUeberweisungen an die Einzelstaaten" 266 355 000 Mk. auf, so daß die letzteren 46 979 541 M. vom Reiche mehr herausgezahlt be­kamen, als sie zur Deckung seiner Kosten dahin abzusühren hatten. Nach dem neuen Voranschlag belaufen sich die Matrikulorbeiträge auf 221 140 567 Mark, dieUeberweisungen" aber auf 281 440 000 M., so daß also den Einzelstaaten eine Einnahme von 60 299 433 M., also fast 14 Millionen Mark mehr als im lausenden Jahre, erwächst. Hierin liegt eine sehr bedeutende, durch die Wirkung der neuen Zoll- und Etcuergesetze Herror- èerusene Besserung der Finanzlage, die sich aber mehr zu Gunsten der Bundesstaaten als des Reichs geltend macht.

Was aber speziell das Reich und die ihm verbleibenden Einnahmen anbetrifft, so haben sich dieselben abgesehen von dem festen Bestände von 130 Millionen Mark, der ihm nach dem Gesetze vom 15. Juli 1879 aus den Zöllen zufließt, gleichfalls vermehrt und zwar um

23 601 381 Mark. Hierbei kommen besonders die Mehr erträge der Zuckersteuer (17*/2 Million Mk.), der Salzsteuer (1 280 000 Mk.), der Branntwein- (Maischbottich- und Branntweinmaterial-) Steuer im Betrage von 2 358 000 M., der Brausteuer (um 1 470 000 M.), der Post- und Telegraphenverwaltung (1 008 419 Mk.), der Eisenbahnverwaltung (1 108 700 M.), des Spielkartenstempels, der Reichsdruckerei rc. in Be­tracht. Diese Mehreinnahmen würden vollauf genügen, um den unab­weisbaren Mehrausgaben des Reichs für das Heer (etwa 13 Millionen Mark), für das Auswärtige Amt (etwa 700 000 Mk.), für die Marine (etwa 1 408 000 Mk.), für Verzinsung der Reichsschuld (etwa 6 800 000 Mk.), für den allgemeinen Penfionèfonds (2 257 134 Mk.) gerecht zu werden, wenn nicht noch aus der Zeit, wo es bei dem Widerstande der Reichstagsmajorität an genügen Einnahmen fehlte und die Zuckersteuer große Ausfälle ergab, ein Fehlbetrag von 22 696 484 M. für das Jahr 1887/88 zu decken wäre. In Folge dessen muß das Reich sich von den Einzelstaaten im Ganzen 1 765 108 M. anMatrikularbeiträgen mehr als in dem lausenden Jahre auszahlen lassen. MN

Aber diese Summe hat in der That nichts zu bedeuten gegenüber dem großen Zuwachs an Einnahmen, welche die Bundesstaaten aus den Zöllen, Verbrauchssteuern und Stempelabgaben beziehen. Um die Finanz­lage des Reichs richtig zu beurtheilen, ist allein auf die Thatsache Ge­wicht zu legen, daß es nach Deckung aller seiner Bedürfnisse den Bundes­staaten eine Summe von über 60 Millionen Mark zuführt.

Der Etat enthält eine Einnahme und Ausgabe von 949103 987 M. An Einnahmen sind thatsächlich aber nur vorhanden 887 100 645 M., so daß eine Anleihe von 62 003 342 M. erforderlich bleibt. Mit dieser sollen die außerordentlichen Ausgaben für das Heer (wovon 31 500 000 Mk. zu Festungsbauten und 12 400 000 Mk. für die Vervollständigung des deutschen Eisenbahnnetzes im Interesse der Landesvertheidigung), ferner 7 471 600 Mk. für die Marine, sowie Ausgaben der Eisenbahn­verwaltung gedeckt werden. Diese Ausgaben müssen selbstverständlich durch Anleihe bestritten werden, da der Gegenwart nicht diejenigen Ein­richtungen voll zur Last gelegt werden können, von welchen die Zukunft Nutzen zieht.

Tagesschau.

Berlin, 27. Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König haben bei dem stürmischen Wetter auf der Letzlinger Jagd eine leichte Erkältung davongetragen und werden einige Tage das Zimmer hüten.

Berlin, 27. Novbr. Ihre Königlichen Hoheiten der Herzog und die Herzogin von Aosta sind gestern Abend nach Turin zurückgereist.

Berlin, 27. Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König arbei­teten im Laufe des gestrigen Nachmittags längere Zeit allein, begleiteten nach dem Familiendiner Die italienischen Höchsten Herrschaften um 7'/» Uhr nach dem Anhalter Bahnhof und empfingen nach der Rückkehr in das Schloß noch den Chef des Militärkabinets zu kurzem Vertrage.

Berlin, 27. Novbr. Die heutige (3.) Sitzung des Reichstages eröffnete, nach derK. Z.", Präsident v. Levetzow mit folgender An­sprache: Ich habe dem hohen Hause mitzutheilen, daß das Präsidium des Reichstages gestern Mittag 123/< Uhr von Sr. Majestät dem Kaiser in besonderer Audienz sehr huldvoll impfangen worden ist, und daß Se. Majestät bei dieser Gelegenheit sich dahin geäußert haben, daß sie den Wunsch und die Zuversicht hätten, die Verhandlungen des Reichstags würden in einträchtiger und schneller Weise zum Wohle des Vaterlandes ihren Fortgang nehmen. Der Abg. Bauerschmidt hat sein Mandat nie­dergelegt. Der Abg. Frhr. v. Landsberg ist zum Landrath ernannt wor­den und stellt die Frage nach der Fortdauer des Mandats. Das Schrei­ben geht an die Geschäftsordnungs-Kommission. Das Haus tritt in die erste Lesung des Etats. Staatssekretär im Reichsschatzamt Frhr. von Maltzahn beginnt seine Ausführungen damit, daß der jetzige Etat mög­lichst übersichtlich entsprechend dem Wunsche des Reichstags gestaltet sei, gibt sodann eine Uebersicht des Etatsjahres 1887/88, dessen Abschluß fast völlig gleichgtkommen sei der Schätzung seines Amtsvorgängers und be­merkt zum Etat des laufenden Jahres, daß derselbe nach vorläufiger Schätzung abschließen werde mit 13'/s Millionen Fehlbetrag. Der Staats­sekretär wendet sich sodann zu dem neuen Etat, wo er besonders verweilt bei den Ausgaben für Heer und Marine, auf die glückliche Gestaltung des finanziellen Verhältnisses zwischen Reich und Einzelstaaten infolge der