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Mainz, 23. Nov. Vsn dem aber den Dieben, welche in Aschaffen­burg das Psstbureau ausgeplündert haben, hat man hier eine Spur gefunden. Ein in ländlicher Kleidung befindlicher Mann versuchte näm­lich hier vergebens für über 1000 Mark bayerischer Briefmarken zu ver­kaufen, die offenbar von dem Aschaffenburger Diebstahl herrühren. Die Polizei wurde auf den Briefmarkenverkäufer aufmerksam gemacht, konnte denselben aber bis jetzt nicht wieder ermitteln. (O Z.)

Mainz, 23. Nov. Das hiesige Kriegsgericht hat sich kürzlich wieder mit einem Falle wegen Soldaten-Mißhandlung zu besassen gehabt; der Unteroffizier Kind von der 6. Kompagnie des 2 Nassauischen In- fanteriè- Regiments Nr. 88 wurde wegen dieses Vergehens, verübt in ver­schiedenen Fällen, zu einer Festungsstrafe von 5 Jahren verurtheilt (Fr. Z.)

Pforzheim, 24. Nov Zur Eröffnungsfeier des städt. Schlacht­hofes am Donnerstag den 29. November ist folgendes Programm auf­gestellt worden: P/2 Uhr Nachmittags: Festzug der Metzgergenoffenschast vom alten Schlachthaus (am Waisenhau-platz) durch die Deimlingstraße, über den Marktplatz und durch die östl. Karl-Friedrichstraße in folgender Ordnung: 4 Reiter mit einem Herold, Feuerwehrkapelle (in Uniform), das Zunftzeichen, getragen von 4 Lehrlingen, 4 Schläger, sämmtliche Metzgermeister hiesiger Stadt und Gäste, Standartenträger, Metzgerburschen und Lehrlinge, Schlachtvieh, bekränzt. 2 Uhr Nachmittags: Ankunft im Schlachthof. Begrüßung der Metzger daselbst durch den Oberbürgermeister. Rundgang durch die Schlachthofanlagen und Besichtigung der Maschinen und Kühlanlagen. Von 24 Uhr: Konzert im Schlachthof durch die vollständige Feuerwehrkapelle. Von 3 Uhr an Besichtigung der Schlacht­hofanlagen durch das Publikum, welchem freier Eintritt gestattet ist. Von 4Vs Uhr an elektrische Beleuchtung in den einzelnen Schlachthof­räumen. 8 Ubr Abends: Ball der Metzgergenossenschaft im Gasthaus zum goldenen Ochsen. (Pf. B.)

Hanauer Spaziergänge.

XLIII.

Feuerlärm von allen Seiten und kein Brand. Das ist die Haupt­sache, denn der heilsame Schrecken schadet im allgemeinen nichts, aber das Feuer schadet immer, besonders, wenn es eine Meßbude ergreift, denn da kann die Feuerwehr trotz aller Schnelligkeit nicht zeitig genug eingreifen um das leicht verbrennliche Material zu schützen. Es wäre also von unschätzbarem Werth, die schon zum zweiten Male angeregte Idee zur Ausführung zu bringen, nämlich zur Meßzeit eine Spritze mit, wenn auch geringer Bemannung, als Brandwache aufzustellen. Es würde dadurch den armen, oft recht armen Budenbesitzern ein wesentlicher Dienst geleistet.

Die Haingaffe wird nun endlich auch erweitert, vielleicht ein groß­artiger Steinquai gebaut, was wird aber alsdann aus den schönen Pappeln, sollen die vielleicht stehen bleiben und so den Charakter einer Allee wahren, oder sollen sie umgehauen werten und an ihre Stelle ein eisernes Geländer, damit Niemand von unseren Kleinen in den Stadt­graben falle, der dort schon manches Opfer gefordert hat.

Die, Wirthschaftsverhältnisse werden in Hanau immer erfreulicher und es wird nach jeder Richtung hin für Leibes-Nahrung gesorgt. Einen brillanten Zuwachs erhielten wir durch die Eröffnung eines Bierrestau­rants Carlsberg. Das Lokal ist außerordentlich gemüthlich: geschmack­volle Dekorationen, heitere Trinksprüche bedecken die Wände. Freundliche Bedienung erhöht den Reiz des Dortseins, gutes Essen und Trinken för­dert die Lust am Sitzenbleiben. So können wir sagen, der Carlsberg wird bald eine beliebte Wirthschaft sein und sich den anderen in würdiger Weise anschließen. Man zerbricht sich jetzt wahrhaftig den Kopf, wenn man Abends ausgehen will, bei den vielen schönen Wirthshäusern thut einem die Wahl weh.--

Im Theater hatten wir am vergangenen Sonntag die Novität Der Erbonkel", Lustspiel in fünf Akten von E. Henle. Das Stück bringt Charaktere, die zwar alle schon ihre Vorgänger haben, aber die Verfasserin weiß in wirklich origineller Art aufzubauen und zu reden. Sie gewinnt den Figuren ganz neue Seiten ab und unterhält uns köst-

üch für den ganzen Abend. Der frischeste Mädchen-Charakter ist unstreit die Carri Johnston, über diese Gestalt weht ein außerordentlich natürlich Hauch, der nicht im entferntesten nach Emanzipation riecht. Der Erbonkel, echter Junggeselle, wird in launigster Weise von jenen Schrullen kuri und die eingebildete Wittwe, seine Schwägerin, fällt gleichfalls gai bedenklich herein. Sehr gut gezeichnet ist der Graf Karaskoy, ein Kellne der vom Staatsanwalt gesucht und gefunden wird. Etwas verschwommen sind die Charaktere des Assessor Saalfeld und der Emma Holm, ma sieht die Verfasserin legte wenig Gewicht auf die beiden und läßt s deshalb auch nur episodenhaft auftreten. Die traditionelle Heirathsve mittlungstante, Amalie Rehberg, fehlt auch nicht und ist mit soviel Hi mor behandelt, daß man über die veraltete Figur gerne wegsieht, den man kommt buchstäblich nicht aus dem Lachen heraus über ihre verm glückten Versuche Ehen zu stiften. Daneben her gehen noch einige red launige Touristen Episoden, unter denen wir des Weight, Litzemann un Westermayer als besonders gelungen gedenken müssen.

Von den Darstellern müssen wir besonders der außerordentlich fach gemäßen Interpretation des Herrn Meixner gedenken, ebenso der lieben- würvig naiven Darstellung des Fräulein Flössel. Frau Rath Frey fan in der Rolle der Amalie Rehberg ein weites Feld für ausgezeichnel natürliche Wiedergabe. Von den kleineren Rollen waren die Herren Siec mann, Manussi und Bischoff ganz brillant. Außerdem verdient die maf volle scharfcharakteristische Darstellung des Herrn Bayrhammer al Rarnokoz unser ungetheiltes Lob.

Am Mittwoch war Wiederholung vonDie Welt, in der man su langweilt."

Am Freitag Abend hatten wir den guten alten SchwankD< Raub der Sabinerinnen" von F. v. Schönthan. Das Stück ist zr Genüge bekannt, als daß wir noch etwas darüber schreiben sollen ur wir können demgemäß gleich auf die Darsteller übergehen. Herr Siebte den wir ja aus früheren Jahren als Striese kennen, bewährte sich Heu wieder prächtig. Es war eine unvergleichlich komische Leistung. Da Publikum kam in der That auch nicht aus dem Lachen heraus. Hn Metz spielte den Professor mit viel Anstand und natürlicher Würd, gleichfalls verstand es Herr Korb sehr gut den Ton und Charakter de Neumeister zu treffen. Frau Botz schien uns ein wenig schlecht disponirt. den die Professorin wollte nicht so recht herauskommen, während die Dame Mestel und Flössel als Marianne und Paula ausgezeichnet waren Gleichfalls war Fräulein Platt als Dienstmädchen sehr hübsch, m glauben wir, daß es nicht statthaft ist, wenn sich ein Dieustmädchen an gesichts ihrer Herrschaft ins Sopha wirft. Picolo.

Briefkasten.

St, hier. Näher bekannt ist über den VereinSchlaraffia" nichts, da über die Bestimmungen nichts in die Oeffentlichkeit dringt. Nur soviel wissen iw daß er ähnliche Bestrebungen und Bestimmungen hat wie die Freimaurer, nur n dem Unterschied, daß das wesentlichste Vereinigungsmittel die Kunst und deren B förderung bildet. Der Zweck ist, soviel wir wissen, ein guter und edler.

Alter Bekannter. Sowohl gegen Ende des Jahres 1631 als auch in bi ersten Tagen des Januar 1632 war Gustav Adolph in hiesiger Stadt anwesend.

Karl ? Sie irren gewaltig, wenn Sie die Erbauung der Judengasse ins 1 Jahrhundert verlegen, dieselbe fand erst im 17. Jahrhundert und zwar im Jal 1603 statt.

(Anfragen- beliebe man zu richten an die Redaction des Hanauer Anzeige briefkasten.)

Schiffsbericht.

(Mitgetheilt durch den Agenten A. Treusch in Hanau)

Der PostdampferHammonia" der Hamburg-Amerikanischen Packs fahrt-Aktiengssellschaft ist, von Hamburg kommend, am 24. November I New-Uork eingetroffen.

Thermometerstand.

26 Nov. Morgens 7 Uhr + 6°, Vormittags 10 Uhr + ß1// R

Bei der jüngst vorgenommenen Revision der städtischen Bibliothek hat sich ergeben, daß eine größere Anzahl von Werken oder einzelnen Bän­den derselben fehlen, ohne daß über deren Ver­bleib ein Nachweis vorhanden ist. In der Voraussetzung, daß die fehlenden Bücher seiner­zeit entliehen und nur aus Vergeßlichkeit an die städtische Bibliothek noch nicht zurückgegeben sind, vielleicht auch unbewußt sich noch im Ver­wahr des betreffenden Lesers befinden, gestatte ich mir an Alle, welche die städtische Bibliothek bisher einmal benutzt haben, das ergebene Er­suchen zu richten, falls sich bei ihnen noch das eine oder andere zu derselben gehörende Buch

^nietete, vorfinden sollte, dasselbe nunmehr gefälligst zu­rückliefern zu wollen.

Hanau am 30. Oktober 1888. 10673

Der Oberbürgermeister

____________ Westerb urg.____________

Behufs der nach § 16 des Gesetzes vom 24. Februar 1870 demnächst stattfindenden Neuwahl von 4 Mitgliedern der Handelskammer sowie Er­gänzung eines durch Tod abgegangenen Mitglieds derselben, ist die Liste der wahlberechtigten Kauf­leute, Fabrikanten und Vertreter von Handels­gesellschaften aus dem Stadt- und Landkreise Hanau, welche als Inhaber einer Firma in dem Handelsregister eingetragen stehen und in den

Klassen A I oder A II der Gewerbsteuer vo Handel veranlagt sind, vom 23. d. Mts. ab 1 Tage lang bei dem Sekretär der Handelskamm ausgelegt.

Einwendungen gegen diese Liste müssen bis zu Ablauf des zehnten Tages nach beendigter Au legung bei der Handelskammer angebracht werde Hanau am 21. November 1888.

Die Handelskammer

11313__ Una.

Frischer

Polnischer Salat

11416 bei J. Gouze.