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jährlich 9 Mari.
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Mit dem betreffen- ken Poftausschlag. eteetaètlne Stummer 10 Pfg.
Jugteich Amtliches Hrgan für Steröt- und Lcrnökveis Kancru.
ITliertin's^» Pveis:
Die lipalttqe Garmvndzeile ob. bereit Rauill
10 Pfg.
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Die3svaltigeZeile
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Nr. 277.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Montag den 26. November
1888 ;
Amtliches.
Bekanntmachung. Post-Packetverkehr mit Süd-Australien.
Von jetzt ab können Postpackete ohne Werthangabe im Gewicht dis 3 kg nach der Britischen Kolonie Süd-Australien versandt werden.
Ueber die Taxen und Persendungsbedingungen ertheilen die Postanstalten auf Verlangen Auskunft.
Berlin W., 21. November 1888.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts, von Stephan.
BLtsNKtWKchuNgen Steigt LaWrathsamLs.
Der Metzger Friedrich Wilhelm Lenz in Kilianstädten beabsichtigt auf dem Grundstücke seiner Ehefrau, Marie, 'geb. Haas, daselbst, Karle W Nr. 189/26—29, Brandversicherungs-Nr. 87 eine Schlächterei einzurichten und zu betreiben. Es wird dies gemäß § 17 der Gewerbeordnung mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Einwendungen gegen diese Anlage innerhalb 14 Tagen im Bureau des Unterzeichneten, woselbst fluch Zeichnung und Beschreibung der Schlächterei einzusehen sind, schriftlich angebracht oder zu Protokoll erklärt werden können. Nach Ablauf der 14 Tage findet ein Einspruch nicht mehr statt. Zur Erörterung der rechtzeitig eingegangenen Reklamationen ist Termin auf Mittwoch den 14. Dezember d. I., Vormittags lOVa Uhr, im landräthlichen Gebäude hier angesetzt. Die Betheiligten werden zu diesem Termine unter dem Hinweis hiermit eingeladen, daß bei ihrem Fortbleiben gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen werden wird.
Hanau den 11. November 1888. A. 1547
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.
Gf. Bismarck,
Königlicher Landrath.
Das Mitglied des Gemeindeausschusses Johannes Zeh in Kilianstädten ist am 15. d. Mts. zum Standesbeamtenstellvertreter in Kilianstädten bestellt worden.
Hanau am 21. November 1888.
Der Königliche Landrath
A. 1545 Gf. Bismarck.
Menst-Nachrichten aus -kw Kreise.
Zugelaufen: Ein schwarzer Spitzhund.
Gefunden: Zwei Notizbücher. Ein Hundemaulkorb. Ein Portemonnaie mit etwas Geld. Ein einzelner Pantoffel.
Hanau am 26 November 1888.
ÄLssâreiKen âömgl. Sfaafsanmattsrfiaff zu Frankfurt a. M.
A. 19890. — J. 3803/88. Ueber den Aufenthalt der Wwe. Anna Maul, geb. Aumüller, von Nördlingen, geb. 11./5. 1847, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 23. November 1888.
19943 A.— J. 4211/88. Der Steckbrief vom 15, d. M. gegen Ludw. Schmidt von Eckenheim ist erledigt.
_ Frankfurt a/M. den 24, November 1888.
Steckbrief.
8789 G. — M. 201/88. Der unten signalisirte Taglöhner und Steinhauer Hilarius Fischer, geb. 14. Dez. 1858 zu Benfeld i/Els., rst durch Urtheil der Strafkammer des hiesigen Königlichen Landgerichts vom 10. Sept. 1888 wegen Kuppelei zu einer Gefängnißstrafe von 2 Monaten rechtskräftig verurtheilt worden und hat sich dem Vollzüge dieser Strafe durch die Flucht entzogen.
Es wird ersucht, auf denselben zu fahnden, ihn im Betretungsfalle zu verhaften und Nachricht zu geben.
Signalement: Größe 5 Fuß 5 Zoll, Alter 30 Jahre, Haare
blond, Augen blau, Mund und Nase proport., Zähne gut, Gesichtsfarbe gesund, blond. Schnurrbärtchen, Statur schlank, Gesicht länglich, Stirn hoch, Augenbrauen blond. Kennzeichen: Stich durch die linke Hand, kann schwere Arbeit mit derselben nicht verrichten. Bekleidung: dunkler Anzug, Sackrock, Weste, Hose, schwarzer steifer kleiner Filzhut.
Frankfurt a/M. den 21. November 1888.
Königliche Staatsanwaltschaft.__
Steckbrief.
8789 C. — M. 201/88. Die unten signalisirte Ehefrau Marie Fischer, geb. Dittmar, geb. 17. April 1859 zu Homburg v/H., ist durch Urtheil der Strafkammer des hiesigen Königlichen Landgerichts vom 10. Sept. 1888 wegen Kuppelei zu einer Gefängnißstrafe von 10 Monaten rechtskräftig verurtheilt worden und hat sich dem Vollzüge dieser Strafe durch die Flucht entzogen.
Es wird ersucht, auf dieselbe zu fahnden, sie im Betretungsfalls zu verhaften und Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M. den 21. November 1888.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Signalement: Größe 5 Fuß, Alter 29 Jahre, Haare blond, etwas dunkel, Augen blau grau, Nase und Mund klein, Gesicht rund, Augenbrauen blond, Statur gesetzt, Farbe etwas bleich, Stirn hoch, Zähne gut.
t Die Thronrede.
Nach den Tagen der Trauer und der Ruhe beginnt nunmehr wieder die Arbeit. Kaiser Wilhelm fordert in der Thronrede nach einem Blick auf die schweren Schickungen des Jahres den Reichstag auf, Hand an das ihnen gemeinsame Werk zu legen und wieder zu neuem fröhlichen Schaffen zu schreiten zum Wohle des Vaterlandes. Und der Reichstag, die ganze Nation hat wahrlich, wie sich aus der Thronrede ergibt, alle Veranlassung, milchigen und festen Blicks vertrauend in die Zukunft z» schauen. Mit Genugthuung führt der Kaiser die Beweise für die Erstarkung des nationalen Bewußtseins auf, die sich ihm auf seiner Reise in verschiedene Theile des Reichs ergeben haben, wie Fürsten und Völker einmüthig zusammenstehen und wie tiefe und feste Wurzeln die im Reiche verkörperte Einigkeit im gelammten Volke geschlagen hat. Dies ist der fruchtbare Boden, auf welchem alles weitere Wirken und Schaffen gedeihen kann. Die gleiche Genugthuung spricht der Kaiser — und auch diese Empfindung theilt das Volk — über den Zollanschluß der Hansestädte Hamburg und Bremen als eine segensvolle Frucht der einmüthigen nationalen Bestrebungen, ferner über die befriedigende Lage der Reichsfinanzen und den beginnenden wirthschaftlichen Aufschwung aus. Insbesondere diejenigen Parteien, welche die Reformen auf dem Gebiete der Zölle und Verbrauchssteuern zur Ausführung haben bringen helfen, werden in dieser günstigen Entwickelung einen Lohn für ihre so vielfach verdächtigten und angefeindeten Bestrebungen erblicken dürfen, die nicht nur dem Reiche die nothwendigen Mittel gewährt, sondern auch den Einzelstaaten größere Erleichterungen zugeführt haben. Der Kaiser bekennt auch sein hohes Interesse für die Landwerthschaft, die bisher an dem Aufschwung auf anderen wirthschaftlichen Gebieten noch nicht theilgenommen hat: aber die Hoffnung des Kaisers, daß die neuerdings eingetretene Möglichkeit einer höheren Verwerthung einzelner landwirthschaftlicher Erzeugnisse auch eine Besserung ihrer Lage herbeiführen werde, wird gewiß den Landwirthen neuen Muth einflößen, wie sie ihnen zugleich eine Bürgschaft dafür ist, daß alle Versuche, ihnen diese Möglichkeit abzuschneide» oder zu verkümmern, scheitern werden.
Die Thronrede kündigt keine weiteren Maßnahmen auf finanziellem und wirthschastlichem Gebiete an, offenbar, weil hierzu vor der Hand ein direktes Bedürfniß fehlt, das beste Zeichen, wie gesund und normal die finanzielle und wirthschaftliche Lage ist. Um so wichtiger wird es sein, auf diesem Boden das Werk der sozialen Reform fortzusetzen. Hierin wird der Schwerpunkt der kommenden Thätigkeit des Reichstags beruhen. Die Thronrede kündigt ein Genossenschastsgesetz, eine Novelle zum Kranken- kassengesetz, und vor allem das Gesetz über die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter an. Kaiser Wilhelm weist hier, wie schon in seiner ersten Thronrede, auf das Vermâchtniß seines Großvaters hin,