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Nr. 267.

Mittwoch den 14. November

1S88

oeraKRtMAchrlNgen KönigU LanöratyHamts.

Die nachstehende Bekanntmachung des Großh. Kreisamtes Büdingen wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Hanau am 13. November 1888.

Der Königliche Landrath.

V. 6941 I. V.: Baabe.

Bekanntmachung.

Die reparaturfällige Nidderbrücke in der Kreisstraße Altenstadt- Nommelhausen darf bis auf Weiteres mit Lasten von mehr als 30 Cent- nern nicht benutzt werden.

Büdingen den 12. November 1888.

Großherzogliches Kreisamt Büdingen.

Klietsch.

âssâeiben âömgl. Staafsanmasthfiaft zu Frankfurt a. Ä.

19368 B. J. 3674/88. Ueber den Aufenthalt des Wagner Wilhelm Römmich von Edenkoben wird Auskunft begehrt.

18912 A. J. 3544,88. Ueber den Aufenthalt des Schneiders Johann Redner von Frankfurt a/M. wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 10. November 1888.

A 19193. J. 3553/88. Ueber den Aufenthalt des Kaufmanns (Reisender) Joseph Hofmann aus Schmieheim, geb. 17./5. 1841, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 12. November 1888. _____________________

t Das Verbrecherthum 1887.

Im Septemberheft der Monatshefte zur Statistik des deutschen Reichs wird eine vorläufige Zusammenstellung der im Jahre 1887 von deutschen Gerichten wegen Verbrechen und Vergehe« gegen Reichsgesetze Verurth ilten unter Beifügung der Zahlen für die 5 Vorjahre gegeben. Das Kennzeichen der ersten fünfjährigen Periode, seit statistische Nach­weisungen über die Kriminalität (das Verbrecherthum) der Bevölkerung des Deutschen Reichs gemacht werden, war: Zunahme der Verbrechen und Vergehen gegen Staat, öffentliche Ordnung und Religion, desgleichen Zunahme der Strafthaten gegen die Person (einschließlich der Sittlich- keitsvergehen), Abnehmen derselben gegen das Vermögen. Die strafbaren Handlungen also, bei denen als Triebfedern Uebermuth, Leidenschaftlich­hit, Gewaltthätigkeit, rohe Entartung wirken, waren in steigender Be- wegung, dagegen diejenigen, welche vorwiegend aus Habgier und wirth- schartlicher Noth entspringen, in stetigem Rückgänge begriffen. Die letztere Erscheinung erklärte sich zweifellos daraus, daß die wirtschaftlichen Ver­hältnisse der Bevölkerung sich feit 1881 gehoben, gewerbliche Thätigkeit Mb Verdienste sich reicher entfaltet hatten und daß der niedrige Preisstand der Hauptbedarfsartikel des täglichen Lebens Nahrungssorgen viel weniger auskommen ließ. Dagegen legte die Zunahme der Staats, Stttlichkeits-, Rkligionè- und Personenvergehen den Schluß auf zunehmende Rohheit W, so weit sie sich nicht aus der emsig betriebenen Verhetzung der Bolksmaffen gegen die Regierungsgewalten unmittelbar erklärte

Die vorläufigen Zahlen für 1887 befestigen das aus den Vor- lohren gewonnene Ergebniß: Zunahme der Uebermuthè-, Rohheits- und Gewaltthätigkeitsvergehen, Abnahme der Vermögenvergehen, welche ja auch Mter derselben Einwirkung fortdauernder Verbesserung der Erwerbsver- Hältniffe, wie in den Vorjahren, standen. Es wurden z. B. verurtheilt: ^>kg!n Beleidigung des Landesherrn 540 (im Jahre 1886: 401), wegen ^walt und Drohung gegen Beamte 13 446 (13 127), Aufruhr 92 (53), Hausfriedensbruch 15 969 (15 983), Theilnahme an verbotenen Ver­bindungen 82 (47, im Jahre 1885 nur 6), Versitzung der Wehrpflicht 20168 (19 580, diese Klasse zeigt seit 1882 mit 14 119 eine ganz stetige èmehkung). Die Verletzungen der Eidespflicht blieben im ganzen auf b°r früheren Höhe. Sehr ungünstig entwickelte sich die Kriminalität bet en Siltlichkeitsvergehen und den übrigen Vergehen wider die Person. 7 wurden verurtheilt wegen Blutschande 347 (338), widernatürlicher Anzucht 418 (373), Unzucht mit Gewalt, an Kindern re. 3131 (3187, 1885; 2862, 1884: 2755), Kuppelei 1919 (1856). Die Zahl der ^^gen Beleidigung Verurtheilten stieg von 42 586 auf 44 084, bei Mord

Dvdtschiag ist die Kriminalität annähernd dieselbe wie in den Bor- -ahren geblieben, eher etwas zurückgegangen; die Körperverletzungen aber

zeigen eine beträchtliche Steigerung. Die einfache Körperverletzung blieb mit 19 202 Verurtheilten auf der früheren Höhe stehen, die gefährliche stieg von 38 291 im Jahre 1882 auf 53 759 im Jahre 1886 und auf 55 821 im Jahre 1887.

Bei den Vermögensvergehen kommen vor Allem die verschiedenen Arten der Diebstähle in Betracht. Der einfache Diestahl ging seit 1882 mit 79 116 Verurtheilten ganz stetig von Jahr zu Jahr auf 65 297 in 1887 zurück, der schwere Diebstahl in dem gleichen Zeitraume von

8 972 auf 6 885. Dem entsprechend sanken auch die Fälle von Hehlerei. Die Betrugssälle dagegen nahmen zu, ebenso die Fälle von Urkunden­fälschung. Bezeichnend ist die Zunahme der wegen Sachbeschädigung Verurtheilten, bei welchem Vergehen Uebermuth und Leidenschaftlichkeit als Triebfedern vorwalten; wegen dieses Vergehens wurden 1887 verur­theilt 13 099 gegen 11 639 im Jahre 1882.

Insgesammt nahmen die Vergehen gegen Staat, Religion und öffentliche Ordnung seit 1882 stetig zu, von 51 623 auf 62 331, ebenso Abie Verzehrn wider die Person von 107 398 auf 137 745, wogegen die Vermögensvergehen fortdauernd von 169 334 auf 154 744 sanken. So erfreulich die letztere Erscheinung auch ist, so läßt sich doch in Rücksicht auf den schlimmen Stand der ersten beiden Klaffen eine Besserung der Kriminalität im Allgemeinen nicht behaupten.____________________________

Von fortschrittlicher Seite.

DerDresd. Ztg." wird von fortschrittlicher Seite geschrieben: Wenn man die gegenwärtigen Betrachtungen über die Ursachen des Wahl­ausgangs in Preußen liest, so wird man bisweilen an das hübsche Ge­dicht vom Peter in der Fremde erinnert. Immer weiß man die Gründe für den Niedergang der freisinnigen Partei zu finden. Wenn die frei­sinnige Partei seit geraumer Zeit bei jeder Wahl eine neue Niederlage erleidet, so wird man nachgerade annehmen müssen, daß sie diese Nieder­lage verschuldet hat; denn immer und immer die Ursachen der Er­eignisse außerhalb der Partei zu suchen und immer und immer wieder zu argumenliren, wenn das eine Mal nicht die Kriegsfurcht, das andere Mal nicht die Wahlbeeinflussung und das dritte Mal nicht die öffentliche Abstimmung gewesen wäre, hätte sich Alles zum Besten gewendet, das ist ganz die Methode des weisen Peter, der mit rührender Naivetät dekla- mirt:Wär' der Kreuzweg nicht gekommen, wär' ich jetzt, wer weiß wie weit." Aber der gute Peter, wenn er hätte Politiker sein wollen, hätte an dem Kreuzwege eben wissen müssen, wohin er zu gehen hat, und wenn er es schon nicht wußte, so mußte er wenigstens nicht an dem Wegweiser sich den Kopf einrennen. ... Diefreisinnige Ztg.", welche mehr als irgend ein anderes Blatt seit Menschengedanken gethan hat, die freisinnige Partei zu Grunde zu richten, hat nicht die Bestimmung, gegen die Reaktion, sondern gegen die Selbstständigkeit der liberalen Abgeordneten und Blätter zu kämpfen und j be Regung der Unabhängigkeit gegenüber der Parteileitung in einem Wust von Grobheiten auszudrücken. Dadurch ist es gekommen, daß in Sachsen die freisinnige Partei bei den Reichs­tags mahlen um fast alle Mandate gebracht worden ist; dadurch hat man die besten Vorkämpfer der Fortschrittspartei in Sachsen aus dem frei­sinnigen Lager gedrängt; dadurch hat man schaarenweise liberale Wähler, wenn nicht in das gegnerische Lager getrieben, so doch zur kühlen Wahl- enthaltung genöthigt, und dadurch hat man die schweren und durch nichts zu beschönigenden Niederlagin verschuldet, von denen die freisinnige Partei bei jeder Wahl empfindlich beimgesucht wird.Wär' der Kreuz­weg nicht gdommen 1" Freilich, Gründe für die Niederlagen der freisinnigen Partei sind wohlfeil wie Brombeeren. Bei der letzten Wahl ist ernstlich weder von Wahlbeeinflussungen, ned) von Kriegsfurcht die Rede gewesen. Wenigstens kann man das gegenwärtige preußische Abgeordnetenhaus nicht wieder einAngstprodukt" nennen. Aber welches Urtheil fällt man über die Charakterfestigkeit freisinniger Wähler, wenn man ihnen nachsagt, daß sie nicht den Muth ihrer Meinung haben? Sie haben diesen Muth doch- in der Konfliktszeit rühmlich bewiesen ! Sollen siebente allesammt Schwäch­linge und Heiglinge gewoiden sein? Nein, damals hatte die freisinnige Partei Führer wie Waldeck und Ziegler, Schulze Delitzsch und Twesten. Damals klebten die Wortführer des Liberalismus nicht amschalen Zeuge" und w ren sie nicht frob, wenn sie Regenwürmer fanden. Heute löst sich das ganze parlamentari che Treiben in eine öde Taktik auf, noch dazu in eine Taktik, welche allenthalben auf den Ultcamontanismus Rücksicht