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Nr. 259.
Amtliches.
Auf Grund des § 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Flugblatt: „Zum zehnjährigen Jubiläum des Sozialistengesetzes!" beginnend mit den Worten: „Am 21. Oktober waren 10 Jahre verstrichen" und mit dem Schluß: „Vorwärts! Dieses Blatt ist weiterzugeben. Das Weitergeben ist nicht strafbar — ohne Angabe des Druckers und Verlegers — nach § 11 des gedachten Gesetzes durch den Unterzeichneten von Landespolizeiwegen verboten worden ist.
Berlin am 20. Oktober 1888.
Der Königliche Polizei-Präsident.
Freiherr von Richthofen.
Auf Grund der §§11 und 12 des Reichsgesctzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird das in der Genossenschaftsdruckerei von L. Hübscher in Höttingen gedruck e Fluglatt:
„Zum zehnjährigen Bestehen des Sozia listen-Gesetzes", beginnend mit den Worten: „Ein Schrei der Entrüstung", und mit dem Schluß: „Hoch lebe die internationale Sozialdemokratie!" hiermit verboten.
Frankfurt a. O. den 23. Oktober 1888
Der Regierungs-Präsident. von Heyden.
Die Königlich; Kreishauptmannschaft hat auf Grund von §11 und § 12 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestiebungen der Sozial- . demokratie vom 21. Oktober 1878 das Flugblatt mit der Ueberschrift:
„Wähler des 17. Reichstags Wahlkreises" und unterzeichnet:
„Die Sozialdemokraten von Meerane.", auf welchem als Druck- und Verlagsort L. Hübscher, Hottingen-Zürich angegeben ist, verboten.
Zwickau den 22. Oktober 1888.
Königlich sächsische Kreishauptmannschaft, von Hansen.
Amst-Nachrichten m dem Kreise.
Gefunden: Ein goldenes Armband. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein schwarzledernes Portemonnaie (in einer Wirthschaft liegen geblieben). Zwei Regenschirme (auf der Post stehen geblieben). Ein schwarzseidener Regenschirm nebst Taschentuch (in einer Apotheke liegen geblieben).
___Hanau am 5, November 1888. __________________
Bekanntmachung.
Wir machen darauf aufmerksam, daß an unserer Gerichtstafel, an der zu öffentlichen Bekanntmachungen bestimmten Stelle der Gemeinde Dörnigheim und in dem Anzeiger des Amtsblatts der Königlichen Re- gierung zu Cassel Behufs Grundbuchregulirung in der Gemarkung Dörnigheim ein Aufgebot von uns erlassen ist.
Hanau den 28. Oktober 1888.
Königliches Amtsgericht III.
10682_____Hahn.________________________ itas|ifim6en Kän-igt. Sfaatsanmasffdiaff M Frankfurt a. K. 18913 B. — J. 3655/88. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Friedrich Ludwig Stroh von Frankfurt a/M. wird Auskunft begehrt. _ Frankfurt a/M, den 2. November 1888._________
l>. 11718. Belohnung Einhundert Mark. Am 2. Nov. g 3. Abends sind der 620 Uhr Abends von Frankfurt a/M. abgehende ; ö«g der Frankfurter Lokalbahn kurz vor Eschersheim und der 7 Uhr «benbâ von Eschersheim nach Frankfurt abgehende Zug derselben Bahn Vchchsalls fut^ yor Eschersheim dadurch in Gefahr gesetzt worden, daß große Steine böswillig auf das Geleise gelegt worden sind.
Alle Diejenigen, welche über die Thäter Auskunft geben können, - werden ersucht, der unterzeichneten Staatsanwaltschaft oder der nächsten tioilzeibehörve ungesäumt davon Mittheilung zu machen.
Auf die Entdeckung der Thäter ist eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt worden.
Frankfurt a/M. den 3. November 1888.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Montag Den 5. November
1888
T K g e s s ch ü N.
Berlin, 3. Novbr. Dem zum General-Konsul von Zanzibar für Deutschland mit dem Amtssitz in Hamburg ernannten Herrn Albrecht O'Swald ist das Exequatur Namens des Reichs ertheilt worden.
Berlin, 3 Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag lO’/i Uhr den Vortrag des kommandirenden Admirals, Grafen v. Monts, entgegen und arbeiteten dann mit dem Chef des Militärkabinets, General-Adjutanten v. Hahnke, und daran anschließend mit dem Chef des Generalstabes, Grafen Waldersee. Von l1/» Uhr an hielt der Staatssekretär Graf Bismarck Sr. Majestät Vortrag.
Berlin, 3. November. Der „R. u. St. A." schreibt: „Die an dieser Stelle in Nr. 275 veröffentlichte allerhöchste Ewiderung auf die Adresse des Magistrats und der Stadtverordneten von Berlin hat trotz ihrer unzweideutigen Klarheit zu gleichzeitig widersinnigen und böswilligen Entstellungen in einem Theile der Berliner Presse, namentlich in den Organen der sogenannten freisiunigen und ultramontanen Parteien Veranlassung gegeben. Da es den Anschein hat, daß die bezeichneten Blätter nach einem verabredeten Plane den Versuch gemacht haben, die Tragweite der kaiserlichen Aeußerung zu entstellen, so haben Se. Majestät der Kaiser und König ausdrücklich zu erklären befohlen, daß es der Inhalt und die Tonart der freisinnigen Berliner Blätter sei, welche allerhöchstseine Gefühle verletzt haben. Bei den Beziehungen, in denen die Ber.iner Stadbehörden gerade zu dieser Seite der Preffè stehen, haben Se. Majestät angenommen, daß dieselben zu einer Mitwirkung bei Abstellung des gerügten Uebelstandes in der Lage und nach Maßgabe der von ihnen ausgesprochenen Gesinnungen auch geneigt sein würden.
Berlin, 3. Novbr. (K. Z.) Besorgnisse über das Befinden des Kaisers, die man an die Thatsache geknüpft hatte, daß der Kaiser an der großen Hubertuëjagd nicht theilnimmt, sind durchaus unbegründet. Des Kaisers Gesundheitszustand läßt nichts zu wünschen übrig und der Grund der Abwesenheit desselben ist nur in angestrengter Beschäftigung mit Re- gierunesangelegenheiten zu suchen. Am Dienstag wird der Kaiser sich zum Be'uche einiger sächsischer Herzogthümer und Ende des Monats, bis zur Eröffnung des Reichstages, welche der Kaiser, wie es heißt, persönlich vollziehen wird, nach Breslau zur Theilnahme an großen Jagden in Schlesien begeben.
Die „Post" schreibt: Aus den Verlusten der Fortschrittler beiden Urmablen schließt die „Nat.-Ztg.", daß unter den Wählern jene Abkehrung von dem „Freisinn", die sich bei den Wahlen im Februar 1887 so mächtig geltend gemacht habe, noch immer fortdauere. Die faulen Trostgründe, welche die fortschrittliche Presse dafür ausgibt, charakterisirt das nationalliberale Blatt durch folgende Ausführung:
„Selbstverständlich ist man im deutschsreisinnigen Lager jetzt so ! wenig, wie 1887, um einen Busch verlegen, in den man den Kopf stecken : kann, um die Wahrheit nicht sehen zu müssen. Damals war es die an- ; geblich un-rhörte Beeinflussung — von der bei den Wahlprüsungen doch I nur sehr wenig zu konstatiren war — und die Kriegsfurcht des feigen und dummen deutschen Volkes, wodurch das Ergebniß berbeigeführt sein sollte. Jetzt haben die Wahlen sich ohne Herrn v. Puttkamer unter einem Minister des Innern vollzogen, der sich völlig neutral verhielt, und non „Kriegsgeschrei" war nichts zu spüren; mit den Deutschfreisinnigen aber ging cs abermals rückwärts. Wo liegt nun die Schuld? An dem elenden" Wahlgesetze, wie fast die gesammte Presse der Partei versichert. Auch wir schwärmen nicht für dasselbe; aber behufs der Beurtheilung der Frage, ob das Wahlsystem dafür verantwortlich ist, daß der Deutsch- sreisinn immer mehr von Kräften kommt, braucht man die Fehler und Vorzüge dieses Systems nicht zu untersuchen; bafür gerügt vielmehr der thatsächliche Hinweis darauf, daß unter diesem Wahlgesetze im Laufe eines Vierteljahrhunderts konservative, gemäßigt liberale und fortschrittliche Majoritäten, gouvernementale und oppositionelle gewählt worden sind, und zwae_ die fortschrittlichen in der Zeit des stärksten und rücksichtslosesten Wahldruckes seitens der Regierung während des Verfass ngSstreites. Auch bei diesem Wahlsystem kommt Albs auf die Simmung der Bevölkerung an. Die letztere wendet sich immer mehr von den Deutschfrersiumgen ab, weil diese Partei lediglich in Erinnerungen der Vergangenheit lebt, jeder neuen, aus dem Volksleben hervorgehenden Bestrebung feindlich oder doch ablehnend gegenübertritt, unsere staatlichen Zustände, deren trotz mancher Mängel unbestreitbare Gesundheit das Volk empfindet, in unausgesetzter gehässiger oder verbitterter Polemik verunglimpft. Deshalb haben die Deutschfrei-