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Hanauer Anzeiger.

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Nr. 257.

Freitag den 2. November

1888

KW-Nachrichten aus dem Kreile.

Entlaufen: Ein schwarzes Hündchen (Bastard) m Geschl.

Gefunden: Eine Peitsche. Ein Spazierstock. Ein weißer kleiner Kinderhandschuh. Ein Tisch ohne Schieblade (auf dem N. Markt stehen geblieben).

Zugelaufen: Eine weiße Gans. Ein kleiner gelber Hund m. Geschlechts.

Hanau am 2. November 1888.

Mnssdireißen Kömgl. KtaaisMiMlMafi zu Fraukfuri a. K. 18197 A. M. 4/88. Das Ausschreiben vom 13. März d. I. gegen: Kellner Jean Erben, Schuhmacher Nikol. Wehner und Weiß­binder Uhl wird erneuert.

18574 B. N. 942/88. Das am 16. Oktober 1888 gegen den Kolporteur Peter Schnepper von Darmstadt erlassene Ausschreiben ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 27. Oktober 1888.

A. 18341. J. 667/88. Das am 18. Februar 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Kellner Johann Jakob Hock von Rassig wird erneuert.

B. 18770. N. 1037/87. Ueber den Aufenthalt des Kellners Gustav Flechtner, geb. 20./7. 1859 zu Groß-Jena, wirb Auskunft begehrt.

18345 A. J. 3814/86. Das am 24. September 1887 gegen den Schneider Franz Kipp von Feilbingert erlassene Ausschreiben wird erneuert.

18762 B. N. 944/88. Ueber den Aufenthalt des Roßwärters Georg Roth von Zeilsheim wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 30. Oktober 1888.

11549 D. L. 119/88. Das am 16. Oktober 1888 gegen die Gertrude Ehrhardt aus Altlay erlassene Ausschreiben ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 31. Oktober 1888.___

h M H É H.

Grundsteinlegung des Reichsgerichtsgebäudes.

Berlin, 31. Okt. Ueber die Grundsteinlegung des Reichsgerichts­gebäudes in Leipzig bringt derR. u. St.-A." folgende Nachrichten:

Leipzig, 31. Okt. Heute Vormittag kurz vor 12 Uhr trafen Se. Majestät der König Albert und Se. Königliche Hoheit der Prinz Georg mit hohem Gefolge hier ein und wurden von den Spitzen der Civil- und Militärbehörden am Bahnhof empfangen. Der König sowie Prinz Georg begaben Sich in das Königszimmer und erwarteten daselbst die Ankunft des Kaiserlichen Extrazuges, der eine Viertelstunde später eintraf. Se. Majestät der Kaiser stand am Fenster des Salonwagens Md grüßte den König bereits von hier aus. Nachdem der Kaiser dem Wagen entstiegen war, küßten und umarmten sich beide Monarchen auf das Herzlichste und begaben Sich in das Königszimmer, wo die Begrüßung durch die Spitzen der Civil- und Militärbehörden erfolgte. Auf die Be­willkommnungsansprache des Oberbürgermeisters Dr. Georgi erwiderte Se. Majestät der Kaiser mit huldvollen Dankesworten. Die Majestäten verließen darauf den Bahnhof, fchritten die Front der außerhalb desselben aufgestellten Ehrenkompagnie ab und bestiegen die bereitftehenden Hof- Equipagen. Die brausenden Jubelrufe einer unabsehbaren Menschenmenge geleiteten den Zug durch die überaus reich geschmückten Straßen bis zum Festplatz. Das We ter ist prächtig.

Berlin, 1. Nov Se. Majestät der Kaiser und König trafen mit ben Herren der Begleitung um 12 Uhr 10 Min. gestern Mittag in Leipzig ein und wurden auf dem Dresdener Bahnhof von Sr. Majestät dem König und Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Georg von Sachsen, sowie von den Spitzen der Behörden empfangen.

Der Oberbürgermeister Dr. Georgi gab in einer kurzen Ansprache der Freude Ausdruck, welche den Bewohnern Leipzigs der Besuch Sr. Majestät gewähre.

Se. Majestät erwiderte die Begrüßung mit herzlichen Worten.

Alsbald verließen die Majestäten den Bahnhof, schritten dre Front der Ehren-Compagnie des Regiments 106 ab und fuhren dann ge- vreinsam durch die prächtig geschmückten Straßen der Stadt nach dem Festplatz.

Sogleich gaben Se. Majestät die Genehmigung zum Beginn der Feier. Nachdem der Staatssekretär Dr. v. Schelling die Urkunde ver­lesen hatte, und dieselbe mit den übrigen Dokumenten in die Oeffnung des Grundsteins versenkt worden war, traten die Majestäten an dieselbe vor. Der bayerische Bevollmächtigte zum Bundesrath, Graf Lerchenfeld, überreichte dem Kaiser mit einer Ansprache die Kelle, mit welcher Aller- höchstderselbe ebenso wie der König von Sachsen den Mörtel in die Stein- grube warf. Den Hammer übergab Dr. Buhl.

Der Kaiser nahm denselben und vollzog die Hammerschläge mit den Worten: ..Der Ehre des allmächtigen Gottes, dem Rechte und seinen alle­zeit getreuen Knechten."

Der König von Sachsen folgte mit dem Spruch:Gott zur Ehre, dem Reiche zum Ruhme, dem Rechte zum Schirme."

Nachdem die Mitglieder des Bundesraths u. s. w. ebenfalls dis üblichen Hammerschlüge vollzogen hatten, hielt der Superintendent Pank die Weiherede.

Zum Schluß der Feier brachte der Präsident des Reichsgerichts, Dr. v. Simson, das Hoch auf Se. Majestäten aus.

Nachdem Se. Majestät der Kaiser noch in eingehender Weise von den Bauplänen Kenntniß genommen hatten, begaben Sich die Majestäten nach dem Gewandhause, um dort mit den geladenen Gästen das Frühstück einzunehmen.

Sodann fand ebendaselbst ein Concert statt.

Um 31 /2 Uhr fuhren Se. Majestät der Kaiser in Begleitung Se. Majestät des Königs nach dem bayerischen Bahnhof, von wo die Rück­reise nach Potsdam erfolgt.

Gegen 8 Uhr Abends sind Se. Majestät im Marmorpalais wieder eingetroffen.

Berlin, 1. Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König haben unterm 23. v. M. bestimmt, daß fortan auch die Stellen der Ausrüstungs­und Torpedo - Direktoren der Werften, sowie die der Adjutanten bei den Stationskommandos durch Ernennungen zu besetzen sind, ferner, daß die Compagnieführer des See-Bataillons zu den berittenen Offizieren gehören. Sie erscheinen demgemäß beim Dienst zu Pferde in hohen Stiefeln, legen jedoch beim Exerziren und bei Felddienstübungen die Schärpe nicht an. Der Osfiziertornister kommt für sie in Wegfall. Endlich ist Allerhöchsten­orts bestimmt worden: daß die von Sr. Majestät für die Armee unter dem 13. September d. I. genehmigte Garnisondienst-Vorschrift auch in der Marine Anwendung zu finden hat. Die dort in Bezug auf Sanitäts- Offiziere gegebenen Bestimmungen finden auch auf die Ingenieure des Soloatenstandes Anwendung. Sind Ehrenwachen Seitens der Marine zu stellen, so gibt sie das See Bataillon.

Berlin, 31. Okt. Se. Maj. der Kaiser haben im Namen des Reichs den Kaufmann Johann Thyen in Hankau (China) zum Vize-Kon­sul daselbst zu ernennen geruht.

Berlin, 1. Nov. Herzog Karl Theodor in Bayern, der als Augenarzt so rühmlichst bekannt geworden, weilt augenblicklich in Berlin. Er besuchte vorgestern die hiesige Poliklinik für Augenkranke an der Ziegel­straße und nahm daselbst verschiedene ophthalmoskopische Untersuchungen vor. Der fürstliche Augenarzt drückte dem ihn begleitenden Leiter des Instituts seine volle Anerkennung über die do tselbst herrschende Behand­lung der Leidenden aus und empfahl sich nach einem längeren Aufenthalt auf die liebenswürdigste Weise von den Aerzten. Im Verlaufe des Tages besuchte der Herzog noch andere medizinische Anstalten. (K.Z.)

Berlin, 1. Novbr. S. M. KanonenbootHyäne", Kommandant Kapitän - Lieutenant Zcye, ist heute in Plymouth eingetroffen und beab­sichtigt morgen die Reise sortzusetzen.

Auf Veranlassung und unter Mitwirkung Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich wird in England ein Buch über den verewigten Kaiser Friedrich erscheinen. Die deutsche Ausgabe dieses Werkes wird Mitte November d. J. im Verlage von A. Asher u. Co. in Berlin unter fol­gendem Titel herauskommen:Friedrich III. als Kronprinz und Kaiser. Ein Lebensbild von Rennell Rodd. Mit einer Einleitung von Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich. (Deutsche Ausgabe von Sebastian Hensel.)" Das Buch, welchem ein schönes Porträt des Kaisers Fried­rich beigegeben und welches aufs Eleganteste ausgestattet ist, wird geheftet