Sturm, Ckmmisso, @. Geibel, Badenstedt, auch Dingelstedt, dann Ander- fen, Boz, Giusti, V. Hugo, Daudet, Augier, S. Droz, L. Ratisbonne, Gavarni.
Concert. Das erste von 3 Abonnement-Concerten des Wèins'- ^chen Gesanao-reins sand gestern Abend im Centralhallen-Saale statt und hat der Verein durch dieses Concert seinem guten Rufe in Bezug auf Leistungsfähigkeit von neuem alle Ebre gemacht. — Die Chöre begrüßten uns thnls als alte Bekannte, die niemals etwas an ihrer Schönheit und erhebenden Wirkung einbüßen werden; theils waren es hierorts noch nicht -gehörte Kompositionen, die um so mehr die Aufmerksamkeit des Publikums erregten. Einige zaghafte Einsätze, sowie das Hervortreten mancher Stimmen abgerechnet, haben uns sämmtliche Chornummern in hohem Grade befriedigt und uns insbesondere die Klangschönheit in erhebender Weise nahe geführt. Jeder einzelne Sänger war sich seiner Aufgabe bewußt; darum war auch der Gesammtauèvruck ein bestimmter, getragen von Wärme und Innigkeit. Wenn wir einem Li de den Vorzug geben, so ist es „Robin Adair" von Dr. F. Eyrich, in welchem der Weinè'sche -Gesangverein sein Können unzweifelhaft zum Ausdruck brachte. — Die Sologesänge lagen in den Händen des Frl. E Helms aus Frankfurt a. M. uno pes Herrn Jakob Geissel! von hier und erfuhren eine angemessene Ausführung. Die Sängerin besitzt ein wohlklingende, weittragende Sopranstimme, welche sie durch den VoUrag: Recitativ und Arie a. d. Dp. „Die Favoritin" v Donizetti und durch 3 kleinere Lieder Zu erkennen gab. Herr Geissel! war, wie immer, wacker auf seinem Posten. Trotz einer Indisposition errang er sich durch seinen geistigen, warmen und seelenvollen Vortrag den größten Beifall. Die Begleitung der G-sänge war durchaus recht gut. Noch möchten wir nicht unerwähnt lassen, daß das Programm eine gewisse Einförmigkeit aufzuweisen hatte, insofern nur Gesangpiecen wechselten. Jedenfalls wären einige instrumentale Vorträge sehr am Platze, um den Zuhörer vor Ermüdung zu bewahren Der Weins'sche Gesangverein und sein Direktor Herr Adolf Müller aus Frankfurt a. M. dürfen mit Genugthuung auf das Concert Zurückblicken und mit frischem Muthe sich dem nächsten zuwenden.
Unheimlicher Fund. Der dieser Tage auch von uns gemeldete unheimliche Fund, welcher zu allerlei Vermuthungen Anlaß gegeben, hat eine recht unschuldige Lösung gesunsen. Wie wir hören fine die Fundstücke präparirte Menschenknochen, sie jedenfalls im Besitze eines Mediziners waren. Wie dieselben an ihren Fundort (Poppenwald) gelangt sind, darüber fehlt noch jede Aufklärung.
Versteigerungs- und Verpachtungs- re. Kalender rtir Samstag den 27 Oktober.
Vormittags 10 Uhr werden bei Königlichem Landrathsamte eine Partie ausgeschiedener Akren zu sofortigem Einstampfen oder zu einem sonstigen vernichtenden Gebrauche verkauft.
Für heute. Hanauer Stadtttzeater: „Die berühmte Frau", Lustspiel in 3 Akten von Franz v. Sckönthan und G. Kadelburg; Anfang 7 Uhr. — Abends 9 Uhr: Männerabtheilung der Turngemeinde: Turnen.
Frühere Einstellung von Rekruten. Alljährlich wird eine Anzahl junger Leute, welche zum Militär ausgehoben sind und im Herbst einzutreten haben, stellungr- bezw. arbeitslos, da dieselben nur in seltenen Fällen auf die ihnen noch verbleibende kurze Zeit Beschäftigung zu finden vermögen. Von der Militärbehörde ist nun die Einrichtung getroffen worden, daß solche arbeitslos gewordene Rekruten vor der geordneten Ein- stellungsfrist zum Militärd enst zuzelassen werden. Die Ueberweisung solcher Rekruten erfolgt mit Genehmigung der vorgesetzten Infanterie- Brigade an einen Truppentheil derselben. Vorher muß der Antragsteller jedoch beim Bezirksfeltzwebel den polizeilich bestätigten Nachweis der Brod- losigkeit bezw. Mittellosigkeit erbracht haben.
Giro-Verkehr. Seit einiger Zeit ist bei verschiedenen Truppentheilen, mil tänschen Instituten und Lokalbehörven der Militärverwaltung versuchsweise die Anwendung des Giro-Verkehrs für das Zahlungswesen erfolgt. Nach den vorliegenden Berichten der betreffenden Truppentheile 2c. erscheint dem Kriegs-Minister dieses Verfahren geeignet, eine Beschränkung der Baarzahlungen aus den Truppen- rc. Kassen bezw. eine Verminderung der haaren Goldbestände in denselben herbe,zusühren und dadurch auch den Kaffen-Kommissionsmitaliedern (Kassenverwallern) ihre V-rantwortlickkeit zu erleichtern. Es empfiehlt sich deèbalb, dem gedach
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Nachdruck erbeten! Alle Parteileitungen im Gebiete des ehemaligen Kurheffen werden gebeten, von allen Wahlflugblättern, welche sie versenden, ein paar Exemplare an die öffentlichen Bibliotheken (Landes- biblirchek zu Cassel und üniseisitäts - Bibliothek zu Marburg) zu senden, damit dieselben dort aufbewahrt werden und späteren Geschlechtern Kunde von den politischen Kämpfen unserer Tage geben können.
Hünfeld, 24, Oktbr. Heute Nacht verunglückte in der hiesigen Aktien-Zuckerfabrik der Arbeiter Wilhelm Jäger aus Roßbach, indem er beim Schmieren der Maschine von einem Treibriemen erfaßt und buchstäblich in Stücke zerrissen wurde. Der Verunglückte hinterläßt Frau und Kinder.
Frankfurt a. M., 25. Oktober. An einem hiesigen ehemaligen Wirthe. Namens Kästner, Bornheimer Landstraße 30 wohnhaft, mußte heute Nacht eine Operation und die Einsetzung einer Kanüle vorgenommen werden. Seit 2 Tagen hatten sich bei dem Patienten Halsbeschwerden eingestellt und gestern zeigten sich Anzeichen des Erstickens. Schnell wurden Aerzte konsultirt, welche den Luftröhrenschnitt anorvneten. Herr Dr. Rehn übernahm den Schnitt, die Kanüle wurde eingesetzt und der Patient nach der Klinik des Dr. Rehn verbracht. (G. A.)
Frankfurt a. M., 26 Oktober. Die Fortbildungsschule des Vereins für Volksbildung in der Weißfrauenschule hat ihr eben begonnenes Wintersemester mit 700 Schülern eröffnet, worunter sich ca. 200 Angehörige verschiedener Innungen und Vereine befinden. Von den Lehrfächern sind es vornehmlich die Zeichen-Kurse, Körper, Zirkel-, Maschinen- und Fachzeichnen, auch daistellende Geometrie, welche stark besucht werden. Daneben erfreuen sich aber auch die Stunden für die deutsche, französische und englische Sprache, für die sämmtlichen Rechenmethoven, für Schönschreiben und Buchhaltung einer sehr reuen Betheiligung. — Die neue Kaffee- und Speisehalle in der Predigerstraße erfreut sich eines lebhaften Zuspruches. Am dritten und vierten Tage nahmen ca. 1000 Personen dort ihr Mittag- bezw. Abendessen ein, 500 andere erquickten sich blos mit Bouillon, Kaffee oder Thee. Abges.tzl wurden an den beiden Tagen, außer den Mittagsportionen, ca. 500 trockene und 700 belegte Brödchen, 1000 Tassen Kaffee, 140 Tassen Bouillon, 50 Tassen Thee und 180 Tassen Chokolade. Gebraucht wurden ca. 1 Centner Ochsenfleisch, 3 Malter Kartoffeln, 100 Laibe Brod. — Der Andrang zur Volksküche in der Predigerstraße war in den letzten Tagen um die Mittagsstunde so groß, daß zwei Schutzleute vor dem Hause Ordnung halten mußten. — Bezüglich des großen Gelddiebstahls auf dem Reuterweg schwebt noch immer ein gewisses Dunkel. Trotz der umfassendsten Ermittelungen und trotz der ausgesetzten Prämie von 10 000 Mark sind bis jetzt weder der Dieb, noch der Hehler, noch der Verbleib des Geldes ermittelt worden. (Fr. N.)
Homburg, 25. Okt In Oberursel stürzte gestern Morgen nach den „Fr. N." der Dachdeckermeister Müller in Folge eines Lattenbruchs von einem einstöckigen Hause so unglücklich herab, daß er Das Genick brach und sofort verschied. Derselbe hinterläßt Frau uns Kinder.
Gießen, 24. Okt.. Der heute Morgen 6 Uhr 24 Min von hier nach Frankfurt abgehende Personenzug stieß bei der Ausfahrt mit einer Lokomotive im hiesigen Bahnhöfe zusammen. Zwei Personen wurden hierbei unbedeutend verletzt, sowie die beiden Lokomotiven und ein Wagen beschädigt. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, wird die eingeleitete Untersuchung ergeben. Zur Zeit des Unfalls herrschte ein sehr starker Rebel.
Schloß Schaumburg, 24. Okt. Die herrliche Mineraliensammlung, welche f. Z Erzherzog Stephan mit umsichtigem, sachverständigem Blicke und erheblichen Kosten hier anlegte und die in Bezug auf die Schönheit der einzelnen Exemplare nicht ihres Gleichen in Deutschland hat, ist an Herrn C. Rumpf auf Schloß Aparth bei Elberfeld verkauft worden. Bereits hat man mit dem Verpacken der Mineralien begonnen.
Vom Rhein, 24. Okt. Heute den ganzen Tag über lag auf dem Rheine ein dichter Nebel, der die Schifffahrt vollftä-'.dig ruhen machte. (O. Z.)
T h e r m v m e t è r st a n d.
25. Oktober. Mittags 2 Uhr + 8 V«°, Abends 7 Uhr + 3°;
26 Oktbr. Morgens 17 Uhr 4- 5°, Vorv-rittaas ’0 Uhr 7°
Aufforde- ung.
Alle, welche noch Forderung oder Zahlung an den verstorbenen Herrn Kourad Stoll zu machen haben, werden ersucht, diese binnen 3 Tagen an den unterzeichneten Vormund geltend zu machen. Hanau, 25. Oktober 1888.
Wilhelm Bach,
10322 ______Langstraße 59.
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