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Nr. 251
Donnerstag den 25. Oktober
1888
Bekan tiMschungen Königl. LLndrathsamts»
Unter Bezugnahme auf die anläßlich der besorstehenden Kreistagswahlen in Nr. 137, 173 und 227 des diesjährigen Kreisblattes erlassenen Verfügungen setze ich in Gemäßheit des Artikels 1 Abs. 6 der Instruktion für die Wahlen zum Kreistage als Termin für die Wahlmännerwahl im Bezirk der Landgemeinden
Samstag den 3. November d. J.
hiermit fest.
Den Herren Bürgermeistern, deren Gemeinden durch die diesjährige Ergänzungswahl berührt werden, geht unter heutigem Tage besondere Verfügung zu.
Hanau am 24. Oktober 1888.
Der Königliche Landrath
A. 1392 Gf. Bismarck.
Es wird hiermit bestimmt, daß die auf den 30. d. Mts festgesetzten Wahlmännerwahlen zum Abgeordnetenhause in den Urwahlbezirken 1, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 11, 12, 13, 14, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24 und 25 Vormittags um 10 Uhr zu beginnen haben. Die Stunde der Wahl in den Bezirken 2, 7, 9, 15 und 16 ist von den betreffenden Herren Bürgermeistern festzustellen. Die sämmtlichen Urwähler jeder Gemeinde und jedes Gutsbezirks sind seitens der Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher zu der Wahl unter Benennung des Wahlvorstehers, des Wahllokals, des Tages und der Stunde der Wahl in ortsüblicher Weise einzuladen. Nähere Verfügung erfolgt an alle Herren Wahlvorsteher, Bürgermeister und Gutsvorsteher direkt.
Hanau am 24. Oktober 1888.
Der Königliche Landrath
V. 6458 Gf. Bismarck.
Friedrich Wilhelm Gruner in Gronau ist als Ortspolizeidiener dieser Gemeinde bestätigt worden.
Hanau am 20. Oktober 1888.
Der Königliche Landrath
A. 1387 Gf. Bismarck.
Die diesjährigen Herbst-Kontrolversammlungen sind wie folgt verlegt worden:
Windecken statt 6. November 1888 am 9* November 1888,
Bischofsheim „ 6. „ „ „ 9. November „
Stunde und Versammlungsplatz haben sich nicht geändert.
Frankfurt a/M. den 15. Oktober 1888.
Königl. Bezirks-Kommando.
Die Herren Ortsvorstände und Gutsvorsteher zu Windecken, Eichen, Erbstadt, Marköbel, Ostheim, Oberdorfelden, Kilianstädten, Niederissigheim, Roßdorf, Baiersröderhof, Fechenheim, Gronau, Niederdorfelden, Wachenbuchen, Bergen Enkheim, Bischofsheim, Hochstadt, Dörnigheim, Dotten- felder-Hof und Gronauer-Hof werden angewiesen, Vorstehendes in ihren Orten bezw. den Gestellungspflichligen bekannt zu machen.
Hanau am 19. Oktober 1888.
. Der Königliche Landrath
^6431 Gf. Bismarck.
Mfdiceiöen Kömgl. Sfaatsanwatthfiaft zu Mn&furf a. Ä 0. 11227. — M. 347/88. Ueber den Aufenthalt des Backsteinmachers Georg Wohlfahrt, geb. am 2. Mai 1871 zu Bibelzied, wird Auskunft begehrt, rc. Wohlfahrt soll als Zeuge vernommen werden. Frankfurt a/M. den 22. Oktober 1888.
J. 4056/87. Das am 18./12. 1887 gegen den Arbeiter Georg Hartmann aus Kettig erlassene Ausschreiben ist erledigt.
M. 70/88. Ueber den Aufenthalt des Schreiners Jean Link, am 9. März 1853 zu Selb, Oberfranken, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 23. Oktober 1888.
A. 17806. — J. 4162/88. Gegen den unten beschriebenen Ausläufer Christian Weidner, geboren am 14. März 1867 zu Weckhof
(Ober-Amt Oehringen), welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben
Frankfurt a/M. den 23. Oktober 1888.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Beschreibung: Alter 2P/2 Jahre, Größe 1,65 m, Haare blond, blonder kleiner Schnurrbart; Kleidung: dunkle Mütze, blau-weiß gestreifte Hose, spitze Stiefel mit Kappen.
t Die Entlarvung Mackenzies.
Das Lug- und Truggewerbe des englischen Arztes Mackenzie, dem die Behandlung des Kaisers Friedrich anvertraut war und für welchen alle freisinnigen Blätter bisher in einer Weise eingetreten sind, als ob sie damit ihre politischen Ideale vertheidigen müßten, ist jetzt selbst für diejenigen, welche sein fragwürdiges Verhalten nicht erkennen wollten, aufgedeckt worden.
In der von ihm herausgegebenen, aber auf Gerichtsbeschluß konfis- zirten Schrift „Friedrich der Edle und seine Aerzte" versucht Mackenzie für die schon früher von ihm in den Blättern vertretene Behauptung den Beweis zu erbringen, daß Professor von Bergmann am 12. April bei dem Versuch der Einführung einer neuen Kanüle gesunde Theile des vor der Luftröhre gelegenen Gewebes durchstoßen, also der Kanüle einen „falschen Weg" gegeben und somit eine flaschenartige Absceßbildung bewirkt habe, welche die unmittelbare Todesursache des hohen Dulders gewesen sei. Mackenzie gibt zur Bekräftigung dieser seiner Behauptung sogar Abbildungen und beruft sich dabei auf den Sektionsbefund, welcher bekanntlich das Vorhandensein einer Höhle (an Stelle des Kehlkopfes) konstatirte. Mackenzie bemüht sich, den Laien, auf welche seine Schrift berechnet ist, vorzureden, daß diese Höhle durch die „Ungeschicklichkeit" Bergmanns entstanden sei. Dem gegenüber konstaliren nunmehr die beiden an der Sektion hauptsächlich beteiligten Aerzte, Professoren Virchow und Waldeyer in einer am 17. Oktober datirten gemeinsamen, Herrn Mackenzie geradezu vernichtenden Erklärung: 1) daß das Protokoll über die Sektion kein Wort von einer Absceßhöhle enthalte, 2) daß die vorhandene Höhle (welche überdies viel weiter noch hinten als jene Stelle liegt, in welcher nach Mackenzies Darstellung die Absceßhöhle sich befunden haben soll) in dem Kehlkopf war und daß sie durch innerlichen Zerfall und Geschwürbildung des Kehlkopfs entstanden war, 3) daß aus dem Protokoll auch nicht gefolgert werden könne, es habe jemals eine Absceßhöhle bestanden, und 4) daß dasjenige Gewebe, in welchem sich der angebliche „falsche Weg" und demzufolge der fragliche Absceß befinden oder befunden haben sollte, bei der Sektion als normal und ohne narbige Veränderungen vorgefunden wurde.
Mit dieser Erklärung fällt das ganze Lug- und Trugsystem der Mackenzie'schen Schmähschrift zusammen. Wenn Mackenzie so weit geht, die durch die Sektion aufgedeckten Thatsachen zu verdrehen, dann darf man sich nicht wundern, wenn er bei anderen, weniger kontrolirbaren Dingen noch mehr von der Wahrheit abweicht. Wie mit seiner Anschuldigung gegen Professor v. Bergmann verhält es sich auch mit den gegen die anderen deutschen Aerzte vorgebrachten Verläumdungen.
Auch in England fängt man an, Herrn Mackenzie gerade in Folge seiner Schmähschrift fallen zu lassen Die „Times" läßt in einem ArMl vom 16. Oktober den deutschen Aerzten Gerechtigkeit widerfahren, indem sie durch Zusammenstellung der amtlichen demschen Krankheitsgeschichte und der englischen Streitschrift den englischen Lesern die bisher vermißte Gelegenheit zum Vergleichen gibt und dabei selbst zu Er« gebnissen kommt, welche Mackenzie in allen Punkten verdammen. Das englische Blatt beginnt mit einer persönlichen Ehrenrettung der deutschen Aerzte. Gerhardt, welcher, wie Mackenzie wegwerfend bemerkte, neben seinen eigentlichen Berufsarbeiten Zeit gefunden hätte, der Laryngo- logie einige Aufmerksamkeit zu schenken, sei ein hervorragender Halsarzt, seine seit 1862 begonnenen Arbeiten gehörten zu den besten Leistungen und seien von Mackenzie selbst im ersten Bande seines Werkes über Kehl- kopskrankhecken sechzehn Mal cüirt worden; Bergmann, der Nachfolger Langendecks, besitze ausgebreirete Kenntnisse und eine philosophische Denk-