Einzelbild herunterladen
 

riuCTiw Swii:

ILHrlich 9 SUxL Halbj.4M.S0M. «irrteljLhrltch

M«rt 85 Pj«. Für auiwixiilt «boimente» Wit dem bttteffro. ken Pafta-jjchl,,. «ittinjelnetom.

«er 10 Sfa-

Hanauer Astiger.

Jugteich AmLttches grrgan für Stcröt- unö Lcrnökveis Acrncru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Atiserikons»

Preis:

Die Ispaltig? Garmondzeile ob. deren Raum

10 Psg.

Tie 2spalt. Zeile

20 ^.

Die3spaltigeZeU«

30 Pfg

Nr. 250

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Zwei weiße Taschentücher. Ein Leihhausschein Nr. 18183. Ein weiß-seidenes Tüchelchen. Eine Milchkanne (in der Vor­stadt).

Zugelaufen: Ein junger schwarzer Pinscher; Empfangnahme bei Friedrich Geibel 4r zu Kesselstadt. Ein schwarzer Dachshund mit braunen Vorderpfoten. Eine Ente (Enterich).

Hanau am 24. Oktober 1888._________________________________ ftnsfiftceißen Königl. Sfaatsanwatffdiaft zu Frankfurt a. Ä.

B. 17928, J. 3548/88. Ueber den Aufenthalt der Dienst­magd Auguste Neudörfer, geboren am 10. Januar 1868 zu Western- bach in Baden, wird Auskunft begehrt.

17733 A. J. 913/88, Das Ausschreiben vom 17. März d. I. gegen Philipp Friedr. Wissenbach von Niederrad wird erneuert.

J. 3599/88. Ueber den Aufenthalt der geschäftslosen Marie Scherer aus Zwalbach wird Auskunft begehrt.

A. 17498. M. 329/88. Ueber den Aufenthalt der geschäfts­losen Selma Weise, geboren am 25. Januar 1868 zu Klein- Bieènitz, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 20, Oktober 1888.

t Ehret das Andenken Friedrichs III. und Wilhelms I.!

Am 18. Oktober feierte das preußische, das deutsche Volk in ernstem Gedenken und schmerzerfüllt den Tag, an welchem Kaiser Friedrich vor 57 Jahren an dem Jahrestage, der Völkerschlacht von Leipzig das Licht der Welt erblickte. Der 18 Oktober war nur immer des Kron­prinzen Geburtstag gewesen; als Kaisers Geburtstag wäre er zum ersten Male in diesem Jahre gefeiert worden, wenn nicht Gottes Rath­schluß den hohen Dulder vorzeitig abberusen hätte. Wie in allen Schulen des Landes seiner gedacht wurde, so lebte in den Gedanken Aller von Neuem die Heldengestalt auf, den ein tragisches Geschick so früh hinweg- gerafft hat, und überall wurde g rade an diesem Tage von Neuem der Verlust schwer empfunden, welchen das Hohenzollernhaus und mit ihm Preußen-Deutschland erlitten. Sein Andenken, wie es an diesem Tage wieder in Aller Herzen lebendig wurde, wird auch ferner uns umschweben, und mit Dankbarkeit und Wehmuth zugleich wird das Volk stets dessen gedenken, der als Sohn des großen Kaisers sich so große Verdienste um Preußen-Deutschland erworben, aber diesem so früh in's Grab nachfolgen mußte, ohne daß es ihm vergönnt war, im Vollbesitz seiner Kraft und Gesundheit das Werk des Vaters als Kaiser und König fortzuführen!

Aber uns, die er hinterlassen, geziemt es nicht, uns in fortwähren­den Klagen über das Verhängniß, das den edlen Kaiser betroffen, zu ergehen. Auch das Leben erfordert seine Rechte, und nur im Sinne des Kaisers Friedrich handelt das preußische, das deutsche Volk, wenn es, nachdem es seinem Andenken an dem Jahrestage seiner Geburt in dank­barer Erinnerung ein Opfer gebracht, sich wieder frischen Muthes dem Leben zuwendet und furchtlos und beharrlich weiter sich der Lösung der Aufgaben des Staatslebens widmet, welche dem Sohne des verblichenen Monarchen und seinen Unterthanen erwachsen sind. Die Treue und die Liebe, die das Volk für den Kronprinzen und Kaiser Friedrich, wie auch für den großen Kaiser Wilhelm im Heizin trug, werden sich erst dann als echt bewähren, wenn sie sich auch auf den Sohn und Enkel, auf welchen die Krone und die Mission seiner Väter übergegangen, übertragen. Diese Treue und Liebe darf sich aber nicht nur in Worten und Betheue­rungen kundthun: Wilhelm I. und Friedrich III. haben auch durch unzweideutige Handlungen davon Beweise erhalten, und gerade hieraus ergab sich die innige Gemeinschaft, welche sie selbst in allen ihren Gedanken und Handlungen mit dem Volke verband. Auch Wildelm II. gegenüber wuß das preußische Volk seine Liebe und Treue durch die That beweisen, wenn es im Geiste der beiden hochseligen Kaiser handeln will.

Unser jugendlicher Kaiser, der von seinem Siegeszug durch Süd- deutschland, Oesterreich und Italien, wo er überall als Sohn und Enkel unserer beiden ersten Kaiser mit Begeisterung empfangen und gefeiert wurde, alsbald in die Heimath zurückkehrt, wird auch hier mit Kund­gebungen der Freude empfangen werden. Aber diese Jubelrufe können lhre eigentliche Bedeutung erst darin finden, daß das preußische Volk,

Mittwoch den 24. Oktober

1888

wenn es demnächst an die Wahlurne herantritt, bekundet, daß es voll Vertrauen auf seine Regierung blickt und dankbar die Königlichen Worte vernommen hat, mit denen Kaiser Wilhelm II. durch den Erlaß an sein Volk und durch die Thronreden bei Eröffnung des Reichstags und Land­tags am 25. und 27. Juni das Scepter ergriffen. Möge das preußische Volk bei den Wahlen eine würdige Antwort auf diese ersten hochherzigen Kundgebungen Kaiser Wilhelms geben; hiermit wird es am besten das Andenken Friedrichs III und Wilhelms I. ehren!

L k g e s s ch a

Berlin, 23. Oltbr. Se. Majestät der Kaiser und König hörten heute von 11 bis l1 /s Uhr die Vorträge des kommandirenden Admirals Grafen Monts und des Chefs des Militärkabinets, General-Adjutanten v. Hahnke.

Berlin, 23. Okt. (K. Z.) Kaiser Wilhelm wird auf der Rückreise von Hamburg nach Berlin am 29. ds. dem Fürsten Bismarck die Ehre erweisen, demselben einen Besuch abzustatten, der Kaiser wird in Fried- richsruh übernachten und die Vorträge des Reichskanzlers entgegennehmen.

Berlin, 23. Okt. Der Staatsminister Graf Herbert Bismarck ist heute Mittag von Friedrichsruh hierher zurückgekehrt.

Berlin, 23. Oft. Der Reichshaushalt ist dem Vernehmen nach fertiggestellt. Er wird, wie gewöhnlich, in einzelnen Gruppen alsbald an den Bundesrath gelangen. Die Hauptarbeit wird hier bekanntlich in den Ausschüssen vorgenommen. Wie das Gesetz über die Arbeiteraliers- versorgung, so ist auch das Genoffenschaftsgesetz in den Ausschüssen des Bundesraths für das Plenum vorbereitet, hier bedürfen indessen noch einige, allerdings untergeordnete Punkte die Erledigung in den Ausschüssen. Da die Berufung des Reichstags in etwa vier Wochen erfolgen dürfte, so ist in der nächsten Zeit eine ziemlich rege Thätigkeit des Bundesraths vorauszusehen. (K. Z)

Berlin, 23. Oktober. DiePost" sagt: Die russischen Truppenverschiebungen sind bereits im Frühjahre angekündet worden. Durch die europäische Gesammtlage ist eine kriegerische Aktion Rußlands nach Westen völlig ausgeschlossen. Seit dem Besuche des Kaisers in Petersburg sind die Beziehungen zu Rußland fortdauernd gute und freundschaftliche.

Berlin, 22. Oktober. Die vorgestern ausgegebene Nummer des Bulletin Mèvical in Paris bespricht auf Seite 1385 das Buch Macken­zies, hält diesem vor, die Möglichkeit einer Rettung des Kronprinzen ver­hindert zu haben, und ist der Meinung, seine eigene Schrift sei solcher Art, daß sie ihm bei Medizinern moralisch viel mehr schaden dürfte als die seiner deutschen Gegner.

Zur Feier des Gebnrtstages Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin schreibt dasBerl. Fremdenbl.": Zum ersten Male, seitdem die Krone das Haupt unserer erhabenen Kaiserin schmückt, naht sich der Tag, an dem wir sonst unser Kaiser- und Königspaar in Versen zu be­grüßen pflegen, unsere Glückwünsche zu dem Wiegentage in jubelnden Strophen an des Thrones Stufen tragen. Der Ernst des Jahres 1888 macht, angesichts zweier Kaiser-Katafalke, die laute Freude schweigen, mahnt aber desto inniger unsere Seele zum Aufblick nach Dem hehren Kaiserthron, den ein junges, edles, lebensfrisches Fürstenpaar schmückt, noch so kurze Zeit das Scepter in der Hand und schon so siegreich in der Eroberung der Herzen eines großen Volkes! Unser theurer Kaiser kehrt zu dem Freudentage Seines königlichen Hauses von einem friedlichen Siegeèzuge zurück, wie vor ihm noch kein C onard). Er kehrt zurück mit der Fnedenèpalme, die Er Seiner Hohen Gemahlin zu ihrem Wiegentage in den Schooß legt, daè schönste Angebinde, das nur die Mächtigen unter der Menschheit spenden können. Schaut auch der Blick noch zurück aus eine schwere Zeit, trennen auch nur wenige Tage den Wiegentag des tteuren Hochseligen Vaters von dem btr geliebten Gemahlin, so hat des Himmels Segen doch die Zukunft unseres theuren Kaiserpaares gar hoff­nungsfreudig gestaltet, indem fünf herrliche Prinzen der Fürstlichen Mutter an ihrem Geburtstage Blumen auf den Weg streuen und das Auge der hoben Frau bti ihrem Anblick verklaren machen. Welch' ein herrliches Bild diese deulsche Kaisirfamilie, durch Trauer und Leid geführt zum erhabensten Thione, aber gesegnet mit einem wahrhaft demüthigen, christ­lichen Herzen, vollbewußt der großen Mission, die das Schicksal früh in