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Montag den 1. Oktober

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Ukssäreibeu âömgt. Stadfsanwatffdiaft zu fcanâfurf a. Ä. 16584 B. J. 3710/88. Ueber den Aufenthalt des Buch­binders und Portefeuillearbeitsrs Arthur Guido Scherfig aus Wilkau wird Auskunft begehrt.

B. 16691. J. 2593/88. Ueber den Aufenthalt des Kellners Johannes Spiel, geboren am 26. Februar 1869 zu Weißensee (Ober­franken), wird Auskunft begehrt.

J. 2136/87. Das am 22. März c. gegen den Tagelöhner Joh. Karl Gottschalk von Attenheim erlassene Ausschreiben wird erneuert.

Frankfurt a/M. den 27. September 1888.

Tagesschau.

Berlin, 29. Sept. DerR. u. St-A." schreibt: Wie wir heute Morgen bereits durch eine Extranummer mitgetheilt haben, ist uns in der Nacht folgende Depesche aus Stuttgart, vom 28. d. Mts. zuge­gangen :

Ein glänzendes Galadiner zu Ehren Sr. Majestät deè Kaisers fand heute Mittag in den prachtvollen Räumen des Residenzschloffes statt. Se. Majestät der König von Württemberg gab in einem Trinkspruch Seinen Gefühlen lebhafter Freude über den Kaiserlichen Besuch und innigster Freundschaft und Anhänglichkeit an Se. Majestät den Kaiser und Aller- Höchstdero Haus mit warmen Worten Ausdruck. Bei dem Hoch auf den Kaiser inionirte das Musikkorps die Nationalhymne.

Se. Majestät der Kaiser antwortete unverzüglich, von den Worten Seines Königlichen Gastgebers sichtlich ergriffen, Folgendes:

Aus tiefbewegtem Herzen spreche Ich Sw. Majestät Meinen innig­sten Dank aus für die gnädige Einladung und den herzlichen Empfang, den Allerhöchstdieselben und Ihr ganzes Volk Mir bereitet haben. Ich bitte Ew. Majestät Mir zu glauben, daß Ich mit besonders warmen Empfindungen hierher gekommen bin, denn dieses reich gesegnete Land und dieses herrliche Volk, über welches Ew. Majestät regiert, hat im Mittel­alter viele der edelsten deutschen Fürsten, welche die Geschicke des Landes leiteten, hervorgebracht. Ganz besonders zieht Mich hierher, daß das schwäbische Land auch die Wiege Meines Hauses gewesen ist, auch in Meinen Adern rollt schwäbisches Blut ebensogut wie in den Adern der Herren, die hier versammelt sind. Von fester und unverbrüchlicher An­hänglichkeit an dieses Land und seinen Herrn beseelt, erhebe Ich Mein Glas und rufe: Se. Majestät der König und Ihre Majestät die Königin von Württemberg, Sie leben hoch, hoch, hoch!"

Ferner erhielten wir heute früh noch folgende Depeschen:

Stuttgart, 29. Sept. Se. Majestät der Kaiser und König nah­men gestern nach der Rundfahrt militärische Meldungen entgegen und statteten darauf den hiesigen Fürstlichkeile» Besuche ab. Nach dem um 2 Uhr stattfindenden Galadiner wird Se. Majestät um 4 Uhr nach der Mainau abreisen.

Mainau, 29. Septbr. Se. Majestät der Kaiser nahmen gestern Vormittag 11 V» Uhr in Stuttgart militärische Meldungen entgegen, em­pfingen die württembergischen Staats - Minister und statteten darauf der Königlichen Familre Besuche ab. Um 2 Uhr fand Galatasel statt und demnächst um 4 Uhr die Abreise Sr. Majestät nach der Mainau, wo­selbst die Ankunft um 11 Vs Uhr Abends erfolgte. In Sigmaringen begrüßten der Fürst un» die Fürstin von Hohenzollern mit den Prinzen Ferdinand und Karl Anton Se. Majestät.

Berlin, 29. Sept. Der Königliche Gesandte, Graf zu Rantzau, ist auf seinen Posten nach München zurückgekehrt und hat die Geschäfte der dortigen Ges ndtschaft wieder übernommen.

Berlin, 29. September. DieNordd. Allgem. Ztg." bemerkt:

»Journal de St. Pètersbourg" hat in Betreff der Nachricht des Memorial diplomat que," wonach Lord Salisbury von dem Fürsten znsmara und dem Grafen Kalnoky die Versicherung erhalten hätte, daß sie den Prinzen von Koburg als Fürsten Bulgariens unterstützen wollten, sem Erstaunen darüber ausgesprochen, daß ein ernsthaftes Blatt der- glèicyen Nachrichten aufnehmen könne. Unsererseits haben wir das Er-

,»Journ. de St. Potersbourg" getheilt, freilich mit der Mußgab-, daß man demMömor. diplomat." zuviel Ehre erweist, wenn man es für ein ernstes Blatt nimmt."

Das Gefolge, das Kaiser Wilhelm auf seiner weiteren Reise hat sich demselben auf der Fahrt nach Stuttgart ange- ichlossen. N»ch dem Schwab. Merk, setzt es sich aus folgenden Herren

1888

zusammen: Vom Hofe Oberhof- und Hausmarschall v. Liebenau, Hof­marschall Graf Pückler, Geheimer Hofrath Kanzki, Hofstaatssekretär Schwerin; vom Militär kabinet Generallieutenant General-Adjutant v. Hahnsi, Generalmajor und General a la suite v. Brauchiisch, Geheimer Hofrath Mielenz, Geheimer Hofrath Schulz; vom Civilkabinet Wirklicher Geheimer Rath und Geheimer Kabinetsrath Dr. v. Lucanus, Geheimer Hofrath Schneider, Hofrath Abb; vom Hauptquartier Sr. Majestät Generallieutenant v. Kessel, Major Flügeladjutant v. Zitzewitz, Dr. Leuthold; vom Auswärtigen Amt Staatssekretär und Staatsminister Graf v. Bismarck-Schönhausen, Wirkl. Legationsrath vortragender Rath im Auswärtigen Amt Raschdau, Geheimer Regierungsrath Correspondenz- sekretär Metzner. Der Militärbevollmächtigte bei der deutschen Botschaft in Wien, Major v. Deines (ein Hanauer. D. R.), welcher in der letzten Zeit in Berlin verweilte, ist jetzt von hier auf seinen Posten zurück­gekehrt, um während der Anwesenheit des Kaisers dort gegenwärtig zu sein.

Wilhelmshaven, 29. Sept. Das Schulgeschwader, Geschwader­chef Comre-Admiral Hollmann, hat um 2 Uhr Nachmittags die Reede verlaffen und ist nach dem Mittelmeer abgegangen. (K. Z.)

Kiel. Das englische Geschwader, welches, wie bereits mitgetheilt, in unsern Hafen eingelaufen, wird etwa bis Ende dieser Woche hier ver­weilen. Die Offiziere der deutschen Marine werden den Gästen in zuvor­kommender Weise Gastfreundschaft erzeigen. Tie englischen SchiffeVologe" undAktive" haben einen Raumgehalt von reichlich 3000 Tons, eine Besatzung von 330 Mann und führen zehn Revoloerkanonen und zwölf schwere Geschütze, die FregatteRover" hat 3160 Tons Raumgehalt, 352 Mann Besatzung, acht Revolverkanonen und vierzehn Geschütze, die FregatteCalypso" ist 2770 Tons groß, hat zehn Revolverkanonen, sechzehn Geschütze und 291 Mann Besatzung. Die Schiffe haben vertäut an den Bojen im Binnenhafen.

Kiel, 29. Sept. Prim- Heinrich empfing heute Mittag den Co- modore Mackham und die Schiffskommandamen Nöl, Jonston, Burnell und Robinson vom englischen Geschwader.

Hamburg, 29. Sept. (K. Z) DasFremdenblatt" meldet, daß Geheimrath Geffcken heute Abend von Hellgoland zurückkehren werde, um sich dem Gerichte zu stellen. (Derselbe soll der Deutschen Rundschau das Tagebuch Kaiser Friedrichs übergeben haben.)

München, 29. Sept. Amtlicher Mittheilung zufolge trifft der Kaiser am Montag Abend um 9 Uhr in München ein und reist am Dienstag Abend um 10 Uhr wieder ab.

Konstanz, 29. Sept. Kaiser Wilhelm ist mit halbstündiger Ver­spätung gestern Abend 10Vs Uhr hier eingetroffen und wurde vom Groß­herzog und Erbgroßherzog am Bahnhöfe empfangen. Nach herzlicher Begrüßung und Vorstellung der Militär- uns Civilbehörden fuhren die allerhöchsten Herrschaften im offenen Wagen über den prachtvoll erleuch­teten Bahnhofplatz zum Hafen. Die Militär-Vereine bildeten Spalier und eine zahlreiche Menschenmenge ließ endlose Hochrufe erschallen. Um 11 Uhr fuhr das Dampfboot über den prachtvoll erleuchteten See unter Abbrennung eines Feuerwerkes nach der Insel Mainau.

Konstanz, 29. Sept. Kaiser Wilhelm kam Nachmittags 3 Uhr in Konstanz an, um den Besuch des Herzogs von Nassau, welcher den Kaiser am Vormittag auf der Insel Meinau besuchte, zu erwiedern. Auf der Fahrt durch die prächtig geschmückten Straßen nach dem Insel - Hotel, wo der Herzog abgestiegen ist, wurde der Kaiser enthusiastisch begrüßt. Beim Insel-Hotel empfing der Herzog den Kaisir an der Treppe und geleitete ihn in seine Gemächer.

Konstanz, 30. Sept. Se. Majestät der Kaiser machte heute, nach einem Privattelegramm derPost", eine Umfahrt auf dem Bodensee.

Wien, 29. Sept. Alle Zeitungen sprechen heute über Bismarck und las Tagebuch. DasFremdenblatt" betonte schon gestern Bismarcks muthigA Einsetzen seiner ganzen Persönlichkeit, als er den französischen Krieg als unvermeidlich erkannte, anderseits die maßvolle Beschränkung auf das Nothwendigste gegenüber den Bundesgenoffen. DieDeutsche Zeitung" sagt brüte: Nur die Gefährdung ernster Reichsinteressen konnte Bismarck zu solcher Energie des Einschreitens veranlassen. Das Tage­buch war nicht blos ein Wahlmanöoer, sondern die Verdächtigungen in demselben konnten das innere Gefüge des Reiches und dre äußern Be­ziehungen beeinträchtigen. DieTreffe" behauptet einen ungeheuren Ge­gensatz zwischen den Charakteren Bismarcks und Kaiser Friedrichs, erkennt aber an, daß weder vom Standpunkte des Reichsintereffes noch von dem