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Nr. 228 Freitag den 28. September 1888

NeksnntMLchrmgen Körügl. LaKdraLhsamLs.

Als Wahlort zur Vollziehung der bevorstehenden Kreislagswahlen im Bezirke der Landgemeinden ist vom Kreisausschusse die Stadt Hanau gemäß §. 60 der Kreisordnung vom 7. Juni 1885 bestimmt worden.

Hanau am 26. September 1888.

Der Königliche Landrath

A. 1227________________Gf. Bismarck._______________________

Merck-UachrWen aus dem Lreffe.

Gefunden: Ein Leihhausschein Nr. 15773; verfällt am 1. Ok­tober d I. Eine Hundekette. Ein Paar gelbe Damenhandschuhe. Eine Korallenkeite. Ein kleines Tafelmesser. Ein Regenschirm (auf der Post stehen geblieben). Ein Paar schwarze Glacehandschuhe. Eine blau und weiße Schleife. Eine Knabenmütze.

Verloren: Ein schwarzes Spitzenbuch. Ein ledernes Etui mit Spiegel und Kämmchen.

Entlaufen: Ein junger gelber Spitzhund mit schwarzer Nase, m. Geschl; vor Ankauf wird gewarnt.

Hanau am 28. September 1888.

Maspftcßiößn Königt. Kiaaisailwatisäast zu Frailkfuci a. Ä, N. 1071/87. Der am 9./8. 1888 gegen den Mechaniker Emil Christen aus Stettin erlassene Steckbrief ist erledigt.

J. 2216/88. Ueber den Aufenthalt des Zimmermanns Lorenz Fend, geboren am 22 /3. 1851 in Fischbach, wird Auskunft begehrt.

16112 A. M. 308/88. Der Steckorief vom 19. d. M. gegen den Knecht Lorenz Muth von Holzmühl ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 25. September 1888.

16053 A. J. 2317/88. Das Ausschreiben vom 23. Juni d.

J. gegen den Taglöhner Aug. Schick von Neuguth wird erneuert.

M. 43/88. Ueber den Aufenthalt der Händlerin Marie Barth, geb. 5./8. 1865 zu Weißenburg, wird Auskunft begehrt.

B. 16611. N. 159/88. Das am 23. März 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Kutscher Johann Peter Merz, geboren am 10. März 1866 zu Hammelburg, wird erneuert.

Frankfurt a/M. den 26. September !888._____ Tagesschau.

Berlin, 27. Septbr. Se. Majestät der Kaiser und König ist, nach demR. u. St.-A.", heute Morgen 9^/4 Uhr von Detmold abge­reist. Vom Schlosse bis zum Ausgang der Stadt bildeten die Schulen, Vereine und Korporationen Spalier. Se. Durchlaucht der Fürst gab Sr. Majestät bis Bergheim das Geleit.

Berlin, 27. Sept. (K. Z.) Laut Mittheilung der Pätelschen Ver­lagsbuchhandlung wird dasOktober-Heft" derDeutschen Rundschau", in welchem dasTagebuch Kaiser Friedrichs" enthalten, nicht weiter ausgegeben.

Berlin, 27. Sept. DieNordd. Allg. Ztg." erinnert Angesichts der abfälligen Urtheile über den bayerischen König Ludwig in dem angeblichen Tagebuch des Kaisers Friedrich daran, das die entscheidende Kundgebung der nationalen Gesinnung Ludwig's nicht in der Frage der Redaktion seiner formellen Anregung der Kaiserwürde, obschon auch diese den Dank Deutschlands für ewige Zeiten verdiene, sondern in der schnellen Entschließung liege, womit er unmittelbar nach der am 15. Juli 1870 erfolgten preußischen Mobilmachung am Vormittag des 16. k Juli die Berathungen seiner Minister durch den kurzen telegraphischen Befehl beendete, die Armee zu mobilisiren. Durch diesen hochherzigen Entschluß aus ganz freier Initiative habe sich Ludwig ein unzerstörbares . Denkmal in den Herzen des deutschen Volkes gef^t.Keine nachträgliche Kritik kann dieses Verdienst rauben; ebensowenig, daß er in voller Konsequenz seiner prompten patriotischen Entschließung nicht nur der Herstellung des Kaiserthums zugestimmt, sondern die Forderung desselben in einem eigenhändigen Schreiben an König Wilhelm gestellt hat. Ebenso unvergessen bleibe die deutsche Gesinnung des bayerischen Stammes, welche in der heldenmüthiichen Tapferkeit der Bayern im ganzen Ver­laufe des Krieges ihre Bethätigung gefunden habe.

Berlin, 26. Sept. Zur Feier des Geburtstages Kaiser Friedrichs am 18. Oktober hat in der Berliner Stadtverordnetenversammlung der

Stadtverordnete Justizrath Meyer mit 46 anderen Stadtverordneten für die morgende Sitzung den Antrag eiugèbracht, den Betrag von 500 000 Mark zu bestimmen, zur Errichtung einer die Förderung der Volkswohl­fahrt bezweckendenKaiser-Frierrich Stiftung". Die Bestimmung des speziellen Zweckes bleibt Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich vorbehalten. Ferner wird der Magistrat ersucht, mit der Stadtverordnetenversammlung gemeinschaftlich zur Errichtung eines Denkmals für Kaiser Friedrich in der Reichshauptstadt Sammlungen zu veranstalten. Es wird beantragt, über die beiden Anträge so zeitig einen Kommunalbeschluß herbeizuführen, daß der verwittweten Kaiserin Friedrich am 18. Oktober d. J. die Ent­schließung der Gemeindebehörden in einer gemeinsamen Adresse unterbreitet werden kann.

Berlin, 27. September. In der gestrigen Bundesrathssitzung wurde den Anträgen Preußens, Hessens und den gemeinschaftlichen Anträgen Preußens und Hamburgs wegen erneuter Anordnungen gegen die Sozialdemokratie Zustimmung ertheilt. Der Vorsitzende theilte mit, daß der Zeitpunkt, an welchem der Anschluß Hamburgs und Bremens an das Zollgebiet erfolgen soll, vom Reichskanzler auf Grund eines Beschlusses des Bundesraths auf den 15. Oktober festgesetzt sei.

Berlin, 27. Sept. DerR. u. St.-A." schreibt: In der Ersten Beilage zu unserer heutigen Nummer befinden sich die Bekanntmachungen des Staats-Ministeriums, betreffend die auf Grund des §. 28 des Ge­setzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie für die Zeit vom 1. Oktober d. J. bis 30. September 1889 angeordneten Maßregeln für die Städte Berlin, Potsdam, Spandau u. s. w., Stettin, Grabow a. O., Alt-Damm u. s. w., Stadt- und Landkreis Frankfurt a. M., Stadt- und Landkreis Hanau u. s. w., Altona u. s. w. vom 26. September d. J.

Berlin, 27. Septbr. S. M. Schiffsjungen-SchulschiffNixe", Kommandant Korvetten - Kapitän Büchsel, ist am 26. September er. in St. Vincent (Kap Verdes) eingetroffen und beabsichtigt am 29. dess. Mts. wieder in See zu gehen.

Berlin, 27. Sept. Auf Samoa ist in der Person Malietoas ein Gegenkönig gegen Temasese aufgestellt worden. Die Lage der Fremden ist durch die einheimischen Kämpfe nicht gefährdet, da ein deutsches und ein amerikanisches Kriegsschiff anwesend sind. (Rh K.)

Berlin, 26. Sept. Die Berathungen über die Neuorganisation der obersten Marinebehörden sind beendet. Ihre Ergebnisse werden dem Kaiser unterbreitet und nach der kaiserlichen Entscheidung werden sie an den Bundesrath bezw. soweit eine Aenderung du ch Gesetz erforderlich ist, an den Reichstag gelangen. Die Beschlüsse werden streng geheim gehalten. Was darüber bis jetzt in den Blättern erschienen ist, stellt sich, nach der K. Z.", einfach . als eine Zusammenfassung der bis dahin verbreiteten Angaben über die Richtung der Neuorganisation heraus. Daß es sich um eine' Trennung der Verwaltung von dem Oberkommando handelt, ist genugsam bekannt. Ueber die Thätigkeit der Ansiedlungs-Kommission in den ehemals polnischen Landestheilen wird jetzt bekannt, daß vollauf Grund vorhanden sei, mit Genugthuung auf die bisher erzielten Ergeb­nisse zu blicken; es wird dies auch in dem Berichte hervorgehoben, welcher dem künftigen Landtage unterbreitet werden soll. Die gewünschte und erwartete Ansiedlung schwäbischer Landleute vollzieht sich allem Anschein nach weniger schnell und glatt, als es anfänglich erwartet wurde, man hofft jedoch auch in dieser Beziehung auf eine lebhaftere Bewegung.

Während der Anwesenheit des Kaisers auf Schloß Mainau wird sich dort auch der Herzog von Nassau befinden. Wie man hört, ist es den Bemühungen des Großherzogs von Baden gelungen, den Herzog, der sich bisher dem königlich preußischen Hofe stets fernhielt, zu diesem entgegenkommenden Schritte zu bewegen, der im gegenwärtigen Augenblick, da die luxemburgische Erbfolge sich täglich eröffnen kann, von einer ge­wissen Bedeutung ist.

Zur Widerlegung von Gerüchten aus den Reichslanden, welche in mehreren Blättern aufgetaucht sind, bemerkt dieN. A. Z.^-daß weder von einem Rücktritt dis Fürsten Hohenlohe noch von einer Ab­änderung der Verfassung das geringste bekannt sei, und daß ein Besuch des Kaisers in Elsaß-Lothringen, wie schon vor sechs Wochen in aller Form erklärt worden, für dieses Jahr weder beabsichtigt noch aus­führbar sei.