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Donnerstag den 27. September
Nr. 227 sai®*K5E^^
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Mit dem 1. Oktober 1888 beginnt ein neues Abonnement auf den „Hanauer Anzeiger", zugleich amtliches Organ für Stabt- und Landkreis Hanau.
Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dem Laufenden, bietet Cours- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ausschusses, Fremdenlifte, ferner Geschäfts- und Privat-An- zeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.
Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der „Hanauer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Pf.
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Die Expedition des Hanauer Anzeigers.
Bekanntmachungen Königl. tzanörathsamts.
In Nr. 174 des diess. Kreisblattes sind die Namen der anläßlich der in diesem Jahre stattfindenden Kreistagsergänzungswahlen ausgeloosten Kreistagsabgeordneten eines jeden Wahlverbandes bekannt gemacht worden. — Nach dem Beschlusse des Kreistages vom 21. Juli d. J. finden Aenderungen in der Eintheilung der Wahlbezirke, in der Anzahl der von jedem Wahlverbande und von jedem Wahlbezirke zu wählenden Abgeordneten und demgemäß in der Vertheilung der Abgeordneten auf die einzelnen Wahlbezirke gegen früher nicht statt. Im Wahlverbande der Landgemeinden vertheilen sich also die nicht ausgeloosten 6 Abgeordneten auf dieselben Bezirke, von denen im Jahre 1885 ihre Wahl erfolgt ist, und ebenso werden für die ausgeloosten 7 Abgeordneten von denselben Wahlverbänden 7 weitere Abgeordnete gewählt, aus denen diese ausscheiden.
Nach dem in Nr. 173 des Kreisblattes veröffentlichten Verzeichniffe bleibt also je ein Abgeordneter
dem Wahlbezirk I, bestehend aus der Gemeinde Bergen;
„ „ IV, bestehend aus den Gemeinden Langenselbold, Hüttengesäß und Neuwiedermuß;
„ „ VI, bestehend aus den Gemeinden Langendiebach und Rückingen;
„ „ VII, bestehend aus den Gemeinden Marköbel, Ravolzhausen, Rüdigheim und Oberissigheim;
„ „ VIII, bestehend aus den Gemeinden Ostheim, Eichen und Erbstadt;
„ „ XII, bestehend aus den Gemeinden Keflelstadt und Dörnigheim;
während neu zu wählen ist je ein Abgeordneter von
dem Wahlbezirk II, bestehend aus der Gemeinde Fechenheim;
„ „ HI, „ „ „ „ Großauheim;
„ „ IV, „ „ den Gemeinden Langenselbold, Hüttengesäß und Neuwiedermuß;
„ „ V, bestehend aus den Gemeinden Großkrotzenburg, Nieder- und Oberrodenbach;
„ „ IX, bestehend aus den Gemeinden Bruchköbel, Mittelbuchen, Roßdorf und Niederissigheim;
„ „ X, bestehend aus den Gemeinden Kilianstädten und Niederdorfelden;
„ „ XT, bestehend aus den Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen.
Der einzige Abgeordnete im Wahlverbande der Städte ist mit
1888
ausgeschieden. Es ist daher auch von der diesem Wahlverbande angehörenden Stadt Windecken die Neuwahl eines Abgeordneten vorzunehmen.
Die in den Nrn. 137 u. 173 des Kreisblattes veröffentlichten Vertheilungspläne und Verzeichniffe bleiben gemäß §. 69 der Kreisordnung vom 7. Juni 1885 für einen Zeitraum von 12 Jahren maßgebend.
Hanau am 26. September 1888.
Namens des Kreisausschusses:
A. 1928__________Der Vorsitzende: Gf. Bismarck._________________
Äns[(ficßi6ßn Königl. Sfaafsanwattrifiaff zu Frankfurt a. N.
A. 15999. — J. 820/88. Das am 8. März 1888 erlassene Ausschreiben gegen die Dienstmagd Barbara Abt aus Heidingsfeld wird zurückgenommen.
16157 A. — M. 11/88. Der Steckbrief vom 22. d. M. gegen den Maler Phil. Sprengel von Nauheim ist erledigt.
Frankfurt a/M. den 25. September 1888.
Die Reife Sr. Majestät des Kaisers.
Zu der Reise Sr. Majestät des Kaisers nach Süddeutschland und an die verbündeten Höfe von Wien und Rom schreibt die „Leipziger Zeitung":
Bereits steht ganz Europa unter dem Eindruck dieses Ereignisses, vor dessen Bedeutung alle anderen aktuellen Fragen weit in den Hintergrund treten.
Daß der Kaiser in Süddeutschland des wärmsten Empfangs sicher sein kann, darüber besteht wohl nirgends ein Zweifel. Zwar ist in letzter Zeit Manches geschehen, was sich nur aus der Absicht erklären läßt, das Vertrauen unseres Volks auf die Festigkeit unserer nationalen Institutionen zu erschüttern. Aber einen nachhaltig schädlichen Einfluß fürchten wir davon nicht. Die Tage liegen uns noch zu nahe, in denen die Nation die beruhigende Gewißheit erhalten hat, daß seine Geschicke unter dem Schutz von Kaiser und Reich, wie er sich in streng geschichtlicher Entwickelung aus Blut und Krieg heraus gebildet hat, gut aufgehoben sind, als daß es sie gelüsten sollte, durch neue gewagte Experimente das Errungene in Frage zu stellen.
Daß Kaffer Wilhelm das Vertrauen der verbündeten deutschen Fürsten besitzt, das hat sich bei Gelegenheit der letzten feierlichen Reichstagseröffnung in erhebender Weise bekundet. Und er ist gewiß der Letzte, der den Antheil unterschätzen möchte, welchen der so glückliche Wurf mit einer Verfassung, die Jedem, den einzelnen Gliedern wie dem Ganzen gibt, was er zu seinem Gedeihen bedarf, daran gehabt hat. Nur böser Wille oder Unkenntniß kann ihn in Zufammenhang mit den Vorgängen bringen, welche durchaus den Schein erwecken sollen, als wenn das Reich zu seiner Stütze neuer fundamentaler Aenderungen bedürfe.
Für den Fremden mögen unsere Bundeseinrichtungen manches Wunderliche haben. Im Einzelnen, so was die Organisation der verschiedenen Behörden betrifft, mag ja auch im Laufe der Zeiten Dieses und Jenes geändert werden. Im Großen und Ganzen ist jedoch die Neigung, an dem Bestehenden zu rühren, eine außerordentlich geringe, und wenn wir uns nicht irren, so wird gerade der Umstand, daß neuerdings der Schleier, welcher bisher über der Entstehungsgeschichte des neuen Deutschen Reiches lagerte, etwas gelüftet ist, erheblich dazu beitragen, in allen aufrichtigen Freunden des Reiches die Scheu vor prinzipiellen Neuerungen noch zu vermehren.
Es geht dabei nie ohne Verletzung zahlreicher Gefühle und Gewohnheiten ab, und anstatt die Erinnerung daran wachzurufen und uns darüber aufzuhalten, wie in dem einen oder anderen Fall Dieses oder Jenes noch besser hätte gemacht werden können, sollten wir unsere ganze Kraft auf die Ausnutzung des Gegebenen zum Besten der Nation verlegen. Viel ist in der Richtung ja bereits geschehen, aber viel bleibt noch zu thun übrig; und was man immer der Reichsverfassung -vorwerfen will, daß sie dem Schaffensdrangs der Nation allzu wenig Spielraum gewähre, werden auch ihre unversöhnlichsten Gegner nicht zu behaupten wagen.
Es war, wie gesagt, kein guter Gedanke, derartige Fragen gerade jetzt am Vorabend der Reise Kaiser Wilhelm's nach Süddeutschland unter das Volk zu werfen. Da es einmal geschehen ist, soll aber auch konstatirt