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Montag den 24. September
Nr- 224
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Mit dem 1. Oktober 1888 beginnt ein neues Abonnement auf den
„Hanauer Anzeiger", zugleich amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.
Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dem Laufenden, bietet Cours- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ausschusses, Fremdenliste, ferner Geschäfts- und Privat-An- zeigen. Das lluterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.
Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der „Hanauer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Pf.
Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.
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Die Expedition des Hanauer Anzeigers.
BâtmtmschungëA Kömgl. LsAdralhsamts.
Das Ausschreiben vom 27. Juni d. J. gegen die Tagelöhnerin bezw. Dienstmagd Anna Margaretha Kleinhens von hier, nach dem Aufenthaltsort derselben, wird hiermit erneuert.
Hanau am 20. September 1888.
Der Königliche Landrath
P. 6064__Gf. Bismarck.____
^MeiHlöi® dem Kreise.
Gefunden: Ein kleines Portemonnaie mit einigen Pfennigen. Ein größeres Portemonnaie mit Inhalt. Zwei Mahnen (am A. Markt den 21. ds. M. stehen geblieben). Eine Knabenmütze mit Futteral.
Zugelaufen: Ein grauer Pinscher m. Geschl.
Hanau am 24. September 1888._____________________________
MMxeikell Kömgl. Staatsanwaff^aff ^u Frankfurt a. Ä.
J. 3743/88. Ueber den Aufenthalt des Hausburschen Ferdinand Metz aus Aschaffenburg, geb. 28. Juni 1863, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 20. September 1888._______________________
15813 A. — J. 3664/88. Gegen den Händler Johann Adam Alich, geboren am 30. März 1858 zu Krombach in Bayern, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls und Unterschlagung verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M. den 21. September 1888.
Königliche Staatsanwaltschaft.____
B. 16298. — N. 194/88. Ueber den Aufenthalt des Kochs Friedrich Hesse aus Jestädt bei Eschwege, 25 Jahre alt, wirb Auskunft begehrt.
6884 C. — L. 100/88. Der Steckbrief vom 8. d. Mts. gegen den Hausirer Nikol. Münz von Aschaffenburg ist erledigt.
16299 B. — J. 4340/87. Das am 12. Januar 1888 gegen den Schuhmacher Otto Kasper von Döbel erlaffene Auèschreiben wird erneuert.
Frankfurt a/M. den 20 September 1888.
j. 2794/88. Ueber den Aufenthalt der Margarethe Mihm, geb. zu Offenbach a/M., 22 Jahre alt, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 21. September 1888.__
A. 15943. —M. 11/88. Gegen den Maler Philipp Sprengel, geboren am 4. Oktober 1864 zu Bad Nauheim, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung und Kuppelei verhängt.
1888
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M. den 22. September 1888.
______________________Königliche Staatsanwaltschaft._____________________ è ü g k s s H a «.
Berlin, 22. Septbr. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Augusta gedenkt Sich am Dienstag zum Besuch Ihrer Königl. Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin von Baden nach Schloß Mainau zu begeben und dortselbst das Allerhöchste Geburtsfest am 30. September in möglichster Stille und Zurückgezogenheit zu verleben.
Berlin, 22. Sept. Die nächste Gesammtsttzung des Bundesrathes ist auf den 26. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, anberaumt. Auf der Tagesordnung stehen Anträge Preußens und Hamburgs wegen Verlängerung des sogenannten kleinen Belagerungszustandes.
Die „Germania" wollte es bekanntlich lange nicht Wort haben, daß der deutsche Kaiser Rom besuchen werde; mit der Energie der Verzweiflung hielt das ultramontane Blatt an der Behauptung fest, der Kaiser werde, dürfe und könne nicht nach Rom gehen. Hierzu bemerkt die „K. Z.": Da diese Flunkerei jetzt nicht mehr verfängt, wird eine andere Wendung versucht. Die „Germania" erhält nämlich aus „ausgezeichneter Quelle" die Mittheilung, der Kaiser habe für die Zeit seiner Anwesenheit in Rom sich alle von der Gemeinde und von Gesellschaften veranstalteten öffentlichen und Privat FMichkeiten verbeten, um nicht den Papst „direkt zu beleidigen." Das Blatt selbst enthält sich über diese Mittheilung jeder Bemerkung und spricht darüber nur seine Genugthung aus. An hiesigen unterrichteten Stellen begegnet die achricht den entschiedensten Zweifeln; sie steht auch in Widersvruch zu allem, was bisher in dieser Beziehrng bekannt geworden ist; der Kaiser hat sich nur die Prunkvorstellung im Theater mit Rücksicht auf die noch nicht beendete Familientrauer verbeten. Es erscheint uns als unwahrscheinlich, daß die Huldigungen, welche die römischen Stabtbehörden, Gesellschaften und Vereine darbringen wollten, zurückgewiesen werden. Jedenfalls ist die dreiste und aufdringliche Art, in welcher das welfisch ultramontane Blatt dem Kaiser Verhaltungsvorschriften gibt, in Verbindung mit den taktlosen ultramontanen Gehässigkeiten gegen Italien das denkbar schlechteste Mittel zur Erreichung der ultramontanen Zwecke. Der deutsche Kaiser wird auch ohne die ungebetenen ultramontanen Rathschläge und Vorschriften wissen, wie er in einer Stadt auftreten soll, in welcher zwei Mächte ihren Sitz haben, die unter sich verfeindet sind, aber mit dem deutschen Reiche aus einem befreundeten Fuße stehen; er wird es verstehen, dem italienisien Nationalgefühl gerecht zu werden, ohne menschlich begreifliche Empfindungen des Papstes in schroffer Weise zu verletzen.
Köln, 21. Sept. Zur Förderung des deutschen Emin Pascha- Unternehmens hat das hiesige Haus Felten und Guilleaume den Betrag von 30 000 Mark gezeichnet.
Förde (Westfalen), 21. Sept. In der hiesigen Tynamitfabrik hat eine Explosion stattgefunden, bei welcher verschiedene Menschenleben zu beklagen sind. Eine Patronenbude flog mit schrecklichem Knall in die Luft; zwei junge Arbeiter, die darin beschäftigt waren, wurden gelobtet unb die Leiber derselben in Stücke zerrissen. Das Gebäude, in welchem die Explosion stattfand, ist vom Erdboden verschwunden und andere Gebäude, die in der Nachbarschaft standen, sind stark beschädigt.
Die Kaiserin Elisabeth trifft am 1. Oktober aus Ischl hier ein, um an den zu Ehren des Kaisers Wilhelm veranstalteten Hoffestlichkeiten am 3 und 4. Oktober theilzunehmen. Am 5. Oktober, wo die Kaiser zu der Hochwaldjagd gehen, fährt die Kaiserin nach der avriatischen Küste, um auf der Dacht Miramare eine Seereise nach Korsu anzutreten.
Wie der „N. Pr. Ztg." mitgetheilt wird, hat der Erzherzog Albrecht von Oesterreich wiederholt Veranlassung genommen, in ehrenden und anerkennenden Worten sich über die jüngsten Manöver des Gardekorps und des 3. Armeekors, sowie über die Leistungen der Generale, der Offiziere und der Mannschaften auszusprechen. So entbot am Samstag, nachdem „das Ganze Halt!" geblasen worden war, der' Erzherzog den Kommandeur der Garde-Kavallerie-Division, Grafen v. Alten, zu sich, drückte ihm warm die Hanv und beglückwünschte ihn zu den Leistungen der Garde - Kavallerie, deren Zeuge der Oberfeldherr Oesterreichs soeben gewesen. Am letzten Manövertage gab der Erzherzog vor den versammelten Generalen noch einmal seiner Anerkennung dessen,