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Freitag den 14. September

Nr. 216.

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BârMtNmchrmgen Künigl. LaKdrathsaMts.

Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 27. August er, abgedruckt in Nr. 212 des Kreisblattes, betreffend den am 18. Oktober d. I. beginnenden Winterkursus an der Landwirthschafts: Schule zu Mar­burg, werden die Herren Bürgermeister ersucht, möglichst dahin zu wirken, daß aus ihren Gemeinden Bauernsöhne dieser Anstalt zugeführt werden.

Die landwirthschaftliche Schule in Marburg erfreut sich in weitern Kreisen eines sehr guten Rufes und wird deren Besuch bei den sich stei­gernden Ansprüchen an den landwirthschaftlichen Betrieb angelegentlichst empfohlen.

Hanau am 11. September 1888.

Der Königliche Landrath.

V. 5386 In Vertretung: Baabe.

ÄLsslüreibkn MönigL Ktaatsailmatisckast zu Frankfurt a. Ä 15652 B. J. 2522/88. Ueber den Aufenthalt des Knechts Aug. Hofmann von Liegnitz wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 10. September 1888.

N. 572/88. Ueber den Aufenthalt des Maurers Anton Bayer aus Oberursel wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 12. September 1888.___ 9571 D. J. 3025/88. Gegen den Kolporteur Johannes Leo­pold von Trüchtingen, geb. 8. Aug. 1834, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M. den 12. September 1888.

_____________________Königliche Staatsanwaltschaft._____________________

15231 A. J, 3566/88. Gegen a. die geschäftslose Katharina Hohl, geboren am 6. Juni 1863 zu Limburg a/L. und b. den Scheeren­schleifer Joseph Süß, geboren am 21. Februar 1862 zu Heddernheim, welche flüchtig sind, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls bezw. Begünstigung, Bedrohung und Kuppelei verhängt.

Es wird ersucht, dieselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M. den 12. September 1888.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Signalement des Joseph Süß: 1,65 m groß, blondes Haar, brauner Schnurrbart und Mücke, rundes Gesicht, auf beiden Armen und auf der Brust tätowirt (Schleiferwappen, Herz, Anker u. Kreuz, J. 8. 1878 u. A.)._____

L L ß è L s ch s

Berlin, 13. Sept. Auf Allerhöchsten Befehl trägt die Königliche Familie nach Ablauf der Hoftrauer um des in Gott ruhenden Kaisers unv Königs Friedrichs 111. Majestät noch bis zum 15. Juni 1889 Fa- milientrauer.

Berlin, 13. September. Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich trafen heute Morgen 7 Uhr aus Wilhelmshaven hier ein und stiegen im königlichen Schlosse ab. Um 8 Uhr 44 Minuten reisten der Kaiser, Erzherzog Albrecht, die Prinzen Arnulf und Alfons von Bayern, die Prinzen Heinrich und Leopold, der Kronprinz von Griechenland, der Prinzregent von Braunschweig, der Fürst von Hohen ollern und der Herzog von Holstein, sowie das gesammte militärische Hauptquartier, Generalstabschef von Waldersee, Feldmarschall Blumenthal, der Kriegs­minister, die fremdherrlichen Offiziere und der Oberstallmeister Rauch mittelst Extrazuges nach dem Manövenerrain bei Müncheberg ab. Ein zahlreiches Publikum begrüßte die Abreisenden mit begeisterten Zurufen. (F. N.)

Berlin, 13. September. König Albert von Sachsen traf heute Nachmittag 5 Uhr 38 Min. auf dem Bahnhöfe Friedrichsstraße hier ein und wurde vom Prinzen Heinrich, der dem König zu dessen Absteige­quartier im königlichen Schlosse das Geleit gab, empfangen. Auf dem Bahnhöfe hatten sich ferner die Mitglieder der sächsischen Gesandtschaft, der Gouverneur und der Stadtkommandant von Berlin zur Begrüßung des Königs eingesunden.

Berlin, 13. September. Der Großfürst Nikolaus von Rußland wird zur Beiwohnung der Manöver morgen Abend aus Petersburg hier

1888

eintreffen und im hiesigen russischen Botschaftshotel absteigen, wo auch die Herren der Begleitung, die Generalmajors Orlow und Skalon, der General­lieutenant v. Lèvizki, der Hofstallmeister Andrejew und der Oberst Solohup, Wohnung nehmen.

Berlin. Von Münzen mit dem Bildniffe des Kaisers Friedrich sind nach demB. T." im verflossenen Monat geprägt: 449 469 Dop­pelkronen, 127 120 Fünfmarkstücke und 22 350 Zweimarkstücke. An Silbermünzen mit dem Bilde des verewigten Kaisers Friedrich sind überhaupt bis jetzt geprägt 208 940 Fünfmarkstücke und 522 350 Zwei­markstücke.

Berlin, 13. Sept. DieN A. Ztg." kommt nochmals auf das Gerücht über eine anderweitige Besetzung des Handelsministeriums zurück und sagt:Unser Handel ist ein nationaler, deutscher; die darauf bezüg­lichen staatlichen Funktionen gehören zum Gebiete der Reichsgewalt. Es wäre widersinnig, den Handel in einen preußischen, bayerischen, sächsischen und württembergischen zu trennen, daher ist ein preußisches Handels­ministerium auf die Dauer eine politische Unmöglichkeit und steht im Widerspruch mit dem Geist der Reichsverfassung. Daß das preußische Handelsministerium dennoch geblieben ist, erklärt sich daraus, daß die preußische Gesetzgebung diesem Reffort eine Anzahl Funktionen beilegt, für welche nur durch Aenderung der Gesetzgebung Ersatz zu schaffen ist; sonst wäre es längst mit dem Reichsamt des Innern verschmolzen. So war die formale Beibehaltung des Namens und Refforts nothwendig ohne selbstständigen Gehalt; die Geschäfte übernahm der Reichsstaatsfekretär des Innern unter genereller Verantwortlichkeit des Reichskanzlers. Um eine Wiederholung von Reibereien, wie zur Zeit des Staatsministers von Hofmann vorzubeugen, übernahm der Reichskanzler persönlich das Han­delsministerium und mit dem preußischen, wie dem Reichstitel die gemein­same Handelspolitik. Da Letztere nach der Reichsverfaffung zum Ressort des Reichsamts des Innern gehört, entspricht es der Reichsverfaffung, wenn die reichsgesetzliche Vertretung des Reichskanzlers im Bereiche des Reichsamtes des Innern durch die kollegialische Vertretung des Staats­ministers v. Bötticher im preußischen Handelministerium vervollständigt wird, wodurch eine einheitliche Behandlung der politischen Aufgaben er­möglicht wird.

Die Vermählung des Kronprinzen von Griechenland mit der Prinzessin Sophie von Preußen soll, wie der Meffager d'Athènes meldet, schon im Monat Dezember d. J. gefeiert werden. Das Blatt weiß darüber folgende Einzelheiten mitzutheilen; König Georg, der schon in 14 Tagen nach Athen zurückkehrt, wünscht persönlich diese Beschleuni­gung. Die Trauung soll im Berliner Dom stattfinden, und zwar im Beisein aller Mitglieder des deutschen Kaiserhauses, des griechischen und dänischen Königèpaares, der Zarewna, der Prinzessin von Wales und falls bezügliche vertrauliche Schritte in Berlin und Gmunden seitens des dänischen Hofes von Erfolg gekrönt sein würden auch der Herzogin von Cumberland, gleichfalls einer Tante des griechischen Kronprinzen.

Wilhelmshafen, 13. Sept. Bei dem gestrigen Diner im Marine- Kasino erwiderte Kaiser Wilhelm, nach denF. N.", auf den ihm vom Kontre-Admiral Monts ausgebrachten Trinkspruch mit Dank für die ihm entgegengebrachte Liebe, erwähnte die Zeit, wo er zum letzten Male in Wilyeimshafen gewesen, und gedachte des schnellen Wechsels, woran da­mals Niemand gedacht habe. In Kiel bei der Grundsteinlegung des Nordostseekanals. habe sein hochseliger Großvater zum letzten Male in­mitten der Marine geweilt. Wie stark das Interesse gewesen, welches Hochderselbe an der Marine genommen, lasse sich aus den Worten er­kennen, die er wenige Tage später ihm gegenüber geäußert, daß er trotz der Schmerzen, die er ausgestanden, diesen Tag nicht aus seinem Leben streichen möchte. Es gereiche ihm zur Freude, für die Leistungen in Kiel hier Allen seine Zufriedenheit aussprechen zu können; Alle hätten ihre Schuldigkeit gechan. Wir besitzen ein vortreffliches Material, deshalb werden auch große Anforderungen an Sie gestellt. Schon in Ihren Jugendjahren erhalten Sie eine verantwortungsvolle Stellung im Marine­dienst, aber auch angethan, den Charakter zu stählen undreifen zu lassen; besonders sei dies bei dem Torpedodienst der Fall, der äußerst anstrengend, dafür aber auch von ganz besonderer Wichtigkeit sii. Hierin liegt eine Entschädigung. Dieser Dienst bilde die beste Schule für die jungen Offi­ziere. Die Leistungen der Marine seien schon jetzt bedeutende; er hoffe, daß wir das, was noch fehlt, hinzulernen, auch hoffe er, daß die Marine