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Rr. 215 Donnerstag den 13. September
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An Stelle des zeitweilig mit der Verwaltung der Gutsvorstehergeschäfte zu Dottenselderhof beauftragt gew jenen Verwalters Anton Hummel ist jetzt der Gutspächter Rudolf Wittmer daselbst zum Gutsvorsteher ernannt worden.
Hanau am 12. September 1888.
Der Königliche Landrath.
A. 1130_____________In Vertretung: Baabe.____________________
Menst-Uachrichten aus dem Lreèle-
Gefunden: Ein schwarzer Sonnenschirm. Vier leere Fruchtsäcke. Ein Regenschirm (in einem Metzgerladen stehen geblieben). Ein Portemonnaie mit einigen Pf. Ein Messer. Ein feines weißes Taschenjuch nebst neuer schwarzer Schürze (in einem Laden liegen geblieben). Ein goldener Ring mit Stein.
Zugelaufen: Ein scheckiger Jagdhund; Empfangnahme bei Herrn Bürgermeister zu Dörnigheim.
Hanau am 13. September 1888.__
ÄWsckreibm âönigl. UlliiisMimtMafi zu «Frankfurt a. AL
B. 15660. — J. 3339/88. Das am 25. August 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Hausburschen Jakob Degen von Alken ist erledigt.
15067 A. — L. 136/88. Ueber den Aufenthalt des Gärtners Angelus Klüh von Dipperz wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 10. September 1888.
A. 15114. — J. 4345/87. Das am 9. März 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Ausläufer August Konrad Jungheim, geboren am 26. Dezember 1871 zu Nordenbeck, wird erneuert.
Frankfurt a/M. den 11. September 1888.
Berlin, 12. Sept. Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzen Arnulf und Alphons von Bayern, sowie Se. Hoheit der Fürst von Hohenzollern sind heute früh, und Se. Kaiserlich Königliche Hoheit der Erzherzog Albrecht von Österreich heute Mittag hier ein getroffen und im Königlichen Schlosse abgestiegen.
Berlin, 12. Sept. Der „Post" zufolge werden auf der Reise des Kaisers nach München, Wien, Rom und Neapel im Gefolge sich befinden: der Kommandant des Hauptquartiers, General von Wittich, mit drei Flügel-Adjutanten, der Staatsminister Graf Herbert Bismarck mit einem Sekretär, der Oberhofmarschall von Liebenau, der Hofmarschall Graf Pückler, der Chef des Militärkabinets General Hahnke, der Chef des Civilkabinets Lucanus und der Geheime Regierungsrath Meßner. (Rh.K.)
Berlin, 12, Septbr. Der General - Inspekteur der 4. Armee- Inspektion, General-Feldmarschall Graf von Blumenthal, ist von Dienstreisen hierher zurückgekehrt.
Berlin, 12. Septbr. S. M. Fahrzeug „Loreley", Kommandant Kapitän-Lieutenant Freiherr v. Lyncker, ist am 11. September cr. in Koustantinopel eingetroffen.
Berlin, 12. Sept. Der „Reichsanzeiger" widmet dem verstorbenen Geheimrath v. Pape einen Nachruf worin er ausführt: Die Nachricht von dem Hinscheiden wird in den weiten Kreisen schmerzlichst berühren, welche dem Entschlafenen im vergangenen Jahre Zeichen warmer Verehrung zu seinem fünfzigjährigen Wirken dargebrachl haben. Der damals vom „Reichskanzler" ausgesprochene Wunsch, es möge dem Jubilar vergönnt fein, den Abschluß des bürgerlichen Gesetzbuches zu Stande zu bringen, ist zwar nicht völlig erfüllt, aber die Hauptarbeit gethan. So groB daher auch die durch den Tov gerissene Lücke erscheint, ist doch die Vollendung des Werkes gesichert, womit das Wirken des früh Ver-' storbenen einen den Schmerz versöhnenden Abschluß gefunden hat. Der „Reichsanzeiger" gibt sodann einen Ueberblick des Lebenslaufs und Entwickelungsganges des Verstorbenen und schließt: Das Hauptverdienst an dem Zustandekommen des bürgerlichen Gesetzbuches gebührt Pape. Keiner mar hierzu befähigter. Mit Hilfe eines eisernen Fleißes und einer außergewöhnlichen Gedächtnißkraft hatte derselbe einen Schatz des reichsten Wissens und den höchsten Grad vielseitiger Rechtskunde errungen. Sein offener Blick für die Lebensbedürfnisse und sein scharfsinniger Verstand,
1688
dec stets im Voraus die fernliegenden Konsequenzen ermessen ließ, verbanden sich mit einer hervorragenden Gestaltungsgabe, welche mit Leichtigkeit und Sicherheit den schärfsten Gedankenausdruck zu finden wußte. Zu den glänzenden Eigenschaften des Geistes traten Vorzüge des Herzens, Wohlwollen gegen Jedermann und ein gerechter unabhängiger Sinn. In unerschütterlicher Treue zu König und Vaterland und unbedigt fester Pflichterfüllung war v. Pape das Vorbild eines echten preußischen Beamten. Sein Name wird mit der Rechtsgeschichte des deutschen Volkes allezeit verbunden bleiben.
Die „Konservative Korrespondenz" schreibt: Es ist mit Ge- nugthung zu begrüßen, daß nach den aus dem Lande einlaufenden Nachrichten eine Verständigung behufs gemeinsamen Vorgehens gegen die gemeinsamen Gegner im Wahlkampfe zwischen den drei Kartellparteien sich fast allenthalben ohne Schwierigkeiten vollzieht. Daß damit einem aufrichtigen Wunsch auch der konservativen Parteileitung im Königreich Preußen entsprochen wird, ist durch den Wortlaut des Wahlaufrufs in unzweideutiger Weise erhärtet. Wir freuen uns denn auch, daß in entsprechender Weise schon vor acht Tagen auch von dem nationalliberalen Parteiorgan der Ueberzeugung Ausdruck gegeben wnrde, daß bei den bevorstehenden Landtagswahlen „von einem allgemeinen systematischen Kampf und Krieg unter den sogenannten Kartellparteien, trotz so mancher Plänkeleien in der Presse, nicht die Rede sein kann."
Die „Kons. Korresp." meldet: Nachdem die Frage hinsichtlich des Kartells für die bevorstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhause hinlänglich erörtert ist, empfiehlt der Vorstand der konservativen Fraktion des Abgeordnetenhauses den Parteigenossen, in dem Wahlkampfe da, wo eine Verständigung auf Grund des Besitzstandes nicht zu erreichen ist, eine feindselige und verbitternde Haltung möglichst zu vermeiden, um wenigstens bei Stichwahlen eine gegenseitige Unterstützung zu sichern.
Der Juristentag nahm, dem Anträge des Referenten Professors Dr. Brunner - Berlin gemäß, folgende Resolution an: „Es empfiehlt sich in das bürgerliche Gesetzbuch den Grundsatz aufzunehmen, Kauf bricht nicht Miethe." Ueber die Frage: „Empfiehlt es sich, die Prüfung der Wahlen für gesetzgebende Körperschaften als eine richterliche Thätigkeit anzuerkennen und deshalb der Rechtsprechung eines unabhängigen Wahlprüfungsgerichtshofes zu unterstellen," ging die Versammlung nach langer Debatte, weil die Frage nicht zur Kompetenz des Juristentages gehöre, zur Tagesordnung über.
Breslau, 12. Sept. Kaiser Wilhelm wird, wie die „K. Z." schreibt, im Laufe des Herbstes eine zweitägige Fasanenjagd im Ohlauer Fürstenwalde, der 4000 Fasanen zählt, abhalten. Während der Zeit wird der Kaiser hier Wohnung nehmen.
Wilhelmshafen, 12. Sept. Das Flottenmanöver begann, nach den „Fr. v-." gestern Vormittag elf Uhr in Gegenwart Kaiser Wilhelms unter dem Admiral Knorr auf der Jade. Die Vertheidigung führte Goltz. Nachmittags griff das feindliche Geschwader an. Das Vertheidigungsgeschwader wich der Uebermacht. Nachmittags sechs Uhr trat Gefechts stillstand ein. Der „Hohenzollern" ankerte bei der Minensperre. Nachts wurde ein Angriff auf letztere gemacht, wodurch ein lebhaftes Gefecht entstand. Heute Vormittag erfolgte ein Angriff auf Wilhelmshafen, der Nachmittags fortgesetzt wurde. Hierauf fanden Landungsmanöver statt. Nach sieben Uhr beabsichtigt der Kaiser an Land zu kommen, um im Marineoffizierkasino zu soupiren. Die Stadt ist reich geschmückt. Eine zahlreiche Menschenmenge hat sich angesammelt.
Aus Köln wird dem ,.N. W. Tgbl." gemeldet: Sir Morell Mackenzie's Vertheidigungsfchrift und Erwiderung auf die bekannte Berliner Broschüre, welche in den nächsten Tagen erscheinen sollte, wird nicht vor Ablauf des September zur Ausgabe gelangen. Der Grund der Verzögerung liegt in dem Umstand, daß aus Deutschland allein bereits 90,000 Exemplare von Mackenzie's Schrift in deutscher Ueber- setzung bei der Verlagsbuchhandlung von Adolf Sparmann in Styrum - Oberhausen bestellt worden sind und täglich neue Bestellungen einlangen. Die erste Auslage der deutschen Uebersetzung, welche 130 Druckseiten in Großoktav umfaßt, wird gleichzeitig mit der englischen Ausgabe, welche in London erscheint, in Berlin, Leipzig, Oberhausen und Wien ausgegeben Die Umschlagseite des Werkes, welches den Titel führt: „Mackenzie, Friedrich der Edle und seine Aerzte" enthält folgende Be-