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Cnch 9 M-H.

I.4M.i0Psg. Vvrteljâhrlich » eiar! 85 Psg. Gâr auswärtige «bonnenten

Mit dem betreffen. Ia P-ftausfchlag. S^^NMlne Num­mer 10 Psg.

Nr. 21h

hananer Adriger.

Jugkerch AnrMches girgcm für SLcröt- und Lanökveis Kcrncru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

JnserNnn«.

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Die ispaltige Barmondzeile »d. bereit Raum

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Die Sfpait. Zeile 20 Pfg.

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Samstag den 8. September

1*88

Bekmmtmachungen Kömgl. LaNdrathsamts.

Der Stuckateur Karl Bommers He im hat sich unter Zurück­lassung seiner minderjährigen Kinder aus Bischofsheim diesseitigen Kreises entfernt. Die Kinder sind dem Ortsarmenverbande zur Last gefallen. Bommers Heim hat zunächst in Rolandseck Kreises Ahrweiler gearbeitet und ist von dort aus angeblich nach Köln verzogen, wo er aber nicht ermittelt wurde. Ich ersuche, falls über den Verbleib des Genannten etwas bekannt werden sollte, Nachricht hierher gelangen zu lasten.

Hanau am 27. August 1888.

A. 1062

Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.

Merck-Nachrichtm m dem freist.

Gefunden: Ein Zwicker. Ein schwarzer Kragen mit Seidenfutter. Ueber ein Meter schwarze Spitze. Eine Doppeldenkmünze (von 1870/71 und eine von Baden). Ein Schul-Atlas. Ein rothgefüttertes Leder- täschchen.

Verloren: Ein Schraubenschlüffel zu einem Bicykle.

Hanau am 8. September 1888.

IhsfdimGen ÄonigL Sfaafsanwattfdiaft zu âuuksuri a. M. 15385 B. N. 552/88. Ueber den Aufenthalt des Sattlers Aug. Hermann von hier wird Auskunft begehrt.

15448 B. J. 3735/87. Das Ausschreiben vom 27. Jan. d. I. gegen die ledige Barbara gen. Babette Ries von Obernau wird erneuert.

Frankfurt a/M. den 5. September 1888.

A. 14219. J. 3081/88. Ueber den Aufenthalt des Anstreichers Peter Achter, geboren am 3. Oktober 1868 zu Plaidt, wird Auskunft begehrt.

° Frankfurt a/M. den 6. September 1888.

Kaiser Wilhelm I.

NR. Aus den jüngst veröffentlichten Aufzeichnungen Kaiser Wilhelms I treten die hervorragenden Charaktereigenschaften dieses großen Herrschers klar und scharf hervor. Die selbst bei den größten Erfolgen gleichbleibende Bescheidenheit, welche in erster Linie Gott die Ehre gibt, die unerschütterliche Pflichttreue, welche den Kaiser nicht an den eigenen Ruhm, sondern allein an die Größe und Festigkeit Deutschlands und Preußens denken ließ, das feste Vertrauen zu Gott und feinem Volke, das selbst die schwere Prüfung des Jahres 1878 nicht zu erschüttern vermochte!

Wäre die Liebe und Verehrung, welche das deutsche Volk in allen Theilen für den Begründer seiner Einheit, für den ersten Kaiser aus dem Hohenzollernhause hegt, der Steigerung fähig, fürwahr, jene Auf­zeichnungen hätten eine solche bewirken müssen. Ist aber eine Steigerung .dieser Gefühle nicht denkbar, so ist es der Nation doch möglich, die Schuld des Dankes gegenüber ihrem greisen Heldenkaiser dadurch abzu­tragen, daß sie das volle Maß jener Liebe und Verehrung auf Kaiser Wilhelm 11., seinen würdigen Enkel überträgt.

Soll freilich der Dank Werth haben, so wird sich unser Volk nicht damit begnügen dürfen, Liebe und Verehrung gegen seinen Herrscher im Herzen zu fühlen und diesen Gefühlen in stürmischen Ovationen beredten Ausdruck zu geben. Wer wirklich dem Kaiser Wilhelm 1. würdig sich Eckbar erweisen will, der wird vor Allem auch die Liebe und Verehrung m dem Geiste Kaiser Wilhelms bethätigen müssen. Er wird sich von der hohen Vaterlandsliebe durchdringen lassen, welche unzugänglich macht für Die Verlockungen und Verheißungen der Demokratie, der bürgerlichen w der sozialen; er wird die treue Hingabe an Kaiser und Reich als t Pflicht erkennen und sich weder durch schöne Redensarten noch

s r° d""on abwendig machen lassen. Er wird endlich aber . auch das volle Vertrauen, welches Kaiser Wilhelm I. in sein Volk setzte, erget.en, indem er dem Kaiser und der Regierung das nämliche Ver- auen entgegenbringt und, wo immer sich die Gelegenheit dazu bietet, in m 1,9 e$ Vertrauens den Männern seine Stimme zuwenden, welche Ka^rs zu unterstützen bereit sind. Das ist die echte und $e dem Gründer des deutschen Reiches zu danken. Seinen

Nachfolger enthusiastisch begrüßen, dann aber sozialdemokratisch, fortschritt­lich oder welfisch zu wählen, das hieße, dem Geiste und Sinne der Aufzeichnungen Kaiser Wilhelm I. direkt zuwiderhandeln.

K 8 tz k s s ch a «.

Dombrowka, 7, Sept. Se. Majestät der Kaiser und König traf heute früh 4 Uhr 21 Min. mittelst Extrazuges auf dem festlich deko- rirten Bahnhof hierselbst, in Begleitung des Chefs des Generalstabes, Grafen Waldersee, des Kriegs - Ministers Bronsart v. Schellendorff, des Chefs des Militärkabinets, General - Lieutenants v. Hahnke, sowie des dienstthuenden General-Adjutanten ein. Zur Begrüßung Sr. Majestät waren auf dem Bahnhöfe anwesend: der kommandirende General Frhr. v. Meerlcheidt Hüllessem, sowie die Spitzen der Civil- und Militärbehör­den. Nach kurzem Aufenthalt erfolgte um 5 Uhr unter begeisterten Hoch­rufen der zahlreichen Menge die Abfahrt nach dem Manöverfelde bei Konarzewo. Vormittags lO1^ Uhr kehrte Se. Majestät der Kaiser hierher zurück. In dem Kaiserlichen Salonwagen war ein Frühstück zu einigen zwanzig Gedecken angerichlet, zu welchem der kommandirende Ge­neral Frhr. v. Meerscheidt-Hüllestem sowie der Ober-Präsident Graf v. Zedlitz und deren Begleitung zugezogen wurden. Um 11 Uhr trat Se. Majestät oer Kaiser die Rückfahrt nach Potsdam an.

Berlin, 7. Sept. DasMilitärwochenblatt" meldet: Der Chef des Jngenieurkorps und Generalinspekteur der Festungen, General Stiehle, ist auf Ansuchen in Belastung auf dem Posten als Generaladjutant mit Pension zur Disposition gestellt worden. General Goltz ist mit der Wahrnehmung der Geschäfte der Generalinspektion des Ingenieur- und Pionierkorps der Festungen beauftragt.

Berlin, 7. Sept. Die Angaben, welche von einer Vermehrung der Flotte in Verbindung mit dem Baue des Nordostseekanals wissen wollen, werden von derNationalzeitung" als zutreffend bezeichnet.

DieDfz." schreibt: Nicht nur Kaiser Friedrich, sondern auch Prinz Friedrich Karl soll interessante Aufzeichnungen und Tagebücher, letzterer namentlich aus den Kriegen von 1864, 1866 und 1870 hinter­lassen haben. Man sagt, der regierende Kaiser habe ungeordnet, daß sie möglichst bald, zum Theil noch zum 18. Oktober, dem Geburtstag des Kaisers Friedrich, veröffentlicht werden, damit nicht erst die späte Nach­welt, sondern auch, die Mitwelt, die sie noch persönlich gekannt hat, sie kennen lernt. Der große Generalstab hat die Akten der Kriege ja auch nicht erst in den Archiven modern lassen, sondern hat mit der raschen Veröffentlichung seiner berühmten Werke über die letzten drei großen Kriege ein gutes Beispiel gegeben.

Ueber den fortdauernden Einslnsj des russischen Getreides auf dem deutschen Markte besagt ein Bericht aus Coblenz:Nachdem sich in Folge der erhöhten Eingangszölle auf Getreide der rheinische Ver­brauch bis vor 1 2 Monaten fast ausschließlich aus Norddeutschland versorgt hatte, trat theils in Folge der Gerüchte über die geplanten Re­torsionszölle gegen Rußland eine verstärkte Nachfrage nach rus­sischem Getreide ein. Diese Nachfrage wurde aber bald überboten von dem russischen Angebot, das trotz Steigens des Rubelkurses fallende Preise stellte und eine Ueberfüllung des Getrerdemarktes bewirkte. Von Einfluß auf das Geschäft war auch namentlich noch der Umstand, daß in Norddeutschland gute Beschaffenheiten, namentlich im Roggen, überhaupt fast nicht mehr zu haben waren, wodurch sich der Verbrauch genöthigt sah, die besseren russischen Sorten, die sich bei dem Zoll von Mk. 5 bedeutend höher stellten, aufzunehmen. Von sachverständiger Seite wird auch darauf hingewiesen, dahin letzter Zeit russische Kleie in hunderttausenden Centnern zollfrei in das Land kommt und den Russen so hoch wie der Roggen bezahlt wird. Die Verfügung des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 11. Juni, die Erhöhung des Mindestgewichtes des an der Berliner Börse gehandelten Getreides betreffend, ist von allen reellen Getreidebändlern freudig begrüßt worden."

Aus dem Wahlkreise Duisburg -Mülheim-Essen- Ruhrort, 5. Sept. In der Versammlung des konservativen Vereins, welche heute Nachmittag unter dem Vorsitze des Freiherrn v Plettenberg- Mehrum abgehalten wurde, ist der einstimmige Beschluß gefaßt worden, wie bisher Hand in Hund mit den Nationalliberalen zu gehen und die