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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 205.

BäNntMachungen Kömgl. Lsndrathsamts.

Der Stuckateur Karl Bommers heim hat sich unter Zurück- lassung seiner minderjährigen Kinder aus Bischofsheim diesseitigen Kreises entfernt. Die Kinder sind dem Ortsarmenverbande zur Last gefallen. Rommersheim hat zunächst in Rolandseck Kreises Ahrweiler gearbeitet und ist von dort aus angeblich nach Köln verzogen, wo er aber nicht ermittelt wurde. Ich ersuche, falls über den Verbleib des Genannten etwas bekannt werden sollte, Nachricht hierher gelangen zu lassen.

Hanau am 27. August 1888.

Der Königliche Landrath

A. 1062________________ Gf. Bismarck.______________________

Hrenst-Nachrichten aus dem Kreise-

Verloren: Eine Schnupftabaksdose.

Gefunden: Ein silbernes Kettenarmband. Eine goldene etwas defekte Brache. Ein Kinderschuh. Ein weißer geblümter Kinderkragen.

Zugelaufen: Ein schwarz und weißer glatthaariger Hund; ein schwarz und weißer Spitz; beide m. Geschl. Ein Stallhase.

Hanau am 1. September 1888._______________________________

Mit ergebenster Bezugnahme auf mein Schreiben vom 27. d. Mts. beehre ich mich mitzutheilen, daß die Leichen der beiden Knaben Josef und Eugen Soli er unweit Fechenbach im Maine aufgesunden wurden.

Marktheidenfeld den 29. August 1888.

Königliches Bezirksamt.

Änsfdicßißßn lönigl UaatsarmalMaft zu Frankfurt a. M.

N. 1215/87. Ueber de» Aufenthalt des Tagelöhners Heinrich Hager, geboren am 18./10. 1866 zu Jngersheim, wird Auskunft begehrt.

14399 A. M. 11/88. Ueber den Aufenthalt der ledigen Marie Weicher von Wolfskehlen wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 30. August 1888.

14319 A. J. 3197/88. Gegen den Backsteinarbeiter Wilh. Brandt von Stadthagen, geb. 27. Febr. 1868, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und vsn der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M. den 29. August 1888.

Königliche Staatsanwaltschaft.

KrundflüLs-Ierpachtung.

Von den Domanialgrundstücken in der Gemarkung von Kilian­städten sollen 112 Pachtloose von zusammen 41,5383 Ira Flächengehalt nochmals vom 20. Oktober d. Js. ab auf zwölf Jahre zur Verpachtung aus geboten werden.

Zweiter Termin hierzu ist auf

Montag, den 3. September d. Js.,

Vormittags von 8 Uhr ab, in das Rathhaus zu Kilianstädten anberaumt.

Pachtreflektanten werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessene Gebote der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins erfolgen wird.

Hanau am 26. August 1888.

Der Königliche Domainen-Rentmeister

8157 Bell.___________________________

t Zum 2. September.

Es war um die Mittagstunde des 2. September 1870, als König Wilhelm, nachdem er auf der Höhe vor Sedan die Meldung des Gene­rals von Moltke von der vollzogenen Kapitulation der französischen Armee, sowie davon empfangen, daß Napoleon 111. ihn in dem Schlößchen Belle­vue bei Donchery erwarte, sich an die um ihn versammelten deutschen Fürsten und Feldherren mit folgenden Worten wandte:

Sie wissen nun, meine Herren, welch großes geschichtliches Ereigniß sich zugetragen hat. Ich verdanke dies den ausgezeichneten Thaten der vereinigten Armeen, denen Ich Mich gerade bei dieser

Samstag den 1. September

1888

Veranlassung verpflichtet fühle, Meinen Königlichen Dank auszu­sprechen, um so mehr, als die großen Erfolge wohl geeignet sind, den Kitt noch fester zu gestalten, der die Fürsten des Norddeutschen Bundes und Meine andern Verbündeten deren fürstliche Mitglie­der Ich in diesem großen Moment zahlreich um Mich versammelt sehe mit uns vereint, so daß wir hoffen dürfen, einer glücklichen Zukunft entgegenzugehen. Allerdings ist unsere Aufgabe mit dem, was sich Anter unseren Augen vollzieht, noch nicht vollendet, denn wir wissen nicht, wie das übrige Frankreich es aufnehmen und be­urtheilen wirb. Darum müssen wir schlagfertig bleiben; aber schon jetzt Meinen Dank Jedem, der ein Blatt zum Lorbeer- und Ruhmes­kranze unseres Vaterlandes hinzugefügt hat."

Der Königliche Mund, welcher in jener weltgeschichtlichen Stunde dankenv die prophetischen Worte sprach, ist am 9. März dieses Jahres für immer geschlossen, das Auge erloschen, welches auf dem Siegesfelds so -hoffnungsvoll in die Zukunft blickte. Zum ersten Male begeht in die­sem Jahre unser Volk das Gedächtniß des großen Tages ohne den großen Kaiser, zugleich auch ohne den erlauchten Sohn und Nachfolger, welcher als Feldherr zu dem ruhmvollen Gelingen der Schlacht bei Sedan in so hervorragender Weife beigetragen. Das deutsche Reich, welches in jenen entscheidungsvollen Stunden geboren worden, hat in diesem Jahre die schwersten Proben seines Gefüges seit seiner Wiederaufrichtung zu bestehen gehabt und hat sie bestanden. Dies ist in denkbar schwierigster Zeit 1 nur möglich gewesen dadurch, daß der Geist der großen Tage durch Kaiser Wilhelm I. so sorgfältig gepflegt und gefördert, so befestigt und wach erhalten worden, daß der Tov des Begründers der deutschen Einheit, das schwere Leiden und der Heimgang des zweiten Kaisers, die Nation wohl in tiefe Trauer zu versenken, den Bau des Reiches aber nicht zu erschüt­tern vermochten. In jener geschichtlich denkwürdigen Stunde hatten um König Wilhelm Prinz Luitpold von Bayern, Kronprinz Albert von Sach­sen, Prinz Wilhelm von Württemberg gestanden, denen der ehrwürdige Oberfeldherr dankend die Hand reichte. Als eine schnelle Folge schmerz­lichster Ereignisse vor wenigen Monaten den jungen Enkel Kaiser Wilhelms auf den Thron Preußens und an die Spitze des Reiches rief, da eilten die fürstlichen Genossen des großen Sieges herbei, um in deutscher Treue an der Spitze der deutschen Fürsten zu bezeugen, daß Deutschland in schweren Tagen nur um so fester vereinigt bleibt. Das Wort König Wilhelms vom 2. September 1870, daß die großen Erfolge den Kitt zwi chen dem Norden und dem Süden noch fester zu gestalten wohl geeig­net sind, hat nie eine glänzendere Erfüllung und Bestätigung gefunden, als in der Mitlagstunde dieses 25. Juni, da der erlauchte Kreis der deut­schen Bundesgenossen den Enkel. uno Nachfolger des großen Kaisers im Weißen Saale des Berliner Schlosses umgab.

Dankbar ist in dieser letzten Zeit der 75. Jahrestag der Schlacht von Großbeeren auf der Siegesstätte bei Berlin, der 75. Todestag Theodor Koerner's, des Sängers der Befreiungskriege, an der Eiche von Döbbelin begangen worden. Die Kriegervereine, die alten Soldaten Kaiser Wilhelms, haben dort vor Gottes Angesicht ihre Fahnen entfalten dürfen in dem Bewustsein, daß sie der Väter werth gewesen, und das am 18. August in Leipzig enthüllte Sieqesdenkmal legt nicht minder Zeugniß ab, daß der Geist, aus welchem heraus im Jahre 1870 so große Thaten vollbracht werden konnten, im deutschen Volke lebendig ge­blieben und liefe Wurzeln getrieben hat. Wie damals in den Tagen der Gefahr die Nation einmüthig sich erhoben hat und eingetreten ist für ihre Ehre, so hat auch die schwere innere Krisis dieses Frühjahr sie einmüthig und geschloffen gefunden, die schwere Errungenschaft einer großen Zeit treu zu bewahren.

Die große Periode Kaiser Wilhelms I. liegt abgeschlossen hinter uns. Wir blicken heute auf sie zurück als auf eine der Geschichte ange­hörige Zeit; ein neues Zeitalter, eine an Sorgen und Stürmen wohl auch nicht freie Zukunft beginnt. Aber unser deutsches Volk ist in die­selbe eingetreten voll Hoffnung und Zuversicht. Voll Hoffnung, daß unter Kaiser Wilhelm 11. das Reich sich mächtiger entfalten, neue Blüthen, reiche Frucht treiben werde; voll Zuversicht, daß wenn Mfahr drohen sollte, für dieses Reich in seinen theuer erkauften Grenzen Deutsch­land einstehen wird bis auf den letzten Mann. Um so feierlicher und bedeutungsvoller gestaltet sich für uns in diesem Jahre die Begehung des