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Donnerstag den 30. August

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BânÄtMLchungen KömgU Lsmörathsamts.

Die Errichtung und Inbetriebnahme einer fliegenden Brücke zum Personentransport an der Stelle der bisherigen Schiffbrücke zwischen Offenbach und Fechenheim ist höheren Orts genehmigt worden.

Hanau am 23. August 1888.

V. 4917

Der Königliche Landrath

Gf. Bismarck.

w MenWachrichten aus dem Lreile.

. Gefunden: Ein Regenschirm. Ein abgetragenes Frauentuch.

W Ein Portemonnaie mit einigen Pf.

Hanau am 30. August 1888.

32, Ueber Seefischerei.

~ In einem ersten Artikel derDanz. Allg. Ztg." über Seefischerei heißt es: In dem Maße, als durch die wiedererlangte Macht und Ein­heit Deutschlands unser Volk auch das Bewußtsein seiner Kraft wieder­fand, wandte und zwar nicht nur in den Küstenländern, sondern auch w im Binnenlande bis weithin in den Süden des Reichs das Interesse sich in verstärktem Maße dem Meere zu. Waren an den Landgrenzen die Bedingungen wiedergewonnen, auf welchen von Jahrhunderten das Ansehen und die Machtstellung des Deutschen Reichs unter der Herrschaft

F großer Kaiser beruht hatte, so tourten auch jene stolzen Erinnerungen wieder lebendig, welche sich an den ehemals weltgebietenden Namen der Hansa knüpfen, und wie alle großen Völker aller Zeiten einen wesentlichen rr Theil ihrer Lebenskraft aus dem Meere schöpften, so trat auch in unserem rr- /deutschen Volk stärker und stärker das Verlangen hervor, an der Be- ^kherrschung der See, zunächst der eigenen, den ihm zukommenden Antheil zu nehmen. Naturgemäß machte sich dieses Streben zunächst in der Ent- Wickelung der Kriegsmarine geltend, die, getragen von den lebhaftesten t Sympathieen der Nation/ bereits zu einer stattlichen Seemacht zweiten Ranges emporgewachsen, jetzt an den Ausgangspunkten einer verheißungs- - r vollen Zukunft steht.

1 Aber die Aeußerungen starker nationaler Lebenskraft konnten und st durften sich nicht der Kriegsmarine allein zuwenden. Der Schutz, welchen dieselbe in Verbindung mit dem erhöhten Ansehen des deutschen Namens der Handelsflagge zuwandte, hatte auch einen mächtigen Aufschwung des deutschen Seehandels und der deutschen Seeschifffahrt zur Folge, und ein s Jahrzehnt hat hingereicht, den deutschen Lloyddampfern von Breme« nach z Hamburg nicht allein die hohe Achtung des Auslandes, sondern selbst in den Augen der Engländer den Vorzug vor den eigenen englischen Dampfer- ~ linien zu sichern, wofür gerade die letzte Zeit manch rühmliches Zeugniß erbracht hat. Die deutsche Seeschifffahrt hat indeß zu ihrem Aufschwung

, manch ernstes Hinderniß zu überwinden. Mit dem Rückgang der Segel- schifffahrt und deren Ersatz durch den Dampf ist naturgemäß ein starker

. Rückgang in der Zabl der Seeleute eingetreten. Die Küstenbevölkerung entfremdete sich mehr und mehr einem Beruf, dessen Bedingungen sich so

! wesentlich verändert hatten und dessen Erträgniß die mit dem Seeleben verbundene Gefahr nicht mehr aufwog; ein großer Theil der noch vor­handenen Seeleute suchte und fand sein Brod in der Ferne unter fremder Flagge, wo man die Tüchtigkeit deutscher Matrosen zu schätzen wußte. Diesem für die Entwickelung der Handels- wie der Kriegsflotte gleich ab-- tröglichen Umstand konnte nur durch Wiederbelebung des seemännischen Geistes der Küstenbewohner abgeholfen werden. Die Mittel dazu bot die Seefischerei.

Auch die Seefischerei war stark zurückgegangen. Mehr und mehr war die Ausnutzung des Fischreichthums der deutschen Meere, der Nord- und Ostsee, Fischern fremder Nationalität anheim gefallen. Engländer, Niederländer, Dänen und Schweden sandten den Ertrag ihrer Hochsee- _ sticherei agf die deutschen Märkte, den deutschen Fischern fehlte es an I an geeignetem Fangmaterial, an Fischereihäfen, an schnellen Ver- , vindungen nach dem Binnenlands, an Absatzquellen. Der Erschließung dieser Quellen nationaler Kraft und wirthschaftlichen Wohlstands hat sich in tiefem letzten Jahrzehnt die Aufmerksamkeit der Behörden, der gesetz­gebenden Körperschaften, der betheiligten Kreise in steigendem Maße zuge- âd der bereits mehrfach erwähnte Bericht des landwirthschaftlichen Ministeriums legt auch von den auf diesem Gebiet erzielten Fortschritten

1888.

Zeugniß ab. Es galt, die schweren Folgen des Rückgangs der Seeschiff fahrt dadurch auszugleichen, daß ein Theil der jungen Schiffermannschaft zum Fischereigewerbe überging und dieses zu einem lohnenden gemacht wurde; gleichzeitig war damit der Antheil Deutschlands an der Hochsee­fischerei zurückzugswinnen und unseren Märkten den Ertrag derselben in möglichst beschleunigter und billiger Weise zuzuführen, so daß der Seefisch auch im Binnenlande für weite Volksschichten ein billiges und brauchbares Nahrungsmittel abgeben konnte. Die deutschen Regierungen beschlossen daher, mit Reichsmitteln für die Förderung der Hochseefischerei einzutreten.

LugessWü».

Berlin, 29. August. Se. Majestät der König haben Allergnä- digsi geruht dem Landes-Direktor der Provinz Hannover, Dr. v. Bennig­sen, zum Ober Präsidenten der Provinz Hannover zu ernennen.

Berlin, 29. August. Zur übermorgigen Taufe des jüngst geborenen Sohnes des Kaisers werden außer dem König von Schweden und dem sächsischen Königspaar der Erzherzog Karl Ludwig und Gemahlin und auch der Großherzog und die Großherzogin von Mecklsn- burg-Schwerin hier eintreffen. Der Kaiser hinterließ dem Oberbürger­meister von Dresden 1000 Mark für Nothleidende. (F. N.)

Berlin, 29. August. S. M. KreuzerHabicht" ist am 28. Au­gust er. in St. Paul de Loanda eingetroffen und beabsichtigt am 16. September er. wieder in See zu gehen.

Potsdam, 29 August. Bei der heutigen Ueberzabe der neuen Standartenbänder an das Leib-Garde-Husaren-Regiment hielt der Kaiser eine Ansprache, worin gesagt wird, es sei sein Wille gewesen, dem Regi­ment zur Erinnerung an die Zeit, wo er sein Kommandeur gewesen, ein bleibendes Andenken zu verleihen, und gleichzeitig zur Erinnerung an die Anerkennung, welche sein hochseliger Großvater dem Regiment bei allen Gelegenheiten habe zu Theil werden lassen; er hoffe, das Regiment werde allezeit seinen alten Ruhm bewahren. Der Kommandeur des LeibGarde- Husaren-Regiments Oberst v. Gottberg brachte hierauf ein Hoch auf den Kaiser aus, während die Musik Heil dir im Siegerkranz spielte. Es folgte sodann Parademarsch unter den Klängen des Torgauer Marsches, worauf sich der Kaiser an die Spitze des Regiments setzte und dasselbe zur Kaserne zurückführte.

In einem Artikel derNeuen Preußischen Zeitung" mit der Ueberschrift:Monarchie und Volksheer in Deutschland und Oester­reich" heißt es: Für die militärische Organisation des 'Reichs existirt noch kein ganz Deutschland umfassendes Reichsamt. Allein sämmtliche Kon­tingente der Bundesstaaten sind, in Uebereinstimmung mit der preußischen Armee, einheitlich zusammengeschlossen und bilden ein deutsches Reichsheer, über welches im Frieden, wie im Kriege, der Kaiser den Oberbefehl führt. Daß dies, sowohl für die Machtstellung Deutschlands nach Außen, als für seine innere Festigung die folgenschwerste Errungenschaft ist, bedarf der Andeutung kaum. Bewundernswerth und über alle Erwartung groß, von den Fremden noch mehr bemerkt und anerkannt wie von den Einheimischen, ist der Umschwung, welcher sich durch die Neugestaltung Deutschlands in zwei Jahrzehnten vollzogen hat. Er läßt den früheren Zustand allerdings als eine Art Winterschlaf des deutschen Volks erscheinen. Eine Wanderung durch die mittleren und größeren Städte, die 1866 unter das preußische Szepter gelangten, zeigt bei fast allen einen ungewöhnlichen Aufschwung; Vermehrung der Bevölkerung und wirthschaftliches und gewerbliches Er­blühen. Der Entwickelung der handelspolitischen und der Kolonialver­hältnisse Deutschlands steht eine ganz außerordentliche Steigerung des Verkehrswesens zu Lande und zu Wasser zur Seite. Die militärische Volkserziehung durch die allgemeine Wehrpflicht hat überall im bürger­lichen Leben auf Ordnungssinn und energische Thätigkeit eingewirkt, ab­gesehen davon, daß sie die Volkskrast gestählt und das Nationalgefühl geweckt und gehoben hat. Aus dem idealen Bande, welches früher vor­zugsweise unsere studirende Jugend für ein gemeinsames Vaterland be­geisterte, ist jetzt auf dem Boden der Wirklichkeit ein kräftiges deutsches Naiionalgefühl erwachsen, wohl geeignet, einem kleinlichen Parlikularièmus kntgegenzutreten und den Patriotismus zu heben, ohne die Landsmann­schaft oder die staatliche Anhänglichkeit zurückzusetzen. Dem Deutschen sind auch diese nöthig und sie stärken seinen monarchischen Sinn. Die großen und erfreulichen Erfolge der deutschen Politik Preußens werden