»isminntuès-
KNch 9 Marl. j.sM.SVPfg. Vierteljährlich
I Mar! 25 Pfg. Kür auswärtige Abonnenten
Mit dem Betreffen« tut Postausschlag. Mi«einzelne Nummer 10 Psg.
Str. 202
Hanauer Initiier.
Jugterch Arntttches Gvgcrn für StcröL- unö Lanökrreis Kcrrrcru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Jnserti»»«» PreiS:
Die lspaltige Garmondzeile ob. ' bereit Raum
10 Pfg.
Die 2jPalt. Zeile 20 Pfg.
^teSipaltigeZeile 30 Pfg
Mittwoch den 29. August
1868.
Vimk-Uachrichteu ans -em Kreise.
Gefunden: Eine Rechnung für Peter Raffenberger. Ein Regenschirm (bei Wachenbuchen). Eine silberne Damenuhr mit Kette und Etui. Ein Regenschirm (von der Post).
Zugelaufen: Ein aschgrauer Pinscher (Rattenfänger) m. Geschl.
Hanau am 29. August 1888.________________________________
Aussâreiken Königl. Staatsanm(f[diaff zu Fmukfurt a. Ä. 9070 D. — J. 2324/88. Ueber den Aufenthalt der ledigen Anna Schumann von Kissingen wird Auskunft begehrt.
0. 178/88. Ueber den Aufenthalt der geschäftslosen Karoline Bücher, geboren am 14./8. 1864 in Atzenheim, wird Auskunft begehrt. M. 247/88. Das am 17. d. Mts. gegen den Kesselschmied Adam Di eher aus Zellhausen erlassene Ausschreiben ist erledigt.
Frankfurt a/M. den 27. August 1888.
J. 3334/88. Ueber den Aufenthalt des Wagnergesellen Ludwig Pröll, geboren am 8./4. 1865 in Aubach, wird Auskunft begehrt. _____Frankfurt a/M. den 28. August 1888.___________________________
Geöäude-Wermielhung.
V Von den domainenfiskalischen Gebäuden zu Kilianstädten sollen a) das sogt. Schäferhaus — ein Wohngebäude — mit zugehörigen Stallungen rc. und
Y b) eine Scheuer,
A- von Petri — 22. Februar — 1889 ab anderweit auf sechs Jahre öffentlich meistbietend vermiethet werden.
Termin hierzu ist auf
Montag, den 3. September d. Js.,
3 Nachmittags 1 Uhr,
* an Ort und Stelle angesetzt.
Miethreflektanten werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessene Gebote der Miethzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins erfolgen wird.
Hanau am 26. August 1888.
Der Königliche Domainen-Rentmeister
8194 Bel l.
Tagesschau:
Berlin, 28. Aug. Kaiser Wilhelm traf um 6 Uhr 35 Minuten auf dem Potsdamer Bahnhof ein und fuhr direkt ins Schloß zum Besuche des Königs von Griechenland. Abends fand in den Gemächern des Kaisers ein Diner statt, welchem der griechische König und sein Sohn, sowie der griechische Gesandte und die beiderseitigen Hofstaaten beiwohnten. Der König von Griechenland fährt morgen früh 8 Uhr 25 Minuten via Warnemünde nach Kopenhagen ab.
Berlin, 28. August. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Augusta traf heute Vormittag in Charlottenburg ein, um das Mausoleum zu besuchen. Später begab Sich Ihre Majestät in die Kaiserin Augusta- Stiftung daselbst und fuhr von dort in das Königliche Palais nach Berlin. Um 2 Uhr kehrte Ihre Majestät nach Schloß Babelsberg zurück.
Berlin, 27. August. Wegen eines Beschlusses der Stavtverord- neten-Versammlung, die Feier des Sedantages abzulehnen und den Magistrat zu ersuchen, mit Rücksicht auf die schweren Heimsuchungen, welche das Vaterland durch den Heimgang Kaiser Wilhelms 1. und Kaiser Friedrichs IL. betroffen, von der Feier des Sedantages abzustehen, hat der Präsident des Regierungsbezirks Potsdam v. Reese, wie die „Rordd. 2lllg. Ztg." meldet, an sämmtliche Magistrate des Regierungsbezirks folgenden Erlaß ergehen lassen: „So sehr wir die diesem Beschlusse zu Grunde liegenden schmerzlichen Gefühle ehren, glauben wir doch eine Abänderung des Beschlusses empfehlen zu müssen. Wir theilen den Wunsch des Magistrats, daß auch in diesem Jahre die Feier des Sedantages stattfinde, weil gerade diese Feier die günstigste Gelegenheit bietet, das Gedenken an die beiden dahingeschiedenen erhabenen Monarchen in der Heranwachsenden Jugend zum vollen Bewußtsein zu bringen, in deren Herzen die Stätte dauernder Verehrung und dauernder Dankbarkeit zu bereiten und dadurch das hehre Sinnm und reiche Wirken Der Kaiser uno Könige
Wilhelm I. und Friedrich III. der Volksseele zu fortlebendem pietätsvollem Gedächtnisse zu überliefern. Demgemäß veranlassen wir den Magistrat, seinen an die dortige Stadtverordneten-Versammlung gerichteten Antrag derselben alsbald erneut vorzulegen und die zur Feier erforderlichen Vorbereitungen zu treffen."
Berlin, 28. August. Der „R.- u. St.-A." veröffentlicht die auf die Verabschiedung des Feldmarschalls Grafen Moltke bezüglichen Schriftstücke. Das Abschiedsgesuch Moltkes vom 3, August sagt, er vermöge bei seinem hohen Alter nicht mehr, das Pferd zu besteigen, der Kaiser brauche jüngere Kräfte, dem Kaiser sei mit einem nicht mehr felddienstfähigen Chef des Generalstabes nicht mehr gedient; der Feldmarschall werde es als eine Gnade erkennen, wenn der Kaiser ihn seiner Stellung enthebe und ihm gestatte, den Rest seiner Tage in ländlicher Zurückgezogenheit zu verleben.
Das Handschreiben des Kaisers vom 9. August sagt: Der Kaiser vermöge sich den in dem Briefe aufgeführten Gründen nicht zu verschließen; der Brief habe ihn mit Schmerz bewegt. Er vermöge sich so wenig, wie die Armee, deren Sein Moltkes Person so unendlich viel verdanke, an den Gedanken zu gewöhnen, Moltke nicht mehr an dem Posten zu sehen, auf welchem er das Heer zu den wunderbarsten Siegen geführt habe. Unter keinen Umständen wolle er aber, daß Moltke seine Gesundheit überanstrenge, er werde darum, wenn auch schweren Herzens, dem Wunsche willfahren. Dennoch wisse der Kaiser sich mit dem Heere eins in dem Wunsche, Moltke um das Wohl und Wehe des Vaterlandes und seiner Vertheidigung beschäftigt zu wissen; er könne das seit dem Heimgänge seines Vaters unbesetzte Amt als Präses der LandesvertheidigungsKommission gewissenhaft in keine besseren und berufeneren Hände, als diejenigen Moltkes, legen. Er bitte, ihm, dem Vaterlande und der Armee zuliebe dieses Amt anzunehmen.
Das Schreiben schließt: Möge der Herr uns Ihre unschätzbare Kraft und Ihre Rathschläge auch in dieser Stelle noch lange zum Heile der Ration erhalten. Ich verbleibe in treuester Dankbarkeit und Anhänglichkeit Ihr wohlaffektionirter König.
In der Kabinetsordre des Kaisers vom 10. August spricht der Kaiser den Wunsch aus, daß Moltke auch ferner sich mit den wichtigeren Angelegenheiten des Generalstabs in Verbindung halte und seinem Nachfolger gestatte, seinen Rath in allen bedeutenden Fragen einzuholen. Der Kaiser überträgt Moltke unter Belassung seines bisherigen Gehalts und seiner Dienstwohnung die Leitung der Geschäfte der Landesvertheidigungs-Kom- misston und erbittet sich die Wünsche Moltkes bezüglich der Zuweisung eines persönlichen Adjutanten
Die Kabinetsordre schließt: Bestehen bleibt immer der tiefe Kummer, Sie von der Stelle scheiden zu sehen, auf welcher Sie Ihren Ramen obenan auf den Ruhmestafeln der preußischen Armee geschrieben und zu einem hochgefeierten in der ganzen Welt gemacht haben. Aber die Macht der Zeit ist stärker, wie die Macht der Menschen, ihr müssen auch Sie sich beugen, der Sie sonst überall den Sieg in der Hand gehabt haben. Meinen besonderen Dank für alles, was Sie als Chef des Generalstabes gethan haben, in dieser Stunde in Worten auszudrücken, davon trete ich zurück. Ich kann nur auf die Geschichtsbücher der letzten fünfundzwanzig Jahre weisen und die vollste Ueberzeugung aussprechen, daß Sie als Chef des Generalstabes in hochgeehrtem Andenken stehen werden, so lange es einen deutschen Soldaten, ein deutsches schlagendes Herz und Soldatenempfindung in der Welt gibt.
Moltke antwortete am 10. August auf den kaiserlichen Brief vom 9. August: Die innigste Dankbarkeit erfüllt mich. Ich bin glücklich, der Armee noch angehören und derselben in einer ehrenvollen Stellung dienen zu dürfen. In Ew. Majestät anerkennenden Worten sehe ich den höchsten Lohn für alles, was ich je habe leisten können.
Unterm 12. August schrieb Moltke: Ew. Majestät haben mein Abschiedsgesuch so huldvollst genehmigt, daß mir die Worte fehlen, meinen Dank auszusprechen. Ich bin glücklich, noch ferner Ew. Majestät dienen zu dürfen und bitte, mir meinen bisherigen Adjutanten, den Hauptmann von Moltke, zu belassen. Die gnädige Ordre vom 10. August wird in meiner Familie als ein unschätzbares Andenken aufbewahrt werden.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Verschiedene Telegramme der Reuter'schen Agentur in Accra melden, daß eine deutsche, von drei