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Nr. 194. Montag den

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Für Einliefernng des aus dem Gefängniß entwichenen Mörders Morlock von hier ist mir eine Belohnung bis zu 300 Mk. znr Verfügung gestellt.

Es ergeht an Alle, welche zur Ergreifung des Flüch­tigen beitragen resp, dessen Aufenthalt angeben können, die Aufforderung, sich bei mir zu melden.

Hanau am 17. August 1888.

Der Königliche Lavdrath

Gf. Bismarck.

In neuerer Zeit sind mehrfach Klagen laut geworden, daß Velo- cipedsahrer das Publikum dadurch belästigen, daß sie statt auf den Straßen und Wegen zu bleiben, die Bürgersteige innerhalb der Ortschaften, sowie die Bankette der Landstraßen und öffentliche Plätze rc. befahren.

Es werden deshalb die nachfolgenden polizeilichen Verbote hiermit in Erinnerung gebracht mit der Aufforderung an alle Aussichtsbeamte, unnachsichtlich Anzeige bei Wahrnehmungen von Ueberschreitungen anher zu erstatten:

P.-V. v. 7./1. 39. Das Reiten, Fahren u. Viehtreiben in öffent­lichen Anlagen ist verboten. Str. 315 M.

, P.-V. v. 9./7. 40. Das Reiten, Fahren u. Viehtreiben über die französische Allee ist verboten. Str. 13 M.

P.-V. v. 9./10. 61. Ueber den Marktplatz der Neustadt darf nicht gefahren rc. werden. Str. bis zu 1 Gulden.

P.-V. v. 6./5. 25. Das Fahren rc. über den Paradeplatz ist verboten. Strafe unbestimmt.

R.-P.-V. v. 30./3. 87. §. 9. Das Fahren rc auf den Bürger­steigen innerhalb der Ortschaften und auf den Bang uets der Land­straßen ist untersagt.

§. 17. Velocipedfahrer jeder Art dürfen andere als die zum Fahren u. Reiten bestimmten Straßen- u. Wegetheile nicht benutzen. Insbesondere ist das Befahren aller Promenadenwege mit Velocipeden verboten.

§. 19. Ueberhaupt sind die Velocipedfahrer verpflichtet, Alles zu vermeiden, was zu einer Belästigung oder Gefährdung des auf den öffent­lichen Straßen, Wegen u. Plätzen verkehrenden Publikums führen kann. Es dürfen deshalb auch zwei oder mehrere Velocipede nur insoweit neben einander herfahren, als solches ohne Belästigung und Gefährdung des Publikums leicht ausführbar ist. Str. bis zu 60 Mark.

Hanau am 13. August 1888.

Der Königliche Landrath

P. 5253 Gf. Bismarck.

Die Herren Bürgermeister werden ers ; u. nachstehende Bekannt­machung des Vorstandes des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden veröffentlichen zu laffen.

Hanau am 6. August 1888.

Der Königliche Landrath

V. 4688 Gf. Bismarck.

Landwirthschastlicher Kreis-Verein Hanau.

Die diesjährige Bezirksausstellung für Thiere aus den Kreisen Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern findet am 29. August d. J. in Gelnhausen statt. Sämmtliche Einwohner der drei genannten Kreise sind berechtigt Thiere auszustellen und konkurriren an allen Preisen, welche von dem Centralverein für den Regierungsbezirk Cassel gestiftet sind, mit. Anmeldungen sind bei dem Vorsitzenden des Kreis-Vereins Gelnhausen Herrn Landrath Freiherr von Riedesel in Gelnhausen zu machen.

Der Vorstand.

Zienst-Nachrichten aus dem Kreise-

Gefunden: Ein rother wollener Kinderstrumpf nebst Socken.

20. August 1888.

Ein Messer. Eine Peitsche. Ein Damen-Regenschirm (vor ca. 14 Tagen). Ein kleines Portemonnaie mit einigen Pf. Ein defekter Kinderwagen.

Verloren: Auf der Steinheimerbrücke liegen geblieben: ein Opern­gucker mit weißem Elfenbein und Goldeinfaffung nebst Futteral.

Hanau am 20. August 1888.________________________________

Unsfifiwißen âömgt. $tiiiitsanwa(t[diaft zu Frankfurt a. M.

J. 3009/88. Ueber den Aufenthalt des Tagelöhners Joseph Hock, geboren am 5./4. 1861 zu Kiliansberg, und des Arbeiters Wil­helm Bernhardt, beide auf dem Frauenhof bei Niederrad in Arbeit gewesen, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 16. August 1888.

J. 2808/88. Ueber den Aufenthalt des Schreinergesellen Robert Naß von Friesenheim wird Auskunft begehrt.

B. 14409. N. 668/88. Ueber den Aufenthalt der Näherin Margaretha Anna Maria Pelka, geboren am 18. Juni 1864 zu Creuzburg, Regierungsbezirk Oppeln, wird Auskunft begehrt.

M. 165/88, Ueber den Aufenthalt des Schreiners Johann Dull, geb. 30 /3. 1860 zu München, wird Auskunft begehrt.

13414 A. M. 247/88. Ueber den Aufenthalt des Keffel- schmiedes Adam Dieß er von Zellhausen, des Adam Engelhardt, Martin Fischer und Herm. Fleckenstein, alle zuletzt hier wohnhaft, wird Auskunft begehrt.

A. 13472. J. 2805/88. Ueber den Aufenthalt des Dienst­mädchens Margaretha Barbara Maier, geboren am 5. Juni 1871 zu Aschaffenburg, wird Auskunft beghrt.

13503 A. J. 3198/88. Ueber den Aufenthalt des Stukka­teurs Christian Schreiner von Naurod wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 17. August 1888.

L g. e e s s ch K «.

Rede Sr. Majestät des Kaisers und Königs gelegentlich der Enthüllung des Denkmals des hochseligen Prinzen Friedrich Karl.

(A. b.Reichs- n. Staats-Anzeiger".) Mein Herr Ober-Bürgermeister!

Ich spreche Ihnen Meinen herzlichsten Dank aus für die Worte, die Ich soeben vernommen, und bitte Sie, zugleich der Uebermittler Mei­nes wärmsten Dankes für den so herzlichen Empfang an die Stadt zu sein.

Ich weiß sehr wohl, daß, wie Sie eben erwähnten, die Bande inniger treuer Ergebenheit Frankfurt seit Jahrhunoerten mit Meinem Hause verbunden haben.

Mein Herr Großvater wußte dies wohl und erwählte deshalb die Stadt zum Ort des Standbildes. Sein Wille übertrug dem Hochseligen Prinzen das Kommando des 3. Armeekorps. Der eiserne, gewaltige Charakter, der mächtige Wille und das strategische Genie des Prinzen be­fähigten ihn beso ders, an der Spitze des Armeekorps zu stehen und Brandenburgs Söhne in harter schwerer Schule heranzubilden, wie sie sich später in den Schlachten bei Vionville gezeigt haben.

Es ist eine ernste Zeit, in der wir stehen. Die großen Heerführer, die unsere Armee zum Siege geleitet haben, die beiden großen Vettern, der Kronprinz und der Prinz Friedrich Karl, sind dahin.

Solange die Geschichte bestehen wird, solange werden Mein Vater als der Deutsche Kronprinz und Mein Oheim als der deutsche Feld­marschall par excellence als die Haupt - Vorkämpfer und Stifter des Reichs gefeiert werden.

Wie das Brandenburger Volk mit eiserner Energie und unermüd­licher Thätigkeit dem sandigen Boden seinen Erwerb abringt, so rang das 3. Armeekorps heute vor 18 Jahren dem Feinde den Sieg ab. Die Leistungen aber, welche das Armeekorps vollbracht, hat es dem Prinzen und seiner Schule zu verdanken.

Ich trinke auf das Wohl der Stadt Frankfurt und trinke auf das Wohl des Armeekorps.

Doch Eines will Ich noch hinzufügen, meine Herren, im Hinblick auf den großen Tag, den wir feiern: Es gibt Leute, die sich nicht ent­blöden, zu behaupten, daß Mein Vater das, was er mit dem seligen