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Dekret, demzufolge ein neues Regiment (21.) von Chasseurs zu Pferde gebildet werden soll.

Paris, 11. Aug. Boulanger wurde bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof in Jonzac im Departement Charente Jnferieur aufgepfiffen; bei seiner Ankunft in La Rochelle erschallten viele Hochrufe, wurden jedoch durch Pfeifen und Hochrufe auf Floquet übertönt. _

Paris. Eine über die Vorgänge auf der Polizeipräfektur gut unterrichtete Persönlichkeit hat der France folgende Mittheilungen über die auf dem Boulevard Voltaire gegen den Polizeiposten geschleuderte Bombe gemacht: Ich kann Ihnen die Versicherung geben, daß, falls das Geschoß explodirt wäre, das Unglück weit größer gewesen wäre, als Sie sich vorstellen. Das Innere dieser Bombe, welche die Form eines gestutzten Kegels hatte, enthielt drei Glasröhren, in denen sich Spreng­stoffe von nicht gewöhnlicher Stärke befanden. Die Explosion konnte nur erfolgen, wenn die Röhren im Auffallen zerbrochen und hierdurch die chemischen Stoffe gemengt worden wären. Die leeren Theile des Geschützes waren mit Nägeln, Kugeln und Eisenstücken ausgefüllt worden. Man wundert sich, daß die so kombinirte Bombe nicht platzte. Die Erklärung dieses Umstandes ist sehr leicht: sie wurde in die Höhe geworfen und fiel zwischen einen Agenten und Herrn Mouquin. Dieser konnte sie ersassen, ehe sie den Boden berührte, dadurch wurde großes Unglück verhütet."

London, 11. August. Das Unterhaus nahm im weiteren Ver­lauf seiner gestrigen Sitzung die Bill, betreffend die Verstärkung der Ver- theidigungsmiitel des Reichs, sowie die Bill, betreffend die rationale Ver­theidigung in dritter Lesung und die Novelle zum Patent-, Muster- und Markenschutzgesetz in zweiter Lesung an. Die Bill, durch welcheLloyds" ermächtigt werden, zum Zweck der Herstellung einer Verdingung mit Feuerschiffen, Leuchtthürmen und sämmtlichen Küsten des Reichs Land zu erwerben, wurde in dritter Lesung genehmigt.

Bremen, 10 August. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd Aller" ist heute in New Dork eingetroffen.

New-Uork, 8. August. Der PostdampferNoordland", der Red Star Linie", ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier ange­kommen.

New - York , 9. August. Der DampferEngland" von der National-Dampfschiffs-Compagnie (C. Meffing'sche Linie) ist hier ange­kommen

^ Fortsetzung der Tagesschau in der Beilage. -°VKZ

Spe zial-Telegramme desDeutschen Montags-B latt."

Rom, 11. August, 9 Uhr 20 Min. Vorm. Crispis Reise nach Deutschland ist besoffene Sache, Crispi wird sich, sobald König Hum­berts Besuch in der Romagna stattgefunden hat, nach Deutschland bege­ben. Die Wohnräume Kaiser Wilhelms im Quirinal sind nahezu fertig hergerichter; Margais Villamarina überwacht die Arbeiten.

Wien, 12. August, 10 Uhr 5 Min. Vorm. DasN. W. T." meidet: Ein chiffrirtes Telegramm des Fürsten Bismarck, datirt Fried- richsruh, den 4. Juli, adr-ssirt an den damals in Wien befindlichen serbischen Minister Vukacovics, sei in Wien verloren gegangen. Auf Re- klamatwnen wurde festgestellt, daß das Telegramm seitens des hiesigen Amtes einem Boten zur Beförderung übergeben worden, welcher behaup­tet, daffelbe verloren zu haben. Bisher ist das Telegramm nicht aufge­funden, der Bote wurde aus dem Dienst entlassen.

Paris, 12. August, 9 Uhr 30 Min. Vorm. Man befürchtet, daß die Weigerung der Arbeilgeber, auf die ermäßigten Forderungen der Streikenden einzugehen, letztere veranlassen wird, ihre Drohungen auszu­führen und neue Exzesse zu begehen.

Straßburg i. E, 12. August. Die Königin von Portugal ist von Paris kommend heute Vormittag hier eingetroffen und gedenkt bis morgen hier zu verweilen.

New-Nork, 12. August. Nach hier eingegangenen Meldungen aus Valparaiso vom Heutig-n Tage ist daselbst das Reservoir eines Brau­hauses geplatzt, wodurch die Hauptstraßen der Stadt theilweise über- schwemml wurden. Der Verkehr ist gestört und befürchtet man außer­dem erheblichen Menschenverlust.

AuS Stadt, Provinz und Umgegend.

Erledigte Stellen im Bezirk des 11. Armee-Corps. Postamt Mainz und Gießen, Packetträger, je 750 Mk. Gehalt und 144 Mk. Wohnungsgeldzuschutz. Magistrat Berleburg, Polizei- und Sladt- diener, 540 Mk. Gehalt und 60 Mk. Kleidergelder, sowie Gebühren für Ausschellen nichtamtlicher Bekanntmachungen. Postagentur Untersiemau, Landbriefträger, 570 Mk Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß, so­wie 30 Mark Kleidergeldzuschuß.

Edelschmuck. In der letzten Nummer derFrauenzeitung" fin­den wir unter den Vie Mode behandelnden Artikeln auch eine Veröffent­lichung, welche Hanauer Goldschmiedearbeiten betrifft, in Verbindung mit einem, verschiedene hiesige Erzeugnisse darstellenden Bild. Wie aus dem Texte ersichtlich, ist diese Veröffentlichung eine Folge der vielseitigen Be­strebungen des hiesigen Vereins zur Förderung des Hanauer Kunstgewer­bes, deren Unterstützung durch dieFrauenzeitung" dankbar anerkannt werden muß. Jedenfalls sind aber derartige Besprechungen sehr geeignet die Bedeutung Hanau's auf dem Gebiete der Edelschmuck - Industrie in weiteste Kreise zu tragen und das Absatzgebiet des Platzes zu erweitern.

0. Kriegervereiu. Mit klingendem Spiele rückte gestern Abend unser Kriegerverein, von dem Verbandsfest zu Oberrad zurückkehrend, in hiesiger Stadt ein.

Begießungsverein. Nach längerer Pause (13. Juni) waren gestern wieder zum ersten Male die Sprengwagen ' des Begießungsvereins in Thätigkeit gesetzt.

Fahnen-Jnbilänm. Nach Beendigung des gestrigen Vormit­tagsgottesdienstes fand zu Kesselst ad t und zwar in dem prächtig gele­genen Schwanengärtchen die Uebergabe der neu hergerichteten und mit einem Widmungsbande versehenen Fahne an den dortigen Turnverein in folgender Wette statt, vorher sei jèvoch bemerkt, daß die Häuser zur Feier des Tages beflaggt waren. Nach einem Musikstück der Eckert'schen Ka­pelle hieß Herr David Schäfer die zahlreich erschienenen Gäste in herz­lichen Worten willkommen, worauf der GesangvereinConcordia" in sehr lobenswerther Weise die Hauplmann'sche MotetteEhre sei Gott in der Höhe" vortrug und durch Fräulein Lisette Schäfer nach einer in recht beherzter Weise gehaltenen passenden Ansprache die Fahne entfaltet und dem Fahnenträger des Vereins Turner August Geibel, der namens des Vereins seinen Dank ausgesprochen, übergeben wurde Der Vortrag der Koschar'schenKarawanka" durch den jüngeren Keffelstädter Gesangverein, welcher über recht schätzbare Kräfte verfügt und der Vortrag eines wetteren Musikstückes durch die Eckert'sche Kapelle, beschlossen die schöne Feier. Nicht darf vergessen werden zu erwähnen, daß die Fahnen­jungfrauen, etwa 30 an der Zahl und größtentheils jetzt die Töchter der Fahnenjungsrauen, welche vor 25 Jahren die Fahne gestiftet, in ihrer gleichmäßigen cremefarbigen Kleidung mit gleichmäßiger Schärpe eine wahrhaft hervorragende Zierde des Zuges bildeten.

0. Sommerfest. Gestern Abend hielt der hiesige Turnverein auf Beck's Felsenkeller, welcher aus diesem Grunde schön geschmückt und durch zahlreiche Lampions beleuchtet war, bei recht gutem Besuche ein Sommerfest ab. Turnübungen und wirkungsvolle Vorträge der Eckert'schen Kapelle verschafften den Anwesenden einen derartigen Genuß, daß ihnen eine baldige Wiederholung solcher Veranstaltung nur erwünscht wäre.

Italienische Nacht. Einen prächtigen Anblick gewährte gestern Abend das Aussteigen von Raketen, Werfen von Leuchtkugeln und die bengalische Beleuchtung der Umgegend, welche von den Erfassen eines die Kinzig von der Zahn'schen Fabrik bis zur Kinzigbrücke stromaufwärts befahrenden Nachens bewirkt wurde.

0. Sommerfrischler. Gestern Abend wurde es den Gästen in einer hiesigen Wirthschaft der Nürnbergerstraße so warm, daß sie vorzogen sich vor dem Hause niederzulaffen und dort gemüthlich ihren. Schoppen zu trinken

Luftballons. Die im Zoologischen Garten gestern Nachmittag ausgelassenen Luftballons sind niedergefallen: der La rt e rm ann's che zwischen Bruchköbel und Langendieb ich, der Securius'sche bei Nieder­issigheim. M

Streit mit tödtlichem Ausgang. Auf der Langenselbolder Kirchweihe sollen gestern einige Hitzköpfe, wie wir hören Backsteinmacher, so hart an einander gerathen sein, daß der Eine todt vom Platze ge­tragen wurde.

Juliwetter. Der diesjährige Juli war während der letzten 30 Jahre der regenreichste, der Juli 1885 dagegen der regenärmste Monat.

Versteigerungs- und Verpachtungs- re. Kalender für Dienstag den 14 August

Holzversteigerung in der Oberförsterei Wolfgang; Termin Nach­mittags 3 Uhr auf demForsthause" bei Hanau. Verkauft werden Kiefern - Scheit-, Knüppel-, Stockholz und -Wellen (s. Nr. 186Han. Anz.").

Für heute. Lutherfestspiel: Abends 7 Uhr im unteren Rath­haussaale : Generalversammlung des großen Comitö's. Geselliger Bür­gerverein : Bei günstiger Witterung Concert. Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 4 in derKarthaune", Nr. 5 imgoldnen Herz", Brandwache und Rettungs-Corps: Monatsversammlung in der Kaiser'schen Brauerei.

Kaiferdenkmal. DerOffenb. Kurier" schreibt aus Offen­bach: Es ist in diesem Blatte schon einmal die Anregung zur Errichtung eines Kaiserdenkmals für Offenbach und Umgegend gegeben worden. Heute können wir berichten, daß ein patriotischer Offenbacher Mitbürger, Herr Architekt Riesbeck, diesen Gedanken aufgegriffen und einen Plan zu ei­nem Kaiserdenkmal, dessen Standpunkt sich der Künstler auf der Berger Höhe denkt, entworfen hat. Der Plan wird demnächst öffentlich ausge­stellt werden. Wünschen wir dem vaterländischen Gedanken unseres wacke­ren Mitbürgers eine schöne Verwirklichung.

Unter den Schwülmern ist ein ganz unbändiger Stolz au^- gebrochen. Eine der Ihrigen, eine Frau aus Schönberg in der Schwalm ist, wie man derH. M." berichtet, als Amme für den fünften Sohn des Kaisers Wilhelm angenommen worden und bereits nach Potsdam über­gesiedelt. Daß in der kaiserlichen Familie gut Haus gehalten wird, zeigt sich auch bei dieser Gelegenheit. Die Amme erhält für ihre Dienste mo­natlich 75 Mk., was gegenüber den Ansprüchen, welche die Schwälmerin- nen sonst zu erheben pflegen, als sehr mäßig bezeichnet werden muß. Uebrigens zeigt die getroffene Wahl, wie eng mit der Zeit die Verbin­dung des Hessenlandes mit dem königlichen Hause geworden ist.

Frankfurt a. M., 11. August. Auf der Zeil fand gestern Vormittag ein armer Taglöhner eine Brieftasche mit Banknoten. Ec war